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Blumenbach, Johann Friedrich: Anfangsgründe der Physiologie. (Übers. Joseph Eyerel). 2. Aufl. Wien, 1795.

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§. 207.

Einige Nerven, besonders von einem gewissen
Range, z. B. der Interkostal- und der herumschwei-
fende Nerve, sind mit Nervenknoten (ganglia)
versehen, die aus einer festern, röthlichgrauen Sub-
stanz bestehen; deren Nutzen noch nicht hinlänglich
bekannt ist. Zinn's Meinung scheint mir die wahr-
scheinlichste zu seyn, a) diese Knoten scheinen in der
Absicht vorhanden zu seyn, um die verschiedenen
Nervenfaden, welche aus ganz verschiedenen Quel-
len entspringen, und in diesen Knötchen zusammen-
treffen, inniger unter einander zu verbinden; so daß
jedes Nervenästchen, indem es aus diesem Knoten
austritt, mit allen übrigen Aestchen in einiger Ver-
bindung steht. a)

a) Haase disser. de gangliis. Lips. 1772. 4.

Io. Caverbill Tr. of ganglious. Lond. eod. 8.

Scarpa anatom. annot. L. I. de nervorum gangliis &
plexubus. Mutin. 1779. 4.

Prochaska de struct. nervorum. Vindob. 1780. 8.
Monro l. c.

§. 208.

Einen ähnlichen Nutzen scheinen auch die Ner-
vengeflechte (plexus) zu haben, die gleichfalls aus
solchen netzförmigen Verbindungen mehrerer Nerven
entstehen.

§. 209.

So wenig wir aber die Uranfänge der Ner-
ven genau kennen, eben so sehr liegen auch die
letzten Endungen, in die die Nerven sich allmä-

§. 207.

Einige Nerven, besonders von einem gewissen
Range, z. B. der Interkostal- und der herumschwei-
fende Nerve, sind mit Nervenknoten (ganglia)
versehen, die aus einer festern, röthlichgrauen Sub-
stanz bestehen; deren Nutzen noch nicht hinlänglich
bekannt ist. Zinn's Meinung scheint mir die wahr-
scheinlichste zu seyn, a) diese Knoten scheinen in der
Absicht vorhanden zu seyn, um die verschiedenen
Nervenfaden, welche aus ganz verschiedenen Quel-
len entspringen, und in diesen Knötchen zusammen-
treffen, inniger unter einander zu verbinden; so daß
jedes Nervenästchen, indem es aus diesem Knoten
austritt, mit allen übrigen Aestchen in einiger Ver-
bindung steht. a)

a) Haase disser. de gangliis. Lips. 1772. 4.

Io. Caverbill Tr. of ganglious. Lond. eod. 8.

Scarpa anatom. annot. L. I. de nervorum gangliis &
plexubus. Mutin. 1779. 4.

Prochaska de struct. nervorum. Vindob. 1780. 8.
Monro l. c.

§. 208.

Einen ähnlichen Nutzen scheinen auch die Ner-
vengeflechte (plexus) zu haben, die gleichfalls aus
solchen netzförmigen Verbindungen mehrerer Nerven
entstehen.

§. 209.

So wenig wir aber die Uranfänge der Ner-
ven genau kennen, eben so sehr liegen auch die
letzten Endungen, in die die Nerven sich allmä-

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[134/0152] §. 207. Einige Nerven, besonders von einem gewissen Range, z. B. der Interkostal- und der herumschwei- fende Nerve, sind mit Nervenknoten (ganglia) versehen, die aus einer festern, röthlichgrauen Sub- stanz bestehen; deren Nutzen noch nicht hinlänglich bekannt ist. Zinn's Meinung scheint mir die wahr- scheinlichste zu seyn, a) diese Knoten scheinen in der Absicht vorhanden zu seyn, um die verschiedenen Nervenfaden, welche aus ganz verschiedenen Quel- len entspringen, und in diesen Knötchen zusammen- treffen, inniger unter einander zu verbinden; so daß jedes Nervenästchen, indem es aus diesem Knoten austritt, mit allen übrigen Aestchen in einiger Ver- bindung steht. a) a) Haase disser. de gangliis. Lips. 1772. 4. Io. Caverbill Tr. of ganglious. Lond. eod. 8. Scarpa anatom. annot. L. I. de nervorum gangliis & plexubus. Mutin. 1779. 4. Prochaska de struct. nervorum. Vindob. 1780. 8. Monro l. c. §. 208. Einen ähnlichen Nutzen scheinen auch die Ner- vengeflechte (plexus) zu haben, die gleichfalls aus solchen netzförmigen Verbindungen mehrerer Nerven entstehen. §. 209. So wenig wir aber die Uranfänge der Ner- ven genau kennen, eben so sehr liegen auch die letzten Endungen, in die die Nerven sich allmä-

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Anfangsgründe der Physiologie. (Übers. Joseph Eyerel). 2. Aufl. Wien, 1795, S. 134. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_physiologie_1795/152>, abgerufen am 22.07.2019.