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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 4. Aufl. Göttingen, 1791.

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hältniß (z. B. tab. II. fig. 4. und 5.); bey diesen
hingegen sind sie in ungleicher Proportion (tab.
II. fig. 6. und 7).

Außerdem aber finden sich noch viele andre
Hauptverschiedenheiten in der Gestalt der Blü-
then, die großentheils auch in Beziehung mit
dem ganzen übrigen Ansehen der Pflanzen stehen,
und daher zur Kenntniß derselben, besonders auch
zur Gründung eines natürlichen Pflanzen-Sy-
stems von Wichtigkeit sind.

Als Beyspiele einiger der ausfallendsten und
am häufigsten vorkommenden Verschiedenheiten
dieser Art können folgende dienen:

§. 192.

Bey den Lilienartigen Gewächsen (§. 185.)
z. B. ist die Blüthe (tab. II. fig. 3.) regelmäßig,
ohne Blumen-Kelch, und besteht aus sechs Blät-
tern. Der Fruchtknoten ist dreyeckig, und der
Staubfäden sind bey den mehresten sechse, bey
einigen aber nur dreye.

§. 193.

Die Kreuzförmigen Blüthen (Cruciatae,
tab. II. fig. 5), wohin die Kohlarten, Rüben etc.
auch die Levcoien der gelbe Lack u. s. w. gehören,
sind ebenfalls regelmäßig, und haben vier Blu-
menblätter die in einem viertheiligen Kelche
sitzen. Von den darin befindlichen sechs Staub-
fäden sind zweye immer merklich kürzer als die

hältniß (z. B. tab. II. fig. 4. und 5.); bey diesen
hingegen sind sie in ungleicher Proportion (tab.
II. fig. 6. und 7).

Außerdem aber finden sich noch viele andre
Hauptverschiedenheiten in der Gestalt der Blü-
then, die großentheils auch in Beziehung mit
dem ganzen übrigen Ansehen der Pflanzen stehen,
und daher zur Kenntniß derselben, besonders auch
zur Gründung eines natürlichen Pflanzen-Sy-
stems von Wichtigkeit sind.

Als Beyspiele einiger der ausfallendsten und
am häufigsten vorkommenden Verschiedenheiten
dieser Art können folgende dienen:

§. 192.

Bey den Lilienartigen Gewächsen (§. 185.)
z. B. ist die Blüthe (tab. II. fig. 3.) regelmäßig,
ohne Blumen-Kelch, und besteht aus sechs Blät-
tern. Der Fruchtknoten ist dreyeckig, und der
Staubfäden sind bey den mehresten sechse, bey
einigen aber nur dreye.

§. 193.

Die Kreuzförmigen Blüthen (Cruciatae,
tab. II. fig. 5), wohin die Kohlarten, Rüben ꝛc.
auch die Levcoien der gelbe Lack u. s. w. gehören,
sind ebenfalls regelmäßig, und haben vier Blu-
menblätter die in einem viertheiligen Kelche
sitzen. Von den darin befindlichen sechs Staub-
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[499/0515] hältniß (z. B. tab. II. fig. 4. und 5.); bey diesen hingegen sind sie in ungleicher Proportion (tab. II. fig. 6. und 7). Außerdem aber finden sich noch viele andre Hauptverschiedenheiten in der Gestalt der Blü- then, die großentheils auch in Beziehung mit dem ganzen übrigen Ansehen der Pflanzen stehen, und daher zur Kenntniß derselben, besonders auch zur Gründung eines natürlichen Pflanzen-Sy- stems von Wichtigkeit sind. Als Beyspiele einiger der ausfallendsten und am häufigsten vorkommenden Verschiedenheiten dieser Art können folgende dienen: §. 192. Bey den Lilienartigen Gewächsen (§. 185.) z. B. ist die Blüthe (tab. II. fig. 3.) regelmäßig, ohne Blumen-Kelch, und besteht aus sechs Blät- tern. Der Fruchtknoten ist dreyeckig, und der Staubfäden sind bey den mehresten sechse, bey einigen aber nur dreye. §. 193. Die Kreuzförmigen Blüthen (Cruciatae, tab. II. fig. 5), wohin die Kohlarten, Rüben ꝛc. auch die Levcoien der gelbe Lack u. s. w. gehören, sind ebenfalls regelmäßig, und haben vier Blu- menblätter die in einem viertheiligen Kelche sitzen. Von den darin befindlichen sechs Staub- fäden sind zweye immer merklich kürzer als die

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 4. Aufl. Göttingen, 1791, S. 499. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1791/515>, abgerufen am 16.02.2019.