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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Bri
Augsburg, erhielt dort seine Gym-
nasialbildung und studierte in Mün-
chen Philologie. Seit 1858 im Lehr-
amte an höheren Unterrichtsanstalten
tätig, war er bis 1868 Studienleh-
rer am Maximilians-Gymnasium in
München, 1868-73 Gymnasialprofes-
sor zu Landshut in Niederbayern,
darauf Gymnasialprofessor in Speier
am Rhein, seit 1875 in Eichstätt, trat
1877 in den Ruhestand und lebt als
Privatmann in letztgenannter Stadt.

S:

Poetische Versuche (Ge.), 1873. -
Gedichte (2. Samml.), 1875. - Rest-
chen (Ge., 3. Sammlung), 1877. - Ka-
leidoskop (Auswahl v. Claus Einsie-
dels Gn., von ihm selbst getroffen),
1894 (nicht im Handel).

*Brix, Claus,

* am 20. März 1821
zu Petersburg bei Ülsby in Schles-
wig, Sohn eines Gastwirts, erhielt
einen dürftigen Schulunterricht, fand
aber beim Hüten der Kühe Zeit, viel
zu lesen u. sich weiter zu bilden. Sein
Wunsch, Lehrer zu werden, erfüllte
sich nicht. Er ward nun Blattbinder,
d. h. er erlernte die Anfertigung der
Blätter, auf denen der Weber seine
Webereien fertigt, lebte als solcher
mehr als 20 Jahre in Buckberg und
trieb neben seinem Handwerk Land-
wirtschaft und Bienenzucht. Zuletzt
hatte er seinen Wohnsitz in Struxdorf
(Petersburg), und dort ist er am 19.
Okt. 1890 gestorben.

S:

Hoch- und
plattdeutsche Gedichte, 1858. - Fahr-
ten aller Arten un sonst noch wat in
Hoch un Platt (Ge.), 1875. 6. A. 1890.

*Brixel, Franz,

pseudon. Armin
Franke,
wurde am 15. Dezbr. 1840
in Römerstadt in Mähren als der äl-
teste Sohn eines armen Leinwebers
geboren und verlebte dort eine ent-
behrungsreiche, aber heitere Kindheit.
Er besuchte die dortige Schule, dann
zwei Jahre lang die Realschule in
Mährisch-Neustadt, ging darauf im
Oktbr. 1855 zu Verwandten nach Un-
garn u. trat im Aug. 1856 bei einem
Kaufmann in Deutsch-Bogsan bei
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Bro
Temesvar in die Lehre. Hier blieb er
bis zum Herbst 1863; dann ging er
nach Graz, wo er in mehreren Han-
delsgeschäften tätig war, gab aber
1870 seinen Beruf auf u. trat in das
Bureauleben ein. Später war er als
Buchhalter in einer Brauerei in Mürz-
zuschlag (Steiermark) beschäftigt, und
hier lernte er die vegetarische Lebens-
weise kennen, in deren Dienst er seit-
dem als Schriftsteller tätig gewesen
ist. Jm Jahre 1881 gab er seine Stel-
lung in Mürzzuschlag auf, um eine
ähnliche in Villach (Kärnten) zu über-
nehmen, ging aber schon 1882 nach
München, um hier eine öffentliche
vegetarische Speiseanstalt ins Leben
zu rufen, die sich trotz vielfacher An-
feindungen als lebensfähig erwies.
Jm Juni 1887 kehrte er in seine frü-
here Stellung als Buchhalter nach
Mürzzuschlag zurück u. zog, nachdem
er dieselbe 1894 aufgeben mußte, 1896
nach Graz, wo er dann eine Stellung
als Landesbeamter fand. Dort starb
er am 24. Februar 1903.

S:

Merk-
sprüche für jung und alt (Ge.), 1885.
2. A. u. d. T.: Der Kastanienbaum
(G.), 1892. - Die vier Jahreszeiten
(Ge., aus der "Sarkophagie"), 1889.
- Episteln an Gesinnungsgenossen
(Ein Weihegeschenk), 1890. - Die
Sarkophagie. Ein Spiegelbild der
Menschheit (G.), 1892. - Das Buch
der Liebe, 1898. - Friedenheim
(Operntext), 1898. - Gebirgschronik
(Ernste und heitere Geschn.), 1899.

Brochet, Joseph J.,

Pseud. für
Joseph J. Hecht; s. d.!

Brociner, Marco,

* am 24. Dez.
1852 zu Jassy in der Moldau, machte
seine Studien seit 1871 vorwiegend
an deutschen Universitäten, in Leip-
zig, München und sechs Semester in
Heidelberg, erwarb sich hier 1879 die
Würde eines Dr. phil. u. kehrte dar-
auf in die Heimat zurück, wo er die
publizistische Laufbahn einschlug und
mehrere Jahre das "Bukarester Tage-
blatt" redigierte. Dann ging er im

*


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Bri
Augsburg, erhielt dort ſeine Gym-
naſialbildung und ſtudierte in Mün-
chen Philologie. Seit 1858 im Lehr-
amte an höheren Unterrichtsanſtalten
tätig, war er bis 1868 Studienleh-
rer am Maximilians-Gymnaſium in
München, 1868–73 Gymnaſialprofeſ-
ſor zu Landshut in Niederbayern,
darauf Gymnaſialprofeſſor in Speier
am Rhein, ſeit 1875 in Eichſtätt, trat
1877 in den Ruheſtand und lebt als
Privatmann in letztgenannter Stadt.

S:

Poetiſche Verſuche (Ge.), 1873. –
Gedichte (2. Samml.), 1875. – Reſt-
chen (Ge., 3. Sammlung), 1877. – Ka-
leidoſkop (Auswahl v. Claus Einſie-
dels Gn., von ihm ſelbſt getroffen),
1894 (nicht im Handel).

*Brix, Claus,

* am 20. März 1821
zu Petersburg bei Ülsby in Schles-
wig, Sohn eines Gaſtwirts, erhielt
einen dürftigen Schulunterricht, fand
aber beim Hüten der Kühe Zeit, viel
zu leſen u. ſich weiter zu bilden. Sein
Wunſch, Lehrer zu werden, erfüllte
ſich nicht. Er ward nun Blattbinder,
d. h. er erlernte die Anfertigung der
Blätter, auf denen der Weber ſeine
Webereien fertigt, lebte als ſolcher
mehr als 20 Jahre in Buckberg und
trieb neben ſeinem Handwerk Land-
wirtſchaft und Bienenzucht. Zuletzt
hatte er ſeinen Wohnſitz in Struxdorf
(Petersburg), und dort iſt er am 19.
Okt. 1890 geſtorben.

S:

Hoch- und
plattdeutſche Gedichte, 1858. – Fahr-
ten aller Arten un ſonſt noch wat in
Hoch un Platt (Ge.), 1875. 6. A. 1890.

*Brixel, Franz,

pſeudon. Armin
Franke,
wurde am 15. Dezbr. 1840
in Römerſtadt in Mähren als der äl-
teſte Sohn eines armen Leinwebers
geboren und verlebte dort eine ent-
behrungsreiche, aber heitere Kindheit.
Er beſuchte die dortige Schule, dann
zwei Jahre lang die Realſchule in
Mähriſch-Neuſtadt, ging darauf im
Oktbr. 1855 zu Verwandten nach Un-
garn u. trat im Aug. 1856 bei einem
Kaufmann in Deutſch-Bogſan bei
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Bro
Temesvar in die Lehre. Hier blieb er
bis zum Herbſt 1863; dann ging er
nach Graz, wo er in mehreren Han-
delsgeſchäften tätig war, gab aber
1870 ſeinen Beruf auf u. trat in das
Bureauleben ein. Später war er als
Buchhalter in einer Brauerei in Mürz-
zuſchlag (Steiermark) beſchäftigt, und
hier lernte er die vegetariſche Lebens-
weiſe kennen, in deren Dienſt er ſeit-
dem als Schriftſteller tätig geweſen
iſt. Jm Jahre 1881 gab er ſeine Stel-
lung in Mürzzuſchlag auf, um eine
ähnliche in Villach (Kärnten) zu über-
nehmen, ging aber ſchon 1882 nach
München, um hier eine öffentliche
vegetariſche Speiſeanſtalt ins Leben
zu rufen, die ſich trotz vielfacher An-
feindungen als lebensfähig erwies.
Jm Juni 1887 kehrte er in ſeine frü-
here Stellung als Buchhalter nach
Mürzzuſchlag zurück u. zog, nachdem
er dieſelbe 1894 aufgeben mußte, 1896
nach Graz, wo er dann eine Stellung
als Landesbeamter fand. Dort ſtarb
er am 24. Februar 1903.

S:

Merk-
ſprüche für jung und alt (Ge.), 1885.
2. A. u. d. T.: Der Kaſtanienbaum
(G.), 1892. – Die vier Jahreszeiten
(Ge., aus der „Sarkophagie“), 1889.
– Epiſteln an Geſinnungsgenoſſen
(Ein Weihegeſchenk), 1890. – Die
Sarkophagie. Ein Spiegelbild der
Menſchheit (G.), 1892. – Das Buch
der Liebe, 1898. – Friedenheim
(Operntext), 1898. – Gebirgschronik
(Ernſte und heitere Geſchn.), 1899.

Brochet, Joſeph J.,

Pſeud. für
Joſeph J. Hecht; ſ. d.!

Brociner, Marco,

* am 24. Dez.
1852 zu Jaſſy in der Moldau, machte
ſeine Studien ſeit 1871 vorwiegend
an deutſchen Univerſitäten, in Leip-
zig, München und ſechs Semeſter in
Heidelberg, erwarb ſich hier 1879 die
Würde eines Dr. phil. u. kehrte dar-
auf in die Heimat zurück, wo er die
publiziſtiſche Laufbahn einſchlug und
mehrere Jahre das „Bukareſter Tage-
blatt“ redigierte. Dann ging er im

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[354/0358] Bri Bro Augsburg, erhielt dort ſeine Gym- naſialbildung und ſtudierte in Mün- chen Philologie. Seit 1858 im Lehr- amte an höheren Unterrichtsanſtalten tätig, war er bis 1868 Studienleh- rer am Maximilians-Gymnaſium in München, 1868–73 Gymnaſialprofeſ- ſor zu Landshut in Niederbayern, darauf Gymnaſialprofeſſor in Speier am Rhein, ſeit 1875 in Eichſtätt, trat 1877 in den Ruheſtand und lebt als Privatmann in letztgenannter Stadt. S: Poetiſche Verſuche (Ge.), 1873. – Gedichte (2. Samml.), 1875. – Reſt- chen (Ge., 3. Sammlung), 1877. – Ka- leidoſkop (Auswahl v. Claus Einſie- dels Gn., von ihm ſelbſt getroffen), 1894 (nicht im Handel). *Brix, Claus, * am 20. März 1821 zu Petersburg bei Ülsby in Schles- wig, Sohn eines Gaſtwirts, erhielt einen dürftigen Schulunterricht, fand aber beim Hüten der Kühe Zeit, viel zu leſen u. ſich weiter zu bilden. Sein Wunſch, Lehrer zu werden, erfüllte ſich nicht. Er ward nun Blattbinder, d. h. er erlernte die Anfertigung der Blätter, auf denen der Weber ſeine Webereien fertigt, lebte als ſolcher mehr als 20 Jahre in Buckberg und trieb neben ſeinem Handwerk Land- wirtſchaft und Bienenzucht. Zuletzt hatte er ſeinen Wohnſitz in Struxdorf (Petersburg), und dort iſt er am 19. Okt. 1890 geſtorben. S: Hoch- und plattdeutſche Gedichte, 1858. – Fahr- ten aller Arten un ſonſt noch wat in Hoch un Platt (Ge.), 1875. 6. A. 1890. *Brixel, Franz, pſeudon. Armin Franke, wurde am 15. Dezbr. 1840 in Römerſtadt in Mähren als der äl- teſte Sohn eines armen Leinwebers geboren und verlebte dort eine ent- behrungsreiche, aber heitere Kindheit. Er beſuchte die dortige Schule, dann zwei Jahre lang die Realſchule in Mähriſch-Neuſtadt, ging darauf im Oktbr. 1855 zu Verwandten nach Un- garn u. trat im Aug. 1856 bei einem Kaufmann in Deutſch-Bogſan bei Temesvar in die Lehre. Hier blieb er bis zum Herbſt 1863; dann ging er nach Graz, wo er in mehreren Han- delsgeſchäften tätig war, gab aber 1870 ſeinen Beruf auf u. trat in das Bureauleben ein. Später war er als Buchhalter in einer Brauerei in Mürz- zuſchlag (Steiermark) beſchäftigt, und hier lernte er die vegetariſche Lebens- weiſe kennen, in deren Dienſt er ſeit- dem als Schriftſteller tätig geweſen iſt. Jm Jahre 1881 gab er ſeine Stel- lung in Mürzzuſchlag auf, um eine ähnliche in Villach (Kärnten) zu über- nehmen, ging aber ſchon 1882 nach München, um hier eine öffentliche vegetariſche Speiſeanſtalt ins Leben zu rufen, die ſich trotz vielfacher An- feindungen als lebensfähig erwies. Jm Juni 1887 kehrte er in ſeine frü- here Stellung als Buchhalter nach Mürzzuſchlag zurück u. zog, nachdem er dieſelbe 1894 aufgeben mußte, 1896 nach Graz, wo er dann eine Stellung als Landesbeamter fand. Dort ſtarb er am 24. Februar 1903. S: Merk- ſprüche für jung und alt (Ge.), 1885. 2. A. u. d. T.: Der Kaſtanienbaum (G.), 1892. – Die vier Jahreszeiten (Ge., aus der „Sarkophagie“), 1889. – Epiſteln an Geſinnungsgenoſſen (Ein Weihegeſchenk), 1890. – Die Sarkophagie. Ein Spiegelbild der Menſchheit (G.), 1892. – Das Buch der Liebe, 1898. – Friedenheim (Operntext), 1898. – Gebirgschronik (Ernſte und heitere Geſchn.), 1899. Brochet, Joſeph J., Pſeud. für Joſeph J. Hecht; ſ. d.! Brociner, Marco, * am 24. Dez. 1852 zu Jaſſy in der Moldau, machte ſeine Studien ſeit 1871 vorwiegend an deutſchen Univerſitäten, in Leip- zig, München und ſechs Semeſter in Heidelberg, erwarb ſich hier 1879 die Würde eines Dr. phil. u. kehrte dar- auf in die Heimat zurück, wo er die publiziſtiſche Laufbahn einſchlug und mehrere Jahre das „Bukareſter Tage- blatt“ redigierte. Dann ging er im *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 354. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/358>, abgerufen am 20.03.2019.