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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788.

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als daß sie pfeifen. Außer den obgedachten Luftbe-
hältern (§. 61.) kommt ihnen dazu vorzüglich
die Einrichtung ihrer Luftröhre zu statten, die
bey, den Vögeln nicht blos so wie bey andern
Thieren am obern Ende, nemlich an der Zun-
genwurzel befindlich, sondern gleichsam in zwey
abgesonderte Helften an die beiden Enden der
Luftröhre vertheilt ist. Die Papageyen, Ra-
ben, Staare, Dohmpfaffen etc. hat man Men-
schenstimme nachahmen und Worte aussprechen
gelehrt: so wie auch die Sangvögel im Käficht
leicht fremden Gesang annehmen, Lieder pfeiffen
lernen, und sich sogar zum Accompagnement ab-
richten lassen, so, daß man mit mehrern Dohm-
pfaffen zugleich schon wirklich kleine Concerte hat
geben können. Ueberhaupt aber scheint auch der
Waldgesang der Sangvögel doch erst durch Ue-
bung und Nachahmung recht ausgebildet zu
werden.

§. 68.

Die Vögel sind überhaupt sehr verliebte Ge-
schöpfe, daher man auch unter ihnen wen leich-
ter als von andern Thieren Bastarden erzielen
kan. Die mehresten begatten sich im Frühjahr;
manche aber, wie der Kreuzschnabel, in der käl-
testen Jahrszeit nach Weyhnachten. Das Haus-
geflügel ist an gar keine bestimmte Zeit gebun-
den, sondern laßt sich Jahr aus Jahr ein zu
diesem Geschäfte willig finden. Manche halten

als daß sie pfeifen. Außer den obgedachten Luftbe-
hältern (§. 61.) kommt ihnen dazu vorzüglich
die Einrichtung ihrer Luftröhre zu statten, die
bey, den Vögeln nicht blos so wie bey andern
Thieren am obern Ende, nemlich an der Zun-
genwurzel befindlich, sondern gleichsam in zwey
abgesonderte Helften an die beiden Enden der
Luftröhre vertheilt ist. Die Papageyen, Ra-
ben, Staare, Dohmpfaffen ꝛc. hat man Men-
schenstimme nachahmen und Worte aussprechen
gelehrt: so wie auch die Sangvögel im Käficht
leicht fremden Gesang annehmen, Lieder pfeiffen
lernen, und sich sogar zum Accompagnement ab-
richten lassen, so, daß man mit mehrern Dohm-
pfaffen zugleich schon wirklich kleine Concerte hat
geben können. Ueberhaupt aber scheint auch der
Waldgesang der Sangvögel doch erst durch Ue-
bung und Nachahmung recht ausgebildet zu
werden.

§. 68.

Die Vögel sind überhaupt sehr verliebte Ge-
schöpfe, daher man auch unter ihnen wen leich-
ter als von andern Thieren Bastarden erzielen
kan. Die mehresten begatten sich im Frühjahr;
manche aber, wie der Kreuzschnabel, in der käl-
testen Jahrszeit nach Weyhnachten. Das Haus-
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[156/0176] als daß sie pfeifen. Außer den obgedachten Luftbe- hältern (§. 61.) kommt ihnen dazu vorzüglich die Einrichtung ihrer Luftröhre zu statten, die bey, den Vögeln nicht blos so wie bey andern Thieren am obern Ende, nemlich an der Zun- genwurzel befindlich, sondern gleichsam in zwey abgesonderte Helften an die beiden Enden der Luftröhre vertheilt ist. Die Papageyen, Ra- ben, Staare, Dohmpfaffen ꝛc. hat man Men- schenstimme nachahmen und Worte aussprechen gelehrt: so wie auch die Sangvögel im Käficht leicht fremden Gesang annehmen, Lieder pfeiffen lernen, und sich sogar zum Accompagnement ab- richten lassen, so, daß man mit mehrern Dohm- pfaffen zugleich schon wirklich kleine Concerte hat geben können. Ueberhaupt aber scheint auch der Waldgesang der Sangvögel doch erst durch Ue- bung und Nachahmung recht ausgebildet zu werden. §. 68. Die Vögel sind überhaupt sehr verliebte Ge- schöpfe, daher man auch unter ihnen wen leich- ter als von andern Thieren Bastarden erzielen kan. Die mehresten begatten sich im Frühjahr; manche aber, wie der Kreuzschnabel, in der käl- testen Jahrszeit nach Weyhnachten. Das Haus- geflügel ist an gar keine bestimmte Zeit gebun- den, sondern laßt sich Jahr aus Jahr ein zu diesem Geschäfte willig finden. Manche halten

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788, S. 156. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/176>, abgerufen am 22.02.2019.