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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Bau
Spiel begeistert, zur Bühne und er-
hielt 1834 sein erstes Engagement am
Stadttheater in Mainz, wo er mit
Döring u. Dessoir zusammen spielte.
Von Mainz führte ihn seine Künstler-
laufbahn nach Wiesbaden, Bamberg,
Preßburg, Olmütz, Regensburg,
Nürnberg zur Birch-Pfeiffer nach
Zürich, zu Maurice nach Hamburg,
an das Hoftheater in Hannover und
endlich 1848 nach Wien, wo er neun
Jahre lang am Theater an der Wien
u. am Carl-Theater wirkte. Später
war er in Brünn, Leipzig, Peters-
burg, Hamburg, Berlin tätig u. be-
schloß seine Künstlerlaufbahn in Kla-
genfurt, wo er 1874-76 das Theater
leitete. Er zog sich nun ins Privat-
leben zurück und + am 11. Sept. 1879
in Marienbad.

S:

Eine Jugend-
sünde (Lsp.) u.: Georgi (P.), 1853. -
Nummer Sicher (P.), 1858. - Eine
Nacht in Salzbrunn (P.), 1859. - Der
Stellvertreter (Lsp.), 1869. - Elisa-
beth von England (Hist. Tr.), 1869.

*Bauck, Elisabeth,

wurde am 18.
Septbr. 1878 in Jnowrazlaw (jetzt:
Hohensalza) in der Provinz Posen
geboren. Jhr Vater war der preu-
ßische Offizier Karl Bauck, ihre Mut-
ter die spätere Schriftstellerin Anna
Breniano-Bauck (s. d.!). Nach drei
Jahren kam sie mit den Eltern nach
der pommerschen Heimat derselben
und ein Jahr später nach Berlin, wo
sie in kurzer Zeit ihren Vater, der bei
einem Manöver verunglückte, und
ihren einzigen Bruder verlor. Jhre
Erziehung bewegte sich nicht in den
gewöhnlichen Bahnen; öffentliche
Schulen besuchte sie nur kurze Zeit
und in großen Zwischenräumen. Da-
gegen machte sie mit der Mutter einige
weite Reisen u. lernte schon als Kind
Frankreich, Belgien, die deutsche und
französische Schweiz kennen. Die Er-
innerungen, welche sie bei diesem
lebendigen Anschauungs-Unterricht
sammelte, hat sie später in ihren Ju-
gend- und Volksschriften vielfach ver-
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Bau
wertet. Literarisch tätig ist sie seit
dem 14. Jahre, war auch mehrere
Jahre ungenannte Mitarbeiterin
ihrer Mutter, die sich nach Lösung
ihrer zweiten Ehe (1892) aus Er-
werbsrücksichten ganz der literarischen
Tätigkeit zuwandte. Nach deren
schwerer Erkrankung (1898) arbeitete
sie für sich allein. Außer einer Reihe
christlicher Erzählungen für die Ju-
gend veröffentlichte sie:

S:

Der Engel
der Geduld und anderes (4 En.: Der
Engel der Geduld. - Das Lichtchen. -
Das Kind im Schnee. - Der Hirten-
knabe), 1903. - Die Vergangenheit
(N., vereint mit der N. ihrer Mutter:
Eine glänzende Partie), 1904. - Men-
schenrecht (R.), 1906.

*Baudissin, Adalbert Heinrich
Graf von,

Bruder des folgenden,
wurde am 25. Jan. 1820 auf Hoved-
gaard in Jütland geboren, besuchte
die Domschule in Schleswig, widmete
sich dann auf der Bergakademie zu
Freiberg in Sachsen dem Bergbau u.
trat 1841 in österreichische Staats-
dienste. Seit 1843 Oberamtsassessor
in Gmunden, gab er 1848 seine amt-
liche Stellung auf, ging nach Schles-
wig und trat als Freiwilliger in das
1. schleswig-holsteinische Jägerkorps
ein. Er wurde bald Offizier, 1850
Premierleutnant beim 3. Jägerkorps
u. 1851 beim 3. Jnfanteriebataillon
des holsteinischen Kontingents. Als
er nach beendigtem Kriege Schleswig
verlassen mußte, nach Österreich aber
nicht zurückkehren mochte, entschloß
er sich 1852 zur Auswanderung nach
Nordamerika. Hier war er erst Far-
mer, dann Buchhändler u. Redakteur
einer Zeitung; eine Zeitlang verwal-
tete er auch ein Bergwerk. Beim
Ausbruch des Krieges zwischen den
Nord- und Südstaaten Amerikas
(1862) kehrte er nach Deutschland zu-
rück, nahm seinen Wohnsitz in Altona
und widmete sich der Schriftstellerei.
Nach dem zweiten deutsch-dänischen
Kriege von 1864 bekleidete er das

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Bau
Spiel begeiſtert, zur Bühne und er-
hielt 1834 ſein erſtes Engagement am
Stadttheater in Mainz, wo er mit
Döring u. Deſſoir zuſammen ſpielte.
Von Mainz führte ihn ſeine Künſtler-
laufbahn nach Wiesbaden, Bamberg,
Preßburg, Olmütz, Regensburg,
Nürnberg zur Birch-Pfeiffer nach
Zürich, zu Maurice nach Hamburg,
an das Hoftheater in Hannover und
endlich 1848 nach Wien, wo er neun
Jahre lang am Theater an der Wien
u. am Carl-Theater wirkte. Später
war er in Brünn, Leipzig, Peters-
burg, Hamburg, Berlin tätig u. be-
ſchloß ſeine Künſtlerlaufbahn in Kla-
genfurt, wo er 1874–76 das Theater
leitete. Er zog ſich nun ins Privat-
leben zurück und † am 11. Sept. 1879
in Marienbad.

S:

Eine Jugend-
ſünde (Lſp.) u.: Georgi (P.), 1853. –
Nummer Sicher (P.), 1858. – Eine
Nacht in Salzbrunn (P.), 1859. – Der
Stellvertreter (Lſp.), 1869. – Eliſa-
beth von England (Hiſt. Tr.), 1869.

*Bauck, Eliſabeth,

wurde am 18.
Septbr. 1878 in Jnowrazlaw (jetzt:
Hohenſalza) in der Provinz Poſen
geboren. Jhr Vater war der preu-
ßiſche Offizier Karl Bauck, ihre Mut-
ter die ſpätere Schriftſtellerin Anna
Breniano-Bauck (ſ. d.!). Nach drei
Jahren kam ſie mit den Eltern nach
der pommerſchen Heimat derſelben
und ein Jahr ſpäter nach Berlin, wo
ſie in kurzer Zeit ihren Vater, der bei
einem Manöver verunglückte, und
ihren einzigen Bruder verlor. Jhre
Erziehung bewegte ſich nicht in den
gewöhnlichen Bahnen; öffentliche
Schulen beſuchte ſie nur kurze Zeit
und in großen Zwiſchenräumen. Da-
gegen machte ſie mit der Mutter einige
weite Reiſen u. lernte ſchon als Kind
Frankreich, Belgien, die deutſche und
franzöſiſche Schweiz kennen. Die Er-
innerungen, welche ſie bei dieſem
lebendigen Anſchauungs-Unterricht
ſammelte, hat ſie ſpäter in ihren Ju-
gend- und Volksſchriften vielfach ver-
[Spaltenumbruch]

Bau
wertet. Literariſch tätig iſt ſie ſeit
dem 14. Jahre, war auch mehrere
Jahre ungenannte Mitarbeiterin
ihrer Mutter, die ſich nach Löſung
ihrer zweiten Ehe (1892) aus Er-
werbsrückſichten ganz der literariſchen
Tätigkeit zuwandte. Nach deren
ſchwerer Erkrankung (1898) arbeitete
ſie für ſich allein. Außer einer Reihe
chriſtlicher Erzählungen für die Ju-
gend veröffentlichte ſie:

S:

Der Engel
der Geduld und anderes (4 En.: Der
Engel der Geduld. – Das Lichtchen. –
Das Kind im Schnee. – Der Hirten-
knabe), 1903. – Die Vergangenheit
(N., vereint mit der N. ihrer Mutter:
Eine glänzende Partie), 1904. – Men-
ſchenrecht (R.), 1906.

*Baudiſſin, Adalbert Heinrich
Graf von,

Bruder des folgenden,
wurde am 25. Jan. 1820 auf Hoved-
gaard in Jütland geboren, beſuchte
die Domſchule in Schleswig, widmete
ſich dann auf der Bergakademie zu
Freiberg in Sachſen dem Bergbau u.
trat 1841 in öſterreichiſche Staats-
dienſte. Seit 1843 Oberamtsaſſeſſor
in Gmunden, gab er 1848 ſeine amt-
liche Stellung auf, ging nach Schles-
wig und trat als Freiwilliger in das
1. ſchleswig-holſteiniſche Jägerkorps
ein. Er wurde bald Offizier, 1850
Premierleutnant beim 3. Jägerkorps
u. 1851 beim 3. Jnfanteriebataillon
des holſteiniſchen Kontingents. Als
er nach beendigtem Kriege Schleswig
verlaſſen mußte, nach Öſterreich aber
nicht zurückkehren mochte, entſchloß
er ſich 1852 zur Auswanderung nach
Nordamerika. Hier war er erſt Far-
mer, dann Buchhändler u. Redakteur
einer Zeitung; eine Zeitlang verwal-
tete er auch ein Bergwerk. Beim
Ausbruch des Krieges zwiſchen den
Nord- und Südſtaaten Amerikas
(1862) kehrte er nach Deutſchland zu-
rück, nahm ſeinen Wohnſitz in Altona
und widmete ſich der Schriftſtellerei.
Nach dem zweiten deutſch-däniſchen
Kriege von 1864 bekleidete er das

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[133/0137] Bau Bau Spiel begeiſtert, zur Bühne und er- hielt 1834 ſein erſtes Engagement am Stadttheater in Mainz, wo er mit Döring u. Deſſoir zuſammen ſpielte. Von Mainz führte ihn ſeine Künſtler- laufbahn nach Wiesbaden, Bamberg, Preßburg, Olmütz, Regensburg, Nürnberg zur Birch-Pfeiffer nach Zürich, zu Maurice nach Hamburg, an das Hoftheater in Hannover und endlich 1848 nach Wien, wo er neun Jahre lang am Theater an der Wien u. am Carl-Theater wirkte. Später war er in Brünn, Leipzig, Peters- burg, Hamburg, Berlin tätig u. be- ſchloß ſeine Künſtlerlaufbahn in Kla- genfurt, wo er 1874–76 das Theater leitete. Er zog ſich nun ins Privat- leben zurück und † am 11. Sept. 1879 in Marienbad. S: Eine Jugend- ſünde (Lſp.) u.: Georgi (P.), 1853. – Nummer Sicher (P.), 1858. – Eine Nacht in Salzbrunn (P.), 1859. – Der Stellvertreter (Lſp.), 1869. – Eliſa- beth von England (Hiſt. Tr.), 1869. *Bauck, Eliſabeth, wurde am 18. Septbr. 1878 in Jnowrazlaw (jetzt: Hohenſalza) in der Provinz Poſen geboren. Jhr Vater war der preu- ßiſche Offizier Karl Bauck, ihre Mut- ter die ſpätere Schriftſtellerin Anna Breniano-Bauck (ſ. d.!). Nach drei Jahren kam ſie mit den Eltern nach der pommerſchen Heimat derſelben und ein Jahr ſpäter nach Berlin, wo ſie in kurzer Zeit ihren Vater, der bei einem Manöver verunglückte, und ihren einzigen Bruder verlor. Jhre Erziehung bewegte ſich nicht in den gewöhnlichen Bahnen; öffentliche Schulen beſuchte ſie nur kurze Zeit und in großen Zwiſchenräumen. Da- gegen machte ſie mit der Mutter einige weite Reiſen u. lernte ſchon als Kind Frankreich, Belgien, die deutſche und franzöſiſche Schweiz kennen. Die Er- innerungen, welche ſie bei dieſem lebendigen Anſchauungs-Unterricht ſammelte, hat ſie ſpäter in ihren Ju- gend- und Volksſchriften vielfach ver- wertet. Literariſch tätig iſt ſie ſeit dem 14. Jahre, war auch mehrere Jahre ungenannte Mitarbeiterin ihrer Mutter, die ſich nach Löſung ihrer zweiten Ehe (1892) aus Er- werbsrückſichten ganz der literariſchen Tätigkeit zuwandte. Nach deren ſchwerer Erkrankung (1898) arbeitete ſie für ſich allein. Außer einer Reihe chriſtlicher Erzählungen für die Ju- gend veröffentlichte ſie: S: Der Engel der Geduld und anderes (4 En.: Der Engel der Geduld. – Das Lichtchen. – Das Kind im Schnee. – Der Hirten- knabe), 1903. – Die Vergangenheit (N., vereint mit der N. ihrer Mutter: Eine glänzende Partie), 1904. – Men- ſchenrecht (R.), 1906. *Baudiſſin, Adalbert Heinrich Graf von, Bruder des folgenden, wurde am 25. Jan. 1820 auf Hoved- gaard in Jütland geboren, beſuchte die Domſchule in Schleswig, widmete ſich dann auf der Bergakademie zu Freiberg in Sachſen dem Bergbau u. trat 1841 in öſterreichiſche Staats- dienſte. Seit 1843 Oberamtsaſſeſſor in Gmunden, gab er 1848 ſeine amt- liche Stellung auf, ging nach Schles- wig und trat als Freiwilliger in das 1. ſchleswig-holſteiniſche Jägerkorps ein. Er wurde bald Offizier, 1850 Premierleutnant beim 3. Jägerkorps u. 1851 beim 3. Jnfanteriebataillon des holſteiniſchen Kontingents. Als er nach beendigtem Kriege Schleswig verlaſſen mußte, nach Öſterreich aber nicht zurückkehren mochte, entſchloß er ſich 1852 zur Auswanderung nach Nordamerika. Hier war er erſt Far- mer, dann Buchhändler u. Redakteur einer Zeitung; eine Zeitlang verwal- tete er auch ein Bergwerk. Beim Ausbruch des Krieges zwiſchen den Nord- und Südſtaaten Amerikas (1862) kehrte er nach Deutſchland zu- rück, nahm ſeinen Wohnſitz in Altona und widmete ſich der Schriftſtellerei. Nach dem zweiten deutſch-däniſchen Kriege von 1864 bekleidete er das *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 133. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/137>, abgerufen am 21.03.2019.