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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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in Göttingen. Jm Jahre 1891 folgte
er einem Rufe des Fürsten zu Schaum-
burg-Lippe als Hofprediger nach
Bückeburg, u. hier hat er 1903 unter
großer Anteilnahme sein 50 jähriges
Dienstjubiläum gefeiert.

S:

Gedichte,
1845. - Servet (Tr.), 1863. - Liebe
gewinnt den Sieg (D.), 1893. - Man-
fred (Schsp.), 1896. - Heinrich Kruse
als Dramatiker, 1896. - Fredegundis
(Tr.), 1898. - Der Doge von Venedig
(Tr.), 1899. - Graf Praslin (Schsp.),
1901. - Johann Friedrich, Kurfürst
zu Sachsen (Schsp.), 1903. - Hein-
rich IV., König von Frankreich (Dr.
nebst einem Vorspiel "Beim Nun-
tius"), 1906.

*Brandes, Friedrich,

geb. am 18.
Novbr. 1864 zu Aschersleben in der
Provinz Sachsen, besuchte das dor-
tige Realgymnasium, das herzogliche
Gymnasium in Köthen und studierte
seit 1884 auf den Universitäten Halle,
Berlin und Leipzig neuere Literatur,
Philosophie u. Musik, während wel-
cher Zeit (1885-86) er auch als Musik-
und Theaterkritiker für die "Saale-
Zeitung" tätig war. Nach Abschluß
seiner Studien und Erledigung des
Staatsexamens lebte er als Schrift-
steller, Komponist, Dirigent und Kri-
tiker in Leipzig. Seit Juli 1891 war
er bei der Redaktion des "Brockhaus-
schen Konversationslexikons" u. seit
1893 für Reclams "Universal-Biblio-
thek" tätig, für welche er die Aus-
gabe der Werke Uhlands u. Hebbels
besorgte. Jm Jahre 1896 verlegte er
seinen Wohnsitz nach Dresden, wo er
als Dirigent des dortigen Lehrer-
gesangvereins u. Musikredakteur des
"Dresdener Anzeigers" tätig war,
bis er 1909 als Universitäts-Musik-
direktor nach Leipzig übersiedelte. Der
König von Sachsen ernannte ihn 1904
zum Professor der Musik.

S:

Eine
Gastrolle (Lsp.), 1885. - Der Baron
(Lsp. in V.), 1885.

*Brandes, Wilhelm,

* am 21. Juli
1854 zu Braunlage im Oberharze
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Bra
Braunschweigs als der Sohn eines
Revierförsters, erhielt seine Gymna-
sialbildung in Braunschweig, studierte
von Michael. 1872 bis Ostern 1876
in Göttingen, Leipzig u. Berlin klas-
sische Philologie, worauf er alsbald
Lehrer am Gymnasium Martino-Ka-
tharineum wurde, in welcher Stel-
lung er bis 1893 verblieb. Daneben
war er seit 1889 auch als Dozent der
Literaturgeschichte an der dortigen
herzogl. technischen Hochschule tätig.
Unter Beibehaltung der letzteren Stel-
lung wurde er Ostern 1893 als Direk-
tor an das Gymnasium in Wolfen-
büttel versetzt, 1895 in die herzogliche
Oberschulkommission berufen u. 1902
zum Schulrat ernannt. Sein Lehr-
amt an der Technischen Hochschule in
Braunschweig hatte er 1896 aufge-
geben, das Direktorat in Wolfenbüt-
tel aber beibehalten. Jm Jahre 1904
unternahm er eine Reise nach Jtalien
und Griechenland.

S:

Vom Wissen
zur Kunst (Phantast. Festsp.), 1886.
- Welfenblut (3 Bn.), 1886. - Zehn
schöne Lieder der ehrlichen Kleider-
seller, 1891. - Balladen, 1891. 3. A.
1908. - Wilhelm Raabe (Zum Ver-
ständnis u. zur Würdigung d. Dich-
ters), 2. A. 1906. - Anno Neun (Va-
terl. Festsp.), 1909.

*Brandis-Zelion, Emma von,


wurde am 24. Novbr. 1840 zu Darm-
stadt als die Tochter des 1870 daselbst
verstorbenen großherzoglich hessischen
Oberforstrats von Zelion ge-
nannt Brandis
geboren, erhielt
unter der eigenen Leitung des Vaters
eine gediegene Erziehung u. Bildung,
welche durch den häufigen Verkehr am
großherzogl. Hofe, sowie durch län-
geren Aufenthalt in Hannover, Stutt-
gart u. Frankfurt a. M. oder auf den
Gütern der Verwandten in Westfalen
u. ihrer Freunde in Hessen erweitert
wurde. Die Dichterin lebte seit dem
Tode ihrer Mutter bei einer verhei-
rateten Schwester in Wesel und seit
1885 in Paderborn. Hier wurde sie,

* 21 *


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Bra
in Göttingen. Jm Jahre 1891 folgte
er einem Rufe des Fürſten zu Schaum-
burg-Lippe als Hofprediger nach
Bückeburg, u. hier hat er 1903 unter
großer Anteilnahme ſein 50 jähriges
Dienſtjubiläum gefeiert.

S:

Gedichte,
1845. – Servet (Tr.), 1863. – Liebe
gewinnt den Sieg (D.), 1893. – Man-
fred (Schſp.), 1896. – Heinrich Kruſe
als Dramatiker, 1896. – Fredegundis
(Tr.), 1898. – Der Doge von Venedig
(Tr.), 1899. – Graf Praslin (Schſp.),
1901. – Johann Friedrich, Kurfürſt
zu Sachſen (Schſp.), 1903. – Hein-
rich IV., König von Frankreich (Dr.
nebſt einem Vorſpiel „Beim Nun-
tius“), 1906.

*Brandes, Friedrich,

geb. am 18.
Novbr. 1864 zu Aſchersleben in der
Provinz Sachſen, beſuchte das dor-
tige Realgymnaſium, das herzogliche
Gymnaſium in Köthen und ſtudierte
ſeit 1884 auf den Univerſitäten Halle,
Berlin und Leipzig neuere Literatur,
Philoſophie u. Muſik, während wel-
cher Zeit (1885–86) er auch als Muſik-
und Theaterkritiker für die „Saale-
Zeitung“ tätig war. Nach Abſchluß
ſeiner Studien und Erledigung des
Staatsexamens lebte er als Schrift-
ſteller, Komponiſt, Dirigent und Kri-
tiker in Leipzig. Seit Juli 1891 war
er bei der Redaktion des „Brockhaus-
ſchen Konverſationslexikons“ u. ſeit
1893 für Reclams „Univerſal-Biblio-
thek“ tätig, für welche er die Aus-
gabe der Werke Uhlands u. Hebbels
beſorgte. Jm Jahre 1896 verlegte er
ſeinen Wohnſitz nach Dresden, wo er
als Dirigent des dortigen Lehrer-
geſangvereins u. Muſikredakteur des
„Dresdener Anzeigers“ tätig war,
bis er 1909 als Univerſitäts-Muſik-
direktor nach Leipzig überſiedelte. Der
König von Sachſen ernannte ihn 1904
zum Profeſſor der Muſik.

S:

Eine
Gaſtrolle (Lſp.), 1885. – Der Baron
(Lſp. in V.), 1885.

*Brandes, Wilhelm,

* am 21. Juli
1854 zu Braunlage im Oberharze
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Bra
Braunſchweigs als der Sohn eines
Revierförſters, erhielt ſeine Gymna-
ſialbildung in Braunſchweig, ſtudierte
von Michael. 1872 bis Oſtern 1876
in Göttingen, Leipzig u. Berlin klaſ-
ſiſche Philologie, worauf er alsbald
Lehrer am Gymnaſium Martino-Ka-
tharineum wurde, in welcher Stel-
lung er bis 1893 verblieb. Daneben
war er ſeit 1889 auch als Dozent der
Literaturgeſchichte an der dortigen
herzogl. techniſchen Hochſchule tätig.
Unter Beibehaltung der letzteren Stel-
lung wurde er Oſtern 1893 als Direk-
tor an das Gymnaſium in Wolfen-
büttel verſetzt, 1895 in die herzogliche
Oberſchulkommiſſion berufen u. 1902
zum Schulrat ernannt. Sein Lehr-
amt an der Techniſchen Hochſchule in
Braunſchweig hatte er 1896 aufge-
geben, das Direktorat in Wolfenbüt-
tel aber beibehalten. Jm Jahre 1904
unternahm er eine Reiſe nach Jtalien
und Griechenland.

S:

Vom Wiſſen
zur Kunſt (Phantaſt. Feſtſp.), 1886.
– Welfenblut (3 Bn.), 1886. – Zehn
ſchöne Lieder der ehrlichen Kleider-
ſeller, 1891. – Balladen, 1891. 3. A.
1908. – Wilhelm Raabe (Zum Ver-
ſtändnis u. zur Würdigung d. Dich-
ters), 2. A. 1906. – Anno Neun (Va-
terl. Feſtſp.), 1909.

*Brandis-Zelion, Emma von,


wurde am 24. Novbr. 1840 zu Darm-
ſtadt als die Tochter des 1870 daſelbſt
verſtorbenen großherzoglich heſſiſchen
Oberforſtrats von Zelion ge-
nannt Brandis
geboren, erhielt
unter der eigenen Leitung des Vaters
eine gediegene Erziehung u. Bildung,
welche durch den häufigen Verkehr am
großherzogl. Hofe, ſowie durch län-
geren Aufenthalt in Hannover, Stutt-
gart u. Frankfurt a. M. oder auf den
Gütern der Verwandten in Weſtfalen
u. ihrer Freunde in Heſſen erweitert
wurde. Die Dichterin lebte ſeit dem
Tode ihrer Mutter bei einer verhei-
rateten Schweſter in Weſel und ſeit
1885 in Paderborn. Hier wurde ſie,

* 21 *
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[323/0327] Bra Bra in Göttingen. Jm Jahre 1891 folgte er einem Rufe des Fürſten zu Schaum- burg-Lippe als Hofprediger nach Bückeburg, u. hier hat er 1903 unter großer Anteilnahme ſein 50 jähriges Dienſtjubiläum gefeiert. S: Gedichte, 1845. – Servet (Tr.), 1863. – Liebe gewinnt den Sieg (D.), 1893. – Man- fred (Schſp.), 1896. – Heinrich Kruſe als Dramatiker, 1896. – Fredegundis (Tr.), 1898. – Der Doge von Venedig (Tr.), 1899. – Graf Praslin (Schſp.), 1901. – Johann Friedrich, Kurfürſt zu Sachſen (Schſp.), 1903. – Hein- rich IV., König von Frankreich (Dr. nebſt einem Vorſpiel „Beim Nun- tius“), 1906. *Brandes, Friedrich, geb. am 18. Novbr. 1864 zu Aſchersleben in der Provinz Sachſen, beſuchte das dor- tige Realgymnaſium, das herzogliche Gymnaſium in Köthen und ſtudierte ſeit 1884 auf den Univerſitäten Halle, Berlin und Leipzig neuere Literatur, Philoſophie u. Muſik, während wel- cher Zeit (1885–86) er auch als Muſik- und Theaterkritiker für die „Saale- Zeitung“ tätig war. Nach Abſchluß ſeiner Studien und Erledigung des Staatsexamens lebte er als Schrift- ſteller, Komponiſt, Dirigent und Kri- tiker in Leipzig. Seit Juli 1891 war er bei der Redaktion des „Brockhaus- ſchen Konverſationslexikons“ u. ſeit 1893 für Reclams „Univerſal-Biblio- thek“ tätig, für welche er die Aus- gabe der Werke Uhlands u. Hebbels beſorgte. Jm Jahre 1896 verlegte er ſeinen Wohnſitz nach Dresden, wo er als Dirigent des dortigen Lehrer- geſangvereins u. Muſikredakteur des „Dresdener Anzeigers“ tätig war, bis er 1909 als Univerſitäts-Muſik- direktor nach Leipzig überſiedelte. Der König von Sachſen ernannte ihn 1904 zum Profeſſor der Muſik. S: Eine Gaſtrolle (Lſp.), 1885. – Der Baron (Lſp. in V.), 1885. *Brandes, Wilhelm, * am 21. Juli 1854 zu Braunlage im Oberharze Braunſchweigs als der Sohn eines Revierförſters, erhielt ſeine Gymna- ſialbildung in Braunſchweig, ſtudierte von Michael. 1872 bis Oſtern 1876 in Göttingen, Leipzig u. Berlin klaſ- ſiſche Philologie, worauf er alsbald Lehrer am Gymnaſium Martino-Ka- tharineum wurde, in welcher Stel- lung er bis 1893 verblieb. Daneben war er ſeit 1889 auch als Dozent der Literaturgeſchichte an der dortigen herzogl. techniſchen Hochſchule tätig. Unter Beibehaltung der letzteren Stel- lung wurde er Oſtern 1893 als Direk- tor an das Gymnaſium in Wolfen- büttel verſetzt, 1895 in die herzogliche Oberſchulkommiſſion berufen u. 1902 zum Schulrat ernannt. Sein Lehr- amt an der Techniſchen Hochſchule in Braunſchweig hatte er 1896 aufge- geben, das Direktorat in Wolfenbüt- tel aber beibehalten. Jm Jahre 1904 unternahm er eine Reiſe nach Jtalien und Griechenland. S: Vom Wiſſen zur Kunſt (Phantaſt. Feſtſp.), 1886. – Welfenblut (3 Bn.), 1886. – Zehn ſchöne Lieder der ehrlichen Kleider- ſeller, 1891. – Balladen, 1891. 3. A. 1908. – Wilhelm Raabe (Zum Ver- ſtändnis u. zur Würdigung d. Dich- ters), 2. A. 1906. – Anno Neun (Va- terl. Feſtſp.), 1909. *Brandis-Zelion, Emma von, wurde am 24. Novbr. 1840 zu Darm- ſtadt als die Tochter des 1870 daſelbſt verſtorbenen großherzoglich heſſiſchen Oberforſtrats von Zelion ge- nannt Brandis geboren, erhielt unter der eigenen Leitung des Vaters eine gediegene Erziehung u. Bildung, welche durch den häufigen Verkehr am großherzogl. Hofe, ſowie durch län- geren Aufenthalt in Hannover, Stutt- gart u. Frankfurt a. M. oder auf den Gütern der Verwandten in Weſtfalen u. ihrer Freunde in Heſſen erweitert wurde. Die Dichterin lebte ſeit dem Tode ihrer Mutter bei einer verhei- rateten Schweſter in Weſel und ſeit 1885 in Paderborn. Hier wurde ſie, * 21 *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 323. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/327>, abgerufen am 24.03.2019.