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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Bey
(1882) in Heidelberg, (1884) als Re-
dakteur des "Hamburger Korrespon-
denten" in Hamburg, seit 1890 als
freier Schriftsteller in Laubegast bei
Dresden. Eine große Zahl seiner
Schriften ist dem Fürsten Bismarck u.
dessen Stellung zu den verschiedensten
politischen Persönlichkeiten und Strö-
mungen gewidmet.

S:

Dresdener
Elegien, 1895. - Gedichte, 1895. -
Lieder aus der kleinsten Hütte, 1895.
2. A. 1904. - Sprüche und Gedanken
von Einem (pseud.), 1899. - Lieder
aus Norwegen, 1903. - Künstlerspie-
gel, 1904. - Göttliche Lieder, 1905. -
Vaterland, 1906. - Der deutsche
Christus, 1907. - Schillers letzte Stun-
den (Dram. Lebensbild), 2. A. 1909.

Beydemüller, Christian,

geb. am
21. Januar 1839 in Frankfurt a. M.,
lebt daselbst.

S:

Dramen und Ge-
dichte, 1873.

Beyer, Ernst,

geb. am 24. Oktbr.
1855 im Dorfe Vielau bei Zwickau in
Sachsen, bildete sich auf dem Seminar
zu Waldenburg zum Lehrer aus und
wurde zu Neujahr 1874 Hilfslehrer
in dem erzgebirgischen Städtchen
Schwarzenberg. Ostern 1877 ging er
nach Leipzig u. hier steht er noch jetzt
im Amte. Als die "Leipziger Lehrer-
zeitung" gegründet wurde, übernahm
B. die Leitung derselben und führte
sie bis zum Jahre 1900, wo er durch
Maßregelung gezwungen ward, sie
niederzulegen.

S:

Sokrates (Tr.),
1902.

*Beyer, Karl Friedrich Wil-
helm,

pseud. der Rothenburger
Einsiedler,
wurde am 25. März
1803 zu Weimar geboren, wo sein
Vater als Pächter des Stadthauses
eine Gastwirtschaft betrieb. Da der
letztere in dem unglücklichen Kriege
von 1806 durch die plündernden Fran-
zosen fast alles verloren hatte, so
siedelte er nach Kelbra über, wo er sich
einigermaßen wieder emporarbeitete.
Hier besuchte der Sohn die Volks-
schule, später einige Zeit das Lyceum
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Bey
in Frankenhausen, widmete sich dann
in Naumburg fünf Jahre lang dem
Kaufmannsstande u. gründete schließ-
lich in Kelbra ein eigenes Geschäft.
Jm Sommer des Jahres 1839 erhielt
B. die Erlaubnis, auf der nahen
Rothenburg eine kleine Wirtschaft für
Touristen einrichten zu dürfen, und
seit dieser Zeit schlug er jeden Som-
mer seinen Wohnsitz in der von ihm
nach und nach äußerst wohnlich her-
gerichteten Ruine auf, während er den
Winter in Kelbra verlebte. Mit jenem
Zeitpunkt beginnt auch B.'s poetische
Tätigkeit. Solange der Fürst Fried-
rich Günther von Schwarzburg-Son-
dershausen lebte, der dem Dichter sehr
gewogen war, blieb dieser Pächter der
Rothenburg. Nach des Fürsten Tode
aber (1857) gelang es den Gegnern
B.s, ihn aus seiner Pachtung zu ver-
drängen, ja es kostete viele Mühe, ehe
B. eine Entschädigung von der Regie-
rung für seine auf der Rothenburg
gemachten Anlagen usw. erlangen
konnte. Seit 1868 hat denn B. auch
seinen alten Sommersitz nur selten
besucht. Er lebte in Kelbra oder Hain-
rode und starb in Kelbra am 1. Sept.
1887.

S:

Gedichte; II, 1841-45.
2. A. 1853.

Beyer, Hermann,

* am 4. Jan.
1850 zu Tharandt in Sachsen, wo sein
Vater Postillon war, verlor denselben
sehr früh u. wuchs in ärmlichen Ver-
hältnissen auf. Als Kind mußte er
das Vieh hüten und in die Fremde
führen. So war seine ganze Schul-
bildung eine mehr autodidaktische.
Später ging er zum Militär, wurde
Zahlmeisteraspirant beim königlich
sächs. Jägerbataillon zu Freiberg i. S.
und besuchte hier als Hospitant die
volkswirtschaftlichen Vorlesungen an
der Akademie. Endlich bewog ihn
die Unterstützungsbedürftigkeit seiner
alten Mutter, den Militärdienst zu
verlassen und in den sächsischen Eisen-
bahndienst überzutreten. Jn dem-
selben ist er jetzt Betriebssekretär bei

*


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Bey
(1882) in Heidelberg, (1884) als Re-
dakteur des „Hamburger Korreſpon-
denten“ in Hamburg, ſeit 1890 als
freier Schriftſteller in Laubegaſt bei
Dresden. Eine große Zahl ſeiner
Schriften iſt dem Fürſten Bismarck u.
deſſen Stellung zu den verſchiedenſten
politiſchen Perſönlichkeiten und Strö-
mungen gewidmet.

S:

Dresdener
Elegien, 1895. – Gedichte, 1895. –
Lieder aus der kleinſten Hütte, 1895.
2. A. 1904. – Sprüche und Gedanken
von Einem (pſeud.), 1899. – Lieder
aus Norwegen, 1903. – Künſtlerſpie-
gel, 1904. – Göttliche Lieder, 1905. –
Vaterland, 1906. – Der deutſche
Chriſtus, 1907. – Schillers letzte Stun-
den (Dram. Lebensbild), 2. A. 1909.

Beydemüller, Chriſtian,

geb. am
21. Januar 1839 in Frankfurt a. M.,
lebt daſelbſt.

S:

Dramen und Ge-
dichte, 1873.

Beyer, Ernſt,

geb. am 24. Oktbr.
1855 im Dorfe Vielau bei Zwickau in
Sachſen, bildete ſich auf dem Seminar
zu Waldenburg zum Lehrer aus und
wurde zu Neujahr 1874 Hilfslehrer
in dem erzgebirgiſchen Städtchen
Schwarzenberg. Oſtern 1877 ging er
nach Leipzig u. hier ſteht er noch jetzt
im Amte. Als die „Leipziger Lehrer-
zeitung“ gegründet wurde, übernahm
B. die Leitung derſelben und führte
ſie bis zum Jahre 1900, wo er durch
Maßregelung gezwungen ward, ſie
niederzulegen.

S:

Sokrates (Tr.),
1902.

*Beyer, Karl Friedrich Wil-
helm,

pſeud. der Rothenburger
Einſiedler,
wurde am 25. März
1803 zu Weimar geboren, wo ſein
Vater als Pächter des Stadthauſes
eine Gaſtwirtſchaft betrieb. Da der
letztere in dem unglücklichen Kriege
von 1806 durch die plündernden Fran-
zoſen faſt alles verloren hatte, ſo
ſiedelte er nach Kelbra über, wo er ſich
einigermaßen wieder emporarbeitete.
Hier beſuchte der Sohn die Volks-
ſchule, ſpäter einige Zeit das Lyceum
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Bey
in Frankenhauſen, widmete ſich dann
in Naumburg fünf Jahre lang dem
Kaufmannsſtande u. gründete ſchließ-
lich in Kelbra ein eigenes Geſchäft.
Jm Sommer des Jahres 1839 erhielt
B. die Erlaubnis, auf der nahen
Rothenburg eine kleine Wirtſchaft für
Touriſten einrichten zu dürfen, und
ſeit dieſer Zeit ſchlug er jeden Som-
mer ſeinen Wohnſitz in der von ihm
nach und nach äußerſt wohnlich her-
gerichteten Ruine auf, während er den
Winter in Kelbra verlebte. Mit jenem
Zeitpunkt beginnt auch B.’s poetiſche
Tätigkeit. Solange der Fürſt Fried-
rich Günther von Schwarzburg-Son-
dershauſen lebte, der dem Dichter ſehr
gewogen war, blieb dieſer Pächter der
Rothenburg. Nach des Fürſten Tode
aber (1857) gelang es den Gegnern
B.s, ihn aus ſeiner Pachtung zu ver-
drängen, ja es koſtete viele Mühe, ehe
B. eine Entſchädigung von der Regie-
rung für ſeine auf der Rothenburg
gemachten Anlagen uſw. erlangen
konnte. Seit 1868 hat denn B. auch
ſeinen alten Sommerſitz nur ſelten
beſucht. Er lebte in Kelbra oder Hain-
rode und ſtarb in Kelbra am 1. Sept.
1887.

S:

Gedichte; II, 1841–45.
2. A. 1853.

Beyer, Hermann,

* am 4. Jan.
1850 zu Tharandt in Sachſen, wo ſein
Vater Poſtillon war, verlor denſelben
ſehr früh u. wuchs in ärmlichen Ver-
hältniſſen auf. Als Kind mußte er
das Vieh hüten und in die Fremde
führen. So war ſeine ganze Schul-
bildung eine mehr autodidaktiſche.
Später ging er zum Militär, wurde
Zahlmeiſteraſpirant beim königlich
ſächſ. Jägerbataillon zu Freiberg i. S.
und beſuchte hier als Hoſpitant die
volkswirtſchaftlichen Vorleſungen an
der Akademie. Endlich bewog ihn
die Unterſtützungsbedürftigkeit ſeiner
alten Mutter, den Militärdienſt zu
verlaſſen und in den ſächſiſchen Eiſen-
bahndienſt überzutreten. Jn dem-
ſelben iſt er jetzt Betriebsſekretär bei

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[222/0226] Bey Bey (1882) in Heidelberg, (1884) als Re- dakteur des „Hamburger Korreſpon- denten“ in Hamburg, ſeit 1890 als freier Schriftſteller in Laubegaſt bei Dresden. Eine große Zahl ſeiner Schriften iſt dem Fürſten Bismarck u. deſſen Stellung zu den verſchiedenſten politiſchen Perſönlichkeiten und Strö- mungen gewidmet. S: Dresdener Elegien, 1895. – Gedichte, 1895. – Lieder aus der kleinſten Hütte, 1895. 2. A. 1904. – Sprüche und Gedanken von Einem (pſeud.), 1899. – Lieder aus Norwegen, 1903. – Künſtlerſpie- gel, 1904. – Göttliche Lieder, 1905. – Vaterland, 1906. – Der deutſche Chriſtus, 1907. – Schillers letzte Stun- den (Dram. Lebensbild), 2. A. 1909. Beydemüller, Chriſtian, geb. am 21. Januar 1839 in Frankfurt a. M., lebt daſelbſt. S: Dramen und Ge- dichte, 1873. Beyer, Ernſt, geb. am 24. Oktbr. 1855 im Dorfe Vielau bei Zwickau in Sachſen, bildete ſich auf dem Seminar zu Waldenburg zum Lehrer aus und wurde zu Neujahr 1874 Hilfslehrer in dem erzgebirgiſchen Städtchen Schwarzenberg. Oſtern 1877 ging er nach Leipzig u. hier ſteht er noch jetzt im Amte. Als die „Leipziger Lehrer- zeitung“ gegründet wurde, übernahm B. die Leitung derſelben und führte ſie bis zum Jahre 1900, wo er durch Maßregelung gezwungen ward, ſie niederzulegen. S: Sokrates (Tr.), 1902. *Beyer, Karl Friedrich Wil- helm, pſeud. der Rothenburger Einſiedler, wurde am 25. März 1803 zu Weimar geboren, wo ſein Vater als Pächter des Stadthauſes eine Gaſtwirtſchaft betrieb. Da der letztere in dem unglücklichen Kriege von 1806 durch die plündernden Fran- zoſen faſt alles verloren hatte, ſo ſiedelte er nach Kelbra über, wo er ſich einigermaßen wieder emporarbeitete. Hier beſuchte der Sohn die Volks- ſchule, ſpäter einige Zeit das Lyceum in Frankenhauſen, widmete ſich dann in Naumburg fünf Jahre lang dem Kaufmannsſtande u. gründete ſchließ- lich in Kelbra ein eigenes Geſchäft. Jm Sommer des Jahres 1839 erhielt B. die Erlaubnis, auf der nahen Rothenburg eine kleine Wirtſchaft für Touriſten einrichten zu dürfen, und ſeit dieſer Zeit ſchlug er jeden Som- mer ſeinen Wohnſitz in der von ihm nach und nach äußerſt wohnlich her- gerichteten Ruine auf, während er den Winter in Kelbra verlebte. Mit jenem Zeitpunkt beginnt auch B.’s poetiſche Tätigkeit. Solange der Fürſt Fried- rich Günther von Schwarzburg-Son- dershauſen lebte, der dem Dichter ſehr gewogen war, blieb dieſer Pächter der Rothenburg. Nach des Fürſten Tode aber (1857) gelang es den Gegnern B.s, ihn aus ſeiner Pachtung zu ver- drängen, ja es koſtete viele Mühe, ehe B. eine Entſchädigung von der Regie- rung für ſeine auf der Rothenburg gemachten Anlagen uſw. erlangen konnte. Seit 1868 hat denn B. auch ſeinen alten Sommerſitz nur ſelten beſucht. Er lebte in Kelbra oder Hain- rode und ſtarb in Kelbra am 1. Sept. 1887. S: Gedichte; II, 1841–45. 2. A. 1853. Beyer, Hermann, * am 4. Jan. 1850 zu Tharandt in Sachſen, wo ſein Vater Poſtillon war, verlor denſelben ſehr früh u. wuchs in ärmlichen Ver- hältniſſen auf. Als Kind mußte er das Vieh hüten und in die Fremde führen. So war ſeine ganze Schul- bildung eine mehr autodidaktiſche. Später ging er zum Militär, wurde Zahlmeiſteraſpirant beim königlich ſächſ. Jägerbataillon zu Freiberg i. S. und beſuchte hier als Hoſpitant die volkswirtſchaftlichen Vorleſungen an der Akademie. Endlich bewog ihn die Unterſtützungsbedürftigkeit ſeiner alten Mutter, den Militärdienſt zu verlaſſen und in den ſächſiſchen Eiſen- bahndienſt überzutreten. Jn dem- ſelben iſt er jetzt Betriebsſekretär bei *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 222. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/226>, abgerufen am 20.03.2019.