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Blumenbach, Johann Friedrich: Anfangsgründe der Physiologie. (Übers. Joseph Eyerel). 2. Aufl. Wien, 1795.

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§. 16.

Die Farbe dieser Kügelchen ist roth, und
von ihnen rührt überhaupt die rothe Farbe der
ganzen Blutmaße her. Es giebt aber mannigfal-
lige Abstuffungen dieser Farbe; so ist das Blut
bey Thieren, die eine schlechte Nahrung haben,
oder nach einem beträchtlichen Blutverlust, über-
haupt blässer; das Blut, welches in den Arterien
fließt, oder aber der äußern, besonders der de-
phlogistisirten Luft ausgesetzt ist, pflegt eine hell-
rothe Farbe zu haben; dahingegen, wenn das Blut
in den Venen fließt, oder von der fixen und brenn-
baren Luft berührt wird, dunkler gefärbt ist.

§. 17.

Ueberhaupt sind die Ursachen, welche die ro-
the Farbe des Blutes erhöhen, leicht anzugeben;
allein worinn eigentlich die erste Anlage zu dieser
Farbe bestehen möge, ist schwer zu entscheiden.
Haller setzt die Ursache in der Eisenerde, die in
dem Blute häufiger, als in den übrigen Säften
enthalten ist; obgleich die Menge derselben im
Ganzen ziemlich unbeträchtlich ist, und von ver-
schiedenen Schriftstellern verschiedentlich angegeben
wird; sie verhält sich z. B. nach Menghin zur gan-
zen Blutmaße wie 1 : 110. Nach Rhades aber wie
1 : 427. Nach andern Versuchen aber wie 1 : 50.

Wobey jedoch zu bemerken ist, daß das Eisen
erst nach der Calcination des rothen Bluttheils zum
Vorschein kommt; dahingegen der Blutkuchen lang-
sam getrocknet und fein gepülvert, weder mit Was-
ser noch mit Quecksilber vermengt, von dem Mag-
net nicht im geringsten angezogen wird.

§. 16.

Die Farbe dieser Kügelchen ist roth, und
von ihnen rührt überhaupt die rothe Farbe der
ganzen Blutmaße her. Es giebt aber mannigfal-
lige Abstuffungen dieser Farbe; so ist das Blut
bey Thieren, die eine schlechte Nahrung haben,
oder nach einem beträchtlichen Blutverlust, über-
haupt blässer; das Blut, welches in den Arterien
fließt, oder aber der äußern, besonders der de-
phlogistisirten Luft ausgesetzt ist, pflegt eine hell-
rothe Farbe zu haben; dahingegen, wenn das Blut
in den Venen fließt, oder von der fixen und brenn-
baren Luft berührt wird, dunkler gefärbt ist.

§. 17.

Ueberhaupt sind die Ursachen, welche die ro-
the Farbe des Blutes erhöhen, leicht anzugeben;
allein worinn eigentlich die erste Anlage zu dieser
Farbe bestehen möge, ist schwer zu entscheiden.
Haller setzt die Ursache in der Eisenerde, die in
dem Blute häufiger, als in den übrigen Säften
enthalten ist; obgleich die Menge derselben im
Ganzen ziemlich unbeträchtlich ist, und von ver-
schiedenen Schriftstellern verschiedentlich angegeben
wird; sie verhält sich z. B. nach Menghin zur gan-
zen Blutmaße wie 1 : 110. Nach Rhades aber wie
1 : 427. Nach andern Versuchen aber wie 1 : 50.

Wobey jedoch zu bemerken ist, daß das Eisen
erst nach der Calcination des rothen Bluttheils zum
Vorschein kommt; dahingegen der Blutkuchen lang-
sam getrocknet und fein gepülvert, weder mit Was-
ser noch mit Quecksilber vermengt, von dem Mag-
net nicht im geringsten angezogen wird.

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[12/0030] §. 16. Die Farbe dieser Kügelchen ist roth, und von ihnen rührt überhaupt die rothe Farbe der ganzen Blutmaße her. Es giebt aber mannigfal- lige Abstuffungen dieser Farbe; so ist das Blut bey Thieren, die eine schlechte Nahrung haben, oder nach einem beträchtlichen Blutverlust, über- haupt blässer; das Blut, welches in den Arterien fließt, oder aber der äußern, besonders der de- phlogistisirten Luft ausgesetzt ist, pflegt eine hell- rothe Farbe zu haben; dahingegen, wenn das Blut in den Venen fließt, oder von der fixen und brenn- baren Luft berührt wird, dunkler gefärbt ist. §. 17. Ueberhaupt sind die Ursachen, welche die ro- the Farbe des Blutes erhöhen, leicht anzugeben; allein worinn eigentlich die erste Anlage zu dieser Farbe bestehen möge, ist schwer zu entscheiden. Haller setzt die Ursache in der Eisenerde, die in dem Blute häufiger, als in den übrigen Säften enthalten ist; obgleich die Menge derselben im Ganzen ziemlich unbeträchtlich ist, und von ver- schiedenen Schriftstellern verschiedentlich angegeben wird; sie verhält sich z. B. nach Menghin zur gan- zen Blutmaße wie 1 : 110. Nach Rhades aber wie 1 : 427. Nach andern Versuchen aber wie 1 : 50. Wobey jedoch zu bemerken ist, daß das Eisen erst nach der Calcination des rothen Bluttheils zum Vorschein kommt; dahingegen der Blutkuchen lang- sam getrocknet und fein gepülvert, weder mit Was- ser noch mit Quecksilber vermengt, von dem Mag- net nicht im geringsten angezogen wird.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Anfangsgründe der Physiologie. (Übers. Joseph Eyerel). 2. Aufl. Wien, 1795, S. 12. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_physiologie_1795/30>, abgerufen am 20.07.2019.