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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 5. Aufl. Göttingen, 1797.

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Daher sie den wichtigsten Hauptgegenstand des
practischen Bergbaues ausmachen.

Von ihnen haben auch diese Gebirge der
zweyten Classe selbst den Nahmen, Gang-Ge-
birge, weil sich in ihnen, zwar nicht ausschließ-
lich, aber doch die mehresten und ergiebigsten
Erzgänge finden.

§. 232.

Eine dritte Classen von Gebirgen von noch
späterer Entstehung, daher sie auf den vorigen
aufsitzt, unterscheidet sich wiederum auffallend
von denselben. Sie sind nähmlich zwar auch
stratificirt, aber meist in weit flacheren und
mehrentheils wellenförmigen Lagen, von mehr
abwechselnder Mannigfaltigkeit der Stoffe. Auch
machen sie insgemein*) nur die niedern Berg-
rücken, gleichsam die Vorgebirge aus. Be-
sonders aber unterscheiden sie sich dadurch von
den Gebirgen der vorigen beiden Classen, daß
sie großentheils von versteinten Resten organi-
sirter Körper gleichsam wimmeln, von welchen
hingegen jene Arten von Gebirgen höchstens nur

*) Insgemein: - denn hin und wieder finden sich
auch Gebirge dieser dritten Classe (wie z. B. selbst
in Europa zwischen manchen Savonischen- und
Schweizer-Alpen) weit über 1000 Clafter doch
über der Meeresfläche; und andrerseits weit nie-
drigere Urgebirge, wie z. B. unser Brocken auf
dem Harze, dessen oberste Fläche nur 573 Clafter
über des Meeres seiner erhaben ist.

Daher sie den wichtigsten Hauptgegenstand des
practischen Bergbaues ausmachen.

Von ihnen haben auch diese Gebirge der
zweyten Classe selbst den Nahmen, Gang-Ge-
birge, weil sich in ihnen, zwar nicht ausschließ-
lich, aber doch die mehresten und ergiebigsten
Erzgänge finden.

§. 232.

Eine dritte Classen von Gebirgen von noch
späterer Entstehung, daher sie auf den vorigen
aufsitzt, unterscheidet sich wiederum auffallend
von denselben. Sie sind nähmlich zwar auch
stratificirt, aber meist in weit flacheren und
mehrentheils wellenförmigen Lagen, von mehr
abwechselnder Mannigfaltigkeit der Stoffe. Auch
machen sie insgemein*) nur die niedern Berg-
rücken, gleichsam die Vorgebirge aus. Be-
sonders aber unterscheiden sie sich dadurch von
den Gebirgen der vorigen beiden Classen, daß
sie großentheils von versteinten Resten organi-
sirter Körper gleichsam wimmeln, von welchen
hingegen jene Arten von Gebirgen höchstens nur

*) Insgemein: – denn hin und wieder finden sich
auch Gebirge dieser dritten Classe (wie z. B. selbst
in Europa zwischen manchen Savonischen- und
Schweizer-Alpen) weit über 1000 Clafter doch
über der Meeresfläche; und andrerseits weit nie-
drigere Urgebirge, wie z. B. unser Brocken auf
dem Harze, dessen oberste Fläche nur 573 Clafter
über des Meeres seiner erhaben ist.
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[514/0536] Daher sie den wichtigsten Hauptgegenstand des practischen Bergbaues ausmachen. Von ihnen haben auch diese Gebirge der zweyten Classe selbst den Nahmen, Gang-Ge- birge, weil sich in ihnen, zwar nicht ausschließ- lich, aber doch die mehresten und ergiebigsten Erzgänge finden. §. 232. Eine dritte Classen von Gebirgen von noch späterer Entstehung, daher sie auf den vorigen aufsitzt, unterscheidet sich wiederum auffallend von denselben. Sie sind nähmlich zwar auch stratificirt, aber meist in weit flacheren und mehrentheils wellenförmigen Lagen, von mehr abwechselnder Mannigfaltigkeit der Stoffe. Auch machen sie insgemein *) nur die niedern Berg- rücken, gleichsam die Vorgebirge aus. Be- sonders aber unterscheiden sie sich dadurch von den Gebirgen der vorigen beiden Classen, daß sie großentheils von versteinten Resten organi- sirter Körper gleichsam wimmeln, von welchen hingegen jene Arten von Gebirgen höchstens nur *) Insgemein: – denn hin und wieder finden sich auch Gebirge dieser dritten Classe (wie z. B. selbst in Europa zwischen manchen Savonischen- und Schweizer-Alpen) weit über 1000 Clafter doch über der Meeresfläche; und andrerseits weit nie- drigere Urgebirge, wie z. B. unser Brocken auf dem Harze, dessen oberste Fläche nur 573 Clafter über des Meeres seiner erhaben ist.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 5. Aufl. Göttingen, 1797, S. 514. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1797/536>, abgerufen am 19.02.2019.