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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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angebliche Mächte der Finsternis weit
und breit bekannt. Dann kaufte er
1852 die Heilanstalt für Gemüts- u.
Nervenkranke im Bade Boll bei Göp-
pingen, wo er, seit 1869 von seinen
Söhnen unterstützt, der Helfer un-
zähliger Kranken geworden ist. Er
starb daselbst am 25. Februar 1880.

S:

Psalmlieder (die Psalmen in sang-
bare Weisen umgesetzt), 1848. 2. A.
1861. - Prophetenlieder nach Jesaja,
1850.

Blümlinger, Floridus,

geb. am
1. Novbr. 1862 im Dorfe Wilhelming,
Pfarre Utzenaich (Oberösterreich), als
der Sohn eines Zimmermanns und
Verfertiger landwirtschaftlicher Ma-
schinen, besuchte die Volksschule in
St. Lambrechten, 1875-83 das Gym-
nasium in Linz, trat im August 1883
im Stifte Reichersberg am Jnn ins
Noviziat und absolvierte im Stifte
St. Florian 1884-88 die theologi-
schen Studien. Vom 1. Juni 1889 ab
wirkte er als Kooperator in St. Lam-
brechten, und seit August 1890 weilt
er im Stifte Reichersberg als regu-
lierter Chorherr.

S:

Guckkastenbil-
der (Sk. u. Dn.), 1897.

Blümner, Minna,

geb. Hau-
bitzer
, wurde am 3. März 1837 in
Frankfurt a. M. als einzige Tochter
ihrer sehr zurückgezogen lebenden
Eltern geboren, besuchte zuerst eine
öffentliche Schule u. von 1850-53 das
Privatinstitut des Frl. Ficus. Von
großem Einfluß auf ihre geistige und
religiöse Bildung war der Verkehr
mit dem bekannten Pfarrer Karl Süd-
hoff. Jn seinem Hause lernte sie auch
ihren späteren Gatten Dr. Franz
Blümner kennen, dem sie nach Büdin-
gen folgte, wo er als Gymnasiallehrer
angestellt ward. Nach seinem Tode
(1878) widmete sich Minna B. der
Schriftstellerei und humanitären Be-
strebungen. So half sie eine Sonn-
tagsschule gründen, förderte Frauen-
vereine, war für das von Diakonis-
sinnen geleitete Spital tätig u. nahm,
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da ihr selbst Kinder versagt waren,
einen Knaben und später auch dessen
Schwester in mütterliche Pflege. Ein
Schlaganfall lähmte sie dann an der
linken Seite; doch vermochte sie mit
der rechten immer noch die Feder zu
führen. Sie starb am 23. März 1892.

S:

Auf verschiedenen Wegen (E. f. d.
weibliche Jugd.), 1880.

Blumröder, Gustav,

pseud. An-
tonio Anthus
, wurde am 27. Juni
1802 zu Nürnberg geboren und ent-
stammte einer wohlhabenden Bürger-
familie. Er absolvierte das dortige
Gymnasium und bezog 1820 die Uni-
versität Erlangen, wo er anfangs
Theologie studierte, sich aber bald der
Medizin zuwandte. Nachdem er in
Würzburg seine Studien beendet
hatte und zum Dr. med. promoviert
worden war, besuchte er die Spitäler
in Berlin, Wien u. Paris, legte 1827
seine Staatsprüfung ab und erhielt
1828 die Stelle eines Armen- und
Spitalarzies in Hersbruck. Hier be-
gann er auch seine schriftstellerische
Tätigkeit auf dem Gebiete der Psy-
chiatrie. Seit 1835 Gerichtsarzt in
Kirchlamitz im Fichtelgebirge, wurde
er 1848 zum Abgeordneten seines Be-
zirks in die Deutsche Reichsversamm-
lung gewählt und ging auch mit dem
Rumpfparlament nach Stuttgart.
Nach gewaltsamer Auflösung dessel-
ben heimgekehrt, wurde er im August
1849 verhaftet und, obwohl nach vier
Monaten wieder aus der Haft ent-
lassen, im November 1850 aus admi-
nistrativen Gründen in den dauern-
den Ruhestand versetzt. Er zog nun
nach Nürnberg und starb hier am
23. Dezbr. 1853.

S:

Morano (R.),
2. Ausg. 1834. - Vorlesungen über
Eßkunst (Hum.), 1838. - Shakespeares
Affe (Hum.), 1841. - Ein Preislust-
spiel (Hum.), 1842.

*Blüthgen, Klara,

geb. Kil-
burger
, bekannt unter ihrem ersten
Frauennamen Klara Eysell und
unter dem Namen Eysell-Kil-

*


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Blü
angebliche Mächte der Finſternis weit
und breit bekannt. Dann kaufte er
1852 die Heilanſtalt für Gemüts- u.
Nervenkranke im Bade Boll bei Göp-
pingen, wo er, ſeit 1869 von ſeinen
Söhnen unterſtützt, der Helfer un-
zähliger Kranken geworden iſt. Er
ſtarb daſelbſt am 25. Februar 1880.

S:

Pſalmlieder (die Pſalmen in ſang-
bare Weiſen umgeſetzt), 1848. 2. A.
1861. – Prophetenlieder nach Jeſaja,
1850.

Blümlinger, Floridus,

geb. am
1. Novbr. 1862 im Dorfe Wilhelming,
Pfarre Utzenaich (Oberöſterreich), als
der Sohn eines Zimmermanns und
Verfertiger landwirtſchaftlicher Ma-
ſchinen, beſuchte die Volksſchule in
St. Lambrechten, 1875–83 das Gym-
naſium in Linz, trat im Auguſt 1883
im Stifte Reichersberg am Jnn ins
Noviziat und abſolvierte im Stifte
St. Florian 1884–88 die theologi-
ſchen Studien. Vom 1. Juni 1889 ab
wirkte er als Kooperator in St. Lam-
brechten, und ſeit Auguſt 1890 weilt
er im Stifte Reichersberg als regu-
lierter Chorherr.

S:

Guckkaſtenbil-
der (Sk. u. Dn.), 1897.

Blümner, Minna,

geb. Hau-
bitzer
, wurde am 3. März 1837 in
Frankfurt a. M. als einzige Tochter
ihrer ſehr zurückgezogen lebenden
Eltern geboren, beſuchte zuerſt eine
öffentliche Schule u. von 1850–53 das
Privatinſtitut des Frl. Ficus. Von
großem Einfluß auf ihre geiſtige und
religiöſe Bildung war der Verkehr
mit dem bekannten Pfarrer Karl Süd-
hoff. Jn ſeinem Hauſe lernte ſie auch
ihren ſpäteren Gatten Dr. Franz
Blümner kennen, dem ſie nach Büdin-
gen folgte, wo er als Gymnaſiallehrer
angeſtellt ward. Nach ſeinem Tode
(1878) widmete ſich Minna B. der
Schriftſtellerei und humanitären Be-
ſtrebungen. So half ſie eine Sonn-
tagsſchule gründen, förderte Frauen-
vereine, war für das von Diakoniſ-
ſinnen geleitete Spital tätig u. nahm,
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Blü
da ihr ſelbſt Kinder verſagt waren,
einen Knaben und ſpäter auch deſſen
Schweſter in mütterliche Pflege. Ein
Schlaganfall lähmte ſie dann an der
linken Seite; doch vermochte ſie mit
der rechten immer noch die Feder zu
führen. Sie ſtarb am 23. März 1892.

S:

Auf verſchiedenen Wegen (E. f. d.
weibliche Jugd.), 1880.

Blumröder, Guſtav,

pſeud. An-
tonio Anthus
, wurde am 27. Juni
1802 zu Nürnberg geboren und ent-
ſtammte einer wohlhabenden Bürger-
familie. Er abſolvierte das dortige
Gymnaſium und bezog 1820 die Uni-
verſität Erlangen, wo er anfangs
Theologie ſtudierte, ſich aber bald der
Medizin zuwandte. Nachdem er in
Würzburg ſeine Studien beendet
hatte und zum Dr. med. promoviert
worden war, beſuchte er die Spitäler
in Berlin, Wien u. Paris, legte 1827
ſeine Staatsprüfung ab und erhielt
1828 die Stelle eines Armen- und
Spitalarzies in Hersbruck. Hier be-
gann er auch ſeine ſchriftſtelleriſche
Tätigkeit auf dem Gebiete der Pſy-
chiatrie. Seit 1835 Gerichtsarzt in
Kirchlamitz im Fichtelgebirge, wurde
er 1848 zum Abgeordneten ſeines Be-
zirks in die Deutſche Reichsverſamm-
lung gewählt und ging auch mit dem
Rumpfparlament nach Stuttgart.
Nach gewaltſamer Auflöſung desſel-
ben heimgekehrt, wurde er im Auguſt
1849 verhaftet und, obwohl nach vier
Monaten wieder aus der Haft ent-
laſſen, im November 1850 aus admi-
niſtrativen Gründen in den dauern-
den Ruheſtand verſetzt. Er zog nun
nach Nürnberg und ſtarb hier am
23. Dezbr. 1853.

S:

Morano (R.),
2. Ausg. 1834. – Vorleſungen über
Eßkunſt (Hum.), 1838. – Shakeſpeares
Affe (Hum.), 1841. – Ein Preisluſt-
ſpiel (Hum.), 1842.

*Blüthgen, Klara,

geb. Kil-
burger
, bekannt unter ihrem erſten
Frauennamen Klara Eyſell und
unter dem Namen Eyſell-Kil-

*
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[268/0272] Blü Blü angebliche Mächte der Finſternis weit und breit bekannt. Dann kaufte er 1852 die Heilanſtalt für Gemüts- u. Nervenkranke im Bade Boll bei Göp- pingen, wo er, ſeit 1869 von ſeinen Söhnen unterſtützt, der Helfer un- zähliger Kranken geworden iſt. Er ſtarb daſelbſt am 25. Februar 1880. S: Pſalmlieder (die Pſalmen in ſang- bare Weiſen umgeſetzt), 1848. 2. A. 1861. – Prophetenlieder nach Jeſaja, 1850. Blümlinger, Floridus, geb. am 1. Novbr. 1862 im Dorfe Wilhelming, Pfarre Utzenaich (Oberöſterreich), als der Sohn eines Zimmermanns und Verfertiger landwirtſchaftlicher Ma- ſchinen, beſuchte die Volksſchule in St. Lambrechten, 1875–83 das Gym- naſium in Linz, trat im Auguſt 1883 im Stifte Reichersberg am Jnn ins Noviziat und abſolvierte im Stifte St. Florian 1884–88 die theologi- ſchen Studien. Vom 1. Juni 1889 ab wirkte er als Kooperator in St. Lam- brechten, und ſeit Auguſt 1890 weilt er im Stifte Reichersberg als regu- lierter Chorherr. S: Guckkaſtenbil- der (Sk. u. Dn.), 1897. Blümner, Minna, geb. Hau- bitzer, wurde am 3. März 1837 in Frankfurt a. M. als einzige Tochter ihrer ſehr zurückgezogen lebenden Eltern geboren, beſuchte zuerſt eine öffentliche Schule u. von 1850–53 das Privatinſtitut des Frl. Ficus. Von großem Einfluß auf ihre geiſtige und religiöſe Bildung war der Verkehr mit dem bekannten Pfarrer Karl Süd- hoff. Jn ſeinem Hauſe lernte ſie auch ihren ſpäteren Gatten Dr. Franz Blümner kennen, dem ſie nach Büdin- gen folgte, wo er als Gymnaſiallehrer angeſtellt ward. Nach ſeinem Tode (1878) widmete ſich Minna B. der Schriftſtellerei und humanitären Be- ſtrebungen. So half ſie eine Sonn- tagsſchule gründen, förderte Frauen- vereine, war für das von Diakoniſ- ſinnen geleitete Spital tätig u. nahm, da ihr ſelbſt Kinder verſagt waren, einen Knaben und ſpäter auch deſſen Schweſter in mütterliche Pflege. Ein Schlaganfall lähmte ſie dann an der linken Seite; doch vermochte ſie mit der rechten immer noch die Feder zu führen. Sie ſtarb am 23. März 1892. S: Auf verſchiedenen Wegen (E. f. d. weibliche Jugd.), 1880. Blumröder, Guſtav, pſeud. An- tonio Anthus, wurde am 27. Juni 1802 zu Nürnberg geboren und ent- ſtammte einer wohlhabenden Bürger- familie. Er abſolvierte das dortige Gymnaſium und bezog 1820 die Uni- verſität Erlangen, wo er anfangs Theologie ſtudierte, ſich aber bald der Medizin zuwandte. Nachdem er in Würzburg ſeine Studien beendet hatte und zum Dr. med. promoviert worden war, beſuchte er die Spitäler in Berlin, Wien u. Paris, legte 1827 ſeine Staatsprüfung ab und erhielt 1828 die Stelle eines Armen- und Spitalarzies in Hersbruck. Hier be- gann er auch ſeine ſchriftſtelleriſche Tätigkeit auf dem Gebiete der Pſy- chiatrie. Seit 1835 Gerichtsarzt in Kirchlamitz im Fichtelgebirge, wurde er 1848 zum Abgeordneten ſeines Be- zirks in die Deutſche Reichsverſamm- lung gewählt und ging auch mit dem Rumpfparlament nach Stuttgart. Nach gewaltſamer Auflöſung desſel- ben heimgekehrt, wurde er im Auguſt 1849 verhaftet und, obwohl nach vier Monaten wieder aus der Haft ent- laſſen, im November 1850 aus admi- niſtrativen Gründen in den dauern- den Ruheſtand verſetzt. Er zog nun nach Nürnberg und ſtarb hier am 23. Dezbr. 1853. S: Morano (R.), 2. Ausg. 1834. – Vorleſungen über Eßkunſt (Hum.), 1838. – Shakeſpeares Affe (Hum.), 1841. – Ein Preisluſt- ſpiel (Hum.), 1842. *Blüthgen, Klara, geb. Kil- burger, bekannt unter ihrem erſten Frauennamen Klara Eyſell und unter dem Namen Eyſell-Kil- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 268. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/272>, abgerufen am 24.03.2019.