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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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sächsischen Erzgebirge geboren, be-
suchte das Gymnasium in Annaberg,
die Bergakademie in Freiberg i. S.,
die Forstakademie in Tharandt, die
landwirtschaftl. Akademie in Hohen-
heim u. später die Universität Leipzig.
Nach seiner Vermählung mit Klara
von Grävenitz (1856) lebte er lange
Zeit auf seiner Besitzung in Forch-
heim, später in Dresden, seit 1888 in
Potsdam u. siedelte 1890 nach Berlin
über, wo er Beamter im kaiserlich
statistischen Amt wurde u. am 6. Juni
1896 starb.

S:

Kleines Treiben aus
einer kleinen Stadt (R.), 1864. - Der
Roman als Kunstwerk, 1864.

Biedermann, Felix,

pseud. Felix
Dörmann,
* in Wien am 29. Mai
1870, machte seine Studien daselbst
u. schlug darauf die literarische Lauf-
bahn ein, in welcher er sich schon mit
15 Jahren versucht hatte. Aus Anlaß
der internationalen Musik- u. Theater-
ausstellung in Wien (1892) wurde B.
zum Leiter des Preßbureaus derselben
ernannt. Er lebt noch jetzt in Wien.

S:

Neurotica, 1891. - Sensationen,
1892. - Jung Österreich (Anthol.),
1892. - Dramen (I. Hanna), 1893. -
Gelächter (Ge.), 1895. - Ledige Leute
(Komödie), 1898. - Warum der schöne
Fritz verstimmt war (E.), 1900. -
Zimmerherren (Komödie), 1900. -
Die Kranner Buben (Kom.), 1901. -
Der Herr von Abadessa (Ein Aben-
teurerstück), 1902. - Das Unverzeih-
liche (Nn.), 1904. - Die Liebesmüden
(Lsp.), 1905. - Alle guten Dinge (Nn.),
1906. - Der köstliche Rudi u. andere
Geschichten, 1906. - Das stärkere Ge-
schlecht (Einakter-Zyklus: Hagith. -
Die Überflüssigen. - Der Mäzen. -
Der schlaue Jaromir), 1907.

Biedermann, Friedrich,

geb. am
23. August 1820 zu Bremen, widmete
sich erst dem Buchhandel, später der
Bühne u. privatisierte dann in seiner
Vaterstadt.

S:

Efeuranken (Ge.), 1855.

*Biedermann, Johann

Bap-
tist, wurde am 23. Septbr. 1844 zu
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Schruns, dem Hauptorte in dem süd-
lichsten Teile Vorarlbergs (Monta-
fon), geboren, wo sein Vater, ein
früherer Lehrer an der Kadettenschule
in Hall (Tirol), Besitzer des Gast-
hauses zur Traube war. Er besuchte
das Jesuitenpensionat zu Feldkirch in
Vorarlberg, das Gymnasium in Jnns-
bruck u. zuletzt aus Gesundheitsrück-
sichten dasjenige in Meran und bezog
zu Anfang d. J. 1864 die Universität
Jnnsbruck, an der er bis 1868 die
Rechte studierte und 1870 zum Dr. jur.
promoviert wurde. Familienverhält-
nisse bestimmten ihn, 1872 den väter-
lichen Gasthof in Schruns zu über-
nehmen, und so wurde er Ökonom,
Holz- u. Viehhändler, ohne darüber
seine geistige Tätigkeit zu vernach-
lässigen. Jm Jahre 1878 nahm er
seine juristische Praxis wieder auf, u.
lebt er seit 1885 als Advokat in Blu-
denz. Er ist nicht nur als Verteidiger
in Strafsachen gesucht, sondern auch
als Dichter in der Montafoner Mund-
art unter den Bewohnern Vorarl-
bergs sehr bekannt.

S:

Nüt för un-
guat! (Ge. in Montafoner Mdt.),
1897. Volksausgabe 1898.

Biedermann, Friedrich Karl,


geb. am 25. Septbr. 1812 in Leipzig,
erhielt seine Vorbildung erst bei einem
Landpfarrer u. später auf der Kreuz-
schule in Dresden und studierte seit
1830 in Leipzig u. Heidelberg klassische
Philologie und daneben auch Staats-
wissenschaften. Jm Jahre 1835 habili-
tierte er sich in Leipzig als Privat-
dozent und wurde 1838 außerordent-
licher Professor der Philosophie. Seit
dem Jahre 1842 umfaßten seine Vor-
lesungen besonders die Staatswissen-
schaften, das Staatsrecht und die
Volkswirtschaftslehre. Auch trat er
seit dieser Zeit mit vielen Schriften
als Publizist auf und suchte für all-
mählichen gesetzlichen Fortschritt und
den Aufbau eines kräftigen National-
lebens zu wirken. So gründete er
1842 die literarisch-politische Zeit-

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ſächſiſchen Erzgebirge geboren, be-
ſuchte das Gymnaſium in Annaberg,
die Bergakademie in Freiberg i. S.,
die Forſtakademie in Tharandt, die
landwirtſchaftl. Akademie in Hohen-
heim u. ſpäter die Univerſität Leipzig.
Nach ſeiner Vermählung mit Klara
von Grävenitz (1856) lebte er lange
Zeit auf ſeiner Beſitzung in Forch-
heim, ſpäter in Dresden, ſeit 1888 in
Potsdam u. ſiedelte 1890 nach Berlin
über, wo er Beamter im kaiſerlich
ſtatiſtiſchen Amt wurde u. am 6. Juni
1896 ſtarb.

S:

Kleines Treiben aus
einer kleinen Stadt (R.), 1864. – Der
Roman als Kunſtwerk, 1864.

Biedermann, Felix,

pſeud. Felix
Dörmann,
* in Wien am 29. Mai
1870, machte ſeine Studien daſelbſt
u. ſchlug darauf die literariſche Lauf-
bahn ein, in welcher er ſich ſchon mit
15 Jahren verſucht hatte. Aus Anlaß
der internationalen Muſik- u. Theater-
ausſtellung in Wien (1892) wurde B.
zum Leiter des Preßbureaus derſelben
ernannt. Er lebt noch jetzt in Wien.

S:

Neurotica, 1891. – Senſationen,
1892. – Jung Öſterreich (Anthol.),
1892. – Dramen (I. Hanna), 1893. –
Gelächter (Ge.), 1895. – Ledige Leute
(Komödie), 1898. – Warum der ſchöne
Fritz verſtimmt war (E.), 1900. –
Zimmerherren (Komödie), 1900. –
Die Kranner Buben (Kom.), 1901. –
Der Herr von Abadeſſa (Ein Aben-
teurerſtück), 1902. – Das Unverzeih-
liche (Nn.), 1904. – Die Liebesmüden
(Lſp.), 1905. – Alle guten Dinge (Nn.),
1906. – Der köſtliche Rudi u. andere
Geſchichten, 1906. – Das ſtärkere Ge-
ſchlecht (Einakter-Zyklus: Hagith. –
Die Überflüſſigen. – Der Mäzen. –
Der ſchlaue Jaromir), 1907.

Biedermann, Friedrich,

geb. am
23. Auguſt 1820 zu Bremen, widmete
ſich erſt dem Buchhandel, ſpäter der
Bühne u. privatiſierte dann in ſeiner
Vaterſtadt.

S:

Efeuranken (Ge.), 1855.

*Biedermann, Johann

Bap-
tiſt, wurde am 23. Septbr. 1844 zu
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Bie
Schruns, dem Hauptorte in dem ſüd-
lichſten Teile Vorarlbergs (Monta-
fon), geboren, wo ſein Vater, ein
früherer Lehrer an der Kadettenſchule
in Hall (Tirol), Beſitzer des Gaſt-
hauſes zur Traube war. Er beſuchte
das Jeſuitenpenſionat zu Feldkirch in
Vorarlberg, das Gymnaſium in Jnns-
bruck u. zuletzt aus Geſundheitsrück-
ſichten dasjenige in Meran und bezog
zu Anfang d. J. 1864 die Univerſität
Jnnsbruck, an der er bis 1868 die
Rechte ſtudierte und 1870 zum Dr. jur.
promoviert wurde. Familienverhält-
niſſe beſtimmten ihn, 1872 den väter-
lichen Gaſthof in Schruns zu über-
nehmen, und ſo wurde er Ökonom,
Holz- u. Viehhändler, ohne darüber
ſeine geiſtige Tätigkeit zu vernach-
läſſigen. Jm Jahre 1878 nahm er
ſeine juriſtiſche Praxis wieder auf, u.
lebt er ſeit 1885 als Advokat in Blu-
denz. Er iſt nicht nur als Verteidiger
in Strafſachen geſucht, ſondern auch
als Dichter in der Montafoner Mund-
art unter den Bewohnern Vorarl-
bergs ſehr bekannt.

S:

Nüt för un-
guat! (Ge. in Montafoner Mdt.),
1897. Volksausgabe 1898.

Biedermann, Friedrich Karl,


geb. am 25. Septbr. 1812 in Leipzig,
erhielt ſeine Vorbildung erſt bei einem
Landpfarrer u. ſpäter auf der Kreuz-
ſchule in Dresden und ſtudierte ſeit
1830 in Leipzig u. Heidelberg klaſſiſche
Philologie und daneben auch Staats-
wiſſenſchaften. Jm Jahre 1835 habili-
tierte er ſich in Leipzig als Privat-
dozent und wurde 1838 außerordent-
licher Profeſſor der Philoſophie. Seit
dem Jahre 1842 umfaßten ſeine Vor-
leſungen beſonders die Staatswiſſen-
ſchaften, das Staatsrecht und die
Volkswirtſchaftslehre. Auch trat er
ſeit dieſer Zeit mit vielen Schriften
als Publiziſt auf und ſuchte für all-
mählichen geſetzlichen Fortſchritt und
den Aufbau eines kräftigen National-
lebens zu wirken. So gründete er
1842 die literariſch-politiſche Zeit-

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[231/0235] Bie Bie ſächſiſchen Erzgebirge geboren, be- ſuchte das Gymnaſium in Annaberg, die Bergakademie in Freiberg i. S., die Forſtakademie in Tharandt, die landwirtſchaftl. Akademie in Hohen- heim u. ſpäter die Univerſität Leipzig. Nach ſeiner Vermählung mit Klara von Grävenitz (1856) lebte er lange Zeit auf ſeiner Beſitzung in Forch- heim, ſpäter in Dresden, ſeit 1888 in Potsdam u. ſiedelte 1890 nach Berlin über, wo er Beamter im kaiſerlich ſtatiſtiſchen Amt wurde u. am 6. Juni 1896 ſtarb. S: Kleines Treiben aus einer kleinen Stadt (R.), 1864. – Der Roman als Kunſtwerk, 1864. Biedermann, Felix, pſeud. Felix Dörmann, * in Wien am 29. Mai 1870, machte ſeine Studien daſelbſt u. ſchlug darauf die literariſche Lauf- bahn ein, in welcher er ſich ſchon mit 15 Jahren verſucht hatte. Aus Anlaß der internationalen Muſik- u. Theater- ausſtellung in Wien (1892) wurde B. zum Leiter des Preßbureaus derſelben ernannt. Er lebt noch jetzt in Wien. S: Neurotica, 1891. – Senſationen, 1892. – Jung Öſterreich (Anthol.), 1892. – Dramen (I. Hanna), 1893. – Gelächter (Ge.), 1895. – Ledige Leute (Komödie), 1898. – Warum der ſchöne Fritz verſtimmt war (E.), 1900. – Zimmerherren (Komödie), 1900. – Die Kranner Buben (Kom.), 1901. – Der Herr von Abadeſſa (Ein Aben- teurerſtück), 1902. – Das Unverzeih- liche (Nn.), 1904. – Die Liebesmüden (Lſp.), 1905. – Alle guten Dinge (Nn.), 1906. – Der köſtliche Rudi u. andere Geſchichten, 1906. – Das ſtärkere Ge- ſchlecht (Einakter-Zyklus: Hagith. – Die Überflüſſigen. – Der Mäzen. – Der ſchlaue Jaromir), 1907. Biedermann, Friedrich, geb. am 23. Auguſt 1820 zu Bremen, widmete ſich erſt dem Buchhandel, ſpäter der Bühne u. privatiſierte dann in ſeiner Vaterſtadt. S: Efeuranken (Ge.), 1855. *Biedermann, Johann Bap- tiſt, wurde am 23. Septbr. 1844 zu Schruns, dem Hauptorte in dem ſüd- lichſten Teile Vorarlbergs (Monta- fon), geboren, wo ſein Vater, ein früherer Lehrer an der Kadettenſchule in Hall (Tirol), Beſitzer des Gaſt- hauſes zur Traube war. Er beſuchte das Jeſuitenpenſionat zu Feldkirch in Vorarlberg, das Gymnaſium in Jnns- bruck u. zuletzt aus Geſundheitsrück- ſichten dasjenige in Meran und bezog zu Anfang d. J. 1864 die Univerſität Jnnsbruck, an der er bis 1868 die Rechte ſtudierte und 1870 zum Dr. jur. promoviert wurde. Familienverhält- niſſe beſtimmten ihn, 1872 den väter- lichen Gaſthof in Schruns zu über- nehmen, und ſo wurde er Ökonom, Holz- u. Viehhändler, ohne darüber ſeine geiſtige Tätigkeit zu vernach- läſſigen. Jm Jahre 1878 nahm er ſeine juriſtiſche Praxis wieder auf, u. lebt er ſeit 1885 als Advokat in Blu- denz. Er iſt nicht nur als Verteidiger in Strafſachen geſucht, ſondern auch als Dichter in der Montafoner Mund- art unter den Bewohnern Vorarl- bergs ſehr bekannt. S: Nüt för un- guat! (Ge. in Montafoner Mdt.), 1897. Volksausgabe 1898. Biedermann, Friedrich Karl, geb. am 25. Septbr. 1812 in Leipzig, erhielt ſeine Vorbildung erſt bei einem Landpfarrer u. ſpäter auf der Kreuz- ſchule in Dresden und ſtudierte ſeit 1830 in Leipzig u. Heidelberg klaſſiſche Philologie und daneben auch Staats- wiſſenſchaften. Jm Jahre 1835 habili- tierte er ſich in Leipzig als Privat- dozent und wurde 1838 außerordent- licher Profeſſor der Philoſophie. Seit dem Jahre 1842 umfaßten ſeine Vor- leſungen beſonders die Staatswiſſen- ſchaften, das Staatsrecht und die Volkswirtſchaftslehre. Auch trat er ſeit dieſer Zeit mit vielen Schriften als Publiziſt auf und ſuchte für all- mählichen geſetzlichen Fortſchritt und den Aufbau eines kräftigen National- lebens zu wirken. So gründete er 1842 die literariſch-politiſche Zeit- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 231. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/235>, abgerufen am 22.03.2019.