Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

Bild:
<< vorherige Seite


[Spaltenumbruch]

Bru
wurde am 9. März 1840 zu Breslau
als die Tochter eines Generals der
Jnfanterie geboren, verlebte ihre Kin-
derjahre in Danzig, Glogau, Trier,
Lahr, Karlsruhe, Köln, Koblenz und
in Münster. Dieses Wanderleben zog
in ihr frühzeitig eine gewisse Selb-
ständigkeit u. einen Unternehmungs-
geist groß, in dem sie mit der Reife
der Jahre, wenn auch keine streitbare
Frauenrechtlerin, so doch ein Charak-
ter wurde, der nach Unabhängigkeit
strebt. Jn Münster erhielt sie vom
12. Jahre ab zuerst einen regelmäßi-
gen ungestörten Unterricht. Jm Jahre
1857 nahm der Vater seinen Abschied,
siedelte mit der Familie nach Görlitz
über, starb aber hier bald darauf.
Der Hang zur Selbständigkeit u. der
Wunsch nach einem Beruf bestimmte
die Tochter, nun ihr Talent für die
Malerei weiter auszubilden; doch war
sie dabei vorwiegend auf Selbststu-
dium angewiesen. Daneben machte
sie Versuche auf belletristischem Ge-
biete und veröffentlichte seit 1870 in
den verschiedensten Zeitschriften eine
Reihe von Romanen und Novellen,
von deren Ertrage sie sich in Dresden
ein freundliches Heim gründete. Die
Sommermonate verbringt sie in der
Regel auf Reisen oder bei ihren Ge-
schwistern.

S:

Die Tochter des Prie-
sters (R.), 1879. - Die letzten eines
alten Geschlechts (E.), 1879. - Auf
dem Dohlennest. Besiegt. Dunkle
Blätter a. e. Dichterleben (Nn.), 1880.
- Falsche Wege (R.), 1881. - Das
Frauenglück (Herzensworte für die
Frauenwelt), 1884. - Starke Herzen
(R.), 1891. - Magnetismus der Liebe
und anderes, 1896. - Erlebtes und
Erdachtes, 1896. - Ein einsames Leben
(N.), 1896. - Ein Frauenherz (R.),
1896. - Sein Weib (N.), 1896. - Per
aspera ad astra
(R.), 1897. - Prin-
zeßchens Erlösung (Kein Märchen),
1897. - Das Verhängnis (R.), 1898.
- Malwe (R.), 1898. - Er und Sie
(Zeitroman), 1898. - Schatten (R.),
[Spaltenumbruch]

Brü
1900. - Durch Liebe gesühnt (N.),
1900. - Moorland (R.), 1902. - Lutz
der Sünder (Zeitroman), 1902. -
Hatty (R. a. d. Gesellschaft), 1903. -
Jm Kampf mit Jdealen (Zeitroman),
1903. - Gräfin Ruth, oder: Die Ri-
valen (R.), 1904. - Frau Marquise
(R.), 1904.

Brüschweiler, Wilhelm Jakob,


geb. am 8. Sept. 1837 zu Schochers-
weil im Thurgau, widmete sich dem
Lehrberufe, war 1855-60 Volksschul-
und Jnstitutslehrer, 1860-72 Semi-
narlehrer in Schiers und trat dann
zu St. Gallen als Adjunkt in den
Telegraphendienst ein. Dort lebt er
noch jetzt.

S:

Auf der Glücksleiter,
oder: Millionär und Bettler (E.),
1889. - Schuld und Sühne (E. a. d.
Franz.), 1889. - Alexandra (E. a. d.
Franz.), 1890.

*Brüssow, Hermann Heinr.
Friedr.,

wurde am 25. Mai 1816 zu
Köslin als der Sohn eines praktischen
Arztes geboren, der bei einer zahlrei-
chen Familie seinen Söhnen keine ge-
lehrte Ausbildung geben konnte. So
besuchte auch Hermann nur die Ele-
mentarschule, kam mit 15 Jahren als
Schreiber zu einem Justizrat, aber
sehr bald danach zu einem Goldschmied
in die Lehre. Jm Jahre 1839 ging
er auf die Wanderschaft, arbeitete
in Berlin, Magdeburg, Hannover,
Mannheim, Brüssel u. kam im Herbst
1843 nach Paris, wo er fleißig an sei-
ner Ausbildung als Juwelier arbei-
tete u. auch dem Geschäfte eines Deut-
schen zwei Jahre als Chef vorstand.
Nach Ausbruch der Februarrevolu-
tion 1848 verließ B. Paris u. kehrte
nach Deutschland zurück. Jn Danzig
ließ er sich 1849 als Juwelier nieder,
löste aber 1869 sein Geschäft auf und
errichtete, nachdem er in Berlin die
Photographie erlernt hatte, auf sei-
nem Hause ein photographisches Ate-
lier. Jm Jahre 1866 verlegte er das-
selbe nach Berlin; doch ging es hier
in seinen materiellen Verhältnissen

*


[Spaltenumbruch]

Bru
wurde am 9. März 1840 zu Breslau
als die Tochter eines Generals der
Jnfanterie geboren, verlebte ihre Kin-
derjahre in Danzig, Glogau, Trier,
Lahr, Karlsruhe, Köln, Koblenz und
in Münſter. Dieſes Wanderleben zog
in ihr frühzeitig eine gewiſſe Selb-
ſtändigkeit u. einen Unternehmungs-
geiſt groß, in dem ſie mit der Reife
der Jahre, wenn auch keine ſtreitbare
Frauenrechtlerin, ſo doch ein Charak-
ter wurde, der nach Unabhängigkeit
ſtrebt. Jn Münſter erhielt ſie vom
12. Jahre ab zuerſt einen regelmäßi-
gen ungeſtörten Unterricht. Jm Jahre
1857 nahm der Vater ſeinen Abſchied,
ſiedelte mit der Familie nach Görlitz
über, ſtarb aber hier bald darauf.
Der Hang zur Selbſtändigkeit u. der
Wunſch nach einem Beruf beſtimmte
die Tochter, nun ihr Talent für die
Malerei weiter auszubilden; doch war
ſie dabei vorwiegend auf Selbſtſtu-
dium angewieſen. Daneben machte
ſie Verſuche auf belletriſtiſchem Ge-
biete und veröffentlichte ſeit 1870 in
den verſchiedenſten Zeitſchriften eine
Reihe von Romanen und Novellen,
von deren Ertrage ſie ſich in Dresden
ein freundliches Heim gründete. Die
Sommermonate verbringt ſie in der
Regel auf Reiſen oder bei ihren Ge-
ſchwiſtern.

S:

Die Tochter des Prie-
ſters (R.), 1879. – Die letzten eines
alten Geſchlechts (E.), 1879. – Auf
dem Dohlenneſt. Beſiegt. Dunkle
Blätter a. e. Dichterleben (Nn.), 1880.
– Falſche Wege (R.), 1881. – Das
Frauenglück (Herzensworte für die
Frauenwelt), 1884. – Starke Herzen
(R.), 1891. – Magnetismus der Liebe
und anderes, 1896. – Erlebtes und
Erdachtes, 1896. – Ein einſames Leben
(N.), 1896. – Ein Frauenherz (R.),
1896. – Sein Weib (N.), 1896. – Per
aspera ad astra
(R.), 1897. – Prin-
zeßchens Erlöſung (Kein Märchen),
1897. – Das Verhängnis (R.), 1898.
– Malwe (R.), 1898. – Er und Sie
(Zeitroman), 1898. – Schatten (R.),
[Spaltenumbruch]

Brü
1900. – Durch Liebe geſühnt (N.),
1900. – Moorland (R.), 1902. – Lutz
der Sünder (Zeitroman), 1902. –
Hatty (R. a. d. Geſellſchaft), 1903. –
Jm Kampf mit Jdealen (Zeitroman),
1903. – Gräfin Ruth, oder: Die Ri-
valen (R.), 1904. – Frau Marquiſe
(R.), 1904.

Brüſchweiler, Wilhelm Jakob,


geb. am 8. Sept. 1837 zu Schochers-
weil im Thurgau, widmete ſich dem
Lehrberufe, war 1855–60 Volksſchul-
und Jnſtitutslehrer, 1860–72 Semi-
narlehrer in Schiers und trat dann
zu St. Gallen als Adjunkt in den
Telegraphendienſt ein. Dort lebt er
noch jetzt.

S:

Auf der Glücksleiter,
oder: Millionär und Bettler (E.),
1889. – Schuld und Sühne (E. a. d.
Franz.), 1889. – Alexandra (E. a. d.
Franz.), 1890.

*Brüſſow, Hermann Heinr.
Friedr.,

wurde am 25. Mai 1816 zu
Köslin als der Sohn eines praktiſchen
Arztes geboren, der bei einer zahlrei-
chen Familie ſeinen Söhnen keine ge-
lehrte Ausbildung geben konnte. So
beſuchte auch Hermann nur die Ele-
mentarſchule, kam mit 15 Jahren als
Schreiber zu einem Juſtizrat, aber
ſehr bald danach zu einem Goldſchmied
in die Lehre. Jm Jahre 1839 ging
er auf die Wanderſchaft, arbeitete
in Berlin, Magdeburg, Hannover,
Mannheim, Brüſſel u. kam im Herbſt
1843 nach Paris, wo er fleißig an ſei-
ner Ausbildung als Juwelier arbei-
tete u. auch dem Geſchäfte eines Deut-
ſchen zwei Jahre als Chef vorſtand.
Nach Ausbruch der Februarrevolu-
tion 1848 verließ B. Paris u. kehrte
nach Deutſchland zurück. Jn Danzig
ließ er ſich 1849 als Juwelier nieder,
löſte aber 1869 ſein Geſchäft auf und
errichtete, nachdem er in Berlin die
Photographie erlernt hatte, auf ſei-
nem Hauſe ein photographiſches Ate-
lier. Jm Jahre 1866 verlegte er das-
ſelbe nach Berlin; doch ging es hier
in ſeinen materiellen Verhältniſſen

*
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="index" n="1">
        <p><pb facs="#f0370" n="366"/><lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Bru</hi></fw><lb/>
wurde am 9. März 1840 zu Breslau<lb/>
als die Tochter eines Generals der<lb/>
Jnfanterie geboren, verlebte ihre Kin-<lb/>
derjahre in Danzig, Glogau, Trier,<lb/>
Lahr, Karlsruhe, Köln, Koblenz und<lb/>
in Mün&#x017F;ter. Die&#x017F;es Wanderleben zog<lb/>
in ihr frühzeitig eine gewi&#x017F;&#x017F;e Selb-<lb/>
&#x017F;tändigkeit u. einen Unternehmungs-<lb/>
gei&#x017F;t groß, in dem &#x017F;ie mit der Reife<lb/>
der Jahre, wenn auch keine &#x017F;treitbare<lb/>
Frauenrechtlerin, &#x017F;o doch ein Charak-<lb/>
ter wurde, der nach Unabhängigkeit<lb/>
&#x017F;trebt. Jn Mün&#x017F;ter erhielt &#x017F;ie vom<lb/>
12. Jahre ab zuer&#x017F;t einen regelmäßi-<lb/>
gen unge&#x017F;törten Unterricht. Jm Jahre<lb/>
1857 nahm der Vater &#x017F;einen Ab&#x017F;chied,<lb/>
&#x017F;iedelte mit der Familie nach Görlitz<lb/>
über, &#x017F;tarb aber hier bald darauf.<lb/>
Der Hang zur Selb&#x017F;tändigkeit u. der<lb/>
Wun&#x017F;ch nach einem Beruf be&#x017F;timmte<lb/>
die Tochter, nun ihr Talent für die<lb/>
Malerei weiter auszubilden; doch war<lb/>
&#x017F;ie dabei vorwiegend auf Selb&#x017F;t&#x017F;tu-<lb/>
dium angewie&#x017F;en. Daneben machte<lb/>
&#x017F;ie Ver&#x017F;uche auf belletri&#x017F;ti&#x017F;chem Ge-<lb/>
biete und veröffentlichte &#x017F;eit 1870 in<lb/>
den ver&#x017F;chieden&#x017F;ten Zeit&#x017F;chriften eine<lb/>
Reihe von Romanen und Novellen,<lb/>
von deren Ertrage &#x017F;ie &#x017F;ich in Dresden<lb/>
ein freundliches Heim gründete. Die<lb/>
Sommermonate verbringt &#x017F;ie in der<lb/>
Regel auf Rei&#x017F;en oder bei ihren Ge-<lb/>
&#x017F;chwi&#x017F;tern. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Die Tochter des Prie-<lb/>
&#x017F;ters (R.), 1879. &#x2013; Die letzten eines<lb/>
alten Ge&#x017F;chlechts (E.), 1879. &#x2013; Auf<lb/>
dem Dohlenne&#x017F;t. Be&#x017F;iegt. Dunkle<lb/>
Blätter a. e. Dichterleben (Nn.), 1880.<lb/>
&#x2013; Fal&#x017F;che Wege (R.), 1881. &#x2013; Das<lb/>
Frauenglück (Herzensworte für die<lb/>
Frauenwelt), 1884. &#x2013; Starke Herzen<lb/>
(R.), 1891. &#x2013; Magnetismus der Liebe<lb/>
und anderes, 1896. &#x2013; Erlebtes und<lb/>
Erdachtes, 1896. &#x2013; Ein ein&#x017F;ames Leben<lb/>
(N.), 1896. &#x2013; Ein Frauenherz (R.),<lb/>
1896. &#x2013; Sein Weib (N.), 1896. &#x2013; <hi rendition="#aq">Per<lb/>
aspera ad astra</hi> (R.), 1897. &#x2013; Prin-<lb/>
zeßchens Erlö&#x017F;ung (Kein Märchen),<lb/>
1897. &#x2013; Das Verhängnis (R.), 1898.<lb/>
&#x2013; Malwe (R.), 1898. &#x2013; Er und Sie<lb/>
(Zeitroman), 1898. &#x2013; Schatten (R.),<lb/><cb/><lb/>
<fw type="header" place="top"><hi rendition="#g">Brü</hi></fw><lb/>
1900. &#x2013; Durch Liebe ge&#x017F;ühnt (N.),<lb/>
1900. &#x2013; Moorland (R.), 1902. &#x2013; Lutz<lb/>
der Sünder (Zeitroman), 1902. &#x2013;<lb/>
Hatty (R. a. d. Ge&#x017F;ell&#x017F;chaft), 1903. &#x2013;<lb/>
Jm Kampf mit Jdealen (Zeitroman),<lb/>
1903. &#x2013; Gräfin Ruth, oder: Die Ri-<lb/>
valen (R.), 1904. &#x2013; Frau Marqui&#x017F;e<lb/>
(R.), 1904.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head><hi rendition="#b">Brü&#x017F;chweiler,</hi> Wilhelm Jakob,</head>
        <p><lb/>
geb. am 8. Sept. 1837 zu Schochers-<lb/>
weil im Thurgau, widmete &#x017F;ich dem<lb/>
Lehrberufe, war 1855&#x2013;60 Volks&#x017F;chul-<lb/>
und Jn&#x017F;titutslehrer, 1860&#x2013;72 Semi-<lb/>
narlehrer in Schiers und trat dann<lb/>
zu St. Gallen als Adjunkt in den<lb/>
Telegraphendien&#x017F;t ein. Dort lebt er<lb/>
noch jetzt. </p><lb/>
        <div type="bibliography" n="2">
          <head> <hi rendition="#i">S:</hi> </head>
          <p> Auf der Glücksleiter,<lb/>
oder: Millionär und Bettler (E.),<lb/>
1889. &#x2013; Schuld und Sühne (E. a. d.<lb/>
Franz.), 1889. &#x2013; Alexandra (E. a. d.<lb/>
Franz.), 1890.</p><lb/>
        </div>
      </div><lb/>
      <div type="index" n="1">
        <head>*<hi rendition="#b">Brü&#x017F;&#x017F;ow,</hi> <hi rendition="#g">Hermann</hi> Heinr.<lb/>
Friedr.,</head>
        <p> wurde am 25. Mai 1816 zu<lb/>
Köslin als der Sohn eines prakti&#x017F;chen<lb/>
Arztes geboren, der bei einer zahlrei-<lb/>
chen Familie &#x017F;einen Söhnen keine ge-<lb/>
lehrte Ausbildung geben konnte. So<lb/>
be&#x017F;uchte auch Hermann nur die Ele-<lb/>
mentar&#x017F;chule, kam mit 15 Jahren als<lb/>
Schreiber zu einem Ju&#x017F;tizrat, aber<lb/>
&#x017F;ehr bald danach zu einem Gold&#x017F;chmied<lb/>
in die Lehre. Jm Jahre 1839 ging<lb/>
er auf die Wander&#x017F;chaft, arbeitete<lb/>
in Berlin, Magdeburg, Hannover,<lb/>
Mannheim, Brü&#x017F;&#x017F;el u. kam im Herb&#x017F;t<lb/>
1843 nach Paris, wo er fleißig an &#x017F;ei-<lb/>
ner Ausbildung als Juwelier arbei-<lb/>
tete u. auch dem Ge&#x017F;chäfte eines Deut-<lb/>
&#x017F;chen zwei Jahre als Chef vor&#x017F;tand.<lb/>
Nach Ausbruch der Februarrevolu-<lb/>
tion 1848 verließ B. Paris u. kehrte<lb/>
nach Deut&#x017F;chland zurück. Jn Danzig<lb/>
ließ er &#x017F;ich 1849 als Juwelier nieder,<lb/>&#x017F;te aber 1869 &#x017F;ein Ge&#x017F;chäft auf und<lb/>
errichtete, nachdem er in Berlin die<lb/>
Photographie erlernt hatte, auf &#x017F;ei-<lb/>
nem Hau&#x017F;e ein photographi&#x017F;ches Ate-<lb/>
lier. Jm Jahre 1866 verlegte er das-<lb/>
&#x017F;elbe nach Berlin; doch ging es hier<lb/>
in &#x017F;einen materiellen Verhältni&#x017F;&#x017F;en<lb/>
<fw type="sig" place="bottom">*</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[366/0370] Bru Brü wurde am 9. März 1840 zu Breslau als die Tochter eines Generals der Jnfanterie geboren, verlebte ihre Kin- derjahre in Danzig, Glogau, Trier, Lahr, Karlsruhe, Köln, Koblenz und in Münſter. Dieſes Wanderleben zog in ihr frühzeitig eine gewiſſe Selb- ſtändigkeit u. einen Unternehmungs- geiſt groß, in dem ſie mit der Reife der Jahre, wenn auch keine ſtreitbare Frauenrechtlerin, ſo doch ein Charak- ter wurde, der nach Unabhängigkeit ſtrebt. Jn Münſter erhielt ſie vom 12. Jahre ab zuerſt einen regelmäßi- gen ungeſtörten Unterricht. Jm Jahre 1857 nahm der Vater ſeinen Abſchied, ſiedelte mit der Familie nach Görlitz über, ſtarb aber hier bald darauf. Der Hang zur Selbſtändigkeit u. der Wunſch nach einem Beruf beſtimmte die Tochter, nun ihr Talent für die Malerei weiter auszubilden; doch war ſie dabei vorwiegend auf Selbſtſtu- dium angewieſen. Daneben machte ſie Verſuche auf belletriſtiſchem Ge- biete und veröffentlichte ſeit 1870 in den verſchiedenſten Zeitſchriften eine Reihe von Romanen und Novellen, von deren Ertrage ſie ſich in Dresden ein freundliches Heim gründete. Die Sommermonate verbringt ſie in der Regel auf Reiſen oder bei ihren Ge- ſchwiſtern. S: Die Tochter des Prie- ſters (R.), 1879. – Die letzten eines alten Geſchlechts (E.), 1879. – Auf dem Dohlenneſt. Beſiegt. Dunkle Blätter a. e. Dichterleben (Nn.), 1880. – Falſche Wege (R.), 1881. – Das Frauenglück (Herzensworte für die Frauenwelt), 1884. – Starke Herzen (R.), 1891. – Magnetismus der Liebe und anderes, 1896. – Erlebtes und Erdachtes, 1896. – Ein einſames Leben (N.), 1896. – Ein Frauenherz (R.), 1896. – Sein Weib (N.), 1896. – Per aspera ad astra (R.), 1897. – Prin- zeßchens Erlöſung (Kein Märchen), 1897. – Das Verhängnis (R.), 1898. – Malwe (R.), 1898. – Er und Sie (Zeitroman), 1898. – Schatten (R.), 1900. – Durch Liebe geſühnt (N.), 1900. – Moorland (R.), 1902. – Lutz der Sünder (Zeitroman), 1902. – Hatty (R. a. d. Geſellſchaft), 1903. – Jm Kampf mit Jdealen (Zeitroman), 1903. – Gräfin Ruth, oder: Die Ri- valen (R.), 1904. – Frau Marquiſe (R.), 1904. Brüſchweiler, Wilhelm Jakob, geb. am 8. Sept. 1837 zu Schochers- weil im Thurgau, widmete ſich dem Lehrberufe, war 1855–60 Volksſchul- und Jnſtitutslehrer, 1860–72 Semi- narlehrer in Schiers und trat dann zu St. Gallen als Adjunkt in den Telegraphendienſt ein. Dort lebt er noch jetzt. S: Auf der Glücksleiter, oder: Millionär und Bettler (E.), 1889. – Schuld und Sühne (E. a. d. Franz.), 1889. – Alexandra (E. a. d. Franz.), 1890. *Brüſſow, Hermann Heinr. Friedr., wurde am 25. Mai 1816 zu Köslin als der Sohn eines praktiſchen Arztes geboren, der bei einer zahlrei- chen Familie ſeinen Söhnen keine ge- lehrte Ausbildung geben konnte. So beſuchte auch Hermann nur die Ele- mentarſchule, kam mit 15 Jahren als Schreiber zu einem Juſtizrat, aber ſehr bald danach zu einem Goldſchmied in die Lehre. Jm Jahre 1839 ging er auf die Wanderſchaft, arbeitete in Berlin, Magdeburg, Hannover, Mannheim, Brüſſel u. kam im Herbſt 1843 nach Paris, wo er fleißig an ſei- ner Ausbildung als Juwelier arbei- tete u. auch dem Geſchäfte eines Deut- ſchen zwei Jahre als Chef vorſtand. Nach Ausbruch der Februarrevolu- tion 1848 verließ B. Paris u. kehrte nach Deutſchland zurück. Jn Danzig ließ er ſich 1849 als Juwelier nieder, löſte aber 1869 ſein Geſchäft auf und errichtete, nachdem er in Berlin die Photographie erlernt hatte, auf ſei- nem Hauſe ein photographiſches Ate- lier. Jm Jahre 1866 verlegte er das- ſelbe nach Berlin; doch ging es hier in ſeinen materiellen Verhältniſſen *

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/370
Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 366. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/370>, abgerufen am 26.03.2019.