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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 10. Aufl. Göttingen, 1821.

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saurer Braunstein, 3 Gyps. Fundort an den
heißen Quellen (Lagoni) bey Sasso im Floren-
tinischen.

Die natürliche Boraxsäure in einer Felsen-
höhle der Liparischen Insel Vulcano, aus wel-
cher ebenfalls heiße Quellen entspringen, ist
hingegen (nach Stromeyer)*) mit 5 bis 20
p. C. Schwefel verbunden.



V. Kohlensaures Geschlecht.

1. Natürliches Natron, kohlensaure
Soda, vulgo natürliches mineralisches
Laugensalz, Natrum. Borech der
Persianer. Trona in der Barbarey. Ni-
trum
der Alten. Soude carbonatee.

Weißlich; ins Gelbliche, Grauliche etc.; meist
erdig; doch theils derb, durchscheinend, matt-
glänzend; theils auf dem Bruche stängelich zu-
sammengehäuft; leicht im Wasser auflösbar;
Geschmack laugenhaft. Gehalt an Kohlensäure
ungleich; theils 38 p. C. etc. Fundort beson-
ders an den Natron-Seen in Aegypten etc.
Außerdem auch auf den Heiden um Debrezin,
bey Erzen unweit Hameln etc. - Die alten Ae-
gyptier beizten ihre Leichen einen Monat lang
in diesem Salze ein, ehe sie dieselben zu Mumien
bereiteten*); und den schiffbrüchigen Kaufleuten
am Ufer des Belus soll es bekanntlich zur Erfin-
dung des Glasmachens Anlaß gegeben haben.

*) s. Götting. gel. Anz. 1818. S. 2073.
*) Ich habe dieses Mumiensalz bey Gelegenheit eini-
ger ägyptischen Mumien näher untersucht, die ich
den 18. Febr. 1791. im britischen Museum zu öff-
nen Erlaubniß erhalten. s. philosoph. Trans-
actions for
1794. pag. 183. tab. XVI. fig. 4.
und Beytr. zur Naturgesch. II. Th. S. 53.

saurer Braunstein, 3 Gyps. Fundort an den
heißen Quellen (Lagoni) bey Sasso im Floren-
tinischen.

Die natürliche Boraxsäure in einer Felsen-
höhle der Liparischen Insel Vulcano, aus wel-
cher ebenfalls heiße Quellen entspringen, ist
hingegen (nach Stromeyer)*) mit 5 bis 20
p. C. Schwefel verbunden.



V. Kohlensaures Geschlecht.

1. Natürliches Natron, kohlensaure
Soda, vulgo natürliches mineralisches
Laugensalz, Natrum. Borech der
Persianer. Trona in der Barbarey. Ni-
trum
der Alten. Soude carbonatée.

Weißlich; ins Gelbliche, Grauliche ꝛc.; meist
erdig; doch theils derb, durchscheinend, matt-
glänzend; theils auf dem Bruche stängelich zu-
sammengehäuft; leicht im Wasser auflösbar;
Geschmack laugenhaft. Gehalt an Kohlensäure
ungleich; theils 38 p. C. ꝛc. Fundort beson-
ders an den Natron-Seen in Aegypten ꝛc.
Außerdem auch auf den Heiden um Debrezin,
bey Erzen unweit Hameln ꝛc. – Die alten Ae-
gyptier beizten ihre Leichen einen Monat lang
in diesem Salze ein, ehe sie dieselben zu Mumien
bereiteten*); und den schiffbrüchigen Kaufleuten
am Ufer des Belus soll es bekanntlich zur Erfin-
dung des Glasmachens Anlaß gegeben haben.

*) s. Götting. gel. Anz. 1818. S. 2073.
*) Ich habe dieses Mumiensalz bey Gelegenheit eini-
ger ägyptischen Mumien näher untersucht, die ich
den 18. Febr. 1791. im britischen Museum zu öff-
nen Erlaubniß erhalten. s. philosoph. Trans-
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[671/0693] saurer Braunstein, 3 Gyps. Fundort an den heißen Quellen (Lagoni) bey Sasso im Floren- tinischen. Die natürliche Boraxsäure in einer Felsen- höhle der Liparischen Insel Vulcano, aus wel- cher ebenfalls heiße Quellen entspringen, ist hingegen (nach Stromeyer) *) mit 5 bis 20 p. C. Schwefel verbunden. V. Kohlensaures Geschlecht. 1. Natürliches Natron, kohlensaure Soda, vulgo natürliches mineralisches Laugensalz, Natrum. Borech der Persianer. Trona in der Barbarey. Ni- trum der Alten. Soude carbonatée. Weißlich; ins Gelbliche, Grauliche ꝛc.; meist erdig; doch theils derb, durchscheinend, matt- glänzend; theils auf dem Bruche stängelich zu- sammengehäuft; leicht im Wasser auflösbar; Geschmack laugenhaft. Gehalt an Kohlensäure ungleich; theils 38 p. C. ꝛc. Fundort beson- ders an den Natron-Seen in Aegypten ꝛc. Außerdem auch auf den Heiden um Debrezin, bey Erzen unweit Hameln ꝛc. – Die alten Ae- gyptier beizten ihre Leichen einen Monat lang in diesem Salze ein, ehe sie dieselben zu Mumien bereiteten *); und den schiffbrüchigen Kaufleuten am Ufer des Belus soll es bekanntlich zur Erfin- dung des Glasmachens Anlaß gegeben haben. *) s. Götting. gel. Anz. 1818. S. 2073. *) Ich habe dieses Mumiensalz bey Gelegenheit eini- ger ägyptischen Mumien näher untersucht, die ich den 18. Febr. 1791. im britischen Museum zu öff- nen Erlaubniß erhalten. s. philosoph. Trans- actions for 1794. pag. 183. tab. XVI. fig. 4. und Beytr. zur Naturgesch. II. Th. S. 53.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 10. Aufl. Göttingen, 1821, S. 671. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1821/693>, abgerufen am 22.07.2019.