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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Ado
seinem Tode innehatte. Gesundheits-
rücksichten nötigten ihn wiederholt,
das Bad Reichenhall zu besuchen. Auf
einer 1860 nach Deutschland unter-
nommenen Reise lernte er in Mün-
chen Em. Geibel kennen, der sich über
A.s Gedichte anerkennend äußerte u.
somit die Herausgabe derselben ver-
anlaßte. A. starb in Wenden am 17.
(29. n. St.) April 1874.

S:

Gedichte,
1863. 2. A. 1873. - Poetischer Nach-
laß, 1877.

Adolphi, A. von,

Pseud. für
Adolf Plönnis; s. d.!

Ador, Paul,

Pseud. für Karl
Heumann;
s. d.!

Afrikanus,

Pseud. für Gräfin
Marie Therese von Ledochowska;
s. d.!

Aga, Gottfried,

Pseud. für Karl
Stricker;
s. d.!

Aegidi, Ludwig Karl James,


geb. am 10. April 1825 in Tilsit als
der Sohn des als Vertreters der Ho-
möopathie bekannten Arztes Julius
Ae., kam mit seinen Eltern früh nach
Düsseldorf, wo der Vater die Stelle
eines Leibarztes des Prinzen Fried-
rich von Preußen erhalten hatte, und
verlebte hier in den ausgewähltesten
Kreisen die ersten Jahre seiner Kind-
heit. Schon 1835 kehrte die Familie
nach Ostpreußen zurück und nahm
ihren Wohnsitz in Königsberg, wo
Ludwig Ae. 1842 das Gymnasium
absolvierte u. an der Universität das
Rechtsstudium begann. Er setzte das-
selbe seit 1843 in Heidelberg u. später
in Berlin fort, wurde aber an einem
Abschluß durch die Ereignisse des
Jahres 1848 gehindert, die ihn in
das politische Fahrwasser hineintrie-
ben. Er nahm die Stelle eines Sekre-
tärs bei den Ministern Auerswald u.
Dönhoff an, beteiligte sich an den
Parlamenten in Frankfurt u. Erfurt
u. war einer der tätigsten Mitarbeiter
an der gegen Manteuffels Politik
gerichteten "Konstitutionellen Zei-
tung". Auch zahlreiche politische Bro-
[Spaltenumbruch]

Agn
schüren warf er in die Öffentlichkeit.
Jm August 1851 bestand er in Göt-
tingen sein Staatsexamen, habili-
tierte sich im Januar 1853 daselbst
für Rechtsenzyklopädie, Kirchenrecht,
Staats- und Völkerrecht, schied aber
schon 1854 aus dieser Stellung und
ging als außerordentl. Professor nach
Erlangen, wo er bis 1859 blieb, um
dann einem Rufe an das akademische
Gymnasium in Hamburg zu folgen.
Hier begründete er 1861 "Das
Staatsarchiv, Sammlung der offi-
ziellen Aktenstücke zur Geschichte der
Gegenwart", das er bis 1871 leitete
u. das noch heute erscheint. Jm Jahre
1868 ging Ae. als ordentlicher Pro-
fessor des Staatsrechts nach Bonn,
begründete hier 1870 einen Nothel-
ferverein und führte am 6. August
selbst eine Abteilung dieses Korps ins
Feld, zog sich aber bei diesen Sama-
riterdiensten ein unheilbares Fußlei-
den zu, das ihn körperlich zum Jnva-
liden machte. Jm April 1871 wurde
er durch Bismarck als vortragender
Rat in die politische Abteilung des
Auswärtigen Amtes berufen, um
darin das Preßdezernat zu überneh-
men. Diesen schwierigen Posten be-
kleidete Ae. bis zum Jahre 1877,
worauf er zu seiner akademischen
Wirksamkeit zurückkehrte. Als Hono-
rarprofessor in der juristischen Fakul-
tät der Universität Berlin ist er dann
noch bis zu seinem Tode, 20. Novbr.
1901, tätig gewesen. Unter dem Na-
men Ludwig Helfenstein schrieb
er

S:

Der Rotbart (Trsp.), 1871. -
Allerseelen (Ein Vorspiel), 1885.

Agnes (Pauline Luise Agnes),


Fürstin Reuß j. L., Pseud. Ange-
lika Hohenstein,
war die Tochter
des berühmten Feldherrn der Be-
freiungskriege, Herzogs Eugen von
Württemberg, und seiner Gemahlin
Helene, geb. Prinzessin von Hohen-
lohe-Langenberg und wurde am 13.
Oktbr. 1835 zu Karlsruhe in Schlesien
geb. Am 6. Februar 1858 vermählte

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Ado
ſeinem Tode innehatte. Geſundheits-
rückſichten nötigten ihn wiederholt,
das Bad Reichenhall zu beſuchen. Auf
einer 1860 nach Deutſchland unter-
nommenen Reiſe lernte er in Mün-
chen Em. Geibel kennen, der ſich über
A.s Gedichte anerkennend äußerte u.
ſomit die Herausgabe derſelben ver-
anlaßte. A. ſtarb in Wenden am 17.
(29. n. St.) April 1874.

S:

Gedichte,
1863. 2. A. 1873. – Poetiſcher Nach-
laß, 1877.

Adolphi, A. von,

Pſeud. für
Adolf Plönnis; ſ. d.!

Ador, Paul,

Pſeud. für Karl
Heumann;
ſ. d.!

Afrikanus,

Pſeud. für Gräfin
Marie Thereſe von Ledochowska;
ſ. d.!

Aga, Gottfried,

Pſeud. für Karl
Stricker;
ſ. d.!

Aegidi, Ludwig Karl James,


geb. am 10. April 1825 in Tilſit als
der Sohn des als Vertreters der Ho-
möopathie bekannten Arztes Julius
Ae., kam mit ſeinen Eltern früh nach
Düſſeldorf, wo der Vater die Stelle
eines Leibarztes des Prinzen Fried-
rich von Preußen erhalten hatte, und
verlebte hier in den ausgewählteſten
Kreiſen die erſten Jahre ſeiner Kind-
heit. Schon 1835 kehrte die Familie
nach Oſtpreußen zurück und nahm
ihren Wohnſitz in Königsberg, wo
Ludwig Ae. 1842 das Gymnaſium
abſolvierte u. an der Univerſität das
Rechtsſtudium begann. Er ſetzte das-
ſelbe ſeit 1843 in Heidelberg u. ſpäter
in Berlin fort, wurde aber an einem
Abſchluß durch die Ereigniſſe des
Jahres 1848 gehindert, die ihn in
das politiſche Fahrwaſſer hineintrie-
ben. Er nahm die Stelle eines Sekre-
tärs bei den Miniſtern Auerswald u.
Dönhoff an, beteiligte ſich an den
Parlamenten in Frankfurt u. Erfurt
u. war einer der tätigſten Mitarbeiter
an der gegen Manteuffels Politik
gerichteten „Konſtitutionellen Zei-
tung“. Auch zahlreiche politiſche Bro-
[Spaltenumbruch]

Agn
ſchüren warf er in die Öffentlichkeit.
Jm Auguſt 1851 beſtand er in Göt-
tingen ſein Staatsexamen, habili-
tierte ſich im Januar 1853 daſelbſt
für Rechtsenzyklopädie, Kirchenrecht,
Staats- und Völkerrecht, ſchied aber
ſchon 1854 aus dieſer Stellung und
ging als außerordentl. Profeſſor nach
Erlangen, wo er bis 1859 blieb, um
dann einem Rufe an das akademiſche
Gymnaſium in Hamburg zu folgen.
Hier begründete er 1861 „Das
Staatsarchiv, Sammlung der offi-
ziellen Aktenſtücke zur Geſchichte der
Gegenwart“, das er bis 1871 leitete
u. das noch heute erſcheint. Jm Jahre
1868 ging Ae. als ordentlicher Pro-
feſſor des Staatsrechts nach Bonn,
begründete hier 1870 einen Nothel-
ferverein und führte am 6. Auguſt
ſelbſt eine Abteilung dieſes Korps ins
Feld, zog ſich aber bei dieſen Sama-
riterdienſten ein unheilbares Fußlei-
den zu, das ihn körperlich zum Jnva-
liden machte. Jm April 1871 wurde
er durch Bismarck als vortragender
Rat in die politiſche Abteilung des
Auswärtigen Amtes berufen, um
darin das Preßdezernat zu überneh-
men. Dieſen ſchwierigen Poſten be-
kleidete Ae. bis zum Jahre 1877,
worauf er zu ſeiner akademiſchen
Wirkſamkeit zurückkehrte. Als Hono-
rarprofeſſor in der juriſtiſchen Fakul-
tät der Univerſität Berlin iſt er dann
noch bis zu ſeinem Tode, 20. Novbr.
1901, tätig geweſen. Unter dem Na-
men Ludwig Helfenſtein ſchrieb
er

S:

Der Rotbart (Trſp.), 1871. –
Allerſeelen (Ein Vorſpiel), 1885.

Agnes (Pauline Luiſe Agnes),


Fürſtin Reuß j. L., Pſeud. Ange-
lika Hohenſtein,
war die Tochter
des berühmten Feldherrn der Be-
freiungskriege, Herzogs Eugen von
Württemberg, und ſeiner Gemahlin
Helene, geb. Prinzeſſin von Hohen-
lohe-Langenberg und wurde am 13.
Oktbr. 1835 zu Karlsruhe in Schleſien
geb. Am 6. Februar 1858 vermählte

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[35/0039] Ado Agn ſeinem Tode innehatte. Geſundheits- rückſichten nötigten ihn wiederholt, das Bad Reichenhall zu beſuchen. Auf einer 1860 nach Deutſchland unter- nommenen Reiſe lernte er in Mün- chen Em. Geibel kennen, der ſich über A.s Gedichte anerkennend äußerte u. ſomit die Herausgabe derſelben ver- anlaßte. A. ſtarb in Wenden am 17. (29. n. St.) April 1874. S: Gedichte, 1863. 2. A. 1873. – Poetiſcher Nach- laß, 1877. Adolphi, A. von, Pſeud. für Adolf Plönnis; ſ. d.! Ador, Paul, Pſeud. für Karl Heumann; ſ. d.! Afrikanus, Pſeud. für Gräfin Marie Thereſe von Ledochowska; ſ. d.! Aga, Gottfried, Pſeud. für Karl Stricker; ſ. d.! Aegidi, Ludwig Karl James, geb. am 10. April 1825 in Tilſit als der Sohn des als Vertreters der Ho- möopathie bekannten Arztes Julius Ae., kam mit ſeinen Eltern früh nach Düſſeldorf, wo der Vater die Stelle eines Leibarztes des Prinzen Fried- rich von Preußen erhalten hatte, und verlebte hier in den ausgewählteſten Kreiſen die erſten Jahre ſeiner Kind- heit. Schon 1835 kehrte die Familie nach Oſtpreußen zurück und nahm ihren Wohnſitz in Königsberg, wo Ludwig Ae. 1842 das Gymnaſium abſolvierte u. an der Univerſität das Rechtsſtudium begann. Er ſetzte das- ſelbe ſeit 1843 in Heidelberg u. ſpäter in Berlin fort, wurde aber an einem Abſchluß durch die Ereigniſſe des Jahres 1848 gehindert, die ihn in das politiſche Fahrwaſſer hineintrie- ben. Er nahm die Stelle eines Sekre- tärs bei den Miniſtern Auerswald u. Dönhoff an, beteiligte ſich an den Parlamenten in Frankfurt u. Erfurt u. war einer der tätigſten Mitarbeiter an der gegen Manteuffels Politik gerichteten „Konſtitutionellen Zei- tung“. Auch zahlreiche politiſche Bro- ſchüren warf er in die Öffentlichkeit. Jm Auguſt 1851 beſtand er in Göt- tingen ſein Staatsexamen, habili- tierte ſich im Januar 1853 daſelbſt für Rechtsenzyklopädie, Kirchenrecht, Staats- und Völkerrecht, ſchied aber ſchon 1854 aus dieſer Stellung und ging als außerordentl. Profeſſor nach Erlangen, wo er bis 1859 blieb, um dann einem Rufe an das akademiſche Gymnaſium in Hamburg zu folgen. Hier begründete er 1861 „Das Staatsarchiv, Sammlung der offi- ziellen Aktenſtücke zur Geſchichte der Gegenwart“, das er bis 1871 leitete u. das noch heute erſcheint. Jm Jahre 1868 ging Ae. als ordentlicher Pro- feſſor des Staatsrechts nach Bonn, begründete hier 1870 einen Nothel- ferverein und führte am 6. Auguſt ſelbſt eine Abteilung dieſes Korps ins Feld, zog ſich aber bei dieſen Sama- riterdienſten ein unheilbares Fußlei- den zu, das ihn körperlich zum Jnva- liden machte. Jm April 1871 wurde er durch Bismarck als vortragender Rat in die politiſche Abteilung des Auswärtigen Amtes berufen, um darin das Preßdezernat zu überneh- men. Dieſen ſchwierigen Poſten be- kleidete Ae. bis zum Jahre 1877, worauf er zu ſeiner akademiſchen Wirkſamkeit zurückkehrte. Als Hono- rarprofeſſor in der juriſtiſchen Fakul- tät der Univerſität Berlin iſt er dann noch bis zu ſeinem Tode, 20. Novbr. 1901, tätig geweſen. Unter dem Na- men Ludwig Helfenſtein ſchrieb er S: Der Rotbart (Trſp.), 1871. – Allerſeelen (Ein Vorſpiel), 1885. Agnes (Pauline Luiſe Agnes), Fürſtin Reuß j. L., Pſeud. Ange- lika Hohenſtein, war die Tochter des berühmten Feldherrn der Be- freiungskriege, Herzogs Eugen von Württemberg, und ſeiner Gemahlin Helene, geb. Prinzeſſin von Hohen- lohe-Langenberg und wurde am 13. Oktbr. 1835 zu Karlsruhe in Schleſien geb. Am 6. Februar 1858 vermählte * 3*

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 35. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/39>, abgerufen am 20.03.2019.