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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788.

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welcher das künftige Hünchen zu liegen kommt,
selbst noch leichter als die entgegengesetzte Seite,
so daß folglich bey jeder Lage des Eyes doch im-
mer jene Stelle dem leibe des bebrütenden Vogels
am nächsten liegt. Die erste Spur des neuen
Küchelgens zeigt sich, wie schon oben erwähnt
worden (§. 8.), immer erst eine geraume Zeit
nachdem das Brüten seinen Anfang genom-
men. Beym Hünerey z. B. kaum vor Ende
des ersten Tages: so wie am Ende des zweyten
das berühmte Schauspiel der ersten Bewegung
des dann noch sehr unvollkommen Herzgens
(das punctum faliens) seinen Anfang nimmt.
Zu Ende des fünften Tages sieht man schon das
ganze kleine gallertige Geschöpf sich bewegen.
Um vierzehnten brechen die Federn aus; zu An-
fang des funfzehnten schnappt das Hünchen schon
nach Luft; und ist am neunzehnten Tage im
Stande einen laut von sich zu geben.

§. 74.

Jede Gattung Vögel hat zwar ihre be-
stimmte Brutzeit von verschiedener Länge, die
aber doch nach Verschiedenheit des Clima und
der wärmern oder kältern Witterung verzögert
oder beschleunigt wird. Beym Huhn ist das
Küchelgen gewöhnlich zu Ende des ein und
zwanzigsten Tages zum auskriechen aus dem
Eye (in welchem es die drey Wochen über vom
Dotter, und theils auch vom Eyweis ernärt

welcher das künftige Hünchen zu liegen kommt,
selbst noch leichter als die entgegengesetzte Seite,
so daß folglich bey jeder Lage des Eyes doch im-
mer jene Stelle dem leibe des bebrütenden Vogels
am nächsten liegt. Die erste Spur des neuen
Küchelgens zeigt sich, wie schon oben erwähnt
worden (§. 8.), immer erst eine geraume Zeit
nachdem das Brüten seinen Anfang genom-
men. Beym Hünerey z. B. kaum vor Ende
des ersten Tages: so wie am Ende des zweyten
das berühmte Schauspiel der ersten Bewegung
des dann noch sehr unvollkommen Herzgens
(das punctum faliens) seinen Anfang nimmt.
Zu Ende des fünften Tages sieht man schon das
ganze kleine gallertige Geschöpf sich bewegen.
Um vierzehnten brechen die Federn aus; zu An-
fang des funfzehnten schnappt das Hünchen schon
nach Luft; und ist am neunzehnten Tage im
Stande einen laut von sich zu geben.

§. 74.

Jede Gattung Vögel hat zwar ihre be-
stimmte Brutzeit von verschiedener Länge, die
aber doch nach Verschiedenheit des Clima und
der wärmern oder kältern Witterung verzögert
oder beschleunigt wird. Beym Huhn ist das
Küchelgen gewöhnlich zu Ende des ein und
zwanzigsten Tages zum auskriechen aus dem
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Dotter, und theils auch vom Eyweis ernärt

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[161/0181] welcher das künftige Hünchen zu liegen kommt, selbst noch leichter als die entgegengesetzte Seite, so daß folglich bey jeder Lage des Eyes doch im- mer jene Stelle dem leibe des bebrütenden Vogels am nächsten liegt. Die erste Spur des neuen Küchelgens zeigt sich, wie schon oben erwähnt worden (§. 8.), immer erst eine geraume Zeit nachdem das Brüten seinen Anfang genom- men. Beym Hünerey z. B. kaum vor Ende des ersten Tages: so wie am Ende des zweyten das berühmte Schauspiel der ersten Bewegung des dann noch sehr unvollkommen Herzgens (das punctum faliens) seinen Anfang nimmt. Zu Ende des fünften Tages sieht man schon das ganze kleine gallertige Geschöpf sich bewegen. Um vierzehnten brechen die Federn aus; zu An- fang des funfzehnten schnappt das Hünchen schon nach Luft; und ist am neunzehnten Tage im Stande einen laut von sich zu geben. §. 74. Jede Gattung Vögel hat zwar ihre be- stimmte Brutzeit von verschiedener Länge, die aber doch nach Verschiedenheit des Clima und der wärmern oder kältern Witterung verzögert oder beschleunigt wird. Beym Huhn ist das Küchelgen gewöhnlich zu Ende des ein und zwanzigsten Tages zum auskriechen aus dem Eye (in welchem es die drey Wochen über vom Dotter, und theils auch vom Eyweis ernärt

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788, S. 161. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/181>, abgerufen am 16.02.2019.