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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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zu Landsberg a. d. Warthe wieder in
aktiven Dienst u. verblieb darin bis
1862. Dann ging er nach Nordame-
rika, wo er in den Stab des berühm-
ten sezessionistischen Reitergenerals
J. E. B. Stuart aufgenommen und
bald ein intimer Freund des letzteren
wurde. Er wurde später Major und
schließlich Chef des Stabes. Jn der
Schlacht bei Middleburg sehr schwer
verwundet, mußte er sehr lange auf
dem Krankenlager zubringen. Eini-
germaßen geheilt, ging er Ende 1864
im Auftrage des Präsidenten Davis
in einer Mission nach England, kehrte
von hier bei Ausbruch des Krieges
von 1866 nach Deutschland zurück u.
trat als Sekondeleutnant wieder in
die preußische Armee ein. Bald wurde
er zum Prinzen Friedrich Karl kom-
mandiert, der ihm auch in der Folge
seine Freundschaft bewahrte. Nach
dem Frieden zwangen die alten Wun-
den B., seinen Abschied zu nehmen.
Er bewirtschaftete seine Besitzungen
in Westpreußen und siedelte nach dem
Tode seines (1878 +) Vaters nach
Giesenbrügge über. Jm Jahre 1884
machte er auf Drängen seiner alten
Waffenbrüder einen Besuch in Ame-
rika, wo er mit außerordentlichen
Ehren empfangen wurde. Später
lebte er in Berlin, mit der Nieder-
schrift seiner Erlebnisse beschäftigt, u.
starb hier an den Folgen seiner alten
Verwundung am 10. Mai 1895. -
Außer den historischen Werken "Erin-
nerungen aus dem Unabhängigkeits-
kriege der Konföderierten", deutsch
als: "Zwei Jahre im Sattel und am
Feinde (II. 3. A. 1897) - "Mit Prinz
Friedrich Karl. Kriegs- und Jagd-
fahrten u. am häusl. Herd" (1893) -
"Die große Reiterschlacht bei Brandy
Station (im Verein mit Justus Schei-
bert)" veröffentlichte er

S:

Ein Reis
vom alten Stamme (R. a. d. Leben.
I. Abteil. Junges Blut. - II. Abteil.
Auf dem Kriegspfade. - III. Abteil.
An des Grabes Rande); III, 1895-96.

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Bör
*Börckel, Alfred,

geb. am 14. Nov.
1851 in Mainz als der Sohn des
(1887 +) österreichischen Oberstabs-
arztes Dr. Valentin B., erhielt seine
Schulbildung in dem Privatgymna-
sium von Künkler und Burkhard in
Biebrich am Rhein, widmete sich seit
1867 dem Kaufmannsstande, verließ
denselben aber, durch seine literari-
schen Versuche ermutigt, 1878 wieder
u. übernahm die Stelle eines Sekre-
tärs der Mainzer Stadtbibliothek u.
Bibliothekars des Gutenberg-Kasino
daselbst. Seit 1883 ist er Bibliothe-
kar der Stadtbibliothek, und wurde
1896 vom Großherzoge von Hessen
zum Hofrat ernannt. Jm Kriege von
1870-71 war er als Delegierter des
Johanniter-Depots Mainz längere
Zeit bei der freiwilligen Kranken-
pflege in Frankreich tätig. 1873 un-
ternahm er behufs sprachlicher Stu-
dien eine größere Reise nach Frankreich
u. England u. 1882 eine gleiche nach
Jtalien.

S:

Vom Rhein (Ge.), 1878.
Jnko, der Huronenhäuptling (Dr.
G.), 1880. - Frauenlob. Sein Leben
und Dichten (G.), 1880. - Die fürst-
lichen Minnesinger der Manesseschen
Handschrift, 1882. - Gutenberg (Hist.
Dr.), 1883. - Der Philosoph von
Sanssouci (Schsp.), 1885. - Strand-
lieder, 1885. - Arnold Walpod (Hist.
D.), 1887. - Mainzer Geschichtsbilder
(Sk.), 1889. - Historisches Festspiel
zur 100 jähr. Stiftungsfeier des Jn-
fanterie-Reg. Nr. 188, 1891. - Mein
Liederbuch (Ge.), 1893. - Hessens
Fürstenfrauen von der heil. Elisabeth
bis zur Gegenwart in ihrem Leben u.
Wirken dargestellt, 1895. 2. A. 1908. -
Gutenberg. Sein Leben u. sein Ruhm,
1896. - Gutenberg u. seine berühm-
testen Nachfolger im 1. Jahrh. der
Typographie, 1900. - Goethe und
Schiller in ihren Beziehungen zu
Mainz, 1904. - Hessen im Munde der
Dichter (Anthol., mit Philipp See
hrsg.), 1907. - Auf Schillers Flucht
(Hist. Lsp.), 1907.

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Bor
zu Landsberg a. d. Warthe wieder in
aktiven Dienſt u. verblieb darin bis
1862. Dann ging er nach Nordame-
rika, wo er in den Stab des berühm-
ten ſezeſſioniſtiſchen Reitergenerals
J. E. B. Stuart aufgenommen und
bald ein intimer Freund des letzteren
wurde. Er wurde ſpäter Major und
ſchließlich Chef des Stabes. Jn der
Schlacht bei Middleburg ſehr ſchwer
verwundet, mußte er ſehr lange auf
dem Krankenlager zubringen. Eini-
germaßen geheilt, ging er Ende 1864
im Auftrage des Präſidenten Davis
in einer Miſſion nach England, kehrte
von hier bei Ausbruch des Krieges
von 1866 nach Deutſchland zurück u.
trat als Sekondeleutnant wieder in
die preußiſche Armee ein. Bald wurde
er zum Prinzen Friedrich Karl kom-
mandiert, der ihm auch in der Folge
ſeine Freundſchaft bewahrte. Nach
dem Frieden zwangen die alten Wun-
den B., ſeinen Abſchied zu nehmen.
Er bewirtſchaftete ſeine Beſitzungen
in Weſtpreußen und ſiedelte nach dem
Tode ſeines (1878 †) Vaters nach
Gieſenbrügge über. Jm Jahre 1884
machte er auf Drängen ſeiner alten
Waffenbrüder einen Beſuch in Ame-
rika, wo er mit außerordentlichen
Ehren empfangen wurde. Später
lebte er in Berlin, mit der Nieder-
ſchrift ſeiner Erlebniſſe beſchäftigt, u.
ſtarb hier an den Folgen ſeiner alten
Verwundung am 10. Mai 1895. –
Außer den hiſtoriſchen Werken „Erin-
nerungen aus dem Unabhängigkeits-
kriege der Konföderierten“, deutſch
als: „Zwei Jahre im Sattel und am
Feinde (II. 3. A. 1897) – „Mit Prinz
Friedrich Karl. Kriegs- und Jagd-
fahrten u. am häusl. Herd“ (1893) –
„Die große Reiterſchlacht bei Brandy
Station (im Verein mit Juſtus Schei-
bert)“ veröffentlichte er

S:

Ein Reis
vom alten Stamme (R. a. d. Leben.
I. Abteil. Junges Blut. – II. Abteil.
Auf dem Kriegspfade. – III. Abteil.
An des Grabes Rande); III, 1895–96.

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Bör
*Börckel, Alfred,

geb. am 14. Nov.
1851 in Mainz als der Sohn des
(1887 †) öſterreichiſchen Oberſtabs-
arztes Dr. Valentin B., erhielt ſeine
Schulbildung in dem Privatgymna-
ſium von Künkler und Burkhard in
Biebrich am Rhein, widmete ſich ſeit
1867 dem Kaufmannsſtande, verließ
denſelben aber, durch ſeine literari-
ſchen Verſuche ermutigt, 1878 wieder
u. übernahm die Stelle eines Sekre-
tärs der Mainzer Stadtbibliothek u.
Bibliothekars des Gutenberg-Kaſino
daſelbſt. Seit 1883 iſt er Bibliothe-
kar der Stadtbibliothek, und wurde
1896 vom Großherzoge von Heſſen
zum Hofrat ernannt. Jm Kriege von
1870–71 war er als Delegierter des
Johanniter-Depots Mainz längere
Zeit bei der freiwilligen Kranken-
pflege in Frankreich tätig. 1873 un-
ternahm er behufs ſprachlicher Stu-
dien eine größere Reiſe nach Frankreich
u. England u. 1882 eine gleiche nach
Jtalien.

S:

Vom Rhein (Ge.), 1878.
Jnko, der Huronenhäuptling (Dr.
G.), 1880. – Frauenlob. Sein Leben
und Dichten (G.), 1880. – Die fürſt-
lichen Minneſinger der Maneſſeſchen
Handſchrift, 1882. – Gutenberg (Hiſt.
Dr.), 1883. – Der Philoſoph von
Sansſouci (Schſp.), 1885. – Strand-
lieder, 1885. – Arnold Walpod (Hiſt.
D.), 1887. – Mainzer Geſchichtsbilder
(Sk.), 1889. – Hiſtoriſches Feſtſpiel
zur 100 jähr. Stiftungsfeier des Jn-
fanterie-Reg. Nr. 188, 1891. – Mein
Liederbuch (Ge.), 1893. – Heſſens
Fürſtenfrauen von der heil. Eliſabeth
bis zur Gegenwart in ihrem Leben u.
Wirken dargeſtellt, 1895. 2. A. 1908. –
Gutenberg. Sein Leben u. ſein Ruhm,
1896. – Gutenberg u. ſeine berühm-
teſten Nachfolger im 1. Jahrh. der
Typographie, 1900. – Goethe und
Schiller in ihren Beziehungen zu
Mainz, 1904. – Heſſen im Munde der
Dichter (Anthol., mit Philipp See
hrsg.), 1907. – Auf Schillers Flucht
(Hiſt. Lſp.), 1907.

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[298/0302] Bor Bör zu Landsberg a. d. Warthe wieder in aktiven Dienſt u. verblieb darin bis 1862. Dann ging er nach Nordame- rika, wo er in den Stab des berühm- ten ſezeſſioniſtiſchen Reitergenerals J. E. B. Stuart aufgenommen und bald ein intimer Freund des letzteren wurde. Er wurde ſpäter Major und ſchließlich Chef des Stabes. Jn der Schlacht bei Middleburg ſehr ſchwer verwundet, mußte er ſehr lange auf dem Krankenlager zubringen. Eini- germaßen geheilt, ging er Ende 1864 im Auftrage des Präſidenten Davis in einer Miſſion nach England, kehrte von hier bei Ausbruch des Krieges von 1866 nach Deutſchland zurück u. trat als Sekondeleutnant wieder in die preußiſche Armee ein. Bald wurde er zum Prinzen Friedrich Karl kom- mandiert, der ihm auch in der Folge ſeine Freundſchaft bewahrte. Nach dem Frieden zwangen die alten Wun- den B., ſeinen Abſchied zu nehmen. Er bewirtſchaftete ſeine Beſitzungen in Weſtpreußen und ſiedelte nach dem Tode ſeines (1878 †) Vaters nach Gieſenbrügge über. Jm Jahre 1884 machte er auf Drängen ſeiner alten Waffenbrüder einen Beſuch in Ame- rika, wo er mit außerordentlichen Ehren empfangen wurde. Später lebte er in Berlin, mit der Nieder- ſchrift ſeiner Erlebniſſe beſchäftigt, u. ſtarb hier an den Folgen ſeiner alten Verwundung am 10. Mai 1895. – Außer den hiſtoriſchen Werken „Erin- nerungen aus dem Unabhängigkeits- kriege der Konföderierten“, deutſch als: „Zwei Jahre im Sattel und am Feinde (II. 3. A. 1897) – „Mit Prinz Friedrich Karl. Kriegs- und Jagd- fahrten u. am häusl. Herd“ (1893) – „Die große Reiterſchlacht bei Brandy Station (im Verein mit Juſtus Schei- bert)“ veröffentlichte er S: Ein Reis vom alten Stamme (R. a. d. Leben. I. Abteil. Junges Blut. – II. Abteil. Auf dem Kriegspfade. – III. Abteil. An des Grabes Rande); III, 1895–96. *Börckel, Alfred, geb. am 14. Nov. 1851 in Mainz als der Sohn des (1887 †) öſterreichiſchen Oberſtabs- arztes Dr. Valentin B., erhielt ſeine Schulbildung in dem Privatgymna- ſium von Künkler und Burkhard in Biebrich am Rhein, widmete ſich ſeit 1867 dem Kaufmannsſtande, verließ denſelben aber, durch ſeine literari- ſchen Verſuche ermutigt, 1878 wieder u. übernahm die Stelle eines Sekre- tärs der Mainzer Stadtbibliothek u. Bibliothekars des Gutenberg-Kaſino daſelbſt. Seit 1883 iſt er Bibliothe- kar der Stadtbibliothek, und wurde 1896 vom Großherzoge von Heſſen zum Hofrat ernannt. Jm Kriege von 1870–71 war er als Delegierter des Johanniter-Depots Mainz längere Zeit bei der freiwilligen Kranken- pflege in Frankreich tätig. 1873 un- ternahm er behufs ſprachlicher Stu- dien eine größere Reiſe nach Frankreich u. England u. 1882 eine gleiche nach Jtalien. S: Vom Rhein (Ge.), 1878. Jnko, der Huronenhäuptling (Dr. G.), 1880. – Frauenlob. Sein Leben und Dichten (G.), 1880. – Die fürſt- lichen Minneſinger der Maneſſeſchen Handſchrift, 1882. – Gutenberg (Hiſt. Dr.), 1883. – Der Philoſoph von Sansſouci (Schſp.), 1885. – Strand- lieder, 1885. – Arnold Walpod (Hiſt. D.), 1887. – Mainzer Geſchichtsbilder (Sk.), 1889. – Hiſtoriſches Feſtſpiel zur 100 jähr. Stiftungsfeier des Jn- fanterie-Reg. Nr. 188, 1891. – Mein Liederbuch (Ge.), 1893. – Heſſens Fürſtenfrauen von der heil. Eliſabeth bis zur Gegenwart in ihrem Leben u. Wirken dargeſtellt, 1895. 2. A. 1908. – Gutenberg. Sein Leben u. ſein Ruhm, 1896. – Gutenberg u. ſeine berühm- teſten Nachfolger im 1. Jahrh. der Typographie, 1900. – Goethe und Schiller in ihren Beziehungen zu Mainz, 1904. – Heſſen im Munde der Dichter (Anthol., mit Philipp See hrsg.), 1907. – Auf Schillers Flucht (Hiſt. Lſp.), 1907. *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 298. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/302>, abgerufen am 22.03.2019.