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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788.

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I. Sogenannte ganze Metalle.
A. Vollkommne.

1. avrvm. Gold. (Fr. or, Engl. gold.)

Von der bekannten Farbe. Seine specifische
Schwere (versteht sich hier und in der Folge in
Verhältnis zu der vom Regenwasser die = I
angenommen wird) 19,640. Schmilzt schwer,
ist sehr unelastisch zähe, biegsam*) und äußerst
dehnbar. Wird im Königswasser aufgelöset.

1. Gediegen.

Meist in Quarz, Spat etc. theils ganz sichtlich
(sogenanntes Freygold) zuweilen dendritisch etc.
Vorzüglich schön in Hungarn, Siebenbürgen etc.
Sibirien, Mexico etc.

Waschgold findet sich in größern oder klei-
nern Körnchen unter dem Sande in manchen
Flüssen. So war vor Alters schon der Pactolus
deshalb berühmt, so ist auch noch jetzt das
mehrste Gold das von der Goldküste erhandelt
wird. Auch einige deutsche Flüsse führen etwas
Gold; wie z. B. der Rhein, die Eder im Wal-
deckischen etc.

Das mehrste Gold aber ist in kleinen dem er-
sten Anschein nach kaum merklichen Theilchen in
allerhand Kiesen u. a. Erzten versteckt, oder

*) Doch läßt sich das Gold in allerhand Versetzung
stählen und zu Instrumenten etc. verarbeiten. s.
natter de la methode antique de graver en pierres
fines
. p.
XXXV. der Vorrede.
I. Sogenannte ganze Metalle.
A. Vollkommne.

1. avrvm. Gold. (Fr. or, Engl. gold.)

Von der bekannten Farbe. Seine specifische
Schwere (versteht sich hier und in der Folge in
Verhältnis zu der vom Regenwasser die = I
angenommen wird) 19,640. Schmilzt schwer,
ist sehr unelastisch zähe, biegsam*) und äußerst
dehnbar. Wird im Königswasser aufgelöset.

1. Gediegen.

Meist in Quarz, Spat ꝛc. theils ganz sichtlich
(sogenanntes Freygold) zuweilen dendritisch ꝛc.
Vorzüglich schön in Hungarn, Siebenbürgen ꝛc.
Sibirien, Mexico ꝛc.

Waschgold findet sich in größern oder klei-
nern Körnchen unter dem Sande in manchen
Flüssen. So war vor Alters schon der Pactolus
deshalb berühmt, so ist auch noch jetzt das
mehrste Gold das von der Goldküste erhandelt
wird. Auch einige deutsche Flüsse führen etwas
Gold; wie z. B. der Rhein, die Eder im Wal-
deckischen ꝛc.

Das mehrste Gold aber ist in kleinen dem er-
sten Anschein nach kaum merklichen Theilchen in
allerhand Kiesen u. a. Erzten versteckt, oder

*) Doch läßt sich das Gold in allerhand Versetzung
stählen und zu Instrumenten ꝛc. verarbeiten. s.
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XXXV. der Vorrede.
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[636/0656] I. Sogenannte ganze Metalle. A. Vollkommne. 1. avrvm. Gold. (Fr. or, Engl. gold.) Von der bekannten Farbe. Seine specifische Schwere (versteht sich hier und in der Folge in Verhältnis zu der vom Regenwasser die = I angenommen wird) 19,640. Schmilzt schwer, ist sehr unelastisch zähe, biegsam *) und äußerst dehnbar. Wird im Königswasser aufgelöset. 1. Gediegen. Meist in Quarz, Spat ꝛc. theils ganz sichtlich (sogenanntes Freygold) zuweilen dendritisch ꝛc. Vorzüglich schön in Hungarn, Siebenbürgen ꝛc. Sibirien, Mexico ꝛc. Waschgold findet sich in größern oder klei- nern Körnchen unter dem Sande in manchen Flüssen. So war vor Alters schon der Pactolus deshalb berühmt, so ist auch noch jetzt das mehrste Gold das von der Goldküste erhandelt wird. Auch einige deutsche Flüsse führen etwas Gold; wie z. B. der Rhein, die Eder im Wal- deckischen ꝛc. Das mehrste Gold aber ist in kleinen dem er- sten Anschein nach kaum merklichen Theilchen in allerhand Kiesen u. a. Erzten versteckt, oder *) Doch läßt sich das Gold in allerhand Versetzung stählen und zu Instrumenten ꝛc. verarbeiten. s. natter de la methode antique de graver en pierres fines. p. XXXV. der Vorrede.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788, S. 636. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/656>, abgerufen am 07.07.2020.