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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 8. Aufl. Göttingen, 1807.

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fact fand sich ehedem vorzüglich im bituminösen
Mergelschiefer bey Boll im Wirtembergischen
(S. 621).

Die bekannten Astroiten sind fünfeckige Wirbel
vom gegliederten und dabey ästigen Stängel
eines ähnlichen, aber noch nicht ganz bekann-
ten Petrefacts.

III) Corallia.

Zumahl 1) Madreporiten in theils Gegen-
den als in wahren Corallenriefen der Vorwelt,
in unermeßlicher Menge und großer Mannigfal-
tigkeit. So z. B. im dichten Kalkstein und
Marmor (S. 618) auf dem Saleveberge bey
Genf, auf dem Harz bey Blankenburg bey
Grund etc. Von letztern Orte verdient nahment-
lich der ansehnliche schön geformte Madreporites
cristatus*) Erwähnung; so wie von der be-
rühmten perte du Rhone der sonderbare kleine
Madreporites lenticularis (- Abbild. n. h. Ge-
genst
. tab. 80. -) der zu, mancherley mineralo-
gischen Irrthümern Anlaß gegeben. - Madre-
poriten in Sandstein im Petersberge bey Ma-
stricht. - In Kreide, als so genannte Fungiten
in Kent. - In Brauneisenstein auch als Fun-
giten und Schraubensteine (- eine Art Cubipo-
riten? -) bey Rübeland am Harz. Letztere
auch im Catharinburgischen in Sibirien. -

2) Milleporiten und andere zarte Corallen-
arten vorzüglich im Sandstein des Petersbergs
bey Mastricht. - In Feuerstein (S. 560.)
bey Zelle im Hannoverischen, und im Pudding-
stein in Hertfortshire (S. 641 not. *) etc.

*) Specimen archaeologiae telluris tab. 3. fig. 12.

fact fand sich ehedem vorzüglich im bituminösen
Mergelschiefer bey Boll im Wirtembergischen
(S. 621).

Die bekannten Astroiten sind fünfeckige Wirbel
vom gegliederten und dabey ästigen Stängel
eines ähnlichen, aber noch nicht ganz bekann-
ten Petrefacts.

III) Corallia.

Zumahl 1) Madreporiten in theils Gegen-
den als in wahren Corallenriefen der Vorwelt,
in unermeßlicher Menge und großer Mannigfal-
tigkeit. So z. B. im dichten Kalkstein und
Marmor (S. 618) auf dem Saleveberge bey
Genf, auf dem Harz bey Blankenburg bey
Grund ꝛc. Von letztern Orte verdient nahment-
lich der ansehnliche schön geformte Madreporites
cristatus*) Erwähnung; so wie von der be-
rühmten perte du Rhône der sonderbare kleine
Madreporites lenticularis (– Abbild. n. h. Ge-
genst
. tab. 80. –) der zu, mancherley mineralo-
gischen Irrthümern Anlaß gegeben. – Madre-
poriten in Sandstein im Petersberge bey Ma-
stricht. – In Kreide, als so genannte Fungiten
in Kent. – In Brauneisenstein auch als Fun-
giten und Schraubensteine (– eine Art Cubipo-
riten? –) bey Rübeland am Harz. Letztere
auch im Catharinburgischen in Sibirien. –

2) Milleporiten und andere zarte Corallen-
arten vorzüglich im Sandstein des Petersbergs
bey Mastricht. – In Feuerstein (S. 560.)
bey Zelle im Hannoverischen, und im Pudding-
stein in Hertfortshire (S. 641 not. *) ꝛc.

*) Specimen archaeologiae telluris tab. 3. fig. 12.
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[740/0764] fact fand sich ehedem vorzüglich im bituminösen Mergelschiefer bey Boll im Wirtembergischen (S. 621). Die bekannten Astroiten sind fünfeckige Wirbel vom gegliederten und dabey ästigen Stängel eines ähnlichen, aber noch nicht ganz bekann- ten Petrefacts. III) Corallia. Zumahl 1) Madreporiten in theils Gegen- den als in wahren Corallenriefen der Vorwelt, in unermeßlicher Menge und großer Mannigfal- tigkeit. So z. B. im dichten Kalkstein und Marmor (S. 618) auf dem Saleveberge bey Genf, auf dem Harz bey Blankenburg bey Grund ꝛc. Von letztern Orte verdient nahment- lich der ansehnliche schön geformte Madreporites cristatus *) Erwähnung; so wie von der be- rühmten perte du Rhône der sonderbare kleine Madreporites lenticularis (– Abbild. n. h. Ge- genst. tab. 80. –) der zu, mancherley mineralo- gischen Irrthümern Anlaß gegeben. – Madre- poriten in Sandstein im Petersberge bey Ma- stricht. – In Kreide, als so genannte Fungiten in Kent. – In Brauneisenstein auch als Fun- giten und Schraubensteine (– eine Art Cubipo- riten? –) bey Rübeland am Harz. Letztere auch im Catharinburgischen in Sibirien. – 2) Milleporiten und andere zarte Corallen- arten vorzüglich im Sandstein des Petersbergs bey Mastricht. – In Feuerstein (S. 560.) bey Zelle im Hannoverischen, und im Pudding- stein in Hertfortshire (S. 641 not. *) ꝛc. *) Specimen archaeologiae telluris tab. 3. fig. 12.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 8. Aufl. Göttingen, 1807, S. 740. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1807/764>, abgerufen am 03.04.2020.