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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 5. Aufl. Göttingen, 1797.

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(bis auf wenige Ausnahmen) diesem Abfallen
des Laubes nicht so ausgesetzt sind: und weil auch
selbst in den kältern diejenigen Pflanzen, die ein
sehr festes harzreiches Blatt haben, wie z. B.
die mehresten Tangel- oder Nadelhölzer, der
Epheu, die Mehlbeeren, das Heidekraut, der
Buxbaum u. s. w. dasselbe den Winter über grün
behalten.

Anm. So wie es aber hinwiederum Thiere gibt, die
gerade im Winter am lebhaftesten sind, sich da
paaren etc. so gibt es auch manche Pflanzen die
dann am stärksten vegetiren, wie die schwarze Nies-
wurzel, die Zeitlosen, Schneeglöckchen etc.

§. 179.

Bey vielen Gewächsen ist es auffallend, wie
sich ihre Blätter alle Abend zusammen legen oder
doch niedersenken, und sich gleichsam zur Ruhe
begeben, und in Schlaf fallen. Es rührt dieß
nicht etwa bloß von der kühlen Abendluft her,
denn es erfolgt im Treibhaus eben so gut wie im
Freyen: auch nicht bloß von der Dunkelheit,
denn manche Pflanzen schlafen schon im Sommer
Nachmittags um 6 Uhr ein: sondern scheint ein
Bedürfniß einer periodischen Erhohlung zu seyn,
so gut wie der Schlaf der Thiere. So schließen
sich auch gewisse Blumen zu bestimmten Stunden
z. B. der gelbe Bocksbart (tragopogon luteus)
früh nach 9 u. s. w.

§. 180.

Außerdem zeigen auch noch viele Pflanzen
verschiedne andre Arten von eigenthümlicher Be-

(bis auf wenige Ausnahmen) diesem Abfallen
des Laubes nicht so ausgesetzt sind: und weil auch
selbst in den kältern diejenigen Pflanzen, die ein
sehr festes harzreiches Blatt haben, wie z. B.
die mehresten Tangel- oder Nadelhölzer, der
Epheu, die Mehlbeeren, das Heidekraut, der
Buxbaum u. s. w. dasselbe den Winter über grün
behalten.

Anm. So wie es aber hinwiederum Thiere gibt, die
gerade im Winter am lebhaftesten sind, sich da
paaren ꝛc. so gibt es auch manche Pflanzen die
dann am stärksten vegetiren, wie die schwarze Nies-
wurzel, die Zeitlosen, Schneeglöckchen ꝛc.

§. 179.

Bey vielen Gewächsen ist es auffallend, wie
sich ihre Blätter alle Abend zusammen legen oder
doch niedersenken, und sich gleichsam zur Ruhe
begeben, und in Schlaf fallen. Es rührt dieß
nicht etwa bloß von der kühlen Abendluft her,
denn es erfolgt im Treibhaus eben so gut wie im
Freyen: auch nicht bloß von der Dunkelheit,
denn manche Pflanzen schlafen schon im Sommer
Nachmittags um 6 Uhr ein: sondern scheint ein
Bedürfniß einer periodischen Erhohlung zu seyn,
so gut wie der Schlaf der Thiere. So schließen
sich auch gewisse Blumen zu bestimmten Stunden
z. B. der gelbe Bocksbart (tragopogon luteus)
früh nach 9 u. s. w.

§. 180.

Außerdem zeigen auch noch viele Pflanzen
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[484/0506] (bis auf wenige Ausnahmen) diesem Abfallen des Laubes nicht so ausgesetzt sind: und weil auch selbst in den kältern diejenigen Pflanzen, die ein sehr festes harzreiches Blatt haben, wie z. B. die mehresten Tangel- oder Nadelhölzer, der Epheu, die Mehlbeeren, das Heidekraut, der Buxbaum u. s. w. dasselbe den Winter über grün behalten. Anm. So wie es aber hinwiederum Thiere gibt, die gerade im Winter am lebhaftesten sind, sich da paaren ꝛc. so gibt es auch manche Pflanzen die dann am stärksten vegetiren, wie die schwarze Nies- wurzel, die Zeitlosen, Schneeglöckchen ꝛc. §. 179. Bey vielen Gewächsen ist es auffallend, wie sich ihre Blätter alle Abend zusammen legen oder doch niedersenken, und sich gleichsam zur Ruhe begeben, und in Schlaf fallen. Es rührt dieß nicht etwa bloß von der kühlen Abendluft her, denn es erfolgt im Treibhaus eben so gut wie im Freyen: auch nicht bloß von der Dunkelheit, denn manche Pflanzen schlafen schon im Sommer Nachmittags um 6 Uhr ein: sondern scheint ein Bedürfniß einer periodischen Erhohlung zu seyn, so gut wie der Schlaf der Thiere. So schließen sich auch gewisse Blumen zu bestimmten Stunden z. B. der gelbe Bocksbart (tragopogon luteus) früh nach 9 u. s. w. §. 180. Außerdem zeigen auch noch viele Pflanzen verschiedne andre Arten von eigenthümlicher Be-

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 5. Aufl. Göttingen, 1797, S. 484. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1797/506>, abgerufen am 22.02.2019.