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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Ben
lung der königl. Bibliothek daselbst.
Seine innere Entwicklung wurde ent-
scheidend beeinflußt durch das zu jener
Zeit erfolgte Bekanntwerden der
Nietzscheschen Philosophie. Jm Jahre
1904 gab er seine amtlichen Stellungen
auf, um als unabhängiger Schrift-
steller wirken zu können. Außer eini-
gen Heften Chorgesänge (1893-98)
veröffentlichte er

S:

Der musikalische
Quacksalber (Satir. R. von Kuhnau,
neu hrsg.), 1900. - Hymnen an Zara-
thustra u. andere Gedichtkreise, 1900.
- Traum u. Tag (Ein stilles Liebes-
drama), 1901. - Lyrische Symphonie
(Neue Gedichtkreise mit musikal. Bei-
gaben), 1902. - Geläut durch die Stille
(Gedichtkreise), 1904. - Felsenleben
(Lyr. Sk.), 1905. - Gedichte (Aus-
wahl), 1906. - Bou-Saada, eine
Wüstenfahrt (Sk.), 1907. - Jn frembde
Land' dahin! (Jmpressionistische Reise-
blätter), 1908.

*Bennecke, Wilhelm,

wurde als
der Sohn eines aus Berlin stammen-
den kurhessischen Hauptmanns am
11. Dezbr. 1846 in Kassel geboren,
besuchte das Lyceum Fridericianum
daselbst und bekleidete 1867-79 die
Stelle eines Sekretärs am königlichen
Theater in Kassel. Seitdem lebte er
dort als freier Schriftsteller und war
seit 1883 mit Katharina Heß, Mitglied
des königl. Theaters daselbst ver-
heiratet. Jm Jahre 1902 übernahm
er die Redaktion der Zeitschrift "Hes-
senland", an der er seit ihrer Grün-
dung eifrig mitgearbeitet hatte. Er
starb am 5. Jan. 1906.

S:

Maler-
leben (R.); III, 1869. - Reinhold Lenz
(Literaturhist. N.), 1871. - Gedichte,
1871. - Verlorene Herzen (En.), 1872.
Revisor Morgelhahn (Humor.-polit.
R. a. d. ehemal. Kurhessen), 1902. -
Wolframs Meisterwerke (Romant. O.,
Musik von Rob. Jbener), 1900.

*Bennert, Julius Eduard,

pseud.
Erasmus Schleicher, geb. zu
Köln am 22. Septbr. 1856 als der
Sohn eines Kaufmanns, besuchte das
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Ben
dort. Friedrich-Wilhelm-Gymnasium
und widmete sich dann gleichfalls dem
Handelsstande. Nachdem er in ver-
schiedenen größeren Häusern in Bel-
gien und Jtalien tätig gewesen, über-
nahm er die Führung des elterlichen
Geschäftes. Seit 1905 ist er auch
Konsul der Republik Uruguay. Als
Musiker beherrscht B. mit Meister-
schaft die Zither, schrieb auch einige
dieses Jnstrument betreffende Schrif-
ten.

S:

Um Ehre u. Leben (Schsp.),
1893. - Aus der Gesellschaft (Schsp.),
1894. - Trinkkunst (Vorlesungen),
1895. - Auf photographischem Wege
(Schw), 1895. - Novellen, 1897. -
Poesie des Alkohols, 2. A. 1900. - Der
wilde Jäger von Rheindorf (Poet.
E.), 1900. - Nikolaus Gülich (Hist. R.),
1902. - Der Mönch von St. Blasien
(R.), 1903.

*Bennesch, Joseph,

wurde am
3. März 1873 zu Haindorf im Jser-
gebirge als Sohn armer, mit Kindern
gesegneter Dorfleute geboren, verlor
schon mit zwölf Jahren seinen Vater
und damit jede Hoffnung, eine höhere
Schule besuchen und Lehrer werden
zu können. Nachdem er die Volksschule
durchlaufen hatte, gab ihn seine Mut-
ter zu einem Bäcker in die Lehre. Die
wenigen Stunden, die ihm als Schlaf-
zeit zugewiesen waren, benutzte er zum
Selbststudium aller möglichen Wis-
senszweige. Der Konflikt mit seinem
Lehrherrn blieb nicht aus, und so kam
es, daß B. eines Nachts demselben
entwich und dann mit 16 Jahren auf
die Wanderschaft ging. Jn Berlin
gewann er als Schreiber bei einem
Rechtsanwalt festen Fuß, besuchte hier
eine Privathandelslehranstalt und
kehrte dann über Wittenberg u. Leip-
zig nach Böhmen zurück. Jn Komotau,
am Fuße des Erzgebirges, fand er bei
einem Kaufmann Stellung, die er
dann später mit einer Beamtenstelle
in einem großen Textilunternehmen
zu Raspenau im Jsergebirge ver-
tauschte. Dort lebt er noch jetzt.

S:


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Ben
lung der königl. Bibliothek daſelbſt.
Seine innere Entwicklung wurde ent-
ſcheidend beeinflußt durch das zu jener
Zeit erfolgte Bekanntwerden der
Nietzſcheſchen Philoſophie. Jm Jahre
1904 gab er ſeine amtlichen Stellungen
auf, um als unabhängiger Schrift-
ſteller wirken zu können. Außer eini-
gen Heften Chorgeſänge (1893–98)
veröffentlichte er

S:

Der muſikaliſche
Quackſalber (Satir. R. von Kuhnau,
neu hrsg.), 1900. – Hymnen an Zara-
thuſtra u. andere Gedichtkreiſe, 1900.
– Traum u. Tag (Ein ſtilles Liebes-
drama), 1901. – Lyriſche Symphonie
(Neue Gedichtkreiſe mit muſikal. Bei-
gaben), 1902. – Geläut durch die Stille
(Gedichtkreiſe), 1904. – Felſenleben
(Lyr. Sk.), 1905. – Gedichte (Aus-
wahl), 1906. – Bou-Saâda, eine
Wüſtenfahrt (Sk.), 1907. – Jn frembde
Land’ dahin! (Jmpreſſioniſtiſche Reiſe-
blätter), 1908.

*Bennecke, Wilhelm,

wurde als
der Sohn eines aus Berlin ſtammen-
den kurheſſiſchen Hauptmanns am
11. Dezbr. 1846 in Kaſſel geboren,
beſuchte das Lyceum Fridericianum
daſelbſt und bekleidete 1867–79 die
Stelle eines Sekretärs am königlichen
Theater in Kaſſel. Seitdem lebte er
dort als freier Schriftſteller und war
ſeit 1883 mit Katharina Heß, Mitglied
des königl. Theaters daſelbſt ver-
heiratet. Jm Jahre 1902 übernahm
er die Redaktion der Zeitſchrift „Heſ-
ſenland“, an der er ſeit ihrer Grün-
dung eifrig mitgearbeitet hatte. Er
ſtarb am 5. Jan. 1906.

S:

Maler-
leben (R.); III, 1869. – Reinhold Lenz
(Literaturhiſt. N.), 1871. – Gedichte,
1871. – Verlorene Herzen (En.), 1872.
Reviſor Morgelhahn (Humor.-polit.
R. a. d. ehemal. Kurheſſen), 1902. –
Wolframs Meiſterwerke (Romant. O.,
Muſik von Rob. Jbener), 1900.

*Bennert, Julius Eduard,

pſeud.
Erasmus Schleicher, geb. zu
Köln am 22. Septbr. 1856 als der
Sohn eines Kaufmanns, beſuchte das
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Ben
dort. Friedrich-Wilhelm-Gymnaſium
und widmete ſich dann gleichfalls dem
Handelsſtande. Nachdem er in ver-
ſchiedenen größeren Häuſern in Bel-
gien und Jtalien tätig geweſen, über-
nahm er die Führung des elterlichen
Geſchäftes. Seit 1905 iſt er auch
Konſul der Republik Uruguay. Als
Muſiker beherrſcht B. mit Meiſter-
ſchaft die Zither, ſchrieb auch einige
dieſes Jnſtrument betreffende Schrif-
ten.

S:

Um Ehre u. Leben (Schſp.),
1893. – Aus der Geſellſchaft (Schſp.),
1894. – Trinkkunſt (Vorleſungen),
1895. – Auf photographiſchem Wege
(Schw), 1895. – Novellen, 1897. –
Poeſie des Alkohols, 2. A. 1900. – Der
wilde Jäger von Rheindorf (Poet.
E.), 1900. – Nikolaus Gülich (Hiſt. R.),
1902. – Der Mönch von St. Blaſien
(R.), 1903.

*Benneſch, Joſeph,

wurde am
3. März 1873 zu Haindorf im Jſer-
gebirge als Sohn armer, mit Kindern
geſegneter Dorfleute geboren, verlor
ſchon mit zwölf Jahren ſeinen Vater
und damit jede Hoffnung, eine höhere
Schule beſuchen und Lehrer werden
zu können. Nachdem er die Volksſchule
durchlaufen hatte, gab ihn ſeine Mut-
ter zu einem Bäcker in die Lehre. Die
wenigen Stunden, die ihm als Schlaf-
zeit zugewieſen waren, benutzte er zum
Selbſtſtudium aller möglichen Wiſ-
ſenszweige. Der Konflikt mit ſeinem
Lehrherrn blieb nicht aus, und ſo kam
es, daß B. eines Nachts demſelben
entwich und dann mit 16 Jahren auf
die Wanderſchaft ging. Jn Berlin
gewann er als Schreiber bei einem
Rechtsanwalt feſten Fuß, beſuchte hier
eine Privathandelslehranſtalt und
kehrte dann über Wittenberg u. Leip-
zig nach Böhmen zurück. Jn Komotau,
am Fuße des Erzgebirges, fand er bei
einem Kaufmann Stellung, die er
dann ſpäter mit einer Beamtenſtelle
in einem großen Textilunternehmen
zu Raspenau im Jſergebirge ver-
tauſchte. Dort lebt er noch jetzt.

S:


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[184/0188] Ben Ben lung der königl. Bibliothek daſelbſt. Seine innere Entwicklung wurde ent- ſcheidend beeinflußt durch das zu jener Zeit erfolgte Bekanntwerden der Nietzſcheſchen Philoſophie. Jm Jahre 1904 gab er ſeine amtlichen Stellungen auf, um als unabhängiger Schrift- ſteller wirken zu können. Außer eini- gen Heften Chorgeſänge (1893–98) veröffentlichte er S: Der muſikaliſche Quackſalber (Satir. R. von Kuhnau, neu hrsg.), 1900. – Hymnen an Zara- thuſtra u. andere Gedichtkreiſe, 1900. – Traum u. Tag (Ein ſtilles Liebes- drama), 1901. – Lyriſche Symphonie (Neue Gedichtkreiſe mit muſikal. Bei- gaben), 1902. – Geläut durch die Stille (Gedichtkreiſe), 1904. – Felſenleben (Lyr. Sk.), 1905. – Gedichte (Aus- wahl), 1906. – Bou-Saâda, eine Wüſtenfahrt (Sk.), 1907. – Jn frembde Land’ dahin! (Jmpreſſioniſtiſche Reiſe- blätter), 1908. *Bennecke, Wilhelm, wurde als der Sohn eines aus Berlin ſtammen- den kurheſſiſchen Hauptmanns am 11. Dezbr. 1846 in Kaſſel geboren, beſuchte das Lyceum Fridericianum daſelbſt und bekleidete 1867–79 die Stelle eines Sekretärs am königlichen Theater in Kaſſel. Seitdem lebte er dort als freier Schriftſteller und war ſeit 1883 mit Katharina Heß, Mitglied des königl. Theaters daſelbſt ver- heiratet. Jm Jahre 1902 übernahm er die Redaktion der Zeitſchrift „Heſ- ſenland“, an der er ſeit ihrer Grün- dung eifrig mitgearbeitet hatte. Er ſtarb am 5. Jan. 1906. S: Maler- leben (R.); III, 1869. – Reinhold Lenz (Literaturhiſt. N.), 1871. – Gedichte, 1871. – Verlorene Herzen (En.), 1872. Reviſor Morgelhahn (Humor.-polit. R. a. d. ehemal. Kurheſſen), 1902. – Wolframs Meiſterwerke (Romant. O., Muſik von Rob. Jbener), 1900. *Bennert, Julius Eduard, pſeud. Erasmus Schleicher, geb. zu Köln am 22. Septbr. 1856 als der Sohn eines Kaufmanns, beſuchte das dort. Friedrich-Wilhelm-Gymnaſium und widmete ſich dann gleichfalls dem Handelsſtande. Nachdem er in ver- ſchiedenen größeren Häuſern in Bel- gien und Jtalien tätig geweſen, über- nahm er die Führung des elterlichen Geſchäftes. Seit 1905 iſt er auch Konſul der Republik Uruguay. Als Muſiker beherrſcht B. mit Meiſter- ſchaft die Zither, ſchrieb auch einige dieſes Jnſtrument betreffende Schrif- ten. S: Um Ehre u. Leben (Schſp.), 1893. – Aus der Geſellſchaft (Schſp.), 1894. – Trinkkunſt (Vorleſungen), 1895. – Auf photographiſchem Wege (Schw), 1895. – Novellen, 1897. – Poeſie des Alkohols, 2. A. 1900. – Der wilde Jäger von Rheindorf (Poet. E.), 1900. – Nikolaus Gülich (Hiſt. R.), 1902. – Der Mönch von St. Blaſien (R.), 1903. *Benneſch, Joſeph, wurde am 3. März 1873 zu Haindorf im Jſer- gebirge als Sohn armer, mit Kindern geſegneter Dorfleute geboren, verlor ſchon mit zwölf Jahren ſeinen Vater und damit jede Hoffnung, eine höhere Schule beſuchen und Lehrer werden zu können. Nachdem er die Volksſchule durchlaufen hatte, gab ihn ſeine Mut- ter zu einem Bäcker in die Lehre. Die wenigen Stunden, die ihm als Schlaf- zeit zugewieſen waren, benutzte er zum Selbſtſtudium aller möglichen Wiſ- ſenszweige. Der Konflikt mit ſeinem Lehrherrn blieb nicht aus, und ſo kam es, daß B. eines Nachts demſelben entwich und dann mit 16 Jahren auf die Wanderſchaft ging. Jn Berlin gewann er als Schreiber bei einem Rechtsanwalt feſten Fuß, beſuchte hier eine Privathandelslehranſtalt und kehrte dann über Wittenberg u. Leip- zig nach Böhmen zurück. Jn Komotau, am Fuße des Erzgebirges, fand er bei einem Kaufmann Stellung, die er dann ſpäter mit einer Beamtenſtelle in einem großen Textilunternehmen zu Raspenau im Jſergebirge ver- tauſchte. Dort lebt er noch jetzt. S: *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 184. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/188>, abgerufen am 23.03.2019.