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Brockes, Barthold Heinrich: Jrdisches Vergnügen in Gott. Bd. 2. Hamburg, 1727.

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Vorrede.

So unbegreiflich GOtt in Seinem
Wesen und in der Ahrt Seiner
Regierung ist; so augenscheinlich
hat Er gleichwol durch die grosse
Mannigfaltigkeit Seiner wunderbaren Ge-
schöpfe Sich geoffenbaret, und auf solche
überzeugende Ahrt offenbaret Er Sich noch
täglich durch deren beständige Erhaltung,
Fortpflanzung und Versorgung. Die Ver-
nunft erkennet solches nur gar zu wol, und
das Göttliche Wort selbst kömmt ihr dermas-
sen darin zu Hülfe, daß es vielmehr noch
hinzu thut, wie GOtt nicht allein aus dieser
Ahrt Seiner Offenbarung ausdrücklich von
den Menschen erkannt seyn wolle, sondern
zugleich nach äussersten Kräften deßwegen
von ihnen gepriesen werden.

Zwar ist es gewiß, was die Schrift
ebenfalls erinnert, daß diejenigen, die ohne

fer-


Vorrede.

So unbegreiflich GOtt in Seinem
Weſen und in der Ahrt Seiner
Regierung iſt; ſo augenſcheinlich
hat Er gleichwol durch die groſſe
Mannigfaltigkeit Seiner wunderbaren Ge-
ſchoͤpfe Sich geoffenbaret, und auf ſolche
uͤberzeugende Ahrt offenbaret Er Sich noch
taͤglich durch deren beſtaͤndige Erhaltung,
Fortpflanzung und Verſorgung. Die Ver-
nunft erkennet ſolches nur gar zu wol, und
das Goͤttliche Wort ſelbſt koͤmmt ihr dermaſ-
ſen darin zu Huͤlfe, daß es vielmehr noch
hinzu thut, wie GOtt nicht allein aus dieſer
Ahrt Seiner Offenbarung ausdruͤcklich von
den Menſchen erkannt ſeyn wolle, ſondern
zugleich nach aͤuſſerſten Kraͤften deßwegen
von ihnen geprieſen werden.

Zwar iſt es gewiß, was die Schrift
ebenfalls erinnert, daß diejenigen, die ohne

fer-
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[0016] Vorrede. So unbegreiflich GOtt in Seinem Weſen und in der Ahrt Seiner Regierung iſt; ſo augenſcheinlich hat Er gleichwol durch die groſſe Mannigfaltigkeit Seiner wunderbaren Ge- ſchoͤpfe Sich geoffenbaret, und auf ſolche uͤberzeugende Ahrt offenbaret Er Sich noch taͤglich durch deren beſtaͤndige Erhaltung, Fortpflanzung und Verſorgung. Die Ver- nunft erkennet ſolches nur gar zu wol, und das Goͤttliche Wort ſelbſt koͤmmt ihr dermaſ- ſen darin zu Huͤlfe, daß es vielmehr noch hinzu thut, wie GOtt nicht allein aus dieſer Ahrt Seiner Offenbarung ausdruͤcklich von den Menſchen erkannt ſeyn wolle, ſondern zugleich nach aͤuſſerſten Kraͤften deßwegen von ihnen geprieſen werden. Zwar iſt es gewiß, was die Schrift ebenfalls erinnert, daß diejenigen, die ohne fer-

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Zitationshilfe: Brockes, Barthold Heinrich: Jrdisches Vergnügen in Gott. Bd. 2. Hamburg, 1727, S. . In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/brockes_vergnuegen02_1727/16>, abgerufen am 14.12.2018.