Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788.

Bild:
<< vorherige Seite

Gewächs verbreiteten vegetabilischen Hauptfast
und in die aus selbigen abgeschiednen besondern
Localsäfee eintheilt. Unter allen diesen eigentlich
vegetabilischen Säften herscht sehr viele merkwür-
dige Verschiedenheit. Manche Gewächse z. B.
enthalten einen milchichten, theils ätzenden, Saft;
andre geben Gummi; verschiedne Bäume, zu
mal unter den Nadelhölzern, im höhern Alter
ein Harz; andre Zucker, Manna, Wachs, Cam-
pher, Balsam etc. Einige wenige das sogenannte
Federharz (cahutchuc) u. s. w.

Anm. Hierher gehören auch die specifiken Ausdün-
stungen gewisser Pflanzen, wie z. B. die harzichten
entzündbaren des weissen Diptams etc.

§. 180.

Daß aber diese verschiednen Säfte durch
mancherley Abscheidungen (secretiones) und Ver-
änderungen der eingesogenen Nahrungssäfte in
den Gewächsen selbst bereitet werden müssen,
erhellet schon daraus weil im gleichen Erdreich
und auf demselben Gartenbeete die Raute ihre
bittern, der Sauerampfer seine sauren und der
Lattig seine külenden Säfte erhält; und weil selbst
die Säfte in den verschiednen Theilen ein und
eben derselben Pflanze, ja in einer und eben der-
selben Frucht, dennoch so äußerst verschieden
seyn können.

§. 181.

Außerdem aber tragt allerdings auch die
Verschiedenheit des Bodens und des Climas

Gewächs verbreiteten vegetabilischen Hauptfast
und in die aus selbigen abgeschiednen besondern
Localsäfee eintheilt. Unter allen diesen eigentlich
vegetabilischen Säften herscht sehr viele merkwür-
dige Verschiedenheit. Manche Gewächse z. B.
enthalten einen milchichten, theils ätzenden, Saft;
andre geben Gummi; verschiedne Bäume, zu
mal unter den Nadelhölzern, im höhern Alter
ein Harz; andre Zucker, Manna, Wachs, Cam-
pher, Balsam ꝛc. Einige wenige das sogenannte
Federharz (cahutchuc) u. s. w.

Anm. Hierher gehören auch die specifiken Ausdün-
stungen gewisser Pflanzen, wie z. B. die harzichten
entzündbaren des weissen Diptams ꝛc.

§. 180.

Daß aber diese verschiednen Säfte durch
mancherley Abscheidungen (secretiones) und Ver-
änderungen der eingesogenen Nahrungssäfte in
den Gewächsen selbst bereitet werden müssen,
erhellet schon daraus weil im gleichen Erdreich
und auf demselben Gartenbeete die Raute ihre
bittern, der Sauerampfer seine sauren und der
Lattig seine külenden Säfte erhält; und weil selbst
die Säfte in den verschiednen Theilen ein und
eben derselben Pflanze, ja in einer und eben der-
selben Frucht, dennoch so äußerst verschieden
seyn können.

§. 181.

Außerdem aber tragt allerdings auch die
Verschiedenheit des Bodens und des Climas

<TEI xml:lang="de-DE">
  <text xml:id="blume_hbnatur_000024">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0550" xml:id="pb530_0001" n="530"/>
Gewächs verbreiteten vegetabilischen Hauptfast<lb/>
und                         in die aus selbigen abgeschiednen besondern<lb/>
Localsäfee eintheilt. Unter                         allen diesen eigentlich<lb/>
vegetabilischen Säften herscht sehr viele                         merkwür-<lb/>
dige Verschiedenheit. Manche Gewächse                         z. B.<lb/>
enthalten einen milchichten, theils ätzenden, Saft;<lb/>
andre geben                         Gummi; verschiedne Bäume, zu<lb/>
mal unter den Nadelhölzern, im höhern                         Alter<lb/>
ein Harz; andre Zucker, Manna, Wachs, Cam-<lb/>
pher,                         Balsam &#xA75B;c. Einige wenige das sogenannte<lb/>
Federharz (<hi rendition="#aq">cahutchuc</hi>) u. s. w.</p>
          <p rendition="#indent-1 #small">Anm. Hierher gehören auch die specifiken                         Ausdün-<lb/>
stungen gewisser Pflanzen, wie z. B. die                         harzichten<lb/>
entzündbaren des weissen Diptams &#xA75B;c.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head rendition="#c">§. 180.</head><lb/>
          <p>Daß aber diese verschiednen Säfte durch<lb/>
mancherley Abscheidungen (<hi rendition="#aq">secretiones</hi>) und Ver-<lb/>
änderungen der                         eingesogenen Nahrungssäfte in<lb/>
den Gewächsen selbst bereitet werden                         müssen,<lb/>
erhellet schon daraus weil im gleichen Erdreich<lb/>
und auf                         demselben Gartenbeete die Raute ihre<lb/>
bittern, der Sauerampfer seine                         sauren und der<lb/>
Lattig seine külenden Säfte erhält; und weil                         selbst<lb/>
die Säfte in den verschiednen Theilen ein und<lb/>
eben derselben                         Pflanze, ja in einer und eben der-<lb/>
selben Frucht, dennoch                         so äußerst verschieden<lb/>
seyn können.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head rendition="#c">§. 181.</head><lb/>
          <p>Außerdem aber tragt allerdings auch die<lb/>
Verschiedenheit des Bodens und                         des Climas<lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[530/0550] Gewächs verbreiteten vegetabilischen Hauptfast und in die aus selbigen abgeschiednen besondern Localsäfee eintheilt. Unter allen diesen eigentlich vegetabilischen Säften herscht sehr viele merkwür- dige Verschiedenheit. Manche Gewächse z. B. enthalten einen milchichten, theils ätzenden, Saft; andre geben Gummi; verschiedne Bäume, zu mal unter den Nadelhölzern, im höhern Alter ein Harz; andre Zucker, Manna, Wachs, Cam- pher, Balsam ꝛc. Einige wenige das sogenannte Federharz (cahutchuc) u. s. w. Anm. Hierher gehören auch die specifiken Ausdün- stungen gewisser Pflanzen, wie z. B. die harzichten entzündbaren des weissen Diptams ꝛc. §. 180. Daß aber diese verschiednen Säfte durch mancherley Abscheidungen (secretiones) und Ver- änderungen der eingesogenen Nahrungssäfte in den Gewächsen selbst bereitet werden müssen, erhellet schon daraus weil im gleichen Erdreich und auf demselben Gartenbeete die Raute ihre bittern, der Sauerampfer seine sauren und der Lattig seine külenden Säfte erhält; und weil selbst die Säfte in den verschiednen Theilen ein und eben derselben Pflanze, ja in einer und eben der- selben Frucht, dennoch so äußerst verschieden seyn können. §. 181. Außerdem aber tragt allerdings auch die Verschiedenheit des Bodens und des Climas

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/550
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788, S. 530. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/550>, abgerufen am 12.12.2019.