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Boltzmann, Ludwig: Vorlesungen über Gastheorie. Bd. 2. Leipzig, 1898.

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[Gleich. 208] § 66. Numerische Rechnungen.
Gleichung 201) ist nun die Dissociationswärme eines Moleküles
(im chemischen, makroskopischen Sinne)
P = 2 m1 D = a R.
Dieser Formel liegt das mechanische Maass der Wärme zu
Grunde. Misst man im Wärmemaass, so ist noch mit dem
betreffenden Umrechnungsfachtor J zu multipliciren. Die im
Wärmemaasse gemessene Dissociationswärme eines chemischen
Moleküles ist also
205) P = a R J.
Wir wollen für die mechanischen Grössen die Masse des
Grammes, den Centimeter und die Secunde als Einheiten ver-
wenden. 430 Kilogewichte, einen Meter hoch gehoben, er-
zeugen eine Kilocalorie. Daher ist
206) [Formel 1] .
Hierbei ist G = 981 cm / sec2 die Schwerebeschleunigung, cal
eine Grammcalorie. Den Werth der Gasconstante r für Luft
finden wir, wenn wir in der Zustandsgleichung p v = r T für
Luft setzen:
T = der dem schmelzenden Eise entspr. abs. Temp. 273°,
p = dem atm. Drucke = [Formel 2] ,
[Formel 3] .

Das Molekül m0 der Luft ist etwa 28·9, wenn H = 1,
H2 = 2 gesetzt wird. Wegen R = r m ist also für einatomigen
Wasserstoff:
207) [Formel 4] .
Endlich folgt
208) [Formel 5] .

Boltzmann, Gastheorie II. 13

[Gleich. 208] § 66. Numerische Rechnungen.
Gleichung 201) ist nun die Dissociationswärme eines Moleküles
(im chemischen, makroskopischen Sinne)
Π = 2 μ1 Δ = α R.
Dieser Formel liegt das mechanische Maass der Wärme zu
Grunde. Misst man im Wärmemaass, so ist noch mit dem
betreffenden Umrechnungsfachtor J zu multipliciren. Die im
Wärmemaasse gemessene Dissociationswärme eines chemischen
Moleküles ist also
205) P = α R J.
Wir wollen für die mechanischen Grössen die Masse des
Grammes, den Centimeter und die Secunde als Einheiten ver-
wenden. 430 Kilogewichte, einen Meter hoch gehoben, er-
zeugen eine Kilocalorie. Daher ist
206) [Formel 1] .
Hierbei ist G = 981 cm / sec2 die Schwerebeschleunigung, cal
eine Grammcalorie. Den Werth der Gasconstante r für Luft
finden wir, wenn wir in der Zustandsgleichung p v = r T für
Luft setzen:
T = der dem schmelzenden Eise entspr. abs. Temp. 273°,
p = dem atm. Drucke = [Formel 2] ,
[Formel 3] .

Das Molekül μ0 der Luft ist etwa 28·9, wenn H = 1,
H2 = 2 gesetzt wird. Wegen R = r μ ist also für einatomigen
Wasserstoff:
207) [Formel 4] .
Endlich folgt
208) [Formel 5] .

Boltzmann, Gastheorie II. 13
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[193/0211] [Gleich. 208] § 66. Numerische Rechnungen. Gleichung 201) ist nun die Dissociationswärme eines Moleküles (im chemischen, makroskopischen Sinne) Π = 2 μ1 Δ = α R. Dieser Formel liegt das mechanische Maass der Wärme zu Grunde. Misst man im Wärmemaass, so ist noch mit dem betreffenden Umrechnungsfachtor J zu multipliciren. Die im Wärmemaasse gemessene Dissociationswärme eines chemischen Moleküles ist also 205) P = α R J. Wir wollen für die mechanischen Grössen die Masse des Grammes, den Centimeter und die Secunde als Einheiten ver- wenden. 430 Kilogewichte, einen Meter hoch gehoben, er- zeugen eine Kilocalorie. Daher ist 206) [FORMEL]. Hierbei ist G = 981 cm / sec2 die Schwerebeschleunigung, cal eine Grammcalorie. Den Werth der Gasconstante r für Luft finden wir, wenn wir in der Zustandsgleichung p v = r T für Luft setzen: T = der dem schmelzenden Eise entspr. abs. Temp. 273°, p = dem atm. Drucke = [FORMEL], [FORMEL]. Das Molekül μ0 der Luft ist etwa 28·9, wenn H = 1, H2 = 2 gesetzt wird. Wegen R = r μ ist also für einatomigen Wasserstoff: 207) [FORMEL]. Endlich folgt 208) [FORMEL]. Boltzmann, Gastheorie II. 13

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Zitationshilfe: Boltzmann, Ludwig: Vorlesungen über Gastheorie. Bd. 2. Leipzig, 1898, S. 193. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/boltzmann_gastheorie02_1898/211>, abgerufen am 24.09.2020.