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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788.

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foie.) Testa subbiualuis, fragilis erecta,
emittens barbam byssinam. Cardo edentu-
lus, coalitis in vnam valuulis.

Diese Muscheln sind wegen ihres Barts be-
rühmt, womit sie sich befestigen können, und der
eine kostbare braune Seide giebt, die in Smirna,
Messina. Palermo etc. zu Strümpfen, Hand-
schuhen u. s. w. verarbeitet wird.

1. Rudis. P. testa sulcata: squamis fornicatis,
per series digestis.
*

Chemnitz vol. VIII. tab. LXXXVIII. fig.
773 sq.

C) Einschaalige Conchylien mit bestimmten
Windungen. Schnecken. COCHLEAE.

Die Richtung der Schneckenwindungen ist fast
durchgehends gleichförmig; so nemlich, daß sie,
wenn man die spitze unterwärts und die Mün-
dung nach oben gerichtet hält, diese letztere einem
alsdann links zugekehrt ist, und die Windungen
von oben nach unten der scheinbaren Bewegung
der Sonne gleich laufen.

Einige wenige Gattungen haben von Natur
eine gegenseitige Windung; und dann finden sich
auch, obschon äußerst selten, unter andern
Schnecken zuweilen völlig linksgewundne Misge-
burten, (anftractibus sinistris s. contrariis).*)

Einige Schnecken vermögen ihr Gehäuse mit-
telst eines andern Deckels (operculum) zuzu-
schließen, und andere ziehen bey Annäherung
des Winters, eine Kalkscheibe vor die Mündung
ihres Hauses.

*) s. Chemnitz Conchylien-Cabinet IX. B. 1. Abth.
von der Linkschnecken.

foie.) Testa subbiualuis, fragilis erecta,
emittens barbam byssinam. Cardo edentu-
lus, coalitis in vnam valuulis.

Diese Muscheln sind wegen ihres Barts be-
rühmt, womit sie sich befestigen können, und der
eine kostbare braune Seide giebt, die in Smirna,
Messina. Palermo ꝛc. zu Strümpfen, Hand-
schuhen u. s. w. verarbeitet wird.

1. Rudis. P. testa sulcata: squamis fornicatis,
per series digestis.
*

Chemnitz vol. VIII. tab. LXXXVIII. fig.
773 sq.

C) Einschaalige Conchylien mit bestimmten
Windungen. Schnecken. COCHLEAE.

Die Richtung der Schneckenwindungen ist fast
durchgehends gleichförmig; so nemlich, daß sie,
wenn man die spitze unterwärts und die Mün-
dung nach oben gerichtet hält, diese letztere einem
alsdann links zugekehrt ist, und die Windungen
von oben nach unten der scheinbaren Bewegung
der Sonne gleich laufen.

Einige wenige Gattungen haben von Natur
eine gegenseitige Windung; und dann finden sich
auch, obschon äußerst selten, unter andern
Schnecken zuweilen völlig linksgewundne Misge-
burten, (anftractibus sinistris s. contrariis).*)

Einige Schnecken vermögen ihr Gehäuse mit-
telst eines andern Deckels (operculum) zuzu-
schließen, und andere ziehen bey Annäherung
des Winters, eine Kalkscheibe vor die Mündung
ihres Hauses.

*) s. Chemnitz Conchylien-Cabinet IX. B. 1. Abth.
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[486/0506] foie.) Testa subbiualuis, fragilis erecta, emittens barbam byssinam. Cardo edentu- lus, coalitis in vnam valuulis. Diese Muscheln sind wegen ihres Barts be- rühmt, womit sie sich befestigen können, und der eine kostbare braune Seide giebt, die in Smirna, Messina. Palermo ꝛc. zu Strümpfen, Hand- schuhen u. s. w. verarbeitet wird. 1. Rudis. P. testa sulcata: squamis fornicatis, per series digestis. * Chemnitz vol. VIII. tab. LXXXVIII. fig. 773 sq. C) Einschaalige Conchylien mit bestimmten Windungen. Schnecken. COCHLEAE. Die Richtung der Schneckenwindungen ist fast durchgehends gleichförmig; so nemlich, daß sie, wenn man die spitze unterwärts und die Mün- dung nach oben gerichtet hält, diese letztere einem alsdann links zugekehrt ist, und die Windungen von oben nach unten der scheinbaren Bewegung der Sonne gleich laufen. Einige wenige Gattungen haben von Natur eine gegenseitige Windung; und dann finden sich auch, obschon äußerst selten, unter andern Schnecken zuweilen völlig linksgewundne Misge- burten, (anftractibus sinistris s. contrariis). *) Einige Schnecken vermögen ihr Gehäuse mit- telst eines andern Deckels (operculum) zuzu- schließen, und andere ziehen bey Annäherung des Winters, eine Kalkscheibe vor die Mündung ihres Hauses. *) s. Chemnitz Conchylien-Cabinet IX. B. 1. Abth. von der Linkschnecken.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788, S. 486. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/506>, abgerufen am 18.02.2019.