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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788.

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oder eigentlich zwey neue Holzlagen (alburnum)
erzeugt werden.

§. 172.

Der Stamm theilt sich mehrentheils in Aeste,
diese wieder in Zweige, an welchen endlich die
Blätter ansitzen, die doch im Grunde aus den
gleichen Theilen wie die Wurzel oder der Stamm
zusammen gesetzt sind; indem man auch an ihnen
Oberhaut, Rinde, holzichte Substanz und Mark
unterscheiden kan. Das Mark liegt in der Mitte
des Blattes zwischen dem (meist doppelten) hol-
zichten Netze von welchen man durch Einbeizen
u. a. Handgriffe die übrigen Theile absondern und
dadurch die sogenannten Blätter-Scelete verfer-
tigen kan. Dieses holzichte Netz ist auf beiden
Seiten des Blattes mit einer besondern Haut
überzogen, die man insgemein die Cutikel nennt,
die aber noch von dem wahren äußerst zarten
Oberhäutgen was endlich zu alleräußerst die
Blätter überzieht, gar sehr verschieden, von weit
zusammengesetzterm Bau, und vielmehr eine
wahre Rinde ist.

Anm. Diese Blatt- Rinde besteht, wie sich bey einer
starken Vergrösserung zeigt, aus einem ungemein
saubern Netze von Gefäßen, dessen Maschen mit
feinen Drüsen untermengt, bey den verschiednen
Gattungen der Gewächse, aber auch bey der Ober-
und Unterseite desselben Blattes, so wie auch da
wo sie über die darunter liegenden holzichten Ge-
fäße weglaufen, von verschiedner Gestalt find,
theils geschlängelt, mehr oder weniger eckicht u. s. w.
tab. II. fig. 1. ist die untere - und fig. 2. die obere
Rinde eines Pirnblattes stark vergrössert abgebildet.

oder eigentlich zwey neue Holzlagen (alburnum)
erzeugt werden.

§. 172.

Der Stamm theilt sich mehrentheils in Aeste,
diese wieder in Zweige, an welchen endlich die
Blätter ansitzen, die doch im Grunde aus den
gleichen Theilen wie die Wurzel oder der Stamm
zusammen gesetzt sind; indem man auch an ihnen
Oberhaut, Rinde, holzichte Substanz und Mark
unterscheiden kan. Das Mark liegt in der Mitte
des Blattes zwischen dem (meist doppelten) hol-
zichten Netze von welchen man durch Einbeizen
u. a. Handgriffe die übrigen Theile absondern und
dadurch die sogenannten Blätter-Scelete verfer-
tigen kan. Dieses holzichte Netz ist auf beiden
Seiten des Blattes mit einer besondern Haut
überzogen, die man insgemein die Cutikel nennt,
die aber noch von dem wahren äußerst zarten
Oberhäutgen was endlich zu alleräußerst die
Blätter überzieht, gar sehr verschieden, von weit
zusammengesetzterm Bau, und vielmehr eine
wahre Rinde ist.

Anm. Diese Blatt- Rinde besteht, wie sich bey einer
starken Vergrösserung zeigt, aus einem ungemein
saubern Netze von Gefäßen, dessen Maschen mit
feinen Drüsen untermengt, bey den verschiednen
Gattungen der Gewächse, aber auch bey der Ober-
und Unterseite desselben Blattes, so wie auch da
wo sie über die darunter liegenden holzichten Ge-
fäße weglaufen, von verschiedner Gestalt find,
theils geschlängelt, mehr oder weniger eckicht u. s. w.
tab. II. fig. 1. ist die untere – und fig. 2. die obere
Rinde eines Pirnblattes stark vergrössert abgebildet.

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[525/0545] oder eigentlich zwey neue Holzlagen (alburnum) erzeugt werden. §. 172. Der Stamm theilt sich mehrentheils in Aeste, diese wieder in Zweige, an welchen endlich die Blätter ansitzen, die doch im Grunde aus den gleichen Theilen wie die Wurzel oder der Stamm zusammen gesetzt sind; indem man auch an ihnen Oberhaut, Rinde, holzichte Substanz und Mark unterscheiden kan. Das Mark liegt in der Mitte des Blattes zwischen dem (meist doppelten) hol- zichten Netze von welchen man durch Einbeizen u. a. Handgriffe die übrigen Theile absondern und dadurch die sogenannten Blätter-Scelete verfer- tigen kan. Dieses holzichte Netz ist auf beiden Seiten des Blattes mit einer besondern Haut überzogen, die man insgemein die Cutikel nennt, die aber noch von dem wahren äußerst zarten Oberhäutgen was endlich zu alleräußerst die Blätter überzieht, gar sehr verschieden, von weit zusammengesetzterm Bau, und vielmehr eine wahre Rinde ist. Anm. Diese Blatt- Rinde besteht, wie sich bey einer starken Vergrösserung zeigt, aus einem ungemein saubern Netze von Gefäßen, dessen Maschen mit feinen Drüsen untermengt, bey den verschiednen Gattungen der Gewächse, aber auch bey der Ober- und Unterseite desselben Blattes, so wie auch da wo sie über die darunter liegenden holzichten Ge- fäße weglaufen, von verschiedner Gestalt find, theils geschlängelt, mehr oder weniger eckicht u. s. w. tab. II. fig. 1. ist die untere – und fig. 2. die obere Rinde eines Pirnblattes stark vergrössert abgebildet.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788, S. 525. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/545>, abgerufen am 20.04.2019.