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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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er bis 1896 im Amte stand. Nach sei-
ner Pensionierung zog er nach Bir-
kesdorf bei Düren u. 1897 nach Kai-
serswerth a. Rh., wo er am 29. Jan.
1898 starb.

S:

Lieder vom Leben im
irdischen Eden (Ge.), 1877. 3. A. u.
d. T.: Jn der Heimat (Lr.), 1882. -
Unter Palmen (Geistl. Lr. kathol.
Dichter), 1884. - Vier Tage (Buch d.
Lieder), 1888. - Was der Herr den
Deutschen gab (G.), 1889. - Kaiser
Julian (Ep. Lieder), 1895. - Karls
des Groß. Sänger (Ep. Lieder), 1895.

Braun, Karl Joseph Eduard,


wurde am 24. August 1818 zu Hada-
mar in Nassau geboren, studierte seit
1839 in Bonn, wurde aber infolge
eines Duells von der Universität ver-
wiesen und zog sich nach Dillenburg
zurück, wo sein Vater damals Rektor
des Pädagogiums war. Nachdem er
einige Jahre Mitarbeiter an Lewalds
"Europa" in Baden-Baden gewesen
war, begab er sich Anfang 1846 nach
Stuttgart u. noch in demselben Jahre
nach Freiburg, um die Leitung der
"Süddeutschen Zeitung" zu überneh-
men. Jm März 1847 wurde er in
einem Duell von der Kugel eines
württembergischen Offiziers verwun-
det, und nach schwerem Leiden starb
er am 1. Juli 1847 im Hospital zu
Freiburg.

S:

Deutsche Balladen, Er-
zählungen, Romanzen (Auswahl mit
Anmerkgn.), 1840. - Goethe u. Gret-
chen (Son.), 1842. - Friedrich Rückert
als Lyriker, 1843. - Schwerter und
Myrten (Ge.), 1847.

Braun, Jsabella,

wurde am 12.
Dezbr. 1815 zu Jettingen in Bayern
geboren, verlor ihren Vater, der
gräfl. Staufenbergischer Rentbeamter
war, schon im Jahre 1827 und be-
suchte, da ihre Mutter nun nach Augs-
burg zog, hier das Jnstitut der eng-
lischen Fräulein. Jhre Mutter trat
nach dem Tode ihres einzigen Soh-
nes mit ihrer jüngeren Tochter in
eine Herrnhutergemeinde; Jsabella
trennte sich nun von ihr u. lebte eine
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Zeitlang bei ihrem Oheim, der ihr
eine Heimat angeboten hatte. Dar-
auf wurde sie 1837 Lehrerin an der
Volksschule zu Neuburg a. d. Donau,
wo sie elf Jahre wirkte, lebte dann,
als die Anstalt an klösterliche Leitung
übergeben wurde, noch sechs Jahre
in Neuburg und wurde als Schrift-
stellerin von Christoph v. Schmid in
die literarische Welt eingeführt. Von
Neuburg zog sie 1854 nach München,
und hier war sie bis zu ihrem Tode,
2. Mai 1886, als fleißige Jugend-
schriftstellerin tätig. Alle, die ihr in
dieser Zeit die Hand boten, hatten
Gelegenheit, die Schärfe ihres Ver-
standes, den sichern und feinen Takt
u. Blick ihres Geistes zu bewundern.
Jn ihrem kleinen Salon trafen sich
oft Dichter, Künstler u. Gelehrte aus
fürstlichen, adeligen und bürgerlichen
Kreisen, u. es entwickelte sich zwischen
den meisten eine wahre, dauernde
Freundschaft zur Dichterin. Seit 1855
gab sie die "Jugendblätter für christ-
liche Unterhaltung und Belehrung"
heraus. Von ihren

S

sind hier an-
zuführen: Bilder aus der Natur (Ge.),
1850. - Bilder a. d. deutschen Ge-
schichte, 1851. - Ein Liedergruß, 1854.
- Dorfgeschichten, 1857. - Lieb und
Treu (Nn.), 1884. - Gesammelte Er-
zählungen, 1890.

*Braun, Julius W.

wurde am
28. November 1843 zu Eschwege a. d.
Werra als der Sohn eines Apothekers
geboren, der ihn gleichfalls für seinen
Beruf bestimmte, obwohl die Neigung
des Sohnes zu wissenschaftlicher und
schriftstellerischer Tätigkeit schon früho
hindrängte. Nachdem dieser das Gym-
nasium absolviert, war er dann auch
einige Jahre als Apotheker tätig;
aber dieser Beruf widerte ihn so sehr
an, daß der Vater endlich in einen
Wechsel des Berufs willigte und ihm
denjenigen eines Kaufmanns eröff-
nete. Jm Jahre 1865 gründete er auf
den Wunsch seines Vaters mit einem
Freunde in Kassel ein Porzellanwa-

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Bra
er bis 1896 im Amte ſtand. Nach ſei-
ner Penſionierung zog er nach Bir-
kesdorf bei Düren u. 1897 nach Kai-
ſerswerth a. Rh., wo er am 29. Jan.
1898 ſtarb.

S:

Lieder vom Leben im
irdiſchen Eden (Ge.), 1877. 3. A. u.
d. T.: Jn der Heimat (Lr.), 1882. –
Unter Palmen (Geiſtl. Lr. kathol.
Dichter), 1884. – Vier Tage (Buch d.
Lieder), 1888. – Was der Herr den
Deutſchen gab (G.), 1889. – Kaiſer
Julian (Ep. Lieder), 1895. – Karls
des Groß. Sänger (Ep. Lieder), 1895.

Braun, Karl Joſeph Eduard,


wurde am 24. Auguſt 1818 zu Hada-
mar in Naſſau geboren, ſtudierte ſeit
1839 in Bonn, wurde aber infolge
eines Duells von der Univerſität ver-
wieſen und zog ſich nach Dillenburg
zurück, wo ſein Vater damals Rektor
des Pädagogiums war. Nachdem er
einige Jahre Mitarbeiter an Lewalds
„Europa“ in Baden-Baden geweſen
war, begab er ſich Anfang 1846 nach
Stuttgart u. noch in demſelben Jahre
nach Freiburg, um die Leitung der
„Süddeutſchen Zeitung“ zu überneh-
men. Jm März 1847 wurde er in
einem Duell von der Kugel eines
württembergiſchen Offiziers verwun-
det, und nach ſchwerem Leiden ſtarb
er am 1. Juli 1847 im Hoſpital zu
Freiburg.

S:

Deutſche Balladen, Er-
zählungen, Romanzen (Auswahl mit
Anmerkgn.), 1840. – Goethe u. Gret-
chen (Son.), 1842. – Friedrich Rückert
als Lyriker, 1843. – Schwerter und
Myrten (Ge.), 1847.

Braun, Jſabella,

wurde am 12.
Dezbr. 1815 zu Jettingen in Bayern
geboren, verlor ihren Vater, der
gräfl. Staufenbergiſcher Rentbeamter
war, ſchon im Jahre 1827 und be-
ſuchte, da ihre Mutter nun nach Augs-
burg zog, hier das Jnſtitut der eng-
liſchen Fräulein. Jhre Mutter trat
nach dem Tode ihres einzigen Soh-
nes mit ihrer jüngeren Tochter in
eine Herrnhutergemeinde; Jſabella
trennte ſich nun von ihr u. lebte eine
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Bra
Zeitlang bei ihrem Oheim, der ihr
eine Heimat angeboten hatte. Dar-
auf wurde ſie 1837 Lehrerin an der
Volksſchule zu Neuburg a. d. Donau,
wo ſie elf Jahre wirkte, lebte dann,
als die Anſtalt an klöſterliche Leitung
übergeben wurde, noch ſechs Jahre
in Neuburg und wurde als Schrift-
ſtellerin von Chriſtoph v. Schmid in
die literariſche Welt eingeführt. Von
Neuburg zog ſie 1854 nach München,
und hier war ſie bis zu ihrem Tode,
2. Mai 1886, als fleißige Jugend-
ſchriftſtellerin tätig. Alle, die ihr in
dieſer Zeit die Hand boten, hatten
Gelegenheit, die Schärfe ihres Ver-
ſtandes, den ſichern und feinen Takt
u. Blick ihres Geiſtes zu bewundern.
Jn ihrem kleinen Salon trafen ſich
oft Dichter, Künſtler u. Gelehrte aus
fürſtlichen, adeligen und bürgerlichen
Kreiſen, u. es entwickelte ſich zwiſchen
den meiſten eine wahre, dauernde
Freundſchaft zur Dichterin. Seit 1855
gab ſie die „Jugendblätter für chriſt-
liche Unterhaltung und Belehrung“
heraus. Von ihren

S

ſind hier an-
zuführen: Bilder aus der Natur (Ge.),
1850. – Bilder a. d. deutſchen Ge-
ſchichte, 1851. – Ein Liedergruß, 1854.
– Dorfgeſchichten, 1857. – Lieb und
Treu (Nn.), 1884. – Geſammelte Er-
zählungen, 1890.

*Braun, Julius W.

wurde am
28. November 1843 zu Eſchwege a. d.
Werra als der Sohn eines Apothekers
geboren, der ihn gleichfalls für ſeinen
Beruf beſtimmte, obwohl die Neigung
des Sohnes zu wiſſenſchaftlicher und
ſchriftſtelleriſcher Tätigkeit ſchon früho
hindrängte. Nachdem dieſer das Gym-
naſium abſolviert, war er dann auch
einige Jahre als Apotheker tätig;
aber dieſer Beruf widerte ihn ſo ſehr
an, daß der Vater endlich in einen
Wechſel des Berufs willigte und ihm
denjenigen eines Kaufmanns eröff-
nete. Jm Jahre 1865 gründete er auf
den Wunſch ſeines Vaters mit einem
Freunde in Kaſſel ein Porzellanwa-

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[330/0334] Bra Bra er bis 1896 im Amte ſtand. Nach ſei- ner Penſionierung zog er nach Bir- kesdorf bei Düren u. 1897 nach Kai- ſerswerth a. Rh., wo er am 29. Jan. 1898 ſtarb. S: Lieder vom Leben im irdiſchen Eden (Ge.), 1877. 3. A. u. d. T.: Jn der Heimat (Lr.), 1882. – Unter Palmen (Geiſtl. Lr. kathol. Dichter), 1884. – Vier Tage (Buch d. Lieder), 1888. – Was der Herr den Deutſchen gab (G.), 1889. – Kaiſer Julian (Ep. Lieder), 1895. – Karls des Groß. Sänger (Ep. Lieder), 1895. Braun, Karl Joſeph Eduard, wurde am 24. Auguſt 1818 zu Hada- mar in Naſſau geboren, ſtudierte ſeit 1839 in Bonn, wurde aber infolge eines Duells von der Univerſität ver- wieſen und zog ſich nach Dillenburg zurück, wo ſein Vater damals Rektor des Pädagogiums war. Nachdem er einige Jahre Mitarbeiter an Lewalds „Europa“ in Baden-Baden geweſen war, begab er ſich Anfang 1846 nach Stuttgart u. noch in demſelben Jahre nach Freiburg, um die Leitung der „Süddeutſchen Zeitung“ zu überneh- men. Jm März 1847 wurde er in einem Duell von der Kugel eines württembergiſchen Offiziers verwun- det, und nach ſchwerem Leiden ſtarb er am 1. Juli 1847 im Hoſpital zu Freiburg. S: Deutſche Balladen, Er- zählungen, Romanzen (Auswahl mit Anmerkgn.), 1840. – Goethe u. Gret- chen (Son.), 1842. – Friedrich Rückert als Lyriker, 1843. – Schwerter und Myrten (Ge.), 1847. Braun, Jſabella, wurde am 12. Dezbr. 1815 zu Jettingen in Bayern geboren, verlor ihren Vater, der gräfl. Staufenbergiſcher Rentbeamter war, ſchon im Jahre 1827 und be- ſuchte, da ihre Mutter nun nach Augs- burg zog, hier das Jnſtitut der eng- liſchen Fräulein. Jhre Mutter trat nach dem Tode ihres einzigen Soh- nes mit ihrer jüngeren Tochter in eine Herrnhutergemeinde; Jſabella trennte ſich nun von ihr u. lebte eine Zeitlang bei ihrem Oheim, der ihr eine Heimat angeboten hatte. Dar- auf wurde ſie 1837 Lehrerin an der Volksſchule zu Neuburg a. d. Donau, wo ſie elf Jahre wirkte, lebte dann, als die Anſtalt an klöſterliche Leitung übergeben wurde, noch ſechs Jahre in Neuburg und wurde als Schrift- ſtellerin von Chriſtoph v. Schmid in die literariſche Welt eingeführt. Von Neuburg zog ſie 1854 nach München, und hier war ſie bis zu ihrem Tode, 2. Mai 1886, als fleißige Jugend- ſchriftſtellerin tätig. Alle, die ihr in dieſer Zeit die Hand boten, hatten Gelegenheit, die Schärfe ihres Ver- ſtandes, den ſichern und feinen Takt u. Blick ihres Geiſtes zu bewundern. Jn ihrem kleinen Salon trafen ſich oft Dichter, Künſtler u. Gelehrte aus fürſtlichen, adeligen und bürgerlichen Kreiſen, u. es entwickelte ſich zwiſchen den meiſten eine wahre, dauernde Freundſchaft zur Dichterin. Seit 1855 gab ſie die „Jugendblätter für chriſt- liche Unterhaltung und Belehrung“ heraus. Von ihren S ſind hier an- zuführen: Bilder aus der Natur (Ge.), 1850. – Bilder a. d. deutſchen Ge- ſchichte, 1851. – Ein Liedergruß, 1854. – Dorfgeſchichten, 1857. – Lieb und Treu (Nn.), 1884. – Geſammelte Er- zählungen, 1890. *Braun, Julius W. wurde am 28. November 1843 zu Eſchwege a. d. Werra als der Sohn eines Apothekers geboren, der ihn gleichfalls für ſeinen Beruf beſtimmte, obwohl die Neigung des Sohnes zu wiſſenſchaftlicher und ſchriftſtelleriſcher Tätigkeit ſchon früho hindrängte. Nachdem dieſer das Gym- naſium abſolviert, war er dann auch einige Jahre als Apotheker tätig; aber dieſer Beruf widerte ihn ſo ſehr an, daß der Vater endlich in einen Wechſel des Berufs willigte und ihm denjenigen eines Kaufmanns eröff- nete. Jm Jahre 1865 gründete er auf den Wunſch ſeines Vaters mit einem Freunde in Kaſſel ein Porzellanwa- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 330. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/334>, abgerufen am 26.03.2019.