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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Wunsche der Eltern für das Universi-
tätsstudium vorzubereiten; doch nö-
tigte ihn sein Gesundheitszustand, mit
15 Jahren die Schule zu verlassen u.
sich dem Berufe eines Kaufmanns zu
widmen. Als solcher lebt er jetzt (1895)
zu Landeshut in Schlesien.

S:

Natur
und Leben (Ge.), 1894.

*Bergmann, Otto,

* am 3. Febr.
1876 in Charlottenburg, lebt daselbst.

S:

Die Rächerin (R.), 1904. - Berg-
auf (Ge.), 1905. - Der Halbgott (R.),
1905. - Der Feuermelder und andere
Humoresken, 1907. - Die Erbin von
Hohen-Egern (Krim.-R.), 1908.

*Bergmann, Theodor,

geb.
am 29. Dezbr. 1868 in dem berühmten
Wallfahrtsorte Kevelaer (Rheinland)
als der Sohn eines Fabrikbesitzers,
mußte seine mit regem Eifer aufge-
nommenen Studien wegen des frühen
Todes seines Vaters unterbrechen und
seine ganze Kraft dem väterlichen Erbe
widmen. Gleichwohl benutzte er die
wenigen Mußestunden, um dem Drän-
gen seines Jnnern in lyrischen und
epischen Dichtungen Ausdruck zu ge-
ben. Er lebt noch jetzt in Kevelaer,
wo ihn das Vertrauen seiner Mit-
bürger 1903 in den Stadtrat berief;
auch ist er auf sozialpolitischem Ge-
biete rege tätig u. genießt als Volks-
redner in seiner Gegend einen guten
Ruf.

S:

Der Betrübten Trösterin
Maria-Kevelaer (D.), 1903.

*Bergmann, Werner,

wurde
am 9. Mai 1804 zu Jsenbüttel bei
Gifhorn im Hannöverschen geboren,
wo seine Eltern eine Wohnung be-
zogen hatten. Sein Vater stand später
als Oberstabsarzt in Diensten der eng-
lisch-deutschen Legion. Seine Mutter,
eine Jugendfreundin Goethes, den sie
als damaligen Reichskammergerichts-
akzessisten in Wetzlar kennen gelernt
hatte, war eine Frau von hoher lite-
rarischer Bildung, und durch ihre Er-
ziehung wurden die Geistes- und Ge-
mütskräfte des Knaben zuerst geweckt.
B. widmete sich dem geistlichen Stande
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und studierte von 1824-27 an der
Universität Göttingen, wo er auch
dem bekannten Kreise von Jünglingen
angehörte, dessen Mitglieder (A. Pe-
ters, D. Pape u. a.) durch Lieferung
u. Beurteilung literarischer Arbeiten
eine Art neuen Hainbundes bildeten.
Nachdem B. lange Jahre in Draken-
burg bei Nienburg a. d. Weser als
Pfarrer gewirkt, trat er 1877 in den
Ruhestand und siedelte nach Hannover
über, wo er am 8. März 1890 starb.

S:

Vaterländische Gesänge, 1851. -
Minone (D.), 1856. - Tizian (Kultur-
hist. R.); II, 1865. - Die Schlacht bei
Drakenburg (E.), 1868. - Lieder und
vermischte Gedichte, 1870. - Festspiel
zur 150jähr. Jubelfeier der Georgia
Augusta, 1887.

*Bergner, Rudolf,

wurde am
24. Sept. 1860 zu Leipzig als der Sohn
eines Bankbeamten geboren und wid-
mete sich nach Besuch des Gymnasiums
einige Zeit dem Buchhandel. Da in-
dessen dieser Beruf seinen Jdealen
keineswegs entsprach, gab er ihn wie-
der auf, hörte an den Universitäten
zu Leipzig u. Wien Vorlesungen u. er-
gab sich dann gänzlich der literarischen
Tätigkeit. Bestimmt durch ein reges
Jnteresse für fremde Völker u. Natur-
schönheiten, unternahm er erst allein,
nach seiner Verheiratung (1884) mit
seiner Gattin größere Reisen durch
Osteuropa, besonders durch das Ge-
biet der Karpathen, und legte dann
seine Reiseschilderungen teils in Zeit-
schriften, teils in Journalen nieder.
Jnfolge seiner vielfachen Reisen wech-
selte er auch häufig seinen Wohnsitz
(Josefstal bei Baden, Wien, Her-
mannstadt, Marienhof bei Graz), bis
er 1894 dauernd nach Graz über-
siedelte. Hier bot sich ihm ein anderes
Feld für seine rastlose Tätigkeit; er
wurde ein Kämpfer für den Schutz
der Tiere. Er setzte es durch, daß in
Österreich Gesetze gegen den Vogel-
mord erlassen wurden, war Präsident
des österreich. Bundes der Vogel-

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Ber
Wunſche der Eltern für das Univerſi-
tätsſtudium vorzubereiten; doch nö-
tigte ihn ſein Geſundheitszuſtand, mit
15 Jahren die Schule zu verlaſſen u.
ſich dem Berufe eines Kaufmanns zu
widmen. Als ſolcher lebt er jetzt (1895)
zu Landeshut in Schleſien.

S:

Natur
und Leben (Ge.), 1894.

*Bergmann, Otto,

* am 3. Febr.
1876 in Charlottenburg, lebt daſelbſt.

S:

Die Rächerin (R.), 1904. – Berg-
auf (Ge.), 1905. – Der Halbgott (R.),
1905. – Der Feuermelder und andere
Humoresken, 1907. – Die Erbin von
Hohen-Egern (Krim.-R.), 1908.

*Bergmann, Theodor,

geb.
am 29. Dezbr. 1868 in dem berühmten
Wallfahrtsorte Kevelaer (Rheinland)
als der Sohn eines Fabrikbeſitzers,
mußte ſeine mit regem Eifer aufge-
nommenen Studien wegen des frühen
Todes ſeines Vaters unterbrechen und
ſeine ganze Kraft dem väterlichen Erbe
widmen. Gleichwohl benutzte er die
wenigen Mußeſtunden, um dem Drän-
gen ſeines Jnnern in lyriſchen und
epiſchen Dichtungen Ausdruck zu ge-
ben. Er lebt noch jetzt in Kevelaer,
wo ihn das Vertrauen ſeiner Mit-
bürger 1903 in den Stadtrat berief;
auch iſt er auf ſozialpolitiſchem Ge-
biete rege tätig u. genießt als Volks-
redner in ſeiner Gegend einen guten
Ruf.

S:

Der Betrübten Tröſterin
Maria-Kevelaer (D.), 1903.

*Bergmann, Werner,

wurde
am 9. Mai 1804 zu Jſenbüttel bei
Gifhorn im Hannöverſchen geboren,
wo ſeine Eltern eine Wohnung be-
zogen hatten. Sein Vater ſtand ſpäter
als Oberſtabsarzt in Dienſten der eng-
liſch-deutſchen Legion. Seine Mutter,
eine Jugendfreundin Goethes, den ſie
als damaligen Reichskammergerichts-
akzeſſiſten in Wetzlar kennen gelernt
hatte, war eine Frau von hoher lite-
rariſcher Bildung, und durch ihre Er-
ziehung wurden die Geiſtes- und Ge-
mütskräfte des Knaben zuerſt geweckt.
B. widmete ſich dem geiſtlichen Stande
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Ber
und ſtudierte von 1824–27 an der
Univerſität Göttingen, wo er auch
dem bekannten Kreiſe von Jünglingen
angehörte, deſſen Mitglieder (A. Pe-
ters, D. Pape u. a.) durch Lieferung
u. Beurteilung literariſcher Arbeiten
eine Art neuen Hainbundes bildeten.
Nachdem B. lange Jahre in Draken-
burg bei Nienburg a. d. Weſer als
Pfarrer gewirkt, trat er 1877 in den
Ruheſtand und ſiedelte nach Hannover
über, wo er am 8. März 1890 ſtarb.

S:

Vaterländiſche Geſänge, 1851. –
Minone (D.), 1856. – Tizian (Kultur-
hiſt. R.); II, 1865. – Die Schlacht bei
Drakenburg (E.), 1868. – Lieder und
vermiſchte Gedichte, 1870. – Feſtſpiel
zur 150jähr. Jubelfeier der Georgia
Auguſta, 1887.

*Bergner, Rudolf,

wurde am
24. Sept. 1860 zu Leipzig als der Sohn
eines Bankbeamten geboren und wid-
mete ſich nach Beſuch des Gymnaſiums
einige Zeit dem Buchhandel. Da in-
deſſen dieſer Beruf ſeinen Jdealen
keineswegs entſprach, gab er ihn wie-
der auf, hörte an den Univerſitäten
zu Leipzig u. Wien Vorleſungen u. er-
gab ſich dann gänzlich der literariſchen
Tätigkeit. Beſtimmt durch ein reges
Jntereſſe für fremde Völker u. Natur-
ſchönheiten, unternahm er erſt allein,
nach ſeiner Verheiratung (1884) mit
ſeiner Gattin größere Reiſen durch
Oſteuropa, beſonders durch das Ge-
biet der Karpathen, und legte dann
ſeine Reiſeſchilderungen teils in Zeit-
ſchriften, teils in Journalen nieder.
Jnfolge ſeiner vielfachen Reiſen wech-
ſelte er auch häufig ſeinen Wohnſitz
(Joſefstal bei Baden, Wien, Her-
mannſtadt, Marienhof bei Graz), bis
er 1894 dauernd nach Graz über-
ſiedelte. Hier bot ſich ihm ein anderes
Feld für ſeine raſtloſe Tätigkeit; er
wurde ein Kämpfer für den Schutz
der Tiere. Er ſetzte es durch, daß in
Öſterreich Geſetze gegen den Vogel-
mord erlaſſen wurden, war Präſident
des öſterreich. Bundes der Vogel-

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 196. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/200>, abgerufen am 21.03.2019.