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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Bre
Breden, Christine von,

pseudon.
Ada Christen, wurde am 6. März
1844 in Wien als die Tochter eines
vermögenden Kaufmanns, namens
Friderik, geboren. Der Vater
wurde infolge seiner Beteiligung an
der Revolution schwer verurteilt: die
Familie verarmte u. Christine mußte
eine verhängnisschwere Jugendzeit
durchmachen. Mit 15 Jahren ging sie
zum Theater und wirkte an einigen
kleinen deutschen Bühnen Ungarns.
Jm Jahre 1864 vermählte sie sich mit
einem ungarischen Stuhlrichter und
Großgrundbesitzer Siegmund von
Neupauer,
der indes im 2. Jahre
der Ehe irrsinnig ward u. nach schwe-
ren Leiden starb. Während der düstern
Tage der Krankenpflege entstanden
ihre ersten Gedichte. Nach mehrjäh-
rigem Witwenstande schloß Ada C.
eine zweite Ehe mit dem Rittmeister
a. D. u. Militärschriftsteller Adalmar
Breden (+ 10. Januar 1903), der
ihrem Wesen u. Schaffen volles Ver-
ständnis entgegenbrachte. Eine schöne
Zeit schien jetzt der Frau zu winken,
die nach den vielfachen strengen Prü-
fungen des Lebens stets das natur-
wüchsige "Wiener Kind" geblieben u.
dabei doch Dame im besten Sinne des
Wortes geworden war. Eine tückische
Krankheit, die sie befiel, und von der
sie in Venedig, Mentone und Berch-
tesgaden vergeblich Heilung gesucht
hatte, machte dem Jdyll auf dem "Ein-
samhof" bei Wien, wohin sich die Gat-
ten zurückgezogen hatten, am 19. Mai
1901 ein frühes Ende.

S:

Lieder
einer Verlorenen, 1868. - Aus der
Asche (Neue Ge.), 1870. - Faustina
(Dr.), 1871. - Ella (R.), 1873. -
Schatten (Ge.), 1873. - Vom Wege
(Sk. u. Nn.), 1873. - Aus der Tiefe
(Neue Ge.), 1878. - Aus dem Leben
(Sk.), 1876. - Unsere Nachbarn (Neue
Sk.), 1884. - Jungfer Mutter (Eine
Vorstadt-Geschichte), 1892.

*Bredenbrücker, Richard,

geb.
am 5. Jan. 1848 in Deutz bei Köln
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Bre
als der Sohn eines preußischen Ar-
tilleriemajors, erhielt seine Erziehung
in Erfurt und widmete sich nach ver-
schiedenen Berufstätigkeiten u. nach
langjährigen größeren Reisen im Jn-
und Auslande in reiferem Alter ganz
der Schriftstellerei. Er lebte abwech-
selnd in München, im bayerischen
Hochlande oder in Tirol, teils mit
schönwissenschaftlichen Arbeiten, teils
mit kulturhistorischen Sprach- und
Sagenforschungen beschäftigt, bis er
im Jahre 1904 seinen Wohnsitz nach
Berlin verlegte.

S:

Dörcherpack
(Blätter a. e. bescheidenen Menschen-
sein), 1896. 2. A. 1901. - Der ledige
Stiefel, 1897. - Drei Teufel (Jd.
v. d. Kehrseite), 1897. - Kein Som-
mer ohne Wetter. Warum der Hau-
ser der Wabi nimmer zugeht (En.),
1898. - "J bin a Lump und bleib' a
Lump" und anderes, 1898. - Crispin
der Dorfbeglücker u. andere Geschich-
ten, 1898. - Von der Lieb', dem Haß
und was so dazwischen kriecht (En. a.
Südtirol), 1900. - Unterm Liebes-
bann (R.), 1900. - Die Heimkehr
(Dr.), 1903. - Die Flucht ins Para-
dies (E. a. Südtirol), 1904. - Hart-
köpfe (En. a. Südtirol), 1904. - Lie-
beswirren (desgl.), 1905. - Die tote
Kohle (E. a. Südtirol), 1908.

*Bredow-Goerne, Adele Elisa
Gräfin von,

stammt mütterlicherseits
vom Herzoge Bernhard von Weimar
ab und wurde am 12. Dezbr. 1830 zu
Posen geboren, wo ihr Vater, Al-
brecht von Gansauge, Major im
7. Kürassierregiment war. Sie hat
in der Folge fast immer in Berlin
gelebt, und sich dort auch mit dem
Stadtgerichtsrat Grafen Otto von
Bredow-Goerne, Besitzer reicher Gü-
ter im Havellande, vermählt. Zu
Anfang der 70er Jahre kam der letz-
tere als Appellationsgerichtsrat nach
Frankfurt a. O., nahm aber 1876 seine
Entlassung aus dem Staatsdienst, u.
seitdem lebten die Gatten meist auf
ihrem Gute Goerne bei Friesack. Hier

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Bre
Breden, Chriſtine von,

pſeudon.
Ada Chriſten, wurde am 6. März
1844 in Wien als die Tochter eines
vermögenden Kaufmanns, namens
Friderik, geboren. Der Vater
wurde infolge ſeiner Beteiligung an
der Revolution ſchwer verurteilt: die
Familie verarmte u. Chriſtine mußte
eine verhängnisſchwere Jugendzeit
durchmachen. Mit 15 Jahren ging ſie
zum Theater und wirkte an einigen
kleinen deutſchen Bühnen Ungarns.
Jm Jahre 1864 vermählte ſie ſich mit
einem ungariſchen Stuhlrichter und
Großgrundbeſitzer Siegmund von
Neupauer,
der indes im 2. Jahre
der Ehe irrſinnig ward u. nach ſchwe-
ren Leiden ſtarb. Während der düſtern
Tage der Krankenpflege entſtanden
ihre erſten Gedichte. Nach mehrjäh-
rigem Witwenſtande ſchloß Ada C.
eine zweite Ehe mit dem Rittmeiſter
a. D. u. Militärſchriftſteller Adalmar
Breden († 10. Januar 1903), der
ihrem Weſen u. Schaffen volles Ver-
ſtändnis entgegenbrachte. Eine ſchöne
Zeit ſchien jetzt der Frau zu winken,
die nach den vielfachen ſtrengen Prü-
fungen des Lebens ſtets das natur-
wüchſige „Wiener Kind“ geblieben u.
dabei doch Dame im beſten Sinne des
Wortes geworden war. Eine tückiſche
Krankheit, die ſie befiel, und von der
ſie in Venedig, Mentone und Berch-
tesgaden vergeblich Heilung geſucht
hatte, machte dem Jdyll auf dem „Ein-
ſamhof“ bei Wien, wohin ſich die Gat-
ten zurückgezogen hatten, am 19. Mai
1901 ein frühes Ende.

S:

Lieder
einer Verlorenen, 1868. – Aus der
Aſche (Neue Ge.), 1870. – Fauſtina
(Dr.), 1871. – Ella (R.), 1873. –
Schatten (Ge.), 1873. – Vom Wege
(Sk. u. Nn.), 1873. – Aus der Tiefe
(Neue Ge.), 1878. – Aus dem Leben
(Sk.), 1876. – Unſere Nachbarn (Neue
Sk.), 1884. – Jungfer Mutter (Eine
Vorſtadt-Geſchichte), 1892.

*Bredenbrücker, Richard,

geb.
am 5. Jan. 1848 in Deutz bei Köln
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Bre
als der Sohn eines preußiſchen Ar-
tilleriemajors, erhielt ſeine Erziehung
in Erfurt und widmete ſich nach ver-
ſchiedenen Berufstätigkeiten u. nach
langjährigen größeren Reiſen im Jn-
und Auslande in reiferem Alter ganz
der Schriftſtellerei. Er lebte abwech-
ſelnd in München, im bayeriſchen
Hochlande oder in Tirol, teils mit
ſchönwiſſenſchaftlichen Arbeiten, teils
mit kulturhiſtoriſchen Sprach- und
Sagenforſchungen beſchäftigt, bis er
im Jahre 1904 ſeinen Wohnſitz nach
Berlin verlegte.

S:

Dörcherpack
(Blätter a. e. beſcheidenen Menſchen-
ſein), 1896. 2. A. 1901. – Der ledige
Stiefel, 1897. – Drei Teufel (Jd.
v. d. Kehrſeite), 1897. – Kein Som-
mer ohne Wetter. Warum der Hau-
ſer der Wabi nimmer zugeht (En.),
1898. – „J bin a Lump und bleib’ a
Lump“ und anderes, 1898. – Crispin
der Dorfbeglücker u. andere Geſchich-
ten, 1898. – Von der Lieb’, dem Haß
und was ſo dazwiſchen kriecht (En. a.
Südtirol), 1900. – Unterm Liebes-
bann (R.), 1900. – Die Heimkehr
(Dr.), 1903. – Die Flucht ins Para-
dies (E. a. Südtirol), 1904. – Hart-
köpfe (En. a. Südtirol), 1904. – Lie-
beswirren (desgl.), 1905. – Die tote
Kohle (E. a. Südtirol), 1908.

*Bredow-Goerne, Adele Eliſa
Gräfin von,

ſtammt mütterlicherſeits
vom Herzoge Bernhard von Weimar
ab und wurde am 12. Dezbr. 1830 zu
Poſen geboren, wo ihr Vater, Al-
brecht von Ganſauge, Major im
7. Küraſſierregiment war. Sie hat
in der Folge faſt immer in Berlin
gelebt, und ſich dort auch mit dem
Stadtgerichtsrat Grafen Otto von
Bredow-Goerne, Beſitzer reicher Gü-
ter im Havellande, vermählt. Zu
Anfang der 70er Jahre kam der letz-
tere als Appellationsgerichtsrat nach
Frankfurt a. O., nahm aber 1876 ſeine
Entlaſſung aus dem Staatsdienſt, u.
ſeitdem lebten die Gatten meiſt auf
ihrem Gute Goerne bei Frieſack. Hier

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[338/0342] Bre Bre Breden, Chriſtine von, pſeudon. Ada Chriſten, wurde am 6. März 1844 in Wien als die Tochter eines vermögenden Kaufmanns, namens Friderik, geboren. Der Vater wurde infolge ſeiner Beteiligung an der Revolution ſchwer verurteilt: die Familie verarmte u. Chriſtine mußte eine verhängnisſchwere Jugendzeit durchmachen. Mit 15 Jahren ging ſie zum Theater und wirkte an einigen kleinen deutſchen Bühnen Ungarns. Jm Jahre 1864 vermählte ſie ſich mit einem ungariſchen Stuhlrichter und Großgrundbeſitzer Siegmund von Neupauer, der indes im 2. Jahre der Ehe irrſinnig ward u. nach ſchwe- ren Leiden ſtarb. Während der düſtern Tage der Krankenpflege entſtanden ihre erſten Gedichte. Nach mehrjäh- rigem Witwenſtande ſchloß Ada C. eine zweite Ehe mit dem Rittmeiſter a. D. u. Militärſchriftſteller Adalmar Breden († 10. Januar 1903), der ihrem Weſen u. Schaffen volles Ver- ſtändnis entgegenbrachte. Eine ſchöne Zeit ſchien jetzt der Frau zu winken, die nach den vielfachen ſtrengen Prü- fungen des Lebens ſtets das natur- wüchſige „Wiener Kind“ geblieben u. dabei doch Dame im beſten Sinne des Wortes geworden war. Eine tückiſche Krankheit, die ſie befiel, und von der ſie in Venedig, Mentone und Berch- tesgaden vergeblich Heilung geſucht hatte, machte dem Jdyll auf dem „Ein- ſamhof“ bei Wien, wohin ſich die Gat- ten zurückgezogen hatten, am 19. Mai 1901 ein frühes Ende. S: Lieder einer Verlorenen, 1868. – Aus der Aſche (Neue Ge.), 1870. – Fauſtina (Dr.), 1871. – Ella (R.), 1873. – Schatten (Ge.), 1873. – Vom Wege (Sk. u. Nn.), 1873. – Aus der Tiefe (Neue Ge.), 1878. – Aus dem Leben (Sk.), 1876. – Unſere Nachbarn (Neue Sk.), 1884. – Jungfer Mutter (Eine Vorſtadt-Geſchichte), 1892. *Bredenbrücker, Richard, geb. am 5. Jan. 1848 in Deutz bei Köln als der Sohn eines preußiſchen Ar- tilleriemajors, erhielt ſeine Erziehung in Erfurt und widmete ſich nach ver- ſchiedenen Berufstätigkeiten u. nach langjährigen größeren Reiſen im Jn- und Auslande in reiferem Alter ganz der Schriftſtellerei. Er lebte abwech- ſelnd in München, im bayeriſchen Hochlande oder in Tirol, teils mit ſchönwiſſenſchaftlichen Arbeiten, teils mit kulturhiſtoriſchen Sprach- und Sagenforſchungen beſchäftigt, bis er im Jahre 1904 ſeinen Wohnſitz nach Berlin verlegte. S: Dörcherpack (Blätter a. e. beſcheidenen Menſchen- ſein), 1896. 2. A. 1901. – Der ledige Stiefel, 1897. – Drei Teufel (Jd. v. d. Kehrſeite), 1897. – Kein Som- mer ohne Wetter. Warum der Hau- ſer der Wabi nimmer zugeht (En.), 1898. – „J bin a Lump und bleib’ a Lump“ und anderes, 1898. – Crispin der Dorfbeglücker u. andere Geſchich- ten, 1898. – Von der Lieb’, dem Haß und was ſo dazwiſchen kriecht (En. a. Südtirol), 1900. – Unterm Liebes- bann (R.), 1900. – Die Heimkehr (Dr.), 1903. – Die Flucht ins Para- dies (E. a. Südtirol), 1904. – Hart- köpfe (En. a. Südtirol), 1904. – Lie- beswirren (desgl.), 1905. – Die tote Kohle (E. a. Südtirol), 1908. *Bredow-Goerne, Adele Eliſa Gräfin von, ſtammt mütterlicherſeits vom Herzoge Bernhard von Weimar ab und wurde am 12. Dezbr. 1830 zu Poſen geboren, wo ihr Vater, Al- brecht von Ganſauge, Major im 7. Küraſſierregiment war. Sie hat in der Folge faſt immer in Berlin gelebt, und ſich dort auch mit dem Stadtgerichtsrat Grafen Otto von Bredow-Goerne, Beſitzer reicher Gü- ter im Havellande, vermählt. Zu Anfang der 70er Jahre kam der letz- tere als Appellationsgerichtsrat nach Frankfurt a. O., nahm aber 1876 ſeine Entlaſſung aus dem Staatsdienſt, u. ſeitdem lebten die Gatten meiſt auf ihrem Gute Goerne bei Frieſack. Hier *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 338. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/342>, abgerufen am 24.03.2019.