Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 5. Aufl. Göttingen, 1797.

Bild:
<< vorherige Seite
Eilfter Abschnitt.
Von den Mineralien überhaupt.


§. 225.

Mineralien oder Foßilien sind die unorgani-
schen Naturkörper (§. 2.4.), die nähmlich nach
den bloß-physischen und chemischen Gesetzen, und
zwar ausschließlich auf und in der Erde gebildet
werden.

Anm. Ausschließlich auf und in der Erde: -- mithin
gehört das Wasser schon deshalb nicht in die Mi-
neralogie, weil es auch als Regen etc. herabfällt.

§. 226.

Außer einigen wenigen tropfbarflüßigen Mi-
neralien, wie Quecksilber und Erdöl, sind die
übrigen fest; aber doch sämtlich erst im flüßigen
Zustande gewesen.

§. 227.

Denn es ist erweislich, daß wenigstens die
jetzige feste Felsenrinde unseres Planeten, so tief
wir sie kennen (und das ist freylich noch nicht
1/6000 des Halbdurchmessers der Erde), anfangs
selbst flüssig gewesen seyn muß*)

*) Die Unentbehrlichkeit einiger solcher Grundkennt-
nisse von Geogenie zum philosophischen Studium
der Mineralogie, bedarf keines Erweises. Nur
Eilfter Abschnitt.
Von den Mineralien überhaupt.


§. 225.

Mineralien oder Foßilien sind die unorgani-
schen Naturkörper (§. 2.4.), die nähmlich nach
den bloß-physischen und chemischen Gesetzen, und
zwar ausschließlich auf und in der Erde gebildet
werden.

Anm. Ausschließlich auf und in der Erde: — mithin
gehört das Wasser schon deshalb nicht in die Mi-
neralogie, weil es auch als Regen ꝛc. herabfällt.

§. 226.

Außer einigen wenigen tropfbarflüßigen Mi-
neralien, wie Quecksilber und Erdöl, sind die
übrigen fest; aber doch sämtlich erst im flüßigen
Zustande gewesen.

§. 227.

Denn es ist erweislich, daß wenigstens die
jetzige feste Felsenrinde unseres Planeten, so tief
wir sie kennen (und das ist freylich noch nicht
1/6000 des Halbdurchmessers der Erde), anfangs
selbst flüssig gewesen seyn muß*)

*) Die Unentbehrlichkeit einiger solcher Grundkennt-
nisse von Geogenie zum philosophischen Studium
der Mineralogie, bedarf keines Erweises. Nur
<TEI xml:lang="de-DE">
  <text xml:id="blume_hbnatur_000026">
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0533" xml:id="pb511_0001" n="511"/>
        <head rendition="#c"><hi rendition="#g">Eilfter Abschnitt</hi>.<lb/>
Von den Mineralien überhaupt.</head><lb/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head rendition="#c">§. 225.</head><lb/>
          <p rendition="#no_indent">Mineralien oder Foßilien sind die unorgani-<lb/>
schen Naturkörper (§. 2.4.), die nähmlich nach<lb/>
den bloß-physischen und chemischen Gesetzen, und<lb/>
zwar ausschließlich auf und in der Erde gebildet<lb/>
werden.</p>
          <p rendition="#indent-1 #small">Anm. Ausschließlich auf und in der Erde: &#x2014; mithin<lb/>
gehört das Wasser schon deshalb nicht in die Mi-<lb/>
neralogie, weil es auch als Regen &#xA75B;c. herabfällt.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head rendition="#c">§. 226.</head><lb/>
          <p>Außer einigen wenigen tropfbarflüßigen Mi-<lb/>
neralien, wie Quecksilber und Erdöl, sind die<lb/>
übrigen fest; aber doch sämtlich erst im flüßigen<lb/>
Zustande gewesen.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head rendition="#c">§. 227.</head><lb/>
          <p>Denn es ist erweislich, daß wenigstens die<lb/>
jetzige feste Felsenrinde unseres Planeten, so tief<lb/>
wir sie kennen (und das ist freylich noch nicht<lb/>
1/6000 des Halbdurchmessers der Erde), anfangs<lb/>
selbst flüssig gewesen seyn muß<note anchored="true" place="foot" n="*)"><p>Die Unentbehrlichkeit einiger solcher Grundkennt-<lb/>
nisse von Geogenie zum philosophischen Studium<lb/>
der Mineralogie, bedarf keines Erweises. Nur
</p></note></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[511/0533] Eilfter Abschnitt. Von den Mineralien überhaupt. §. 225. Mineralien oder Foßilien sind die unorgani- schen Naturkörper (§. 2.4.), die nähmlich nach den bloß-physischen und chemischen Gesetzen, und zwar ausschließlich auf und in der Erde gebildet werden. Anm. Ausschließlich auf und in der Erde: — mithin gehört das Wasser schon deshalb nicht in die Mi- neralogie, weil es auch als Regen ꝛc. herabfällt. §. 226. Außer einigen wenigen tropfbarflüßigen Mi- neralien, wie Quecksilber und Erdöl, sind die übrigen fest; aber doch sämtlich erst im flüßigen Zustande gewesen. §. 227. Denn es ist erweislich, daß wenigstens die jetzige feste Felsenrinde unseres Planeten, so tief wir sie kennen (und das ist freylich noch nicht 1/6000 des Halbdurchmessers der Erde), anfangs selbst flüssig gewesen seyn muß *) *) Die Unentbehrlichkeit einiger solcher Grundkennt- nisse von Geogenie zum philosophischen Studium der Mineralogie, bedarf keines Erweises. Nur

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1797
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1797/533
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 5. Aufl. Göttingen, 1797, S. 511. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1797/533>, abgerufen am 18.02.2019.