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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Bilder a. d. deutschen Kleinstaaterei;
II, 1869. Neue Ausg. V, 1876. -
Während des Krieges (En., Sk. und
Studien), 1871. - Aus der Mappe
eines deutschen Reichsbürgers; III,
1874. - Mordgeschichten; II, 1875. -
Reisebilder, 1875. - Reisestudien,
1875. - Eine türkische Reise; III,
1876-77. - Zeitgenossen (En., Cha-
rakteristiken und Kritiken); II, 1877.
- Reiseeindrücke a. d. Südosten; III,
1878. - Randglossen eines Parlamen-
tariers, 1879. - Landschafts- und
Städtebilder, 1880. - Von Berlin
nach Leipzig (Plaudereien), 1880. -
Kulturgeschichtliche Novellen, 1881. -
Doktor Sackauer (Neue Bilder aus
der deutschen Kleinstaaterei), 1881. -
Champagner, 1881. - Der Diaman-
ten-Herzog, 1881. - Die Wisbyfahrt
(Reisebriefe), 1882. - Blutige Blätter
(En.), 1883. - Pandaemonium (Kri-
minal- u. Sittengeschn. a. 3 Jahrh.),
II, 1887.

*Braun, Elisabeth Johanne Ka-
roline,

pseud. M. Elton, Schwe-
ster des Vorigen, wurde am 30. Sept.
1837 zu Hadamar im ehemaligen Her-
zogtum Nassau geboren, wo ihr Vater
damals Prorektor am Pädagogium
war. Derselbe kam später nach Dil-
lenburg, wo die Tochter ihren Unter-
richt empfing, und danach als Rektor
nach Montabaur. Nach seinem Tode
(1855) trat M. Elton kurz entschlossen
in das Magdeburg'sche Jnstitut zu
Wiesbaden ein, wo sie, um sich zur
Lehrerin auszubilden, ihre Studien
drei Jahre lang fortsetzte, wurde 1859
Erzieherin im Hause der Gräfin de
Villers im Großherzogtum Luxem-
burg und ging von hier 1862 nach
Paris, um sich in dem Thibautschen
Jnstitute ganz dem Studium der
französischen Literatur zu widmen.
Sie blieb in Frankreich, trat als Er-
zieherin und Gesellschafterin in zwei
Familien des Faubourg St. Germain
u. brachte für mehrere Jahre die Som-
mermonate in dem schönen Schlosse
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Jassetot in der Normandie zu. Jm
Jahre 1869 kehrte sie nach Luxemburg
zurück, um in einer ihr schon befreun-
deten Familie die Erziehung von drei
Töchtern zu übernehmen. Hier be-
gann sie ihre schriftstellerische Tätig-
keit, doch sind die meisten ihrer Arbei-
ten nur in Journalen zum Abdruck
gebracht. Jn späterer Zeit lebte sie
wieder in ihrer Heimat, teils in Hada-
mar, teils in Wiesbaden, zuletzt in
Hachenburg im Kreise Oberwester-
wald, u. hier ist sie am 9. Juni 1900
gestorben.

S:

Erziehungsresultate
(R.); II, 1875.

Braun, Johann Otto Philipp,


geb. am 1. August 1824 zu Kassel als
der Sohn eines Hofwagenfabrikan-
ten, besuchte von 1836-45 das Gym-
nasium daselbst, wo u. a. Franz Din-
gelstedt zu seinen Lehrern gehörte, u.
studierte dann auf den Universitäten
Bonn, Heidelberg und Marburg an-
fangs Rechtswissenschaft, dann Ge-
schichte, neuere Sprachen und schöne
Wissenschaften. Jn den bewegten
Märztagen von 1848 beteiligte er sich
als Präsident der Marburger Stu-
dentenschaft an den Verhandlungen
des sogen. Deutschen Studentenpar-
laments in Eisenach. Nach Beendi-
gung seiner Studien ließ er sich als
Schriftsteller in Kassel nieder; da ihm
aber der Kurfürst selbst persönlich er-
klärt hatte, daß er auf eine Anstellung
im hessischen Staatsdienste niemals
rechnen dürfe, so wandte sich B. im
Mai 1850 nach Paris, wo er roma-
nische Sprachen und Literaturen stu-
dieren wollte, um sich dann später für
dieses Fach an einer deutschen Uni-
versität zu habilitieren. Jn Paris
wurde er mit Karl Schurz und Adolf
Strodtmann befreundet; aber wie
diese beiden von der Polizei Napo-
leons aus Frankreich verwiesen wur-
den, so traf auch B. im Oktober 1851
ein Ausweisungsbefehl, der aber wie-
der zurückgenommen wurde, da B.
auf Betreiben seines gerade in Paris

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Bra
Bilder a. d. deutſchen Kleinſtaaterei;
II, 1869. Neue Ausg. V, 1876. –
Während des Krieges (En., Sk. und
Studien), 1871. – Aus der Mappe
eines deutſchen Reichsbürgers; III,
1874. – Mordgeſchichten; II, 1875. –
Reiſebilder, 1875. – Reiſeſtudien,
1875. – Eine türkiſche Reiſe; III,
1876–77. – Zeitgenoſſen (En., Cha-
rakteriſtiken und Kritiken); II, 1877.
– Reiſeeindrücke a. d. Südoſten; III,
1878. – Randgloſſen eines Parlamen-
tariers, 1879. – Landſchafts- und
Städtebilder, 1880. – Von Berlin
nach Leipzig (Plaudereien), 1880. –
Kulturgeſchichtliche Novellen, 1881. –
Doktor Sackauer (Neue Bilder aus
der deutſchen Kleinſtaaterei), 1881. –
Champagner, 1881. – Der Diaman-
ten-Herzog, 1881. – Die Wisbyfahrt
(Reiſebriefe), 1882. – Blutige Blätter
(En.), 1883. – Pandaemonium (Kri-
minal- u. Sittengeſchn. a. 3 Jahrh.),
II, 1887.

*Braun, Eliſabeth Johanne Ka-
roline,

pſeud. M. Elton, Schwe-
ſter des Vorigen, wurde am 30. Sept.
1837 zu Hadamar im ehemaligen Her-
zogtum Naſſau geboren, wo ihr Vater
damals Prorektor am Pädagogium
war. Derſelbe kam ſpäter nach Dil-
lenburg, wo die Tochter ihren Unter-
richt empfing, und danach als Rektor
nach Montabaur. Nach ſeinem Tode
(1855) trat M. Elton kurz entſchloſſen
in das Magdeburg’ſche Jnſtitut zu
Wiesbaden ein, wo ſie, um ſich zur
Lehrerin auszubilden, ihre Studien
drei Jahre lang fortſetzte, wurde 1859
Erzieherin im Hauſe der Gräfin de
Villers im Großherzogtum Luxem-
burg und ging von hier 1862 nach
Paris, um ſich in dem Thibautſchen
Jnſtitute ganz dem Studium der
franzöſiſchen Literatur zu widmen.
Sie blieb in Frankreich, trat als Er-
zieherin und Geſellſchafterin in zwei
Familien des Faubourg St. Germain
u. brachte für mehrere Jahre die Som-
mermonate in dem ſchönen Schloſſe
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Bra
Jaſſetot in der Normandie zu. Jm
Jahre 1869 kehrte ſie nach Luxemburg
zurück, um in einer ihr ſchon befreun-
deten Familie die Erziehung von drei
Töchtern zu übernehmen. Hier be-
gann ſie ihre ſchriftſtelleriſche Tätig-
keit, doch ſind die meiſten ihrer Arbei-
ten nur in Journalen zum Abdruck
gebracht. Jn ſpäterer Zeit lebte ſie
wieder in ihrer Heimat, teils in Hada-
mar, teils in Wiesbaden, zuletzt in
Hachenburg im Kreiſe Oberweſter-
wald, u. hier iſt ſie am 9. Juni 1900
geſtorben.

S:

Erziehungsreſultate
(R.); II, 1875.

Braun, Johann Otto Philipp,


geb. am 1. Auguſt 1824 zu Kaſſel als
der Sohn eines Hofwagenfabrikan-
ten, beſuchte von 1836–45 das Gym-
naſium daſelbſt, wo u. a. Franz Din-
gelſtedt zu ſeinen Lehrern gehörte, u.
ſtudierte dann auf den Univerſitäten
Bonn, Heidelberg und Marburg an-
fangs Rechtswiſſenſchaft, dann Ge-
ſchichte, neuere Sprachen und ſchöne
Wiſſenſchaften. Jn den bewegten
Märztagen von 1848 beteiligte er ſich
als Präſident der Marburger Stu-
dentenſchaft an den Verhandlungen
des ſogen. Deutſchen Studentenpar-
laments in Eiſenach. Nach Beendi-
gung ſeiner Studien ließ er ſich als
Schriftſteller in Kaſſel nieder; da ihm
aber der Kurfürſt ſelbſt perſönlich er-
klärt hatte, daß er auf eine Anſtellung
im heſſiſchen Staatsdienſte niemals
rechnen dürfe, ſo wandte ſich B. im
Mai 1850 nach Paris, wo er roma-
niſche Sprachen und Literaturen ſtu-
dieren wollte, um ſich dann ſpäter für
dieſes Fach an einer deutſchen Uni-
verſität zu habilitieren. Jn Paris
wurde er mit Karl Schurz und Adolf
Strodtmann befreundet; aber wie
dieſe beiden von der Polizei Napo-
leons aus Frankreich verwieſen wur-
den, ſo traf auch B. im Oktober 1851
ein Ausweiſungsbefehl, der aber wie-
der zurückgenommen wurde, da B.
auf Betreiben ſeines gerade in Paris

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[332/0336] Bra Bra Bilder a. d. deutſchen Kleinſtaaterei; II, 1869. Neue Ausg. V, 1876. – Während des Krieges (En., Sk. und Studien), 1871. – Aus der Mappe eines deutſchen Reichsbürgers; III, 1874. – Mordgeſchichten; II, 1875. – Reiſebilder, 1875. – Reiſeſtudien, 1875. – Eine türkiſche Reiſe; III, 1876–77. – Zeitgenoſſen (En., Cha- rakteriſtiken und Kritiken); II, 1877. – Reiſeeindrücke a. d. Südoſten; III, 1878. – Randgloſſen eines Parlamen- tariers, 1879. – Landſchafts- und Städtebilder, 1880. – Von Berlin nach Leipzig (Plaudereien), 1880. – Kulturgeſchichtliche Novellen, 1881. – Doktor Sackauer (Neue Bilder aus der deutſchen Kleinſtaaterei), 1881. – Champagner, 1881. – Der Diaman- ten-Herzog, 1881. – Die Wisbyfahrt (Reiſebriefe), 1882. – Blutige Blätter (En.), 1883. – Pandaemonium (Kri- minal- u. Sittengeſchn. a. 3 Jahrh.), II, 1887. *Braun, Eliſabeth Johanne Ka- roline, pſeud. M. Elton, Schwe- ſter des Vorigen, wurde am 30. Sept. 1837 zu Hadamar im ehemaligen Her- zogtum Naſſau geboren, wo ihr Vater damals Prorektor am Pädagogium war. Derſelbe kam ſpäter nach Dil- lenburg, wo die Tochter ihren Unter- richt empfing, und danach als Rektor nach Montabaur. Nach ſeinem Tode (1855) trat M. Elton kurz entſchloſſen in das Magdeburg’ſche Jnſtitut zu Wiesbaden ein, wo ſie, um ſich zur Lehrerin auszubilden, ihre Studien drei Jahre lang fortſetzte, wurde 1859 Erzieherin im Hauſe der Gräfin de Villers im Großherzogtum Luxem- burg und ging von hier 1862 nach Paris, um ſich in dem Thibautſchen Jnſtitute ganz dem Studium der franzöſiſchen Literatur zu widmen. Sie blieb in Frankreich, trat als Er- zieherin und Geſellſchafterin in zwei Familien des Faubourg St. Germain u. brachte für mehrere Jahre die Som- mermonate in dem ſchönen Schloſſe Jaſſetot in der Normandie zu. Jm Jahre 1869 kehrte ſie nach Luxemburg zurück, um in einer ihr ſchon befreun- deten Familie die Erziehung von drei Töchtern zu übernehmen. Hier be- gann ſie ihre ſchriftſtelleriſche Tätig- keit, doch ſind die meiſten ihrer Arbei- ten nur in Journalen zum Abdruck gebracht. Jn ſpäterer Zeit lebte ſie wieder in ihrer Heimat, teils in Hada- mar, teils in Wiesbaden, zuletzt in Hachenburg im Kreiſe Oberweſter- wald, u. hier iſt ſie am 9. Juni 1900 geſtorben. S: Erziehungsreſultate (R.); II, 1875. Braun, Johann Otto Philipp, geb. am 1. Auguſt 1824 zu Kaſſel als der Sohn eines Hofwagenfabrikan- ten, beſuchte von 1836–45 das Gym- naſium daſelbſt, wo u. a. Franz Din- gelſtedt zu ſeinen Lehrern gehörte, u. ſtudierte dann auf den Univerſitäten Bonn, Heidelberg und Marburg an- fangs Rechtswiſſenſchaft, dann Ge- ſchichte, neuere Sprachen und ſchöne Wiſſenſchaften. Jn den bewegten Märztagen von 1848 beteiligte er ſich als Präſident der Marburger Stu- dentenſchaft an den Verhandlungen des ſogen. Deutſchen Studentenpar- laments in Eiſenach. Nach Beendi- gung ſeiner Studien ließ er ſich als Schriftſteller in Kaſſel nieder; da ihm aber der Kurfürſt ſelbſt perſönlich er- klärt hatte, daß er auf eine Anſtellung im heſſiſchen Staatsdienſte niemals rechnen dürfe, ſo wandte ſich B. im Mai 1850 nach Paris, wo er roma- niſche Sprachen und Literaturen ſtu- dieren wollte, um ſich dann ſpäter für dieſes Fach an einer deutſchen Uni- verſität zu habilitieren. Jn Paris wurde er mit Karl Schurz und Adolf Strodtmann befreundet; aber wie dieſe beiden von der Polizei Napo- leons aus Frankreich verwieſen wur- den, ſo traf auch B. im Oktober 1851 ein Ausweiſungsbefehl, der aber wie- der zurückgenommen wurde, da B. auf Betreiben ſeines gerade in Paris *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 332. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/336>, abgerufen am 23.03.2019.