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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Beck
war nach abgelegtem Assessorexamen
einige Zeit kais. Auditor, später auch
Beamter des + Sultans v. Zanzibar.
Er unternahm größere Reisen, die ihn
einerseits als Teilnehmer an einer
Nordpolexpedition nach den Nordpo-
largegenden, anderseits bis nach Ruß-
land, Ungarn, Serbien, der Türkei u.
Afrika führten. Nach seiner Verhei-
ratung (1888) ließ er sich im Soolbade
Elmen-Salze in der Provinz Sachsen
nieder und verlegte im April 1895
seinen Wohnsitz nach Bernburg und
ein Jahr später nach Halle a. S., wo
er am 8. Oktober 1896 plötzlich starb.
Er war Mitarbeiter der größten aus-
ländischen Zeitungen, Ehrenmitglied
u. Beirat bedeutender Körperschaften
und als Schriftsteller auf den ver-
schiedensten Gebieten tätig. Er ver-
öffentlichte u. a. eine Reihe von Reise-
schilderungen, Städtebildern, juristi-
schen und philosophischen Broschüren.
Seit 1892 war er Vorsitzender des
"Volkswirtschaftlichen Verbandes" u.
seit 1886 Verleger der in juristischen
u. volkswirtschaftlichen Kreisen sehr
bekannten, 1872 gegründeten Wochen-
schrift "Der Rechtsbeistand".

S:

No-
vellen (Jn die Freiheit. - Unausge-
sprochene Liebe. - Großmutters erster
Ball), 1883. - Jm Seebade (R.),
1882. - Gedichte, 1883. - Legenden.
1888.

Becker, Adeline,

* am 25. Jan.
1847 zu Köln am Rhein als die Toch-
ter des dortigen Stadtbaumeisters,
lebt noch jetzt daselbst.

S:

Kriegs- u.
Siegeslieder aus den Jahren 1870 u.
1871; Köln 1871.

Becker, August,

wurde am
27. April 1828 (nicht 1829) zu Klingen-
münster, einem Marktflecken in der
bayerischen Rheinpfalz geboren, wo
sein Vater Schullehrer war. Seit
seinem achten Jahre wanderte er täg-
lich zum Besuch der Lateinschule nach
Bergzabern. Später kam er als Prä-
parand dorthin, weil er sich dem Be-
rufe seines Vaters widmen sollte. Da
[Spaltenumbruch]

Beck
indes dies ganz gegen den Geschmack
des Sohnes war, so wußte er es
schließlich durchzusetzen, daß die Eltern
ihn 1847 nach München ziehen ließen.
Hier begann B. privatim die Gym-
nasialstudien nachzuholen und dann
an der Universität, unter Neumann,
Lindemann und Fr. v. Thiersch histo-
risch-ethnographischen Studien obzu-
liegen. Bei der geringen Unterstützung
aus dem elterlichen Hause mit bittern
Sorgen ringend, verlor er doch nie
die Freudigkeit des Schaffens. Er
lieferte Beiträge zu den "Fliegenden
Blättern", schrieb für verschiedene
Zeitschriften Dorfgeschichten aus sei-
ner Heimat und historische Novellen,
u. errang sich durch sein Epos "Jung
Friedel", das er in vier Monaten des
Jahres 1852 schuf, sofort einen ge-
achteten Namen unter den deutschen
Dichtern. Seit 1855 fleißiger Mit-
arbeiter der Augsburger "Allgemei-
nen Zeitung", fand B. mit dem
anziehend geschriebenen Skizzenbuch
"Die Pfalz und die Pfälzer" (1858)
den Übergang zur Publizistik. Jm
Jahre 1859 übernahm er die Leitung
der "Jsar-Zeitung", welche der libe-
ralen "großdeutschen Partei" zum
Organ diente und bis 1864 erschien.
Nunmehr wendete er sich wieder ganz
der novellistischen Schriftstellerei zu.
Jnfolge des Aufsehens, das sein Ro-
man "Verfemt" in München hervor-
rief, weil derselbe sehr scharfe Streif-
lichter auf Personen am Münchener
Hofe und der oberen Gesellschaft warf,
wurde B. bestimmt, die bayerische
Hauptstadt zu verlassen und nach
Eisenach überzusiedeln. Hier ist er am
23. März 1891 gestorben.

S:

Jung
Friedel, der Spielmann (Lyr.-ep. G.),
1854. - Novellen, 1856. - Des Rabbi
Vermächtnis (R.); VI, 1867. Neue
Ausg. 1884. - Hedwig (R. a. d. Was-
gau); II, 1868. 4. A. 1906. - Ver-
femt (R. a. d. Gegenwart); IV, 1868.
- Aus Stadt u. Dorf (2 En.), 1869.
- Der Karfunkel (E.), 1870. - Das

*


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Beck
war nach abgelegtem Aſſeſſorexamen
einige Zeit kaiſ. Auditor, ſpäter auch
Beamter des † Sultans v. Zanzibar.
Er unternahm größere Reiſen, die ihn
einerſeits als Teilnehmer an einer
Nordpolexpedition nach den Nordpo-
largegenden, anderſeits bis nach Ruß-
land, Ungarn, Serbien, der Türkei u.
Afrika führten. Nach ſeiner Verhei-
ratung (1888) ließ er ſich im Soolbade
Elmen-Salze in der Provinz Sachſen
nieder und verlegte im April 1895
ſeinen Wohnſitz nach Bernburg und
ein Jahr ſpäter nach Halle a. S., wo
er am 8. Oktober 1896 plötzlich ſtarb.
Er war Mitarbeiter der größten aus-
ländiſchen Zeitungen, Ehrenmitglied
u. Beirat bedeutender Körperſchaften
und als Schriftſteller auf den ver-
ſchiedenſten Gebieten tätig. Er ver-
öffentlichte u. a. eine Reihe von Reiſe-
ſchilderungen, Städtebildern, juriſti-
ſchen und philoſophiſchen Broſchüren.
Seit 1892 war er Vorſitzender des
„Volkswirtſchaftlichen Verbandes“ u.
ſeit 1886 Verleger der in juriſtiſchen
u. volkswirtſchaftlichen Kreiſen ſehr
bekannten, 1872 gegründeten Wochen-
ſchrift „Der Rechtsbeiſtand“.

S:

No-
vellen (Jn die Freiheit. – Unausge-
ſprochene Liebe. – Großmutters erſter
Ball), 1883. – Jm Seebade (R.),
1882. – Gedichte, 1883. – Legenden.
1888.

Becker, Adeline,

* am 25. Jan.
1847 zu Köln am Rhein als die Toch-
ter des dortigen Stadtbaumeiſters,
lebt noch jetzt daſelbſt.

S:

Kriegs- u.
Siegeslieder aus den Jahren 1870 u.
1871; Köln 1871.

Becker, Auguſt,

wurde am
27. April 1828 (nicht 1829) zu Klingen-
münſter, einem Marktflecken in der
bayeriſchen Rheinpfalz geboren, wo
ſein Vater Schullehrer war. Seit
ſeinem achten Jahre wanderte er täg-
lich zum Beſuch der Lateinſchule nach
Bergzabern. Später kam er als Prä-
parand dorthin, weil er ſich dem Be-
rufe ſeines Vaters widmen ſollte. Da
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Beck
indes dies ganz gegen den Geſchmack
des Sohnes war, ſo wußte er es
ſchließlich durchzuſetzen, daß die Eltern
ihn 1847 nach München ziehen ließen.
Hier begann B. privatim die Gym-
naſialſtudien nachzuholen und dann
an der Univerſität, unter Neumann,
Lindemann und Fr. v. Thierſch hiſto-
riſch-ethnographiſchen Studien obzu-
liegen. Bei der geringen Unterſtützung
aus dem elterlichen Hauſe mit bittern
Sorgen ringend, verlor er doch nie
die Freudigkeit des Schaffens. Er
lieferte Beiträge zu den „Fliegenden
Blättern“, ſchrieb für verſchiedene
Zeitſchriften Dorfgeſchichten aus ſei-
ner Heimat und hiſtoriſche Novellen,
u. errang ſich durch ſein Epos „Jung
Friedel“, das er in vier Monaten des
Jahres 1852 ſchuf, ſofort einen ge-
achteten Namen unter den deutſchen
Dichtern. Seit 1855 fleißiger Mit-
arbeiter der Augsburger „Allgemei-
nen Zeitung“, fand B. mit dem
anziehend geſchriebenen Skizzenbuch
„Die Pfalz und die Pfälzer“ (1858)
den Übergang zur Publiziſtik. Jm
Jahre 1859 übernahm er die Leitung
der „Jſar-Zeitung“, welche der libe-
ralen „großdeutſchen Partei“ zum
Organ diente und bis 1864 erſchien.
Nunmehr wendete er ſich wieder ganz
der novelliſtiſchen Schriftſtellerei zu.
Jnfolge des Aufſehens, das ſein Ro-
man „Verfemt“ in München hervor-
rief, weil derſelbe ſehr ſcharfe Streif-
lichter auf Perſonen am Münchener
Hofe und der oberen Geſellſchaft warf,
wurde B. beſtimmt, die bayeriſche
Hauptſtadt zu verlaſſen und nach
Eiſenach überzuſiedeln. Hier iſt er am
23. März 1891 geſtorben.

S:

Jung
Friedel, der Spielmann (Lyr.-ep. G.),
1854. – Novellen, 1856. – Des Rabbi
Vermächtnis (R.); VI, 1867. Neue
Ausg. 1884. – Hedwig (R. a. d. Was-
gau); II, 1868. 4. A. 1906. – Ver-
femt (R. a. d. Gegenwart); IV, 1868.
– Aus Stadt u. Dorf (2 En.), 1869.
– Der Karfunkel (E.), 1870. – Das

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[160/0164] Beck Beck war nach abgelegtem Aſſeſſorexamen einige Zeit kaiſ. Auditor, ſpäter auch Beamter des † Sultans v. Zanzibar. Er unternahm größere Reiſen, die ihn einerſeits als Teilnehmer an einer Nordpolexpedition nach den Nordpo- largegenden, anderſeits bis nach Ruß- land, Ungarn, Serbien, der Türkei u. Afrika führten. Nach ſeiner Verhei- ratung (1888) ließ er ſich im Soolbade Elmen-Salze in der Provinz Sachſen nieder und verlegte im April 1895 ſeinen Wohnſitz nach Bernburg und ein Jahr ſpäter nach Halle a. S., wo er am 8. Oktober 1896 plötzlich ſtarb. Er war Mitarbeiter der größten aus- ländiſchen Zeitungen, Ehrenmitglied u. Beirat bedeutender Körperſchaften und als Schriftſteller auf den ver- ſchiedenſten Gebieten tätig. Er ver- öffentlichte u. a. eine Reihe von Reiſe- ſchilderungen, Städtebildern, juriſti- ſchen und philoſophiſchen Broſchüren. Seit 1892 war er Vorſitzender des „Volkswirtſchaftlichen Verbandes“ u. ſeit 1886 Verleger der in juriſtiſchen u. volkswirtſchaftlichen Kreiſen ſehr bekannten, 1872 gegründeten Wochen- ſchrift „Der Rechtsbeiſtand“. S: No- vellen (Jn die Freiheit. – Unausge- ſprochene Liebe. – Großmutters erſter Ball), 1883. – Jm Seebade (R.), 1882. – Gedichte, 1883. – Legenden. 1888. Becker, Adeline, * am 25. Jan. 1847 zu Köln am Rhein als die Toch- ter des dortigen Stadtbaumeiſters, lebt noch jetzt daſelbſt. S: Kriegs- u. Siegeslieder aus den Jahren 1870 u. 1871; Köln 1871. Becker, Auguſt, wurde am 27. April 1828 (nicht 1829) zu Klingen- münſter, einem Marktflecken in der bayeriſchen Rheinpfalz geboren, wo ſein Vater Schullehrer war. Seit ſeinem achten Jahre wanderte er täg- lich zum Beſuch der Lateinſchule nach Bergzabern. Später kam er als Prä- parand dorthin, weil er ſich dem Be- rufe ſeines Vaters widmen ſollte. Da indes dies ganz gegen den Geſchmack des Sohnes war, ſo wußte er es ſchließlich durchzuſetzen, daß die Eltern ihn 1847 nach München ziehen ließen. Hier begann B. privatim die Gym- naſialſtudien nachzuholen und dann an der Univerſität, unter Neumann, Lindemann und Fr. v. Thierſch hiſto- riſch-ethnographiſchen Studien obzu- liegen. Bei der geringen Unterſtützung aus dem elterlichen Hauſe mit bittern Sorgen ringend, verlor er doch nie die Freudigkeit des Schaffens. Er lieferte Beiträge zu den „Fliegenden Blättern“, ſchrieb für verſchiedene Zeitſchriften Dorfgeſchichten aus ſei- ner Heimat und hiſtoriſche Novellen, u. errang ſich durch ſein Epos „Jung Friedel“, das er in vier Monaten des Jahres 1852 ſchuf, ſofort einen ge- achteten Namen unter den deutſchen Dichtern. Seit 1855 fleißiger Mit- arbeiter der Augsburger „Allgemei- nen Zeitung“, fand B. mit dem anziehend geſchriebenen Skizzenbuch „Die Pfalz und die Pfälzer“ (1858) den Übergang zur Publiziſtik. Jm Jahre 1859 übernahm er die Leitung der „Jſar-Zeitung“, welche der libe- ralen „großdeutſchen Partei“ zum Organ diente und bis 1864 erſchien. Nunmehr wendete er ſich wieder ganz der novelliſtiſchen Schriftſtellerei zu. Jnfolge des Aufſehens, das ſein Ro- man „Verfemt“ in München hervor- rief, weil derſelbe ſehr ſcharfe Streif- lichter auf Perſonen am Münchener Hofe und der oberen Geſellſchaft warf, wurde B. beſtimmt, die bayeriſche Hauptſtadt zu verlaſſen und nach Eiſenach überzuſiedeln. Hier iſt er am 23. März 1891 geſtorben. S: Jung Friedel, der Spielmann (Lyr.-ep. G.), 1854. – Novellen, 1856. – Des Rabbi Vermächtnis (R.); VI, 1867. Neue Ausg. 1884. – Hedwig (R. a. d. Was- gau); II, 1868. 4. A. 1906. – Ver- femt (R. a. d. Gegenwart); IV, 1868. – Aus Stadt u. Dorf (2 En.), 1869. – Der Karfunkel (E.), 1870. – Das *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 160. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/164>, abgerufen am 23.03.2019.