Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Bruce, Peter Henry: Des Herrn Peter Heinrich Bruce [...] Nachrichten von seinen Reisen in Deutschland, Rußland, die Tartarey, Türkey, Westindien u. s. f. Leipzig, 1784.

Bild:
<< vorherige Seite

"der Zeit aufgehoben hat, weil es ihm seinen Gehalt
"nicht länger geben wollte, ist ein offenbarer Beweis,
"daß er seinen Nutzen dem gemeinen Besten vorziehet.

"W. Moone."

Es bot sich indessen bald darauf eine Gelegenheit
dar, daß seine Excellenz die Begierde, Leute hängen
zu lassen, befriedigen konnte. Es wurde nämlich
ein Soldat zum Tode verurtheilet und gerichtet, der
seinen Sergeanten erstochen hatte; ingleichen zwey
Schwarze, die dem Schiffscapitain Laws gehörten,
und für ihren Herrn in dem Gehölze arbeiteten und
Brasilienholz hieben, und von welchen der eine, nach-
dem er von einem vom Herrn Scott gesetzten Aufse-
her übel behandelt worden, mit einer Vogelflinte nach
dem Aufseher schoß, und ihm einige Körner Schrot
in die Schulter schoß; wofür er nebst seinem unschul-
digen Gesellschafter gehangen wurde.

Während diesen Begebenheiten bekam ich von
dem Untergouverneur Bull, aus Süd-Carolina, fol-
genden Brief, der Charlestown, den 22sten Junii,
datirt war.

"Da von der hiesigen Regierung beschlossen wor-
"den ist, daß ein neues Magazin, worein 500 Faß
"Pulver gehen, in Charlestown erbauet werden soll,
"und Jhro Majestät keinen Jngenieur in dieser Pro-
"vinz haben, auch sonst niemand hier ist, mit dem
"ich mich berathschlagen, oder der mir bey Errich-
"tung eines solchen Werks beystehen könne; so hat
"mich die Assembly der Provinz ersucht, mich um ei-
"nen Plan, zu einem Gebäude von Ziegeln, an Sie
"zu wenden. Jch hoffe, daß Sie mir dieses Gesuch

"nicht

„der Zeit aufgehoben hat, weil es ihm ſeinen Gehalt
„nicht laͤnger geben wollte, iſt ein offenbarer Beweis,
„daß er ſeinen Nutzen dem gemeinen Beſten vorziehet.

„W. Moone.“

Es bot ſich indeſſen bald darauf eine Gelegenheit
dar, daß ſeine Excellenz die Begierde, Leute haͤngen
zu laſſen, befriedigen konnte. Es wurde naͤmlich
ein Soldat zum Tode verurtheilet und gerichtet, der
ſeinen Sergeanten erſtochen hatte; ingleichen zwey
Schwarze, die dem Schiffscapitain Laws gehoͤrten,
und fuͤr ihren Herrn in dem Gehoͤlze arbeiteten und
Braſilienholz hieben, und von welchen der eine, nach-
dem er von einem vom Herrn Scott geſetzten Aufſe-
her uͤbel behandelt worden, mit einer Vogelflinte nach
dem Aufſeher ſchoß, und ihm einige Koͤrner Schrot
in die Schulter ſchoß; wofuͤr er nebſt ſeinem unſchul-
digen Geſellſchafter gehangen wurde.

Waͤhrend dieſen Begebenheiten bekam ich von
dem Untergouverneur Bull, aus Suͤd-Carolina, fol-
genden Brief, der Charlestown, den 22ſten Junii,
datirt war.

„Da von der hieſigen Regierung beſchloſſen wor-
„den iſt, daß ein neues Magazin, worein 500 Faß
„Pulver gehen, in Charlestown erbauet werden ſoll,
„und Jhro Majeſtaͤt keinen Jngenieur in dieſer Pro-
„vinz haben, auch ſonſt niemand hier iſt, mit dem
„ich mich berathſchlagen, oder der mir bey Errich-
„tung eines ſolchen Werks beyſtehen koͤnne; ſo hat
„mich die Aſſembly der Provinz erſucht, mich um ei-
„nen Plan, zu einem Gebaͤude von Ziegeln, an Sie
„zu wenden. Jch hoffe, daß Sie mir dieſes Geſuch

„nicht
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <floatingText>
          <body>
            <div type="letter">
              <p><pb facs="#f0502" n="492"/>
&#x201E;der Zeit aufgehoben hat, weil es ihm &#x017F;einen Gehalt<lb/>
&#x201E;nicht la&#x0364;nger geben wollte, i&#x017F;t ein offenbarer Beweis,<lb/>
&#x201E;daß er &#x017F;einen Nutzen dem gemeinen Be&#x017F;ten vorziehet.</p><lb/>
              <closer>
                <salute> <hi rendition="#et">&#x201E;W. Moone.&#x201C;</hi> </salute>
              </closer>
            </div>
          </body>
        </floatingText><lb/>
        <p>Es bot &#x017F;ich inde&#x017F;&#x017F;en bald darauf eine Gelegenheit<lb/>
dar, daß &#x017F;eine Excellenz die Begierde, Leute ha&#x0364;ngen<lb/>
zu la&#x017F;&#x017F;en, befriedigen konnte. Es wurde na&#x0364;mlich<lb/>
ein Soldat zum Tode verurtheilet und gerichtet, der<lb/>
&#x017F;einen Sergeanten er&#x017F;tochen hatte; ingleichen zwey<lb/>
Schwarze, die dem Schiffscapitain Laws geho&#x0364;rten,<lb/>
und fu&#x0364;r ihren Herrn in dem Geho&#x0364;lze arbeiteten und<lb/>
Bra&#x017F;ilienholz hieben, und von welchen der eine, nach-<lb/>
dem er von einem vom Herrn Scott ge&#x017F;etzten Auf&#x017F;e-<lb/>
her u&#x0364;bel behandelt worden, mit einer Vogelflinte nach<lb/>
dem Auf&#x017F;eher &#x017F;choß, und ihm einige Ko&#x0364;rner Schrot<lb/>
in die Schulter &#x017F;choß; wofu&#x0364;r er neb&#x017F;t &#x017F;einem un&#x017F;chul-<lb/>
digen Ge&#x017F;ell&#x017F;chafter gehangen wurde.</p><lb/>
        <p>Wa&#x0364;hrend die&#x017F;en Begebenheiten bekam ich von<lb/>
dem Untergouverneur Bull, aus Su&#x0364;d-Carolina, fol-<lb/>
genden Brief, der Charlestown, den 22&#x017F;ten Junii,<lb/>
datirt war.</p><lb/>
        <floatingText>
          <body>
            <div type="letter">
              <p>&#x201E;Da von der hie&#x017F;igen Regierung be&#x017F;chlo&#x017F;&#x017F;en wor-<lb/>
&#x201E;den i&#x017F;t, daß ein neues Magazin, worein 500 Faß<lb/>
&#x201E;Pulver gehen, in Charlestown erbauet werden &#x017F;oll,<lb/>
&#x201E;und Jhro Maje&#x017F;ta&#x0364;t keinen Jngenieur in die&#x017F;er Pro-<lb/>
&#x201E;vinz haben, auch &#x017F;on&#x017F;t niemand hier i&#x017F;t, mit dem<lb/>
&#x201E;ich mich berath&#x017F;chlagen, oder der mir bey Errich-<lb/>
&#x201E;tung eines &#x017F;olchen Werks bey&#x017F;tehen ko&#x0364;nne; &#x017F;o hat<lb/>
&#x201E;mich die A&#x017F;&#x017F;embly der Provinz er&#x017F;ucht, mich um ei-<lb/>
&#x201E;nen Plan, zu einem Geba&#x0364;ude von Ziegeln, an Sie<lb/>
&#x201E;zu wenden. Jch hoffe, daß Sie mir die&#x017F;es Ge&#x017F;uch<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">&#x201E;nicht</fw><lb/></p>
            </div>
          </body>
        </floatingText>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[492/0502] „der Zeit aufgehoben hat, weil es ihm ſeinen Gehalt „nicht laͤnger geben wollte, iſt ein offenbarer Beweis, „daß er ſeinen Nutzen dem gemeinen Beſten vorziehet. „W. Moone.“ Es bot ſich indeſſen bald darauf eine Gelegenheit dar, daß ſeine Excellenz die Begierde, Leute haͤngen zu laſſen, befriedigen konnte. Es wurde naͤmlich ein Soldat zum Tode verurtheilet und gerichtet, der ſeinen Sergeanten erſtochen hatte; ingleichen zwey Schwarze, die dem Schiffscapitain Laws gehoͤrten, und fuͤr ihren Herrn in dem Gehoͤlze arbeiteten und Braſilienholz hieben, und von welchen der eine, nach- dem er von einem vom Herrn Scott geſetzten Aufſe- her uͤbel behandelt worden, mit einer Vogelflinte nach dem Aufſeher ſchoß, und ihm einige Koͤrner Schrot in die Schulter ſchoß; wofuͤr er nebſt ſeinem unſchul- digen Geſellſchafter gehangen wurde. Waͤhrend dieſen Begebenheiten bekam ich von dem Untergouverneur Bull, aus Suͤd-Carolina, fol- genden Brief, der Charlestown, den 22ſten Junii, datirt war. „Da von der hieſigen Regierung beſchloſſen wor- „den iſt, daß ein neues Magazin, worein 500 Faß „Pulver gehen, in Charlestown erbauet werden ſoll, „und Jhro Majeſtaͤt keinen Jngenieur in dieſer Pro- „vinz haben, auch ſonſt niemand hier iſt, mit dem „ich mich berathſchlagen, oder der mir bey Errich- „tung eines ſolchen Werks beyſtehen koͤnne; ſo hat „mich die Aſſembly der Provinz erſucht, mich um ei- „nen Plan, zu einem Gebaͤude von Ziegeln, an Sie „zu wenden. Jch hoffe, daß Sie mir dieſes Geſuch „nicht

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruce_reisen_1784
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruce_reisen_1784/502
Zitationshilfe: Bruce, Peter Henry: Des Herrn Peter Heinrich Bruce [...] Nachrichten von seinen Reisen in Deutschland, Rußland, die Tartarey, Türkey, Westindien u. s. f. Leipzig, 1784, S. 492. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruce_reisen_1784/502>, abgerufen am 21.02.2019.