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Blumenbach, Johann Friedrich: Anfangsgründe der Physiologie. (Übers. Joseph Eyerel). 2. Aufl. Wien, 1795.

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a) Jo. Fr. Meckel de vasis lymphaticis glandulis-
que conglobatis. Berolin
. 1757. 4.

Alex. Monro de venis lymphaticis valvulosis. ibid.
eod
. 8.

b) W. Hunter's medical commentaries. P. I. p. 5.

§. 437.

Anlangend ihren Ursprung, so scheinen sie auf
die nämliche Weise, wie die Milchgefäße, aus dem
Darmkanal zu entstehen: nämlich jedes lymphati-
sche Reiserchen schlürft aus dem zunächstliegenden
Zellgewebe, gleichsam aus seinem Gebiete, den da-
rinn enthaltenen Duft ein, und treibt ihn sodann
weiter fort.

§. 438.

Diese lymphatischen Gefäße sind in ihrem Fort-
gange an verschiedenen Stellen mit doppelten Klap-
pen versehen; fast alle gehen in lymphatische Drü-
sen über; die nähern Zweige verbinden sich an man-
chen Stellen mit einander, und bilden besonders
auf der Oberfläche einiger Eingeweide, z. B. der
Lungen, der Leber, u. s. w. zierliche Netze.

§. 439.

Ihre Verrichtung wird, außer andern Hilfs-
mitteln, die aus dem Vorhergehenden bekannt sind,
vorzüglich durch ihre Zusammenziehbarkeit, und die
außerordentliche Stärke ihrer Membranen, die,
ihrer Zartheit ohnerachtet, bey anatomischen Ein-
spritzungen einer schweren Quecksilbersäule widerste-
hen, nicht wenig befördert; hiezu kömmt noch, be-
sonders an den Gliedmaßen, die Bewegung der
Muskeln, welche durch ihren mannigfaltigen Druck
diesen Gefäßen eine besondere Stärke ertheilen.

a) Jo. Fr. Meckel de vasis lymphaticis glandulis-
que conglobatis. Berolin
. 1757. 4.

Alex. Monro de venis lymphaticis valvulosis. ibid.
eod
. 8.

b) W. Hunter's medical commentaries. P. I. p. 5.

§. 437.

Anlangend ihren Ursprung, so scheinen sie auf
die nämliche Weise, wie die Milchgefäße, aus dem
Darmkanal zu entstehen: nämlich jedes lymphati-
sche Reiserchen schlürft aus dem zunächstliegenden
Zellgewebe, gleichsam aus seinem Gebiete, den da-
rinn enthaltenen Duft ein, und treibt ihn sodann
weiter fort.

§. 438.

Diese lymphatischen Gefäße sind in ihrem Fort-
gange an verschiedenen Stellen mit doppelten Klap-
pen versehen; fast alle gehen in lymphatische Drü-
sen über; die nähern Zweige verbinden sich an man-
chen Stellen mit einander, und bilden besonders
auf der Oberfläche einiger Eingeweide, z. B. der
Lungen, der Leber, u. s. w. zierliche Netze.

§. 439.

Ihre Verrichtung wird, außer andern Hilfs-
mitteln, die aus dem Vorhergehenden bekannt sind,
vorzüglich durch ihre Zusammenziehbarkeit, und die
außerordentliche Stärke ihrer Membranen, die,
ihrer Zartheit ohnerachtet, bey anatomischen Ein-
spritzungen einer schweren Quecksilbersäule widerste-
hen, nicht wenig befördert; hiezu kömmt noch, be-
sonders an den Gliedmaßen, die Bewegung der
Muskeln, welche durch ihren mannigfaltigen Druck
diesen Gefäßen eine besondere Stärke ertheilen.

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[268/0284] a) Jo. Fr. Meckel de vasis lymphaticis glandulis- que conglobatis. Berolin. 1757. 4. Alex. Monro de venis lymphaticis valvulosis. ibid. eod. 8. b) W. Hunter's medical commentaries. P. I. p. 5. §. 437. Anlangend ihren Ursprung, so scheinen sie auf die nämliche Weise, wie die Milchgefäße, aus dem Darmkanal zu entstehen: nämlich jedes lymphati- sche Reiserchen schlürft aus dem zunächstliegenden Zellgewebe, gleichsam aus seinem Gebiete, den da- rinn enthaltenen Duft ein, und treibt ihn sodann weiter fort. §. 438. Diese lymphatischen Gefäße sind in ihrem Fort- gange an verschiedenen Stellen mit doppelten Klap- pen versehen; fast alle gehen in lymphatische Drü- sen über; die nähern Zweige verbinden sich an man- chen Stellen mit einander, und bilden besonders auf der Oberfläche einiger Eingeweide, z. B. der Lungen, der Leber, u. s. w. zierliche Netze. §. 439. Ihre Verrichtung wird, außer andern Hilfs- mitteln, die aus dem Vorhergehenden bekannt sind, vorzüglich durch ihre Zusammenziehbarkeit, und die außerordentliche Stärke ihrer Membranen, die, ihrer Zartheit ohnerachtet, bey anatomischen Ein- spritzungen einer schweren Quecksilbersäule widerste- hen, nicht wenig befördert; hiezu kömmt noch, be- sonders an den Gliedmaßen, die Bewegung der Muskeln, welche durch ihren mannigfaltigen Druck diesen Gefäßen eine besondere Stärke ertheilen.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Anfangsgründe der Physiologie. (Übers. Joseph Eyerel). 2. Aufl. Wien, 1795, S. 268. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_physiologie_1795/284>, abgerufen am 23.07.2019.