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Böhme, Michael: Kurtze doch bewährte Vieh-Artzney. [s. l.], 1712.

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Das VII. Cap.
Von Hünern.
Hüner,
daß sie
wohl le-
gen.

SO einer Hüner halten will, so
fleißig legen sollen, der muß sie
Winterzeit mit einen warmen
Stalle oder Hüner-Hauß versehen, denn
die Kälte schadet ihnen am Leben sehr,
denn nehme er um Fastenzeit oder auch
vorhero in Winter klein geschnitten
Brod und Haber, röste den in einer
Pfann oder Ofen-Röhren, und giebs
den Hünern also warm zu essen, gebe den
Hünern ein wenig andern Haber darauf
zu essen, damit sie nicht fett werden, wie
denn wo man die Hüner zu starck füttert
also daß sie fett werden, selbige niemahls
wohl legen. Alle Hüner so über drey
Jahr alt, legen nicht wohl, mag sie al-
so ein Haußwirth wohl abschaffen.

So du vermeynest, es werden der Hü-
ner Eyer durch Zauberey weggenommen,
so räume ihnen nur die Nester aus und
lege frisch Stroh darein.

Jtem, nimm schwartzen Kümmel, ko-
che den mit Bier, schneid Brod darein,
schütte diese Suppen den Hünern vor,
lege einen Reiffen so ererbet worden,
rund umher, also daß die Hüner drü-
ber lauffen müssen, bleiben dir die Eyer.

Wenn
Das VII. Cap.
Von Huͤnern.
Huͤner,
daß ſie
wohl le-
gen.

SO einer Huͤner halten will, ſo
fleißig legen ſollen, der muß ſie
Winterzeit mit einen warmen
Stalle oder Huͤner-Hauß verſehen, denn
die Kaͤlte ſchadet ihnen am Leben ſehr,
denn nehme er um Faſtenzeit oder auch
vorhero in Winter klein geſchnitten
Brod und Haber, roͤſte den in einer
Pfann oder Ofen-Roͤhren, und giebs
den Huͤnern alſo warm zu eſſen, gebe den
Huͤnern ein wenig andern Haber darauf
zu eſſen, damit ſie nicht fett werden, wie
denn wo man die Huͤner zu ſtarck fuͤttert
alſo daß ſie fett werden, ſelbige niemahls
wohl legen. Alle Huͤner ſo uͤber drey
Jahr alt, legen nicht wohl, mag ſie al-
ſo ein Haußwirth wohl abſchaffen.

So du vermeyneſt, es werden der Huͤ-
ner Eyer durch Zauberey weggenom̃en,
ſo raͤume ihnen nur die Neſter aus und
lege friſch Stroh darein.

Jtem, nimm ſchwartzen Kuͤmmel, ko-
che den mit Bier, ſchneid Brod darein,
ſchuͤtte dieſe Suppen den Huͤnern vor,
lege einen Reiffen ſo ererbet worden,
rund umher, alſo daß die Huͤner druͤ-
ber lauffen muͤſſen, bleiben dir die Eyer.

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[54/0058] Das VII. Cap. Von Huͤnern. SO einer Huͤner halten will, ſo fleißig legen ſollen, der muß ſie Winterzeit mit einen warmen Stalle oder Huͤner-Hauß verſehen, denn die Kaͤlte ſchadet ihnen am Leben ſehr, denn nehme er um Faſtenzeit oder auch vorhero in Winter klein geſchnitten Brod und Haber, roͤſte den in einer Pfann oder Ofen-Roͤhren, und giebs den Huͤnern alſo warm zu eſſen, gebe den Huͤnern ein wenig andern Haber darauf zu eſſen, damit ſie nicht fett werden, wie denn wo man die Huͤner zu ſtarck fuͤttert alſo daß ſie fett werden, ſelbige niemahls wohl legen. Alle Huͤner ſo uͤber drey Jahr alt, legen nicht wohl, mag ſie al- ſo ein Haußwirth wohl abſchaffen. So du vermeyneſt, es werden der Huͤ- ner Eyer durch Zauberey weggenom̃en, ſo raͤume ihnen nur die Neſter aus und lege friſch Stroh darein. Jtem, nimm ſchwartzen Kuͤmmel, ko- che den mit Bier, ſchneid Brod darein, ſchuͤtte dieſe Suppen den Huͤnern vor, lege einen Reiffen ſo ererbet worden, rund umher, alſo daß die Huͤner druͤ- ber lauffen muͤſſen, bleiben dir die Eyer. Wenn

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Zitationshilfe: Böhme, Michael: Kurtze doch bewährte Vieh-Artzney. [s. l.], 1712, S. 54. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/boehmemi_viehartzney_1712/58>, abgerufen am 21.05.2019.