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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Beh
Lanken versetzt ward. Er besuchte seit
1865 das Gymnasium in Parchim,
studierte Ostern 1871 bis Michaelis
1874 in Rostock u. Leipzig Theologie,
war danach Hauslehrer beim Landrat
v. Bülow auf Rodenwalde, wurde
Michaelis 1878 Konrektor in Lud-
wigslust, im Juni 1879 Pastor in
Pritzier, 1883 in Jvenack, kam im
Herbst 1894 als dritter Domprediger
nach Schwerin und wurde im Herbst
1901 zum Superintendenten in Par-
chim befördert. - Außer einer Reihe
theologischer Schriften veröffentlichte
er

S:

Seine Mutter (N.), 1897.

Behn-Eschenburg, Hermann,


geb. am 14. Febr. 1814 zu Stralsund,
bezog schon im 18. Jahre die Uni-
versität Greifswald, mußte aber bald
darauf, weil er demagogischer Um-
triebe verdächtigt ward, entfliehen
und wurde schließlich auf der Jnsel
Rügen verhaftet. Jn Berlin zu sechs
Jahren Festungshaft verurteilt, saß
er die Hälfte dieser Zeit in Graudenz
ab, wurde dann begnadigt und kehrte
nun nach Greifswald zurück, um seine
Studien wieder aufzunehmen. Da
ihm indessen hier allerlei Schwierig-
keiten bereitet wurden, so wandte er
sich nach Bonn, wo er Philologie und
Philosophie studierte, u. wirkte dann
einige Jahre in Deutschland als
Hauslehrer, worauf er nach London
ging. Jm Jahre 1844 zurückgekehrt,
gründete er in Dresden ein Erzie-
hungsinstitut für junge Engländer,
das sich bald eines günstigen Rufes
erfreute. Da kam das Jahr 1848, das
ihn in den Strudel der Revolution
zog; nach Niederwerfung derselben
mußte B. in die Schweiz flüchten, wo
er bald darauf als Dozent an der
Universität und am Polytechnikum in
Zürich eine ihm zusagende Tätigkeit
fand. Er starb dort hochgeachtet und
geehrt am 23. Januar 1873. Gott-
fried Kinkel hielt ihm die Grabrede.

S:

Zuleima, ein Jugendtraum im
Kerker (G.), 1843.

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Beh
Behnisch(-Kappstein), Anna,


siehe Anna Kappstein!

Behr, Hans Hermann,

pseud. Ati
Kambang
(malayisch; zu deutsch:
"Herz der Blumen", "Blumen-
freund"), wurde 1818 in Köthen ge-
boren, studierte in Halle, Würzburg
und Berlin Medizin, besuchte Austra-
lien, Java, Afrika, beteiligte sich nach
seiner Rückkehr an der Volksbewegung
von 1848 und begab sich 1850 über
Australien und Manila nach San
Franzisko, wo er als praktischer Arzt
und Professor der Botanik am phar-
mazeutischen Kolleg lebt. Seit eini-
gen Jahren hat er die ärztliche Praxis
ganz aufgegeben und bekleidet die
Stelle eines Kustos der Academy of
Sciences.
Bei Gelegenheit seines
80. Geburtstages, der am 22. Aug.
1898 von der Elite der dortigen
Deutschen festlich begangen wurde,
ernannte ihn die Universität Berlin
zum Ehrendoktor der Medizin, eine
Ehre, die bis dahin noch keinem
Deutsch-Amerikaner zuteil ward.

S:


Auf fremder Erde (R.); III, 1864.

*Behrend, Friedrich Karl Gott-
lieb Ernst,

geb. am 31. Juli 1851 zu
Kenzlin in Pommern als der Sohn
eines Gutsbesitzers, verlebte seine Ju-
gend in Kenzlin und Johannisfelde
(Prov. Posen) u. kam mit 12 Jahren
nach Berlin, wo er erst die Wieprecht-
sche höhere Knabenschule besuchte und
dann das Friedrichswerdersche Gym-
nasium absolvierte. Seit 1871 wid-
mete er sich an der Berliner Univer-
sität dem Studium der Rechte, wurde
1874 Referendar, genügte darauf
seiner Militärpflicht und trat 1880,
nach bestandenem juristischen Staats-
examen in die Verwaltung der in-
direkten Steuern ein, in der er erst
als Assessor und seit 1887 als Regie-
rungsrat in Köln, Cranenburg, Al-
tona, Liebau, Hannover und Berlin
stationiert war. Jm Jahre 1897
wurde er zum Oberregierungsrat er-
nannt und an die Provinzialsteuer-

*


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Beh
Lanken verſetzt ward. Er beſuchte ſeit
1865 das Gymnaſium in Parchim,
ſtudierte Oſtern 1871 bis Michaelis
1874 in Roſtock u. Leipzig Theologie,
war danach Hauslehrer beim Landrat
v. Bülow auf Rodenwalde, wurde
Michaelis 1878 Konrektor in Lud-
wigsluſt, im Juni 1879 Paſtor in
Pritzier, 1883 in Jvenack, kam im
Herbſt 1894 als dritter Domprediger
nach Schwerin und wurde im Herbſt
1901 zum Superintendenten in Par-
chim befördert. – Außer einer Reihe
theologiſcher Schriften veröffentlichte
er

S:

Seine Mutter (N.), 1897.

Behn-Eſchenburg, Hermann,


geb. am 14. Febr. 1814 zu Stralſund,
bezog ſchon im 18. Jahre die Uni-
verſität Greifswald, mußte aber bald
darauf, weil er demagogiſcher Um-
triebe verdächtigt ward, entfliehen
und wurde ſchließlich auf der Jnſel
Rügen verhaftet. Jn Berlin zu ſechs
Jahren Feſtungshaft verurteilt, ſaß
er die Hälfte dieſer Zeit in Graudenz
ab, wurde dann begnadigt und kehrte
nun nach Greifswald zurück, um ſeine
Studien wieder aufzunehmen. Da
ihm indeſſen hier allerlei Schwierig-
keiten bereitet wurden, ſo wandte er
ſich nach Bonn, wo er Philologie und
Philoſophie ſtudierte, u. wirkte dann
einige Jahre in Deutſchland als
Hauslehrer, worauf er nach London
ging. Jm Jahre 1844 zurückgekehrt,
gründete er in Dresden ein Erzie-
hungsinſtitut für junge Engländer,
das ſich bald eines günſtigen Rufes
erfreute. Da kam das Jahr 1848, das
ihn in den Strudel der Revolution
zog; nach Niederwerfung derſelben
mußte B. in die Schweiz flüchten, wo
er bald darauf als Dozent an der
Univerſität und am Polytechnikum in
Zürich eine ihm zuſagende Tätigkeit
fand. Er ſtarb dort hochgeachtet und
geehrt am 23. Januar 1873. Gott-
fried Kinkel hielt ihm die Grabrede.

S:

Zuleima, ein Jugendtraum im
Kerker (G.), 1843.

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Beh
Behniſch(-Kappſtein), Anna,


ſiehe Anna Kappſtein!

Behr, Hans Hermann,

pſeud. Ati
Kambang
(malayiſch; zu deutſch:
„Herz der Blumen“, „Blumen-
freund“), wurde 1818 in Köthen ge-
boren, ſtudierte in Halle, Würzburg
und Berlin Medizin, beſuchte Auſtra-
lien, Java, Afrika, beteiligte ſich nach
ſeiner Rückkehr an der Volksbewegung
von 1848 und begab ſich 1850 über
Auſtralien und Manila nach San
Franzisko, wo er als praktiſcher Arzt
und Profeſſor der Botanik am phar-
mazeutiſchen Kolleg lebt. Seit eini-
gen Jahren hat er die ärztliche Praxis
ganz aufgegeben und bekleidet die
Stelle eines Kuſtos der Academy of
Sciences.
Bei Gelegenheit ſeines
80. Geburtstages, der am 22. Aug.
1898 von der Elite der dortigen
Deutſchen feſtlich begangen wurde,
ernannte ihn die Univerſität Berlin
zum Ehrendoktor der Medizin, eine
Ehre, die bis dahin noch keinem
Deutſch-Amerikaner zuteil ward.

S:


Auf fremder Erde (R.); III, 1864.

*Behrend, Friedrich Karl Gott-
lieb Ernſt,

geb. am 31. Juli 1851 zu
Kenzlin in Pommern als der Sohn
eines Gutsbeſitzers, verlebte ſeine Ju-
gend in Kenzlin und Johannisfelde
(Prov. Poſen) u. kam mit 12 Jahren
nach Berlin, wo er erſt die Wieprecht-
ſche höhere Knabenſchule beſuchte und
dann das Friedrichswerderſche Gym-
naſium abſolvierte. Seit 1871 wid-
mete er ſich an der Berliner Univer-
ſität dem Studium der Rechte, wurde
1874 Referendar, genügte darauf
ſeiner Militärpflicht und trat 1880,
nach beſtandenem juriſtiſchen Staats-
examen in die Verwaltung der in-
direkten Steuern ein, in der er erſt
als Aſſeſſor und ſeit 1887 als Regie-
rungsrat in Köln, Cranenburg, Al-
tona, Liebau, Hannover und Berlin
ſtationiert war. Jm Jahre 1897
wurde er zum Oberregierungsrat er-
nannt und an die Provinzialſteuer-

*
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[168/0172] Beh Beh Lanken verſetzt ward. Er beſuchte ſeit 1865 das Gymnaſium in Parchim, ſtudierte Oſtern 1871 bis Michaelis 1874 in Roſtock u. Leipzig Theologie, war danach Hauslehrer beim Landrat v. Bülow auf Rodenwalde, wurde Michaelis 1878 Konrektor in Lud- wigsluſt, im Juni 1879 Paſtor in Pritzier, 1883 in Jvenack, kam im Herbſt 1894 als dritter Domprediger nach Schwerin und wurde im Herbſt 1901 zum Superintendenten in Par- chim befördert. – Außer einer Reihe theologiſcher Schriften veröffentlichte er S: Seine Mutter (N.), 1897. Behn-Eſchenburg, Hermann, geb. am 14. Febr. 1814 zu Stralſund, bezog ſchon im 18. Jahre die Uni- verſität Greifswald, mußte aber bald darauf, weil er demagogiſcher Um- triebe verdächtigt ward, entfliehen und wurde ſchließlich auf der Jnſel Rügen verhaftet. Jn Berlin zu ſechs Jahren Feſtungshaft verurteilt, ſaß er die Hälfte dieſer Zeit in Graudenz ab, wurde dann begnadigt und kehrte nun nach Greifswald zurück, um ſeine Studien wieder aufzunehmen. Da ihm indeſſen hier allerlei Schwierig- keiten bereitet wurden, ſo wandte er ſich nach Bonn, wo er Philologie und Philoſophie ſtudierte, u. wirkte dann einige Jahre in Deutſchland als Hauslehrer, worauf er nach London ging. Jm Jahre 1844 zurückgekehrt, gründete er in Dresden ein Erzie- hungsinſtitut für junge Engländer, das ſich bald eines günſtigen Rufes erfreute. Da kam das Jahr 1848, das ihn in den Strudel der Revolution zog; nach Niederwerfung derſelben mußte B. in die Schweiz flüchten, wo er bald darauf als Dozent an der Univerſität und am Polytechnikum in Zürich eine ihm zuſagende Tätigkeit fand. Er ſtarb dort hochgeachtet und geehrt am 23. Januar 1873. Gott- fried Kinkel hielt ihm die Grabrede. S: Zuleima, ein Jugendtraum im Kerker (G.), 1843. Behniſch(-Kappſtein), Anna, ſiehe Anna Kappſtein! Behr, Hans Hermann, pſeud. Ati Kambang (malayiſch; zu deutſch: „Herz der Blumen“, „Blumen- freund“), wurde 1818 in Köthen ge- boren, ſtudierte in Halle, Würzburg und Berlin Medizin, beſuchte Auſtra- lien, Java, Afrika, beteiligte ſich nach ſeiner Rückkehr an der Volksbewegung von 1848 und begab ſich 1850 über Auſtralien und Manila nach San Franzisko, wo er als praktiſcher Arzt und Profeſſor der Botanik am phar- mazeutiſchen Kolleg lebt. Seit eini- gen Jahren hat er die ärztliche Praxis ganz aufgegeben und bekleidet die Stelle eines Kuſtos der Academy of Sciences. Bei Gelegenheit ſeines 80. Geburtstages, der am 22. Aug. 1898 von der Elite der dortigen Deutſchen feſtlich begangen wurde, ernannte ihn die Univerſität Berlin zum Ehrendoktor der Medizin, eine Ehre, die bis dahin noch keinem Deutſch-Amerikaner zuteil ward. S: Auf fremder Erde (R.); III, 1864. *Behrend, Friedrich Karl Gott- lieb Ernſt, geb. am 31. Juli 1851 zu Kenzlin in Pommern als der Sohn eines Gutsbeſitzers, verlebte ſeine Ju- gend in Kenzlin und Johannisfelde (Prov. Poſen) u. kam mit 12 Jahren nach Berlin, wo er erſt die Wieprecht- ſche höhere Knabenſchule beſuchte und dann das Friedrichswerderſche Gym- naſium abſolvierte. Seit 1871 wid- mete er ſich an der Berliner Univer- ſität dem Studium der Rechte, wurde 1874 Referendar, genügte darauf ſeiner Militärpflicht und trat 1880, nach beſtandenem juriſtiſchen Staats- examen in die Verwaltung der in- direkten Steuern ein, in der er erſt als Aſſeſſor und ſeit 1887 als Regie- rungsrat in Köln, Cranenburg, Al- tona, Liebau, Hannover und Berlin ſtationiert war. Jm Jahre 1897 wurde er zum Oberregierungsrat er- nannt und an die Provinzialſteuer- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 168. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/172>, abgerufen am 23.03.2019.