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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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sen nach der Schweiz, nach Oberita-
lien u. a. O. verläßt.

S:

Der Liebe
Gebot (R.); II, 1904. - Jlse Römer
(R.); II, 1905 (auch dramatisiert und
in dieser Gestalt mehr als 100mal
aufgeführt). - Der verlorene Sohn
(R.), 1909.

*Borcherdt, Albert,

wurde am
18. Aug. 1842 in Hamburg geboren
u. empfing daselbst seine Gymnasial-
bildung. Noch als Gymnasiast be-
gründete er 1861 die von Friedrich
Hebbel begünstigte Vierteljahrsschrift
"Braga. Organ für Wissenschaft und
Kunst", in welcher er seine ersten Ge-
dichte u. Humoresken veröffentlichte.
Von 1863-67 studierte B. in Heidel-
berg, München u. Göttingen Medizin,
promovierte in der letzten Stadt 1867
u. ließ sich dann in seiner Vaterstadt
als praktischer Arzt nieder. Eine um-
fangreiche Praxis, die seine ganze
Tätigkeit in Anspruch nahm, zwang
ihn, auf schriftstellerische Arbeiten
Verzicht zu leisten, und erst 1886 er-
laubten ihm die Verhältnisse, sich sei-
nen Jugendidealen wieder zuzuwen-
den. Er schrieb damals seine Erzäh-
lung "Bewerbungskämpfe", aus der
ihm viel Verdrießlichkeiten erwuchsen,
da die Ärzte in den geschilderten Fi-
guren durchaus bestimmte Persön-
lichkeiten erkennen wollten. Mehrere
Jahre lebte B. auf seiner Villa in
Auerbach an der hessischen Bergstraße,
wo er während der Sommermonate
ein von ihm gegründetes Bad leitete,
während er sich im Winter mit schrift-
stellerischen Arbeiten beschäftigte, ließ
sich dann aber im Herbst 1900 als
praktischer Arzt in Remagen a. Rh.
nieder.

S:

Bewerbungskämpfe (E.),
1886. - Leibarzt für fröhliche Zecher
(Scherz u. Ernst), 1887. 2. A. 1889.
- Das lustige alte Hamburg (Scherz,
Sitten u. Gebräuche unserer Väter);
II, 1889-90. 4. A. 1891. - Der Reichs-
tagskandidat (Lsp.), 1891. - Hambur-
ger Abende des Senioren-Konvents,
1898. -- B. + 1908 in Remagen a. Rh.

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Bor
*Borchers, Friedrich Rudolf,


wurde am 2. Febr. 1852 in der Lüne-
burger Heide zu Sülze bei Celle als
der Sohn des dortigen Pastors ge-
boren, der 1859 nach Eickeloh versetzt
ward, erhielt bis zu seinem 15. Lebens-
jahre in dem Knaben-Jnstitut seines
Vaters den Unterricht und kam 1867
auf das Gymnasium zu Verden, das er
1871 mit dem zu Hameln vertauschte.
Er studierte dann 1872-75 in Göt-
tingen und Erlangen Theologie, ab-
solvierte in den beiden folgenden
Jahren, wo er zugleich zeitweise als
Hauslehrer u. Privatlehrer fungierte,
seine Examina und wurde im Herbst
1877 Hilfsprediger in Bleckede a. d.
Elbe. Jm folgenden Jahre wurde er
Pfarrer in Eldingen in der Lünebur-
ger Heide, 1881 in Hollenstedt, 1886
in Osterholz bei Bremen und später
in Wehrstedt bei Salzdetfurth, wo er
noch jetzt im Amte steht.

S:

Halle-
luja! (Geistl. Lr.), 1885. - Friedr.
Weyermüllers geistliche Lieder in einer
Auswahl hrsg., 1887.

Borcke, Johann Heinrich Heros
von,

wurde am 23. Juli 1835 zu
Ehrenbreitstein geboren. Sein Vater,
damals Offizier beim 19. Jnfanterie-
regiment, trat bald darauf in den
Besitz der Borckeschen Wangeriner
Lehnsgüter u. erwarb demnächst die
Güter Giesenbrügge und Neuenburg
in der Neumark. Der Sohn verlebte
seine Kindheit in Ehrenbreitstein, be-
suchte seit 1846 das Köllnische Gym-
nasium in Berlin, seit 1848 das Pä-
dagogium in Halle, trat 1853 als
Avantageur in das Gardekürassier-
regiment ein u. wurde 1855 Offizier,
nahm aber schon 1858 seinen Abschied
u. ging auf Reisen. Bei der Mobil-
machung des größeren Teiles der
preuß. Armee (1859) traf ihn seine
Order in Paris; er kehrte zurück und
wurde dem 2. Gardelandwehrregi-
ment in Graudenz zugeteilt. Nach
erfolgter Abrüstung trat er beim
Brandenburg. Dragoner-Reg. Nr. 2

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Bor
ſen nach der Schweiz, nach Oberita-
lien u. a. O. verläßt.

S:

Der Liebe
Gebot (R.); II, 1904. – Jlſe Römer
(R.); II, 1905 (auch dramatiſiert und
in dieſer Geſtalt mehr als 100mal
aufgeführt). – Der verlorene Sohn
(R.), 1909.

*Borcherdt, Albert,

wurde am
18. Aug. 1842 in Hamburg geboren
u. empfing daſelbſt ſeine Gymnaſial-
bildung. Noch als Gymnaſiaſt be-
gründete er 1861 die von Friedrich
Hebbel begünſtigte Vierteljahrsſchrift
„Braga. Organ für Wiſſenſchaft und
Kunſt“, in welcher er ſeine erſten Ge-
dichte u. Humoresken veröffentlichte.
Von 1863–67 ſtudierte B. in Heidel-
berg, München u. Göttingen Medizin,
promovierte in der letzten Stadt 1867
u. ließ ſich dann in ſeiner Vaterſtadt
als praktiſcher Arzt nieder. Eine um-
fangreiche Praxis, die ſeine ganze
Tätigkeit in Anſpruch nahm, zwang
ihn, auf ſchriftſtelleriſche Arbeiten
Verzicht zu leiſten, und erſt 1886 er-
laubten ihm die Verhältniſſe, ſich ſei-
nen Jugendidealen wieder zuzuwen-
den. Er ſchrieb damals ſeine Erzäh-
lung „Bewerbungskämpfe“, aus der
ihm viel Verdrießlichkeiten erwuchſen,
da die Ärzte in den geſchilderten Fi-
guren durchaus beſtimmte Perſön-
lichkeiten erkennen wollten. Mehrere
Jahre lebte B. auf ſeiner Villa in
Auerbach an der heſſiſchen Bergſtraße,
wo er während der Sommermonate
ein von ihm gegründetes Bad leitete,
während er ſich im Winter mit ſchrift-
ſtelleriſchen Arbeiten beſchäftigte, ließ
ſich dann aber im Herbſt 1900 als
praktiſcher Arzt in Remagen a. Rh.
nieder.

S:

Bewerbungskämpfe (E.),
1886. – Leibarzt für fröhliche Zecher
(Scherz u. Ernſt), 1887. 2. A. 1889.
– Das luſtige alte Hamburg (Scherz,
Sitten u. Gebräuche unſerer Väter);
II, 1889–90. 4. A. 1891. – Der Reichs-
tagskandidat (Lſp.), 1891. – Hambur-
ger Abende des Senioren-Konvents,
1898. — B. † 1908 in Remagen a. Rh.

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Bor
*Borchers, Friedrich Rudolf,


wurde am 2. Febr. 1852 in der Lüne-
burger Heide zu Sülze bei Celle als
der Sohn des dortigen Paſtors ge-
boren, der 1859 nach Eickeloh verſetzt
ward, erhielt bis zu ſeinem 15. Lebens-
jahre in dem Knaben-Jnſtitut ſeines
Vaters den Unterricht und kam 1867
auf das Gymnaſium zu Verden, das er
1871 mit dem zu Hameln vertauſchte.
Er ſtudierte dann 1872–75 in Göt-
tingen und Erlangen Theologie, ab-
ſolvierte in den beiden folgenden
Jahren, wo er zugleich zeitweiſe als
Hauslehrer u. Privatlehrer fungierte,
ſeine Examina und wurde im Herbſt
1877 Hilfsprediger in Bleckede a. d.
Elbe. Jm folgenden Jahre wurde er
Pfarrer in Eldingen in der Lünebur-
ger Heide, 1881 in Hollenſtedt, 1886
in Oſterholz bei Bremen und ſpäter
in Wehrſtedt bei Salzdetfurth, wo er
noch jetzt im Amte ſteht.

S:

Halle-
luja! (Geiſtl. Lr.), 1885. – Friedr.
Weyermüllers geiſtliche Lieder in einer
Auswahl hrsg., 1887.

Borcke, Johann Heinrich Heros
von,

wurde am 23. Juli 1835 zu
Ehrenbreitſtein geboren. Sein Vater,
damals Offizier beim 19. Jnfanterie-
regiment, trat bald darauf in den
Beſitz der Borckeſchen Wangeriner
Lehnsgüter u. erwarb demnächſt die
Güter Gieſenbrügge und Neuenburg
in der Neumark. Der Sohn verlebte
ſeine Kindheit in Ehrenbreitſtein, be-
ſuchte ſeit 1846 das Köllniſche Gym-
naſium in Berlin, ſeit 1848 das Pä-
dagogium in Halle, trat 1853 als
Avantageur in das Gardeküraſſier-
regiment ein u. wurde 1855 Offizier,
nahm aber ſchon 1858 ſeinen Abſchied
u. ging auf Reiſen. Bei der Mobil-
machung des größeren Teiles der
preuß. Armee (1859) traf ihn ſeine
Order in Paris; er kehrte zurück und
wurde dem 2. Gardelandwehrregi-
ment in Graudenz zugeteilt. Nach
erfolgter Abrüſtung trat er beim
Brandenburg. Dragoner-Reg. Nr. 2

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[297/0301] Bor Bor ſen nach der Schweiz, nach Oberita- lien u. a. O. verläßt. S: Der Liebe Gebot (R.); II, 1904. – Jlſe Römer (R.); II, 1905 (auch dramatiſiert und in dieſer Geſtalt mehr als 100mal aufgeführt). – Der verlorene Sohn (R.), 1909. *Borcherdt, Albert, wurde am 18. Aug. 1842 in Hamburg geboren u. empfing daſelbſt ſeine Gymnaſial- bildung. Noch als Gymnaſiaſt be- gründete er 1861 die von Friedrich Hebbel begünſtigte Vierteljahrsſchrift „Braga. Organ für Wiſſenſchaft und Kunſt“, in welcher er ſeine erſten Ge- dichte u. Humoresken veröffentlichte. Von 1863–67 ſtudierte B. in Heidel- berg, München u. Göttingen Medizin, promovierte in der letzten Stadt 1867 u. ließ ſich dann in ſeiner Vaterſtadt als praktiſcher Arzt nieder. Eine um- fangreiche Praxis, die ſeine ganze Tätigkeit in Anſpruch nahm, zwang ihn, auf ſchriftſtelleriſche Arbeiten Verzicht zu leiſten, und erſt 1886 er- laubten ihm die Verhältniſſe, ſich ſei- nen Jugendidealen wieder zuzuwen- den. Er ſchrieb damals ſeine Erzäh- lung „Bewerbungskämpfe“, aus der ihm viel Verdrießlichkeiten erwuchſen, da die Ärzte in den geſchilderten Fi- guren durchaus beſtimmte Perſön- lichkeiten erkennen wollten. Mehrere Jahre lebte B. auf ſeiner Villa in Auerbach an der heſſiſchen Bergſtraße, wo er während der Sommermonate ein von ihm gegründetes Bad leitete, während er ſich im Winter mit ſchrift- ſtelleriſchen Arbeiten beſchäftigte, ließ ſich dann aber im Herbſt 1900 als praktiſcher Arzt in Remagen a. Rh. nieder. S: Bewerbungskämpfe (E.), 1886. – Leibarzt für fröhliche Zecher (Scherz u. Ernſt), 1887. 2. A. 1889. – Das luſtige alte Hamburg (Scherz, Sitten u. Gebräuche unſerer Väter); II, 1889–90. 4. A. 1891. – Der Reichs- tagskandidat (Lſp.), 1891. – Hambur- ger Abende des Senioren-Konvents, 1898. — B. † 1908 in Remagen a. Rh. *Borchers, Friedrich Rudolf, wurde am 2. Febr. 1852 in der Lüne- burger Heide zu Sülze bei Celle als der Sohn des dortigen Paſtors ge- boren, der 1859 nach Eickeloh verſetzt ward, erhielt bis zu ſeinem 15. Lebens- jahre in dem Knaben-Jnſtitut ſeines Vaters den Unterricht und kam 1867 auf das Gymnaſium zu Verden, das er 1871 mit dem zu Hameln vertauſchte. Er ſtudierte dann 1872–75 in Göt- tingen und Erlangen Theologie, ab- ſolvierte in den beiden folgenden Jahren, wo er zugleich zeitweiſe als Hauslehrer u. Privatlehrer fungierte, ſeine Examina und wurde im Herbſt 1877 Hilfsprediger in Bleckede a. d. Elbe. Jm folgenden Jahre wurde er Pfarrer in Eldingen in der Lünebur- ger Heide, 1881 in Hollenſtedt, 1886 in Oſterholz bei Bremen und ſpäter in Wehrſtedt bei Salzdetfurth, wo er noch jetzt im Amte ſteht. S: Halle- luja! (Geiſtl. Lr.), 1885. – Friedr. Weyermüllers geiſtliche Lieder in einer Auswahl hrsg., 1887. Borcke, Johann Heinrich Heros von, wurde am 23. Juli 1835 zu Ehrenbreitſtein geboren. Sein Vater, damals Offizier beim 19. Jnfanterie- regiment, trat bald darauf in den Beſitz der Borckeſchen Wangeriner Lehnsgüter u. erwarb demnächſt die Güter Gieſenbrügge und Neuenburg in der Neumark. Der Sohn verlebte ſeine Kindheit in Ehrenbreitſtein, be- ſuchte ſeit 1846 das Köllniſche Gym- naſium in Berlin, ſeit 1848 das Pä- dagogium in Halle, trat 1853 als Avantageur in das Gardeküraſſier- regiment ein u. wurde 1855 Offizier, nahm aber ſchon 1858 ſeinen Abſchied u. ging auf Reiſen. Bei der Mobil- machung des größeren Teiles der preuß. Armee (1859) traf ihn ſeine Order in Paris; er kehrte zurück und wurde dem 2. Gardelandwehrregi- ment in Graudenz zugeteilt. Nach erfolgter Abrüſtung trat er beim Brandenburg. Dragoner-Reg. Nr. 2 *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 297. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/301>, abgerufen am 22.03.2019.