Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696.

Bild:
<< vorherige Seite
Die Würckungen
Les Effets de la Jalousie, ou la Comtesse
de Chateau-Briant. a Paris
1695.
Die Würckungen der Eyfersucht/ oder die Gräs-
fin von Chateau Briant, Paris 1695.
An den Leser.

DIese Geschicht hat viel merckwürdiges in
sich. Sie zeiget unterschiedliche Staats-
und Liebes-
Intriguen an den Frantzösischen
Hofe zu Zeiten Königes
Francisci des Ersten.
Jnsonderheit aber bemercket sie/ was allzu sub-
tile Eyfersucht vor Widerwärtigkeiten und
Unglück nach sich ziehe/ und wie ein Mann
nicht gnugsam könne behutsam gehen/ seine
Frau vor fremder Vertraulichkeit zu verwah-
ren/ wann selbige erstlich den Vorwitz hat/ ihre
Schönheit am Hofe bekant zu machen. Sie
zeiget auch/ wie allzuharter Eigensinn zu letzt
die Tugend selbst ermüde/ und die Schwach-
heit des Geschlechts denen Nachstellungen li-
stiger Buhler preiß gebe; welches alles durch
eine anfangs wohlgeführte
Conduite und
durch Glimpf besser als durch Zwang und
Ernsthafftigkeit kan vermieden werden.

DEr Verfasser dieser Liebes-Geschichte fänget
selbige von der Regierung Francisci I. Kö-
niges in Franckreich an/ wie solcher den
Verlust/ so das Reich durch Abgang Ludwig des
zwölfften erlitten/ so glücklich wieder ersetzet; und
mit so trefflichen Qualitäten versehen den Thron be-
stiegen/ daß er zugleich die Liebe und die Hochach-
tung der Völcker sich erworben.

Er
Die Wuͤrckungen
Les Effets de la Jalouſie, ou la Comteſſe
de Chateau-Briant. à Paris
1695.
Die Wuͤꝛckungen der Eyferſucht/ oder die Graͤſ-
fin von Chateau Briant, Paris 1695.
An den Leſer.

DIeſe Geſchicht hat viel merckwuͤrdiges in
ſich. Sie zeiget unterſchiedliche Staats-
und Liebes-
Intriguen an den Frantzoͤſiſchen
Hofe zu Zeiten Koͤniges
Franciſci des Erſten.
Jnſonderheit aber bemercket ſie/ was allzu ſub-
tile Eyferſucht vor Widerwaͤrtigkeiten und
Ungluͤck nach ſich ziehe/ und wie ein Mann
nicht gnugſam koͤnne behutſam gehen/ ſeine
Frau vor fremder Vertraulichkeit zu verwah-
ren/ wann ſelbige erſtlich den Vorwitz hat/ ihre
Schoͤnheit am Hofe bekant zu machen. Sie
zeiget auch/ wie allzuharter Eigenſinn zu letzt
die Tugend ſelbſt ermuͤde/ und die Schwach-
heit des Geſchlechts denen Nachſtellungen li-
ſtiger Buhler preiß gebe; welches alles durch
eine anfangs wohlgefuͤhrte
Conduite und
durch Glimpf beſſer als durch Zwang und
Ernſthafftigkeit kan vermieden werden.

DEr Verfaſſer dieſer Liebes-Geſchichte faͤnget
ſelbige von der Regierung Franciſci I. Koͤ-
niges in Franckreich an/ wie ſolcher den
Verluſt/ ſo das Reich durch Abgang Ludwig des
zwoͤlfften erlitten/ ſo gluͤcklich wieder erſetzet; und
mit ſo trefflichen Qualitaͤten verſehen den Thron be-
ſtiegen/ daß er zugleich die Liebe und die Hochach-
tung der Voͤlcker ſich erworben.

Er
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0166" n="142"/>
        <fw place="top" type="header"> <hi rendition="#b">Die Wu&#x0364;rckungen</hi> </fw><lb/>
        <div n="2">
          <head><hi rendition="#aq">Les Effets de la Jalou&#x017F;ie, ou la Comte&#x017F;&#x017F;e<lb/>
de Chateau-Briant. à Paris</hi> 1695.<lb/>
Die Wu&#x0364;&#xA75B;ckungen der Eyfer&#x017F;ucht/ oder die Gra&#x0364;&#x017F;-<lb/>
fin von <hi rendition="#aq">Chateau Briant,</hi> Paris 1695.<lb/>
An den Le&#x017F;er.</head><lb/>
          <p> <hi rendition="#fr"><hi rendition="#in">D</hi>Ie&#x017F;e Ge&#x017F;chicht hat viel merckwu&#x0364;rdiges in<lb/>
&#x017F;ich. Sie zeiget unter&#x017F;chiedliche Staats-<lb/>
und Liebes-</hi> <hi rendition="#aq">Intriguen</hi> <hi rendition="#fr">an den Frantzo&#x0364;&#x017F;i&#x017F;chen<lb/>
Hofe zu Zeiten Ko&#x0364;niges</hi> <hi rendition="#aq">Franci&#x017F;ci</hi> <hi rendition="#fr">des Er&#x017F;ten.<lb/>
Jn&#x017F;onderheit aber bemercket &#x017F;ie/ was allzu &#x017F;ub-<lb/>
tile Eyfer&#x017F;ucht vor Widerwa&#x0364;rtigkeiten und<lb/>
Unglu&#x0364;ck nach &#x017F;ich ziehe/ und wie ein Mann<lb/>
nicht gnug&#x017F;am ko&#x0364;nne behut&#x017F;am gehen/ &#x017F;eine<lb/>
Frau vor fremder Vertraulichkeit zu verwah-<lb/>
ren/ wann &#x017F;elbige er&#x017F;tlich den Vorwitz hat/ ihre<lb/>
Scho&#x0364;nheit am Hofe bekant zu machen. Sie<lb/>
zeiget auch/ wie allzuharter Eigen&#x017F;inn zu letzt<lb/>
die Tugend &#x017F;elb&#x017F;t ermu&#x0364;de/ und die Schwach-<lb/>
heit des Ge&#x017F;chlechts denen Nach&#x017F;tellungen li-<lb/>
&#x017F;tiger Buhler preiß gebe; welches alles durch<lb/>
eine anfangs wohlgefu&#x0364;hrte</hi> <hi rendition="#aq">Conduite</hi> <hi rendition="#fr">und<lb/>
durch Glimpf be&#x017F;&#x017F;er als durch Zwang und<lb/>
Ern&#x017F;thafftigkeit kan vermieden werden.</hi> </p><lb/>
          <p><hi rendition="#in">D</hi>Er Verfa&#x017F;&#x017F;er die&#x017F;er Liebes-Ge&#x017F;chichte fa&#x0364;nget<lb/>
&#x017F;elbige von der Regierung <hi rendition="#aq">Franci&#x017F;ci I.</hi> Ko&#x0364;-<lb/>
niges in Franckreich an/ wie &#x017F;olcher den<lb/>
Verlu&#x017F;t/ &#x017F;o das Reich durch Abgang Ludwig des<lb/>
zwo&#x0364;lfften erlitten/ &#x017F;o glu&#x0364;cklich wieder er&#x017F;etzet; und<lb/>
mit &#x017F;o trefflichen <hi rendition="#aq">Quali</hi>ta&#x0364;ten ver&#x017F;ehen den Thron be-<lb/>
&#x017F;tiegen/ daß er zugleich die Liebe und die Hochach-<lb/>
tung der Vo&#x0364;lcker &#x017F;ich erworben.</p><lb/>
          <fw place="bottom" type="catch">Er</fw><lb/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[142/0166] Die Wuͤrckungen Les Effets de la Jalouſie, ou la Comteſſe de Chateau-Briant. à Paris 1695. Die Wuͤꝛckungen der Eyferſucht/ oder die Graͤſ- fin von Chateau Briant, Paris 1695. An den Leſer. DIeſe Geſchicht hat viel merckwuͤrdiges in ſich. Sie zeiget unterſchiedliche Staats- und Liebes-Intriguen an den Frantzoͤſiſchen Hofe zu Zeiten Koͤniges Franciſci des Erſten. Jnſonderheit aber bemercket ſie/ was allzu ſub- tile Eyferſucht vor Widerwaͤrtigkeiten und Ungluͤck nach ſich ziehe/ und wie ein Mann nicht gnugſam koͤnne behutſam gehen/ ſeine Frau vor fremder Vertraulichkeit zu verwah- ren/ wann ſelbige erſtlich den Vorwitz hat/ ihre Schoͤnheit am Hofe bekant zu machen. Sie zeiget auch/ wie allzuharter Eigenſinn zu letzt die Tugend ſelbſt ermuͤde/ und die Schwach- heit des Geſchlechts denen Nachſtellungen li- ſtiger Buhler preiß gebe; welches alles durch eine anfangs wohlgefuͤhrte Conduite und durch Glimpf beſſer als durch Zwang und Ernſthafftigkeit kan vermieden werden. DEr Verfaſſer dieſer Liebes-Geſchichte faͤnget ſelbige von der Regierung Franciſci I. Koͤ- niges in Franckreich an/ wie ſolcher den Verluſt/ ſo das Reich durch Abgang Ludwig des zwoͤlfften erlitten/ ſo gluͤcklich wieder erſetzet; und mit ſo trefflichen Qualitaͤten verſehen den Thron be- ſtiegen/ daß er zugleich die Liebe und die Hochach- tung der Voͤlcker ſich erworben. Er

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Diese Ausgabe ist ein Exemplar der Zeitschrift „D… [mehr]

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696/166
Zitationshilfe: Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696, S. 142. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696/166>, abgerufen am 24.02.2019.