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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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war sie ihrem Vater eine getreue Dia-
konissin, insofern sie ihm einerseits
den Betrieb der mit der Pfarre ver-
bundenen Landwirtschaft abnahm u.
anderseits in der Seelsorge seiner
Wirksamkeit die Bahn bereitete. Noch
mehr erweitert wurde ihr Arbeits-
feld, als der Typhus ihre Mutter da-
hinraffte, und sie würde ihren Vater
auch nicht verlassen haben, wenn nicht
nach dem Tode ihrer Schwester Ma-
thilde der Gatte derselben, Pastor
Wiegand in Woltershausen, ihrer
Hilfe so dringend bedurft hätte. So
siedelte sie dorthin über u. stand sei-
nem Haushalt bis zu seinem Tode
vor. Da kurz vorher auch ihr Vater
gestorben war, so beschloß sie, sich der
Krankenpflege zu widmen, u. zog nach
dem Kurorte Lauterberg am Harz.
Hier blieb sie zwei Jahre, bis die
Liebe zu ihren Geschwistern sie wieder
bald hierhin, bald dorthin führte,
wo eben ihrer Hilfe bedurft wurde.
Jn Bielefeld glaubte sie bei ihrer ver-
witweten Schwester Agnes Gelegen-
heit gefunden zu haben, ihre Kraft den
kirchlichen Jnteressen dieses Platzes
u. dem Dienst seiner Wohltätigkeits-
anstalten widmen zu können, aber
schon nach Jahresfrist verlangte ihr
Neffe in Leipzig, dem seine junge
Gattin durch den Tod entrissen wor-
den war, nach Tante Nataliens Hilfe,
und seitdem lebt sie in Sachsens Uni-
versitätsstadt. Jhre schriftstellerische
Tätigkeit begann in Woltershausen
und hörte dort auch auf, da sie über
derselben ihren Hauptberuf niemals
vernachlässigen mochte.

S:

Hannö-
versche Dorfgeschichten; III, 1876-78.

Barinkay, S.,

Pseud. für Anne
Kraus;
s. d.!

*Barndt, Jsidor,

* am 12. Sept.
1816 zu Siebenhufen bei Strehlen
in Schlesien, besuchte das Gymnasium
in Neiße, studierte in Breslau Theo-
logie, wurde 1848 zum Priester ge-
weiht, war seit 1866 Pfarrer in Kam-
nig bei Münsterberg in Schlesien,
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später auch Erzpriester daselbst und
starb am 24. Febr. 1891.

S:

Wilde
Rosen (Ge.), 1844. - Aus dem Tage-
buche eines Schulmeisters, 1859. -
Sankt Ursula u. ihre Gefährtinnen
(Lr. und Vorträge), 1862. - Fromm
und froh (Festsp.), 1863. - Die Jung-
frauen des Evangeliums (Melodr.),
1864. - Herbstblumen (Ge.), 1864. -
Blätter und Blumen (Ge.), 1867. -
Von Hindostan nach Preußen (Reise-
bilder in V.), 1868. - Kirchenlieder,
1869. - Pius-Hymnen (Son.), 1870.

Barnickel, Heinrich Karl Theo-
dor,

pseud. Heinrich von Selbitz,
geb. am 1. Juni 1845 in Selbitz in
Oberfranken, lebte (1891) als Ober-
leutnant a. D. in Würzburg, (1897)
als Hauptmann z. D. daselbst, seit
1900 in Oberhaus, Passau, jetzt in
Ansbach.

S:

Unter dem Raupen-
helm (Bayerische Soldatengeschn. a.
alter Zeit); II, 1892-98. - Anno da-
zumal (Bayer. heit. Soldatengeschn.),
1894. 2. A. 1896. - Weiß-blau ist
bayerisch! (Heit. Soldatengeschn.),
1906. - Jn Reih' und Glied (Bayer.,
heit. Soldatengeschn. a. vergangener
Zeit), 1906.

Baron, Emma,

pseudon. E. von
Münchershof,
wurde am 15. Sept.
1844 in Münchershof bei Neustettin
in Pommern als die Tochter des
Gutsbesitzers von Damitz geboren.
Als der Vater die Verwaltung seines
Gutes aufgab und die Stelle eines
königl. Baumeisters übernahm, war
er gezwungen, häufig seinen Wohnort
zu wechseln, und so kam die Tochter
nach Görlitz, Strehlen und Glatz und
erhielt an diesen Orten ihre Unter-
weisung u. Bildung. Seit ihrer Kon-
firmation war sie poetisch vielfach
tätig, und ihre lyrischen Erzeugnisse
fanden in vielen Zeitschriften Auf-
nahme. Auch nach ihrer Verheira-
tung mit dem damaligen Leutnant,
späteren Generalmajor Baron, fand
sie trotz der gesteigerten Ansprüche an
den gesellschaftlichen Verkehr doch

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war ſie ihrem Vater eine getreue Dia-
koniſſin, inſofern ſie ihm einerſeits
den Betrieb der mit der Pfarre ver-
bundenen Landwirtſchaft abnahm u.
anderſeits in der Seelſorge ſeiner
Wirkſamkeit die Bahn bereitete. Noch
mehr erweitert wurde ihr Arbeits-
feld, als der Typhus ihre Mutter da-
hinraffte, und ſie würde ihren Vater
auch nicht verlaſſen haben, wenn nicht
nach dem Tode ihrer Schweſter Ma-
thilde der Gatte derſelben, Paſtor
Wiegand in Woltershauſen, ihrer
Hilfe ſo dringend bedurft hätte. So
ſiedelte ſie dorthin über u. ſtand ſei-
nem Haushalt bis zu ſeinem Tode
vor. Da kurz vorher auch ihr Vater
geſtorben war, ſo beſchloß ſie, ſich der
Krankenpflege zu widmen, u. zog nach
dem Kurorte Lauterberg am Harz.
Hier blieb ſie zwei Jahre, bis die
Liebe zu ihren Geſchwiſtern ſie wieder
bald hierhin, bald dorthin führte,
wo eben ihrer Hilfe bedurft wurde.
Jn Bielefeld glaubte ſie bei ihrer ver-
witweten Schweſter Agnes Gelegen-
heit gefunden zu haben, ihre Kraft den
kirchlichen Jntereſſen dieſes Platzes
u. dem Dienſt ſeiner Wohltätigkeits-
anſtalten widmen zu können, aber
ſchon nach Jahresfriſt verlangte ihr
Neffe in Leipzig, dem ſeine junge
Gattin durch den Tod entriſſen wor-
den war, nach Tante Nataliens Hilfe,
und ſeitdem lebt ſie in Sachſens Uni-
verſitätsſtadt. Jhre ſchriftſtelleriſche
Tätigkeit begann in Woltershauſen
und hörte dort auch auf, da ſie über
derſelben ihren Hauptberuf niemals
vernachläſſigen mochte.

S:

Hannö-
verſche Dorfgeſchichten; III, 1876–78.

Barinkay, S.,

Pſeud. für Anne
Kraus;
ſ. d.!

*Barndt, Jſidor,

* am 12. Sept.
1816 zu Siebenhufen bei Strehlen
in Schleſien, beſuchte das Gymnaſium
in Neiße, ſtudierte in Breslau Theo-
logie, wurde 1848 zum Prieſter ge-
weiht, war ſeit 1866 Pfarrer in Kam-
nig bei Münſterberg in Schleſien,
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ſpäter auch Erzprieſter daſelbſt und
ſtarb am 24. Febr. 1891.

S:

Wilde
Roſen (Ge.), 1844. – Aus dem Tage-
buche eines Schulmeiſters, 1859. –
Sankt Urſula u. ihre Gefährtinnen
(Lr. und Vorträge), 1862. – Fromm
und froh (Feſtſp.), 1863. – Die Jung-
frauen des Evangeliums (Melodr.),
1864. – Herbſtblumen (Ge.), 1864. –
Blätter und Blumen (Ge.), 1867. –
Von Hindoſtan nach Preußen (Reiſe-
bilder in V.), 1868. – Kirchenlieder,
1869. – Pius-Hymnen (Son.), 1870.

Barnickel, Heinrich Karl Theo-
dor,

pſeud. Heinrich von Selbitz,
geb. am 1. Juni 1845 in Selbitz in
Oberfranken, lebte (1891) als Ober-
leutnant a. D. in Würzburg, (1897)
als Hauptmann z. D. daſelbſt, ſeit
1900 in Oberhaus, Paſſau, jetzt in
Ansbach.

S:

Unter dem Raupen-
helm (Bayeriſche Soldatengeſchn. a.
alter Zeit); II, 1892–98. – Anno da-
zumal (Bayer. heit. Soldatengeſchn.),
1894. 2. A. 1896. – Weiß-blau iſt
bayeriſch! (Heit. Soldatengeſchn.),
1906. – Jn Reih’ und Glied (Bayer.,
heit. Soldatengeſchn. a. vergangener
Zeit), 1906.

Baron, Emma,

pſeudon. E. von
Münchershof,
wurde am 15. Sept.
1844 in Münchershof bei Neuſtettin
in Pommern als die Tochter des
Gutsbeſitzers von Damitz geboren.
Als der Vater die Verwaltung ſeines
Gutes aufgab und die Stelle eines
königl. Baumeiſters übernahm, war
er gezwungen, häufig ſeinen Wohnort
zu wechſeln, und ſo kam die Tochter
nach Görlitz, Strehlen und Glatz und
erhielt an dieſen Orten ihre Unter-
weiſung u. Bildung. Seit ihrer Kon-
firmation war ſie poetiſch vielfach
tätig, und ihre lyriſchen Erzeugniſſe
fanden in vielen Zeitſchriften Auf-
nahme. Auch nach ihrer Verheira-
tung mit dem damaligen Leutnant,
ſpäteren Generalmajor Baron, fand
ſie trotz der geſteigerten Anſprüche an
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*
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[121/0125] Bar Bar war ſie ihrem Vater eine getreue Dia- koniſſin, inſofern ſie ihm einerſeits den Betrieb der mit der Pfarre ver- bundenen Landwirtſchaft abnahm u. anderſeits in der Seelſorge ſeiner Wirkſamkeit die Bahn bereitete. Noch mehr erweitert wurde ihr Arbeits- feld, als der Typhus ihre Mutter da- hinraffte, und ſie würde ihren Vater auch nicht verlaſſen haben, wenn nicht nach dem Tode ihrer Schweſter Ma- thilde der Gatte derſelben, Paſtor Wiegand in Woltershauſen, ihrer Hilfe ſo dringend bedurft hätte. So ſiedelte ſie dorthin über u. ſtand ſei- nem Haushalt bis zu ſeinem Tode vor. Da kurz vorher auch ihr Vater geſtorben war, ſo beſchloß ſie, ſich der Krankenpflege zu widmen, u. zog nach dem Kurorte Lauterberg am Harz. Hier blieb ſie zwei Jahre, bis die Liebe zu ihren Geſchwiſtern ſie wieder bald hierhin, bald dorthin führte, wo eben ihrer Hilfe bedurft wurde. Jn Bielefeld glaubte ſie bei ihrer ver- witweten Schweſter Agnes Gelegen- heit gefunden zu haben, ihre Kraft den kirchlichen Jntereſſen dieſes Platzes u. dem Dienſt ſeiner Wohltätigkeits- anſtalten widmen zu können, aber ſchon nach Jahresfriſt verlangte ihr Neffe in Leipzig, dem ſeine junge Gattin durch den Tod entriſſen wor- den war, nach Tante Nataliens Hilfe, und ſeitdem lebt ſie in Sachſens Uni- verſitätsſtadt. Jhre ſchriftſtelleriſche Tätigkeit begann in Woltershauſen und hörte dort auch auf, da ſie über derſelben ihren Hauptberuf niemals vernachläſſigen mochte. S: Hannö- verſche Dorfgeſchichten; III, 1876–78. Barinkay, S., Pſeud. für Anne Kraus; ſ. d.! *Barndt, Jſidor, * am 12. Sept. 1816 zu Siebenhufen bei Strehlen in Schleſien, beſuchte das Gymnaſium in Neiße, ſtudierte in Breslau Theo- logie, wurde 1848 zum Prieſter ge- weiht, war ſeit 1866 Pfarrer in Kam- nig bei Münſterberg in Schleſien, ſpäter auch Erzprieſter daſelbſt und ſtarb am 24. Febr. 1891. S: Wilde Roſen (Ge.), 1844. – Aus dem Tage- buche eines Schulmeiſters, 1859. – Sankt Urſula u. ihre Gefährtinnen (Lr. und Vorträge), 1862. – Fromm und froh (Feſtſp.), 1863. – Die Jung- frauen des Evangeliums (Melodr.), 1864. – Herbſtblumen (Ge.), 1864. – Blätter und Blumen (Ge.), 1867. – Von Hindoſtan nach Preußen (Reiſe- bilder in V.), 1868. – Kirchenlieder, 1869. – Pius-Hymnen (Son.), 1870. Barnickel, Heinrich Karl Theo- dor, pſeud. Heinrich von Selbitz, geb. am 1. Juni 1845 in Selbitz in Oberfranken, lebte (1891) als Ober- leutnant a. D. in Würzburg, (1897) als Hauptmann z. D. daſelbſt, ſeit 1900 in Oberhaus, Paſſau, jetzt in Ansbach. S: Unter dem Raupen- helm (Bayeriſche Soldatengeſchn. a. alter Zeit); II, 1892–98. – Anno da- zumal (Bayer. heit. Soldatengeſchn.), 1894. 2. A. 1896. – Weiß-blau iſt bayeriſch! (Heit. Soldatengeſchn.), 1906. – Jn Reih’ und Glied (Bayer., heit. Soldatengeſchn. a. vergangener Zeit), 1906. Baron, Emma, pſeudon. E. von Münchershof, wurde am 15. Sept. 1844 in Münchershof bei Neuſtettin in Pommern als die Tochter des Gutsbeſitzers von Damitz geboren. Als der Vater die Verwaltung ſeines Gutes aufgab und die Stelle eines königl. Baumeiſters übernahm, war er gezwungen, häufig ſeinen Wohnort zu wechſeln, und ſo kam die Tochter nach Görlitz, Strehlen und Glatz und erhielt an dieſen Orten ihre Unter- weiſung u. Bildung. Seit ihrer Kon- firmation war ſie poetiſch vielfach tätig, und ihre lyriſchen Erzeugniſſe fanden in vielen Zeitſchriften Auf- nahme. Auch nach ihrer Verheira- tung mit dem damaligen Leutnant, ſpäteren Generalmajor Baron, fand ſie trotz der geſteigerten Anſprüche an den geſellſchaftlichen Verkehr doch *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 121. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/125>, abgerufen am 25.03.2019.