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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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plötzlich am 24. September 1897 der
Tod.

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Utem Bernsteenwinkel (Ge.,
Geschn., Lieder etc. in ostpreuß.-sam-
länd. Plattdeutsch), 1892.

*Böhm, Gottfried

von, wurde
als der Sohn eines kgl. bayerischen
Gerichtsarztes am 27. Oktbr. 1845 zu
Nördlingen im Kreise Schwaben ge-
boren, erhielt seine Bildung auf der
lateinischen Schule seiner Vaterstadt
und auf dem Gymnasium zu Augs-
burg, worauf er 1864 die Universität
München bezog, um sich dem Studium
der Rechte u. der orientalischen Spra-
chen zu widmen. Nachdem er dasselbe
in Berlin beendigt, bestand er 1868
in München das erste juristische Exa-
men u. trat nun in die übliche Vor-
bereitungspraxis bei den Gerichten
u. Verwaltungsbehörden des Landes
ein. Nach Absolvierung seines Staats-
examens (1871) blieb er in München,
wo er noch Vorlesungen über orien-
talische Sprachen hörte, um in den
Reichskonsulardienst zu treten. Die-
ser Plan zerschlug sich vorderhand,
und B. lebte nun in München oder
auf Reisen seiner literarischen Tätig-
keit. Als sich ihm aber 1878 Aussich-
ten auf die diplomatische Laufbahn
eröffneten, für welche B. besondere
Vorliebe hatte, trat er wieder in den
Staatsdienst, wurde alsbald in das
Ministerium des Äußeren berufen,
einige Zeit bei der bayerischen Ge-
sandtschaft am italienischen Hofe ver-
wendet, und bekleidete dann viele
Jahre die Stelle eines bayerischen
Reichsherolds u. Geh. Legationsrats
in München. 1907 wurde er zum kgl.
bayerischen Staatsrat und Minister-
residenten in Bern ernannt.

S:

Chi-
nesische Lieder aus dem Livre de Sade
der Frau Judith Mendes ins Deut-
sche übertr., 1873. - Art läßt nicht
von Art (Lsp.), 1873. - Die Freier
(Dr.), 1873. - Penelope (Dr.), 1873.
- Jn Gedanken, Worten und Werken
(Lsp.), 1873. - Der Landsknecht mit
dem einäugigen Wams (N.), 1873. -
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Ein Sternchen (Schw.), 1875. - Früh-
lingsschauer (Schsp.), 1880. - Hero-
dias (Schsp.), 1883. - Der Blender
(Schsp.), 1886. 2. A. 1899. - Das
Glück der Erde (Nn.), 1890. - Reichs-
stadtnovellen, 1891. - Das Porträt
der Pompadour (Lsp.), 1893. - Jnez
de Castro (Tr.), 1894. - Dämmer-
stunden (Lsp.), 1894. - Der Märtyrer
(Schsp.), 1901. - Die Sonne (Schsp.),
1902.

Böhm, Gustav,

geb. am 23. Aug.
1854 in Wien als der Sohn des Groß-
industriellen Dr. Johann B., besuchte
das Schottengymnasium daselbst und
kam dann nach den Verein. Staaten
von Nordamerika, wo er an der Aka-
demie in Hoboken (Neujersey) und in
der Kunst- bzw. Ästhetikabteilung des
Columbia-College in Neuyork City
studierte. Er wurde dann Journalist
und Schriftsteller und ist seit einer
Reihe von Jahren Redakteur ("Ser-
vus") am "Neuyorker Herold". Sei-
nen Wohnsitz hat er in Hoboken.

S:


Die rote Lene (N.), 1878. 2. A. 1896.
Charakteristisch (Schw.), 1878. - Ein
verfehlter Beruf (R.), 1896. - Ge-
kreuzigte Frauen (R.), 1896. 2. A.
1906. - Die Geschwister (R.), 1900. -
Die letzte Nacht (Dr.), 1901. - Sem-
per Judaeus
(E.), 1903. - Servus-
lieder, 1906.

Böhm, Hans,

geb. am 18. April
1876 in Köln am Rhein, lebt daselbst.

S:

Gedichte, 1906.

*Böhm, Martin

(häufig auch pseu-
don. Gustav Braun und Emil
Hildebrandt
), wurde am 4. Dez.
1844 zu Breslau geboren, besuchte
das Gymnasium in Gleiwitz u. wid-
mete sich dann der Genre- und Land-
schaftsmalerei. Jndessen ging er bald,
ermutigt durch einige Erfolge auf
dramatischem Gebiete, zur Schrift-
stellerei über und ließ sich gegen Ende
der sechziger Jahre in Berlin nieder.
Hier wurde er der Begründer der
Berliner Parodie, und auf seine An-
regung ward das erste Parodietheater

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Böh
plötzlich am 24. September 1897 der
Tod.

S:

Utem Bernſteenwinkel (Ge.,
Geſchn., Lieder ꝛc. in oſtpreuß.-ſam-
länd. Plattdeutſch), 1892.

*Böhm, Gottfried

von, wurde
als der Sohn eines kgl. bayeriſchen
Gerichtsarztes am 27. Oktbr. 1845 zu
Nördlingen im Kreiſe Schwaben ge-
boren, erhielt ſeine Bildung auf der
lateiniſchen Schule ſeiner Vaterſtadt
und auf dem Gymnaſium zu Augs-
burg, worauf er 1864 die Univerſität
München bezog, um ſich dem Studium
der Rechte u. der orientaliſchen Spra-
chen zu widmen. Nachdem er dasſelbe
in Berlin beendigt, beſtand er 1868
in München das erſte juriſtiſche Exa-
men u. trat nun in die übliche Vor-
bereitungspraxis bei den Gerichten
u. Verwaltungsbehörden des Landes
ein. Nach Abſolvierung ſeines Staats-
examens (1871) blieb er in München,
wo er noch Vorleſungen über orien-
taliſche Sprachen hörte, um in den
Reichskonſulardienſt zu treten. Die-
ſer Plan zerſchlug ſich vorderhand,
und B. lebte nun in München oder
auf Reiſen ſeiner literariſchen Tätig-
keit. Als ſich ihm aber 1878 Ausſich-
ten auf die diplomatiſche Laufbahn
eröffneten, für welche B. beſondere
Vorliebe hatte, trat er wieder in den
Staatsdienſt, wurde alsbald in das
Miniſterium des Äußeren berufen,
einige Zeit bei der bayeriſchen Ge-
ſandtſchaft am italieniſchen Hofe ver-
wendet, und bekleidete dann viele
Jahre die Stelle eines bayeriſchen
Reichsherolds u. Geh. Legationsrats
in München. 1907 wurde er zum kgl.
bayeriſchen Staatsrat und Miniſter-
reſidenten in Bern ernannt.

S:

Chi-
neſiſche Lieder aus dem Livre de Sade
der Frau Judith Mendes ins Deut-
ſche übertr., 1873. – Art läßt nicht
von Art (Lſp.), 1873. – Die Freier
(Dr.), 1873. – Penelope (Dr.), 1873.
– Jn Gedanken, Worten und Werken
(Lſp.), 1873. – Der Landsknecht mit
dem einäugigen Wams (N.), 1873. –
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Böh
Ein Sternchen (Schw.), 1875. – Früh-
lingsſchauer (Schſp.), 1880. – Hero-
dias (Schſp.), 1883. – Der Blender
(Schſp.), 1886. 2. A. 1899. – Das
Glück der Erde (Nn.), 1890. – Reichs-
ſtadtnovellen, 1891. – Das Porträt
der Pompadour (Lſp.), 1893. – Jnez
de Caſtro (Tr.), 1894. – Dämmer-
ſtunden (Lſp.), 1894. – Der Märtyrer
(Schſp.), 1901. – Die Sonne (Schſp.),
1902.

Böhm, Guſtav,

geb. am 23. Aug.
1854 in Wien als der Sohn des Groß-
induſtriellen Dr. Johann B., beſuchte
das Schottengymnaſium daſelbſt und
kam dann nach den Verein. Staaten
von Nordamerika, wo er an der Aka-
demie in Hoboken (Neujerſey) und in
der Kunſt- bzw. Äſthetikabteilung des
Columbia-College in Neuyork City
ſtudierte. Er wurde dann Journaliſt
und Schriftſteller und iſt ſeit einer
Reihe von Jahren Redakteur („Ser-
vus“) am „Neuyorker Herold“. Sei-
nen Wohnſitz hat er in Hoboken.

S:


Die rote Lene (N.), 1878. 2. A. 1896.
Charakteriſtiſch (Schw.), 1878. – Ein
verfehlter Beruf (R.), 1896. – Ge-
kreuzigte Frauen (R.), 1896. 2. A.
1906. – Die Geſchwiſter (R.), 1900. –
Die letzte Nacht (Dr.), 1901. – Sem-
per Judaeus
(E.), 1903. – Servus-
lieder, 1906.

Böhm, Hans,

geb. am 18. April
1876 in Köln am Rhein, lebt daſelbſt.

S:

Gedichte, 1906.

*Böhm, Martin

(häufig auch pſeu-
don. Guſtav Braun und Emil
Hildebrandt
), wurde am 4. Dez.
1844 zu Breslau geboren, beſuchte
das Gymnaſium in Gleiwitz u. wid-
mete ſich dann der Genre- und Land-
ſchaftsmalerei. Jndeſſen ging er bald,
ermutigt durch einige Erfolge auf
dramatiſchem Gebiete, zur Schrift-
ſtellerei über und ließ ſich gegen Ende
der ſechziger Jahre in Berlin nieder.
Hier wurde er der Begründer der
Berliner Parodie, und auf ſeine An-
regung ward das erſte Parodietheater

*
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[283/0287] Böh Böh plötzlich am 24. September 1897 der Tod. S: Utem Bernſteenwinkel (Ge., Geſchn., Lieder ꝛc. in oſtpreuß.-ſam- länd. Plattdeutſch), 1892. *Böhm, Gottfried von, wurde als der Sohn eines kgl. bayeriſchen Gerichtsarztes am 27. Oktbr. 1845 zu Nördlingen im Kreiſe Schwaben ge- boren, erhielt ſeine Bildung auf der lateiniſchen Schule ſeiner Vaterſtadt und auf dem Gymnaſium zu Augs- burg, worauf er 1864 die Univerſität München bezog, um ſich dem Studium der Rechte u. der orientaliſchen Spra- chen zu widmen. Nachdem er dasſelbe in Berlin beendigt, beſtand er 1868 in München das erſte juriſtiſche Exa- men u. trat nun in die übliche Vor- bereitungspraxis bei den Gerichten u. Verwaltungsbehörden des Landes ein. Nach Abſolvierung ſeines Staats- examens (1871) blieb er in München, wo er noch Vorleſungen über orien- taliſche Sprachen hörte, um in den Reichskonſulardienſt zu treten. Die- ſer Plan zerſchlug ſich vorderhand, und B. lebte nun in München oder auf Reiſen ſeiner literariſchen Tätig- keit. Als ſich ihm aber 1878 Ausſich- ten auf die diplomatiſche Laufbahn eröffneten, für welche B. beſondere Vorliebe hatte, trat er wieder in den Staatsdienſt, wurde alsbald in das Miniſterium des Äußeren berufen, einige Zeit bei der bayeriſchen Ge- ſandtſchaft am italieniſchen Hofe ver- wendet, und bekleidete dann viele Jahre die Stelle eines bayeriſchen Reichsherolds u. Geh. Legationsrats in München. 1907 wurde er zum kgl. bayeriſchen Staatsrat und Miniſter- reſidenten in Bern ernannt. S: Chi- neſiſche Lieder aus dem Livre de Sade der Frau Judith Mendes ins Deut- ſche übertr., 1873. – Art läßt nicht von Art (Lſp.), 1873. – Die Freier (Dr.), 1873. – Penelope (Dr.), 1873. – Jn Gedanken, Worten und Werken (Lſp.), 1873. – Der Landsknecht mit dem einäugigen Wams (N.), 1873. – Ein Sternchen (Schw.), 1875. – Früh- lingsſchauer (Schſp.), 1880. – Hero- dias (Schſp.), 1883. – Der Blender (Schſp.), 1886. 2. A. 1899. – Das Glück der Erde (Nn.), 1890. – Reichs- ſtadtnovellen, 1891. – Das Porträt der Pompadour (Lſp.), 1893. – Jnez de Caſtro (Tr.), 1894. – Dämmer- ſtunden (Lſp.), 1894. – Der Märtyrer (Schſp.), 1901. – Die Sonne (Schſp.), 1902. Böhm, Guſtav, geb. am 23. Aug. 1854 in Wien als der Sohn des Groß- induſtriellen Dr. Johann B., beſuchte das Schottengymnaſium daſelbſt und kam dann nach den Verein. Staaten von Nordamerika, wo er an der Aka- demie in Hoboken (Neujerſey) und in der Kunſt- bzw. Äſthetikabteilung des Columbia-College in Neuyork City ſtudierte. Er wurde dann Journaliſt und Schriftſteller und iſt ſeit einer Reihe von Jahren Redakteur („Ser- vus“) am „Neuyorker Herold“. Sei- nen Wohnſitz hat er in Hoboken. S: Die rote Lene (N.), 1878. 2. A. 1896. Charakteriſtiſch (Schw.), 1878. – Ein verfehlter Beruf (R.), 1896. – Ge- kreuzigte Frauen (R.), 1896. 2. A. 1906. – Die Geſchwiſter (R.), 1900. – Die letzte Nacht (Dr.), 1901. – Sem- per Judaeus (E.), 1903. – Servus- lieder, 1906. Böhm, Hans, geb. am 18. April 1876 in Köln am Rhein, lebt daſelbſt. S: Gedichte, 1906. *Böhm, Martin (häufig auch pſeu- don. Guſtav Braun und Emil Hildebrandt), wurde am 4. Dez. 1844 zu Breslau geboren, beſuchte das Gymnaſium in Gleiwitz u. wid- mete ſich dann der Genre- und Land- ſchaftsmalerei. Jndeſſen ging er bald, ermutigt durch einige Erfolge auf dramatiſchem Gebiete, zur Schrift- ſtellerei über und ließ ſich gegen Ende der ſechziger Jahre in Berlin nieder. Hier wurde er der Begründer der Berliner Parodie, und auf ſeine An- regung ward das erſte Parodietheater *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 283. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/287>, abgerufen am 21.03.2019.