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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 4. Aufl. Göttingen, 1791.

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Granit, einer gemengten, im ganzen massiven
(nicht geschichteten) Steinart, die nie eine Spur
von Versteinerungen oder andern dergleichen Zei-
chen eines neuerlichen Ursprungs zeigt. Viel-
mehr scheint dieser ursprüngliche Granit mit
unserm Planeten selbst von gleichem Alter zu
seyn, und gleichsam die selbstständige innere
Rinde desselben, so wie die höchsten und größ-
ten Gebirgsketten auf ihrer Fläche, auszumachen.

Anm. - Rinde: - denn die größte Tiefe wohin
man meines Wissens bisher noch in unsere Erde
eingedrungen, beträgt noch nicht 1/6000 ihres
Halbdurchmessers!

§. 227.

II. Die Gang-Gebirge (stratificirte ein-
fache Gebirge, oder wie sie auch, weil im
Ganzen bey den mehrsten derselben der Thon
vorwaltet, zuweilen genannt werden, einfache
Thon-Gebirge, montes secundarii) liegen
zunächst um die Granitgebürge herum, so daß
auch beider ihre Steinarten auf der Grenze zu-
weilen in einander übergehen: der Granit der
Ur-Gebirge nähmlich in den Gneiß der Gang-
Gebirge. Sie bestehen aber außer diesem auch
theils aus secundärem oder regenerirten*)

*) Regenerirter Granit, der nähmlich aus verwitter-
tem ursprünglichen wiederum zusammen cemen-
tirt worden; der mithin zwar im Ganzen die glei-
chen Bestandtheile zeigt wie dieser, aber doch von
weit neuerer Entstehung ist und sich folglich auch

Granit, einer gemengten, im ganzen massiven
(nicht geschichteten) Steinart, die nie eine Spur
von Versteinerungen oder andern dergleichen Zei-
chen eines neuerlichen Ursprungs zeigt. Viel-
mehr scheint dieser ursprüngliche Granit mit
unserm Planeten selbst von gleichem Alter zu
seyn, und gleichsam die selbstständige innere
Rinde desselben, so wie die höchsten und größ-
ten Gebirgsketten auf ihrer Fläche, auszumachen.

Anm. – Rinde: – denn die größte Tiefe wohin
man meines Wissens bisher noch in unsere Erde
eingedrungen, beträgt noch nicht 1/6000 ihres
Halbdurchmessers!

§. 227.

II. Die Gang-Gebirge (stratificirte ein-
fache Gebirge, oder wie sie auch, weil im
Ganzen bey den mehrsten derselben der Thon
vorwaltet, zuweilen genannt werden, einfache
Thon-Gebirge, montes secundarii) liegen
zunächst um die Granitgebürge herum, so daß
auch beider ihre Steinarten auf der Grenze zu-
weilen in einander übergehen: der Granit der
Ur-Gebirge nähmlich in den Gneiß der Gang-
Gebirge. Sie bestehen aber außer diesem auch
theils aus secundärem oder regenerirten*)

*) Regenerirter Granit, der nähmlich aus verwitter-
tem ursprünglichen wiederum zusammen cemen-
tirt worden; der mithin zwar im Ganzen die glei-
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weit neuerer Entstehung ist und sich folglich auch
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[518/0534] Granit, einer gemengten, im ganzen massiven (nicht geschichteten) Steinart, die nie eine Spur von Versteinerungen oder andern dergleichen Zei- chen eines neuerlichen Ursprungs zeigt. Viel- mehr scheint dieser ursprüngliche Granit mit unserm Planeten selbst von gleichem Alter zu seyn, und gleichsam die selbstständige innere Rinde desselben, so wie die höchsten und größ- ten Gebirgsketten auf ihrer Fläche, auszumachen. Anm. – Rinde: – denn die größte Tiefe wohin man meines Wissens bisher noch in unsere Erde eingedrungen, beträgt noch nicht 1/6000 ihres Halbdurchmessers! §. 227. II. Die Gang-Gebirge (stratificirte ein- fache Gebirge, oder wie sie auch, weil im Ganzen bey den mehrsten derselben der Thon vorwaltet, zuweilen genannt werden, einfache Thon-Gebirge, montes secundarii) liegen zunächst um die Granitgebürge herum, so daß auch beider ihre Steinarten auf der Grenze zu- weilen in einander übergehen: der Granit der Ur-Gebirge nähmlich in den Gneiß der Gang- Gebirge. Sie bestehen aber außer diesem auch theils aus secundärem oder regenerirten *) *) Regenerirter Granit, der nähmlich aus verwitter- tem ursprünglichen wiederum zusammen cemen- tirt worden; der mithin zwar im Ganzen die glei- chen Bestandtheile zeigt wie dieser, aber doch von weit neuerer Entstehung ist und sich folglich auch

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 4. Aufl. Göttingen, 1791, S. 518. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1791/534>, abgerufen am 22.02.2019.