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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799.

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noch in Menge beysammen finden, ihre berühm-
ten Wohnungen, besonders aber, da wo sie es
nöthig finden, die dazu gehörigen bewundernswür-
digen Dämme aufführen. Denn, zugegeben, daß
freylich in den Erzählungen mancher Reisebeschrei-
ber vom Bau der Biber vieles verschönert und
übertrieben worden, so wissen sich doch diese Thiere,
nach dem einstimmigen Zeugniß der unverdäch-
tigsten Beobachter aus ganz verschieden Welt-
theilen, dabey so nach zufälligen Umständen zu
bequemen, daß sie sich dadurch weit über die
einförmigen Kunsttriebe anderer Thiere erheben.

19. Hystrix . Stachelschwein. (Fr. porc-
epic
. Engl. porcupine.) Corpus spinis
tectum. Dentes primores vtrinque
2.

1. Dorsata. (Urson.) H. spinis breuibus sub
pilis occultis
.

v. Schreber tab. 169.

In Canada, auf Labrador, um die Hudsons-
bay etc. Thut zumahl im Winter den jungen
Baumstämmen großen Schaden.

2. Cristata. H. spinis longissimis, capite cri-
stato, cauda abbreuiata
.

v. Schreber tab. 167.

Ursprünglich im wärmern Asien und fast ganz
Africa; nährt sich zumahl von Baumrinden; nistet
in die Erde. Im Zorn rasselt es mit seinen Sta-
cheln, die ihm zuweilen, besonders im Herbst,
ausfallen; kann sie aber nicht gegen seine Verfol-
ger von sich schießen!*)

*) Der weiland als Panazee berufne thierische Gal-
lenstein (piedra del porci) soll sich in einer noch
nicht genau bekannten ostindischen Gattung von
Stachelschweinen finden.

noch in Menge beysammen finden, ihre berühm-
ten Wohnungen, besonders aber, da wo sie es
nöthig finden, die dazu gehörigen bewundernswür-
digen Dämme aufführen. Denn, zugegeben, daß
freylich in den Erzählungen mancher Reisebeschrei-
ber vom Bau der Biber vieles verschönert und
übertrieben worden, so wissen sich doch diese Thiere,
nach dem einstimmigen Zeugniß der unverdäch-
tigsten Beobachter aus ganz verschieden Welt-
theilen, dabey so nach zufälligen Umständen zu
bequemen, daß sie sich dadurch weit über die
einförmigen Kunsttriebe anderer Thiere erheben.

19. Hystrix . Stachelschwein. (Fr. porc-
epic
. Engl. porcupine.) Corpus spinis
tectum. Dentes primores vtrinque
2.

1. Dorsata. (Urson.) H. spinis breuibus sub
pilis occultis
.

v. Schreber tab. 169.

In Canada, auf Labrador, um die Hudsons-
bay ꝛc. Thut zumahl im Winter den jungen
Baumstämmen großen Schaden.

2. Cristata. H. spinis longissimis, capite cri-
stato, cauda abbreuiata
.

v. Schreber tab. 167.

Ursprünglich im wärmern Asien und fast ganz
Africa; nährt sich zumahl von Baumrinden; nistet
in die Erde. Im Zorn rasselt es mit seinen Sta-
cheln, die ihm zuweilen, besonders im Herbst,
ausfallen; kann sie aber nicht gegen seine Verfol-
ger von sich schießen!*)

*) Der weiland als Panazee berufne thierische Gal-
lenstein (piedra del porci) soll sich in einer noch
nicht genau bekannten ostindischen Gattung von
Stachelschweinen finden.
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[84/0108] noch in Menge beysammen finden, ihre berühm- ten Wohnungen, besonders aber, da wo sie es nöthig finden, die dazu gehörigen bewundernswür- digen Dämme aufführen. Denn, zugegeben, daß freylich in den Erzählungen mancher Reisebeschrei- ber vom Bau der Biber vieles verschönert und übertrieben worden, so wissen sich doch diese Thiere, nach dem einstimmigen Zeugniß der unverdäch- tigsten Beobachter aus ganz verschieden Welt- theilen, dabey so nach zufälligen Umständen zu bequemen, daß sie sich dadurch weit über die einförmigen Kunsttriebe anderer Thiere erheben. 19. Hystrix . Stachelschwein. (Fr. porc- epic. Engl. porcupine.) Corpus spinis tectum. Dentes primores vtrinque 2. 1. Dorsata. (Urson.) H. spinis breuibus sub pilis occultis. v. Schreber tab. 169. In Canada, auf Labrador, um die Hudsons- bay ꝛc. Thut zumahl im Winter den jungen Baumstämmen großen Schaden. 2. Cristata. H. spinis longissimis, capite cri- stato, cauda abbreuiata. v. Schreber tab. 167. Ursprünglich im wärmern Asien und fast ganz Africa; nährt sich zumahl von Baumrinden; nistet in die Erde. Im Zorn rasselt es mit seinen Sta- cheln, die ihm zuweilen, besonders im Herbst, ausfallen; kann sie aber nicht gegen seine Verfol- ger von sich schießen! *) *) Der weiland als Panazee berufne thierische Gal- lenstein (piedra del porci) soll sich in einer noch nicht genau bekannten ostindischen Gattung von Stachelschweinen finden.

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Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

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Dieses Werk stammt vom Projekt „Johann Friedrich Blumenbach – online“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Herstellung der Imagedateien des Quelldokuments durch die Utrecht University Library und die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach dem von der Akademie gelieferten Dokument "Buchstabenmuster_Blumenbach.doc" modernisiert.

In Absprache mit der Akademie wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizeriung von titleParts verzeichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet. Eine Ausnahme bilden Zitate, bei denen das Anführungszeichen zu Beginn jeder Zeile wiederholt wird. Hier wurden die Wiederholungen des öffenenden Zeichens nicht übernommen, sondern jeweils nur das öffnende und das schließende Zeichen. Das umschließende Element q wurde für diese Zitate über das Attribut type mit dem Wert preline gekennzeichnet.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799, S. 84. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799/108>, abgerufen am 22.02.2019.