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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Bau
liebe dem Studium der Literatur und
Ästhetik obliegen. Durch den Tod
seiner ersten Gattin und durch den
Verlust heißgeliebter Kinder wurde
sein glückliches Familienleben schwer
getrübt, und das Weh dieser Tage
findet seinen Ausdruck in einer Reihe
von seinen Dichtungen. Jn späteren
Jahren nahm B. seinen Beruf wieder
auf und war mehrere Jahre Stadt-
baumeister in Paderborn, bis er 1893
seinen Wohnsitz nach Berlin verlegte,
wo er 18. März 1909 starb.

S:

Ge-
dichte, 1875. - Die Lauretanische Li-
tanei (Ge.), 1895.

*Baumann, Jakob,

pseudon. J.
von Terherdi, wurde am 20. Mai
1862 zu Hoerdt in der bayerischen
Rheinpfalz als der Sohn des dorti-
gen Bürgermeisters und Mühlenbe-
sitzers P. A. Baumann geboren, be-
suchte d. Lateinschule in Germersheim,
das Gymnasium in Speier und stu-
dierte seit 1883 in München u. Jnns-
bruck katholische Theologie. Nachdem
er 1886-87 seiner Militärpflicht in
Germersheim genügt hatte, trat er
in das Priesterseminar zu Speier ein,
empfing am 19. Aug. 1888 die Prie-
sterweihe u. war darauf sechs Jahre
lang als Kaplan in der Seelsorge
tätig. Seit dem 1. Juli 1894 ist er
Domvikar, war bis 1905 auch bischöf-
licher Sekretär in Speier und redi-
giertseitdem den "Christlichen Pilger"
(Speier).

S:

Die Amerikaner (Ein
Studentenstreich, Lsp.), 1890. 3. A.
1898. - Der kurierte Geizhals (Schsp.),
1891. - Von Jnnsbruck nach Meran
(Reisebild), 1892. - Wie Studenten
Schauspieler werden (Lsp.), 1897.
2. A. 1905. - Nur keinen Krieg! Er-
lebnisse aus d. Kriege 1870-71 (Dr.),
1898. - Romanus und Germanus
(Dram. Festsp.), 1900. - Der Räuber
Kneißl, oder: Der geplagte Redakteur
(P.), 1901. - Die Reblaus (Lsp.), 1902.

Baumann, Jakob Konrad,

geb.
am 7. Aug. 1856 in Neumünster bei
Zürich, lebt (1886) als Privatlehrer
[Spaltenumbruch]

Bau
in Zürich.

S:

Dämon Alkohol (Vo-
tiv-Tafeln), 1885.

Baumann, Johannes,

* 1805
zu Ettiswyl im Kanton Luzern von
armen Eltern, bei denen er in frühe-
ster Jugend schon am Webstuhl sitzen
mußte, erhielt eine nur dürftige Schul-
bildung und mußte sich sein Brot als
Tagelöhner, Totengräber und Lohn-
bote verdienen; dann kam er zu einem
Schlosser in die Lehre. Der Kaplan
Hecht in Willisau nahm sich seiner an
und unterrichtete ihn, so daß er das
Gymnasium besuchen und dann in die
höhere Lehranstalt zu Luzern aufge-
nommen werden konnte. Von da kam
er auf die Kantonsschule in Aarau,
überall mit Mangel kämpfend u. nur
durch Unterstützungen erhalten. Da
er eine besondere Vorliebe für die
Naturwissenschaften hegte, so ging er
zu de Candolle nach Genf u. von da,
mit einem Stipendium versehen, 1826
nach München, um Medizin zu studie-
ren. Von hier unternahm er eine
Fußreise durch ganz Jtalien, Öster-
reich, Frankreich, lebte längere Zeit
in Paris und London u. kehrte 1831
in die Heimat zurück. Hier wurde er
Professor der Naturgeschichte an der
höheren Lehranstalt, 1833 auch Arzt
und Wundarzt. Jn den politischen
Kämpfen seiner Heimat machte er
entschieden Front gegen Obskuranten
und Aristokraten. Die Folge war,
daß er, seit 1840 erblindet, von den
Machthabern bei der gänzlichen Um-
gestaltung der höheren Lehranstalt
1842 entlassen u. dadurch dem Man-
gel preisgegeben wurde. Jnnerlich
gebrochen, + er am 22. Januar 1847
zu Luzern.

S:

Bilder aus der Hei-
mat (En.), 1. Bdchn. 1830.

*Baumbach, Eduard,

* am 13.
(25. n. St.) Dezbr. 1821 zu Schrun-
den in Kurland, wo sein Vater Pastor
u. Propst der Goldingenschen Diözese
war, besuchte das Gymnasium in Mi-
tau, studierte von 1849-52 auf der
Universität Dorpat historische Wis-

* 10


[Spaltenumbruch]

Bau
liebe dem Studium der Literatur und
Äſthetik obliegen. Durch den Tod
ſeiner erſten Gattin und durch den
Verluſt heißgeliebter Kinder wurde
ſein glückliches Familienleben ſchwer
getrübt, und das Weh dieſer Tage
findet ſeinen Ausdruck in einer Reihe
von ſeinen Dichtungen. Jn ſpäteren
Jahren nahm B. ſeinen Beruf wieder
auf und war mehrere Jahre Stadt-
baumeiſter in Paderborn, bis er 1893
ſeinen Wohnſitz nach Berlin verlegte,
wo er 18. März 1909 ſtarb.

S:

Ge-
dichte, 1875. – Die Lauretaniſche Li-
tanei (Ge.), 1895.

*Baumann, Jakob,

pſeudon. J.
von Terherdi, wurde am 20. Mai
1862 zu Hoerdt in der bayeriſchen
Rheinpfalz als der Sohn des dorti-
gen Bürgermeiſters und Mühlenbe-
ſitzers P. A. Baumann geboren, be-
ſuchte d. Lateinſchule in Germersheim,
das Gymnaſium in Speier und ſtu-
dierte ſeit 1883 in München u. Jnns-
bruck katholiſche Theologie. Nachdem
er 1886–87 ſeiner Militärpflicht in
Germersheim genügt hatte, trat er
in das Prieſterſeminar zu Speier ein,
empfing am 19. Aug. 1888 die Prie-
ſterweihe u. war darauf ſechs Jahre
lang als Kaplan in der Seelſorge
tätig. Seit dem 1. Juli 1894 iſt er
Domvikar, war bis 1905 auch biſchöf-
licher Sekretär in Speier und redi-
giertſeitdem den „Chriſtlichen Pilger“
(Speier).

S:

Die Amerikaner (Ein
Studentenſtreich, Lſp.), 1890. 3. A.
1898. – Der kurierte Geizhals (Schſp.),
1891. – Von Jnnsbruck nach Meran
(Reiſebild), 1892. – Wie Studenten
Schauſpieler werden (Lſp.), 1897.
2. A. 1905. – Nur keinen Krieg! Er-
lebniſſe aus d. Kriege 1870–71 (Dr.),
1898. – Romanus und Germanus
(Dram. Feſtſp.), 1900. – Der Räuber
Kneißl, oder: Der geplagte Redakteur
(P.), 1901. – Die Reblaus (Lſp.), 1902.

Baumann, Jakob Konrad,

geb.
am 7. Aug. 1856 in Neumünſter bei
Zürich, lebt (1886) als Privatlehrer
[Spaltenumbruch]

Bau
in Zürich.

S:

Dämon Alkohol (Vo-
tiv-Tafeln), 1885.

Baumann, Johannes,

* 1805
zu Ettiswyl im Kanton Luzern von
armen Eltern, bei denen er in frühe-
ſter Jugend ſchon am Webſtuhl ſitzen
mußte, erhielt eine nur dürftige Schul-
bildung und mußte ſich ſein Brot als
Tagelöhner, Totengräber und Lohn-
bote verdienen; dann kam er zu einem
Schloſſer in die Lehre. Der Kaplan
Hecht in Williſau nahm ſich ſeiner an
und unterrichtete ihn, ſo daß er das
Gymnaſium beſuchen und dann in die
höhere Lehranſtalt zu Luzern aufge-
nommen werden konnte. Von da kam
er auf die Kantonsſchule in Aarau,
überall mit Mangel kämpfend u. nur
durch Unterſtützungen erhalten. Da
er eine beſondere Vorliebe für die
Naturwiſſenſchaften hegte, ſo ging er
zu de Candolle nach Genf u. von da,
mit einem Stipendium verſehen, 1826
nach München, um Medizin zu ſtudie-
ren. Von hier unternahm er eine
Fußreiſe durch ganz Jtalien, Öſter-
reich, Frankreich, lebte längere Zeit
in Paris und London u. kehrte 1831
in die Heimat zurück. Hier wurde er
Profeſſor der Naturgeſchichte an der
höheren Lehranſtalt, 1833 auch Arzt
und Wundarzt. Jn den politiſchen
Kämpfen ſeiner Heimat machte er
entſchieden Front gegen Obſkuranten
und Ariſtokraten. Die Folge war,
daß er, ſeit 1840 erblindet, von den
Machthabern bei der gänzlichen Um-
geſtaltung der höheren Lehranſtalt
1842 entlaſſen u. dadurch dem Man-
gel preisgegeben wurde. Jnnerlich
gebrochen, † er am 22. Januar 1847
zu Luzern.

S:

Bilder aus der Hei-
mat (En.), 1. Bdchn. 1830.

*Baumbach, Eduard,

* am 13.
(25. n. St.) Dezbr. 1821 zu Schrun-
den in Kurland, wo ſein Vater Paſtor
u. Propſt der Goldingenſchen Diözeſe
war, beſuchte das Gymnaſium in Mi-
tau, ſtudierte von 1849–52 auf der
Univerſität Dorpat hiſtoriſche Wiſ-

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[145/0149] Bau Bau liebe dem Studium der Literatur und Äſthetik obliegen. Durch den Tod ſeiner erſten Gattin und durch den Verluſt heißgeliebter Kinder wurde ſein glückliches Familienleben ſchwer getrübt, und das Weh dieſer Tage findet ſeinen Ausdruck in einer Reihe von ſeinen Dichtungen. Jn ſpäteren Jahren nahm B. ſeinen Beruf wieder auf und war mehrere Jahre Stadt- baumeiſter in Paderborn, bis er 1893 ſeinen Wohnſitz nach Berlin verlegte, wo er 18. März 1909 ſtarb. S: Ge- dichte, 1875. – Die Lauretaniſche Li- tanei (Ge.), 1895. *Baumann, Jakob, pſeudon. J. von Terherdi, wurde am 20. Mai 1862 zu Hoerdt in der bayeriſchen Rheinpfalz als der Sohn des dorti- gen Bürgermeiſters und Mühlenbe- ſitzers P. A. Baumann geboren, be- ſuchte d. Lateinſchule in Germersheim, das Gymnaſium in Speier und ſtu- dierte ſeit 1883 in München u. Jnns- bruck katholiſche Theologie. Nachdem er 1886–87 ſeiner Militärpflicht in Germersheim genügt hatte, trat er in das Prieſterſeminar zu Speier ein, empfing am 19. Aug. 1888 die Prie- ſterweihe u. war darauf ſechs Jahre lang als Kaplan in der Seelſorge tätig. Seit dem 1. Juli 1894 iſt er Domvikar, war bis 1905 auch biſchöf- licher Sekretär in Speier und redi- giertſeitdem den „Chriſtlichen Pilger“ (Speier). S: Die Amerikaner (Ein Studentenſtreich, Lſp.), 1890. 3. A. 1898. – Der kurierte Geizhals (Schſp.), 1891. – Von Jnnsbruck nach Meran (Reiſebild), 1892. – Wie Studenten Schauſpieler werden (Lſp.), 1897. 2. A. 1905. – Nur keinen Krieg! Er- lebniſſe aus d. Kriege 1870–71 (Dr.), 1898. – Romanus und Germanus (Dram. Feſtſp.), 1900. – Der Räuber Kneißl, oder: Der geplagte Redakteur (P.), 1901. – Die Reblaus (Lſp.), 1902. Baumann, Jakob Konrad, geb. am 7. Aug. 1856 in Neumünſter bei Zürich, lebt (1886) als Privatlehrer in Zürich. S: Dämon Alkohol (Vo- tiv-Tafeln), 1885. Baumann, Johannes, * 1805 zu Ettiswyl im Kanton Luzern von armen Eltern, bei denen er in frühe- ſter Jugend ſchon am Webſtuhl ſitzen mußte, erhielt eine nur dürftige Schul- bildung und mußte ſich ſein Brot als Tagelöhner, Totengräber und Lohn- bote verdienen; dann kam er zu einem Schloſſer in die Lehre. Der Kaplan Hecht in Williſau nahm ſich ſeiner an und unterrichtete ihn, ſo daß er das Gymnaſium beſuchen und dann in die höhere Lehranſtalt zu Luzern aufge- nommen werden konnte. Von da kam er auf die Kantonsſchule in Aarau, überall mit Mangel kämpfend u. nur durch Unterſtützungen erhalten. Da er eine beſondere Vorliebe für die Naturwiſſenſchaften hegte, ſo ging er zu de Candolle nach Genf u. von da, mit einem Stipendium verſehen, 1826 nach München, um Medizin zu ſtudie- ren. Von hier unternahm er eine Fußreiſe durch ganz Jtalien, Öſter- reich, Frankreich, lebte längere Zeit in Paris und London u. kehrte 1831 in die Heimat zurück. Hier wurde er Profeſſor der Naturgeſchichte an der höheren Lehranſtalt, 1833 auch Arzt und Wundarzt. Jn den politiſchen Kämpfen ſeiner Heimat machte er entſchieden Front gegen Obſkuranten und Ariſtokraten. Die Folge war, daß er, ſeit 1840 erblindet, von den Machthabern bei der gänzlichen Um- geſtaltung der höheren Lehranſtalt 1842 entlaſſen u. dadurch dem Man- gel preisgegeben wurde. Jnnerlich gebrochen, † er am 22. Januar 1847 zu Luzern. S: Bilder aus der Hei- mat (En.), 1. Bdchn. 1830. *Baumbach, Eduard, * am 13. (25. n. St.) Dezbr. 1821 zu Schrun- den in Kurland, wo ſein Vater Paſtor u. Propſt der Goldingenſchen Diözeſe war, beſuchte das Gymnaſium in Mi- tau, ſtudierte von 1849–52 auf der Univerſität Dorpat hiſtoriſche Wiſ- * 10

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 145. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/149>, abgerufen am 21.03.2019.