Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788.

Bild:
<< vorherige Seite
B. Versteinerungen des Pflanzen-
reichs.

Ueberhaupt sind zwar die Petrefacten aus dem
Gewächsreich selten so vollständig, und deutlich er-
halten, daß man diejenigen leicht bestimmen könnte
die sich noch auf ihre in der jetzigen Schöpfung
befindlichen Urbilder reduciren lassen: doch lehren
wenigstens einzelne Beyspiele, daß im Ganzen eben-
falls der nemliche Unterschied statt findet den ich
bey der Eintheilung der thierischen Versteinerung-
gen beobachtet habe.

So z. B. nur unter den schwarzen Pflanzen-
schiefern*):

a) Bekannte.
1) Europäische.

Mancherley Farrenkräuter, Kannenkraut (equi-
setum
).

2) Aus fremden Welttheilen.

Antillische Farrenkräuter im Glarnischberg**).

b) Incognita.

Nur zu einem Beyspiel statt aller, die räth-
selhaften theils astichten oft ungeheuer großen schup-
pichten Abdrücke die hin und wieder in den Schie-
ferbrüchen und Steinkohlengruben von Deutschland

*) Vergl. j. jac. schevchzer herbarium diluuianum.
L. B.
1723. fol.
**) So sagt Hr. von Haller in den Briefen über
einige Einwürfe wider die Offenbahrung. II. Th.
S. 181.
B. Versteinerungen des Pflanzen-
reichs.

Ueberhaupt sind zwar die Petrefacten aus dem
Gewächsreich selten so vollständig, und deutlich er-
halten, daß man diejenigen leicht bestimmen könnte
die sich noch auf ihre in der jetzigen Schöpfung
befindlichen Urbilder reduciren lassen: doch lehren
wenigstens einzelne Beyspiele, daß im Ganzen eben-
falls der nemliche Unterschied statt findet den ich
bey der Eintheilung der thierischen Versteinerung-
gen beobachtet habe.

So z. B. nur unter den schwarzen Pflanzen-
schiefern*):

a) Bekannte.
1) Europäische.

Mancherley Farrenkräuter, Kannenkraut (equi-
setum
).

2) Aus fremden Welttheilen.

Antillische Farrenkräuter im Glarnischberg**).

b) Incognita.

Nur zu einem Beyspiel statt aller, die räth-
selhaften theils astichten oft ungeheuer großen schup-
pichten Abdrücke die hin und wieder in den Schie-
ferbrüchen und Steinkohlengruben von Deutschland

*) Vergl. j. jac. schevchzer herbarium diluuianum.
L. B.
1723. fol.
**) So sagt Hr. von Haller in den Briefen über
einige Einwürfe wider die Offenbahrung. II. Th.
S. 181.
<TEI>
  <text xml:id="blume_hbnatur_000024">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <pb facs="#f0697" xml:id="pb677_0001" n="677"/>
          <head rendition="#c"><hi rendition="#aq">B</hi>. Versteinerungen des                         Pflanzen-<lb/>
reichs.</head><lb/>
          <p rendition="#l1em">Ueberhaupt sind zwar die Petrefacten aus                         dem<lb/>
Gewächsreich selten so vollständig, und deutlich er-<lb type="inWord"/>
halten, daß man diejenigen leicht bestimmen könnte<lb/>
die                         sich noch auf ihre in der jetzigen Schöpfung<lb/>
befindlichen Urbilder                         reduciren lassen: doch lehren<lb/>
wenigstens einzelne Beyspiele, daß im                         Ganzen eben-<lb/>
falls der nemliche Unterschied statt findet                         den ich<lb/>
bey der Eintheilung der thierischen Versteinerung-<lb type="inWord"/>
gen beobachtet habe.</p>
          <p rendition="#l1em">So z. B. nur unter den schwarzen Pflanzen-<lb/>
schiefern<note anchored="true" place="foot" n="*)"><p>Vergl. <hi rendition="#aq"><hi rendition="#k">j. jac. schevchzer</hi> herbarium diluuianum.<lb/>
L.                         B.</hi> 1723. <hi rendition="#aq">fol</hi>.</p></note>:</p>
          <div n="3">
            <head rendition="#c"><hi rendition="#aq">a</hi>) Bekannte.</head><lb/>
            <div n="4">
              <head rendition="#c">1) <hi rendition="#g">Europäische</hi>.</head><lb/>
              <p rendition="#l1em">Mancherley Farrenkräuter, Kannenkraut (<hi rendition="#aq">equi-<lb/>
setum</hi>).</p>
            </div>
            <div n="4">
              <head rendition="#c">2) <hi rendition="#g">Aus fremden                                 Welttheilen</hi>.</head><lb/>
              <p rendition="#l1em">Antillische Farrenkräuter im Glarnischberg<note anchored="true" place="foot" n="**)"><p>So sagt Hr. von                                 Haller in den Briefen über<lb/>
einige Einwürfe wider die                                 Offenbahrung. II. Th.<lb/>
S. 181.</p></note>.</p>
            </div>
          </div>
          <div n="3">
            <head rendition="#c"><hi rendition="#aq">b) Incognita</hi>.</head><lb/>
            <p rendition="#l1em">Nur zu einem Beyspiel statt aller, die räth-<lb type="inWord"/>
selhaften theils astichten oft ungeheuer großen schup-<lb type="inWord"/>
pichten Abdrücke die hin und wieder in den Schie-<lb type="inWord"/>
ferbrüchen und Steinkohlengruben von Deutschland<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[677/0697] B. Versteinerungen des Pflanzen- reichs. Ueberhaupt sind zwar die Petrefacten aus dem Gewächsreich selten so vollständig, und deutlich er- halten, daß man diejenigen leicht bestimmen könnte die sich noch auf ihre in der jetzigen Schöpfung befindlichen Urbilder reduciren lassen: doch lehren wenigstens einzelne Beyspiele, daß im Ganzen eben- falls der nemliche Unterschied statt findet den ich bey der Eintheilung der thierischen Versteinerung- gen beobachtet habe. So z. B. nur unter den schwarzen Pflanzen- schiefern *): a) Bekannte. 1) Europäische. Mancherley Farrenkräuter, Kannenkraut (equi- setum). 2) Aus fremden Welttheilen. Antillische Farrenkräuter im Glarnischberg **). b) Incognita. Nur zu einem Beyspiel statt aller, die räth- selhaften theils astichten oft ungeheuer großen schup- pichten Abdrücke die hin und wieder in den Schie- ferbrüchen und Steinkohlengruben von Deutschland *) Vergl. j. jac. schevchzer herbarium diluuianum. L. B. 1723. fol. **) So sagt Hr. von Haller in den Briefen über einige Einwürfe wider die Offenbahrung. II. Th. S. 181.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/697
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 3. Aufl. Göttingen, 1788, S. 677. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1788/697>, abgerufen am 07.07.2020.