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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Bah
wurde am 19. April 1857 zu Neu-
stadt in Oberschlesien geboren, erhielt
seine Schul- und Gymnasialbildung
in Kreuzburg, Neustadt, Telgie und
Berlin u. studierte darauf in Berlin
und Göttingen Landwirtschaft und
Naturwissenschaften. Jm Jahre 1881
unterzog er sich in Göttingen der
Staatsprüfung für Lehrer der Land-
wirtschaft an Landwirtschaftschulen
u. erwarb sich 1885 in Erlangen den
philosophischen Doktorgrad. Nach-
dem er seit dem Herbst 1882 als
Probekandidat und wissenschaftlicher
Hilfslehrer an der Landwirtschaft-
schule in Bitburg (Rheinprovinz) ge-
wirkt, kam er im April 1884 als Assi-
stent an die Königl. Bibliothek nach
Berlin u. setzte hier in seinen Muße-
stunden seine 1881 begonnenen Un-
tersuchungen im tierphysiologischen
Laboratorium der Königl. Landwirt-
schaftl. Hochschule fort, dessen weit-
gehendste Benutzung ihm Prof. Zuntz
in dankenswerter Weise gestattete.
Er würde sich gern auf dem einge-
schlagenen Gebiet weiter betätigt ha-
ben, wenn ihn nicht seine zu Anfang
des Jahres 1886 erfolgte Überwei-
sung an die Königl. Paulinische Bi-
bliothek zu Münster i. W. zur Einstel-
lung aller experimentellen Arbeiten
gezwungen hätte. Damit war aber
auch die Wahl eines völlig neuen Ar-
beitsfeldes geboten; Neigung u. Beruf
legten B. die Beschäftigung mit Litera-
tur-, Kultur- u. Provinzialgeschichte
nahe, u. nach mehrjährigen, eingehen-
den Studien erschienen außer zahlrei-
chen Abhandlungen in rascher Folge:
Die lateinischen Dramen von 1480
bis 1550 (1893) - Die Wiedertäufer
zu Münster (1894) - Deutschlands
katholische Katechismen (1894) - Die
Jesuitendramen der niederrheinischen
Ordensprovinz (1896) - Die Erneue-
rer des antiken Dramas (1896) -
Bibliotheca Westfalica (1898) u. a.
Jm Jahre 1894 wurde B. zum königl.
Bibliothekar, Ende 1898 zum Pro-
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Bah
fessor u. 1902 zum Oberbibliothekar
ernannt.

S:

Münsterische Lieder und
Sprichwörter in plattd. Sprache,
1896. - Alt-Münsterische Bauern-
praktik, 1896. - Westfälischer Sagen-
kranz, 1897. - Westfälische "Spöken-
kieker" u. ihre Vorgeschichten, 1897.
- Münsterländische Märchen, Sagen,
Lieder und Gebräuche, 1898. - Die
Fastnachtspiele im Zoologischen Gar-
ten zu Münster, 1898. - Mönsterske
Chronika ut oollen un nieen Tieden,
1898.

Bahlsen, Leopold,

geboren am 23.
Juli 1860 zu Erfurt, besuchte das
Realgymnasium seiner Vaterstadt,
studierte dann in Straßburg, Berlin
und Marburg neuere Sprachen und
Germanistik und erwarb sich mit der
Dissertation "Adam de la Hales Dra-
men" im September 1884 die Würde
eines Dr. phil. Nachdem er im Febr.
1885 seine wissenschaftliche Staats-
prüfung abgelegt hatte, absolvierte
er sein Probejahr am Friedrichs-
Realgymnasium in Berlin und wurde
Ostern 1887 als ordentlicher bzw.
Oberlehrer an der 6. Realschule in
Berlin angestellt. Seit 1904 Profes-
sor, erhielt er im Septbr. 1905 seine
Berufung zum Direktor des Real-
gymnasiums in Stralsund.

S:

Kotze-
bue und Sheridan, 1888. - Die Zi-
geuner (D.), 1892. - Schulfestspiele
aus der Geschichte des Vaterlandes,
1893. - Verschiedene Schulschriften
über englische u. französische Sprache.

Bahn, Adolf,

* am 7. Juni 1813
in Berlin, begann 1833 bei Direktor
Julius Miller zu Dessau seine Büh-
nenlaufbahn, war dann für Lieb-
haberrollen in Altenburg u. Koburg-
Gotha engagiert, verließ indes schon
1838 die Bühne u. wandte sich schrift-
stellerischer Tätigkeit zu. 1848 war
er Besitzer der Bahnschen Buchdrucke-
rei in Berlin, lebte längere Zeit in
Paris u. zuletzt durch viele Jahre in
Wiesbaden, wo er am 7. März 1882 +.

S:

Bühnenspiele für das deutsche

*


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Bah
wurde am 19. April 1857 zu Neu-
ſtadt in Oberſchleſien geboren, erhielt
ſeine Schul- und Gymnaſialbildung
in Kreuzburg, Neuſtadt, Telgie und
Berlin u. ſtudierte darauf in Berlin
und Göttingen Landwirtſchaft und
Naturwiſſenſchaften. Jm Jahre 1881
unterzog er ſich in Göttingen der
Staatsprüfung für Lehrer der Land-
wirtſchaft an Landwirtſchaftſchulen
u. erwarb ſich 1885 in Erlangen den
philoſophiſchen Doktorgrad. Nach-
dem er ſeit dem Herbſt 1882 als
Probekandidat und wiſſenſchaftlicher
Hilfslehrer an der Landwirtſchaft-
ſchule in Bitburg (Rheinprovinz) ge-
wirkt, kam er im April 1884 als Aſſi-
ſtent an die Königl. Bibliothek nach
Berlin u. ſetzte hier in ſeinen Muße-
ſtunden ſeine 1881 begonnenen Un-
terſuchungen im tierphyſiologiſchen
Laboratorium der Königl. Landwirt-
ſchaftl. Hochſchule fort, deſſen weit-
gehendſte Benutzung ihm Prof. Zuntz
in dankenswerter Weiſe geſtattete.
Er würde ſich gern auf dem einge-
ſchlagenen Gebiet weiter betätigt ha-
ben, wenn ihn nicht ſeine zu Anfang
des Jahres 1886 erfolgte Überwei-
ſung an die Königl. Pauliniſche Bi-
bliothek zu Münſter i. W. zur Einſtel-
lung aller experimentellen Arbeiten
gezwungen hätte. Damit war aber
auch die Wahl eines völlig neuen Ar-
beitsfeldes geboten; Neigung u. Beruf
legten B. die Beſchäftigung mit Litera-
tur-, Kultur- u. Provinzialgeſchichte
nahe, u. nach mehrjährigen, eingehen-
den Studien erſchienen außer zahlrei-
chen Abhandlungen in raſcher Folge:
Die lateiniſchen Dramen von 1480
bis 1550 (1893) – Die Wiedertäufer
zu Münſter (1894) – Deutſchlands
katholiſche Katechismen (1894) – Die
Jeſuitendramen der niederrheiniſchen
Ordensprovinz (1896) – Die Erneue-
rer des antiken Dramas (1896) –
Bibliotheca Westfalica (1898) u. a.
Jm Jahre 1894 wurde B. zum königl.
Bibliothekar, Ende 1898 zum Pro-
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Bah
feſſor u. 1902 zum Oberbibliothekar
ernannt.

S:

Münſteriſche Lieder und
Sprichwörter in plattd. Sprache,
1896. – Alt-Münſteriſche Bauern-
praktik, 1896. – Weſtfäliſcher Sagen-
kranz, 1897. – Weſtfäliſche „Spöken-
kieker“ u. ihre Vorgeſchichten, 1897.
– Münſterländiſche Märchen, Sagen,
Lieder und Gebräuche, 1898. – Die
Faſtnachtſpiele im Zoologiſchen Gar-
ten zu Münſter, 1898. – Mönſterske
Chronika ut oollen un nieen Tieden,
1898.

Bahlſen, Leopold,

geboren am 23.
Juli 1860 zu Erfurt, beſuchte das
Realgymnaſium ſeiner Vaterſtadt,
ſtudierte dann in Straßburg, Berlin
und Marburg neuere Sprachen und
Germaniſtik und erwarb ſich mit der
Diſſertation „Adam de la Hales Dra-
men“ im September 1884 die Würde
eines Dr. phil. Nachdem er im Febr.
1885 ſeine wiſſenſchaftliche Staats-
prüfung abgelegt hatte, abſolvierte
er ſein Probejahr am Friedrichs-
Realgymnaſium in Berlin und wurde
Oſtern 1887 als ordentlicher bzw.
Oberlehrer an der 6. Realſchule in
Berlin angeſtellt. Seit 1904 Profeſ-
ſor, erhielt er im Septbr. 1905 ſeine
Berufung zum Direktor des Real-
gymnaſiums in Stralſund.

S:

Kotze-
bue und Sheridan, 1888. – Die Zi-
geuner (D.), 1892. – Schulfeſtſpiele
aus der Geſchichte des Vaterlandes,
1893. – Verſchiedene Schulſchriften
über engliſche u. franzöſiſche Sprache.

Bahn, Adolf,

* am 7. Juni 1813
in Berlin, begann 1833 bei Direktor
Julius Miller zu Deſſau ſeine Büh-
nenlaufbahn, war dann für Lieb-
haberrollen in Altenburg u. Koburg-
Gotha engagiert, verließ indes ſchon
1838 die Bühne u. wandte ſich ſchrift-
ſtelleriſcher Tätigkeit zu. 1848 war
er Beſitzer der Bahnſchen Buchdrucke-
rei in Berlin, lebte längere Zeit in
Paris u. zuletzt durch viele Jahre in
Wiesbaden, wo er am 7. März 1882 †.

S:

Bühnenſpiele für das deutſche

*
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[107/0111] Bah Bah wurde am 19. April 1857 zu Neu- ſtadt in Oberſchleſien geboren, erhielt ſeine Schul- und Gymnaſialbildung in Kreuzburg, Neuſtadt, Telgie und Berlin u. ſtudierte darauf in Berlin und Göttingen Landwirtſchaft und Naturwiſſenſchaften. Jm Jahre 1881 unterzog er ſich in Göttingen der Staatsprüfung für Lehrer der Land- wirtſchaft an Landwirtſchaftſchulen u. erwarb ſich 1885 in Erlangen den philoſophiſchen Doktorgrad. Nach- dem er ſeit dem Herbſt 1882 als Probekandidat und wiſſenſchaftlicher Hilfslehrer an der Landwirtſchaft- ſchule in Bitburg (Rheinprovinz) ge- wirkt, kam er im April 1884 als Aſſi- ſtent an die Königl. Bibliothek nach Berlin u. ſetzte hier in ſeinen Muße- ſtunden ſeine 1881 begonnenen Un- terſuchungen im tierphyſiologiſchen Laboratorium der Königl. Landwirt- ſchaftl. Hochſchule fort, deſſen weit- gehendſte Benutzung ihm Prof. Zuntz in dankenswerter Weiſe geſtattete. Er würde ſich gern auf dem einge- ſchlagenen Gebiet weiter betätigt ha- ben, wenn ihn nicht ſeine zu Anfang des Jahres 1886 erfolgte Überwei- ſung an die Königl. Pauliniſche Bi- bliothek zu Münſter i. W. zur Einſtel- lung aller experimentellen Arbeiten gezwungen hätte. Damit war aber auch die Wahl eines völlig neuen Ar- beitsfeldes geboten; Neigung u. Beruf legten B. die Beſchäftigung mit Litera- tur-, Kultur- u. Provinzialgeſchichte nahe, u. nach mehrjährigen, eingehen- den Studien erſchienen außer zahlrei- chen Abhandlungen in raſcher Folge: Die lateiniſchen Dramen von 1480 bis 1550 (1893) – Die Wiedertäufer zu Münſter (1894) – Deutſchlands katholiſche Katechismen (1894) – Die Jeſuitendramen der niederrheiniſchen Ordensprovinz (1896) – Die Erneue- rer des antiken Dramas (1896) – Bibliotheca Westfalica (1898) u. a. Jm Jahre 1894 wurde B. zum königl. Bibliothekar, Ende 1898 zum Pro- feſſor u. 1902 zum Oberbibliothekar ernannt. S: Münſteriſche Lieder und Sprichwörter in plattd. Sprache, 1896. – Alt-Münſteriſche Bauern- praktik, 1896. – Weſtfäliſcher Sagen- kranz, 1897. – Weſtfäliſche „Spöken- kieker“ u. ihre Vorgeſchichten, 1897. – Münſterländiſche Märchen, Sagen, Lieder und Gebräuche, 1898. – Die Faſtnachtſpiele im Zoologiſchen Gar- ten zu Münſter, 1898. – Mönſterske Chronika ut oollen un nieen Tieden, 1898. Bahlſen, Leopold, geboren am 23. Juli 1860 zu Erfurt, beſuchte das Realgymnaſium ſeiner Vaterſtadt, ſtudierte dann in Straßburg, Berlin und Marburg neuere Sprachen und Germaniſtik und erwarb ſich mit der Diſſertation „Adam de la Hales Dra- men“ im September 1884 die Würde eines Dr. phil. Nachdem er im Febr. 1885 ſeine wiſſenſchaftliche Staats- prüfung abgelegt hatte, abſolvierte er ſein Probejahr am Friedrichs- Realgymnaſium in Berlin und wurde Oſtern 1887 als ordentlicher bzw. Oberlehrer an der 6. Realſchule in Berlin angeſtellt. Seit 1904 Profeſ- ſor, erhielt er im Septbr. 1905 ſeine Berufung zum Direktor des Real- gymnaſiums in Stralſund. S: Kotze- bue und Sheridan, 1888. – Die Zi- geuner (D.), 1892. – Schulfeſtſpiele aus der Geſchichte des Vaterlandes, 1893. – Verſchiedene Schulſchriften über engliſche u. franzöſiſche Sprache. Bahn, Adolf, * am 7. Juni 1813 in Berlin, begann 1833 bei Direktor Julius Miller zu Deſſau ſeine Büh- nenlaufbahn, war dann für Lieb- haberrollen in Altenburg u. Koburg- Gotha engagiert, verließ indes ſchon 1838 die Bühne u. wandte ſich ſchrift- ſtelleriſcher Tätigkeit zu. 1848 war er Beſitzer der Bahnſchen Buchdrucke- rei in Berlin, lebte längere Zeit in Paris u. zuletzt durch viele Jahre in Wiesbaden, wo er am 7. März 1882 †. S: Bühnenſpiele für das deutſche *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 107. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/111>, abgerufen am 24.03.2019.