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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Car
ging mit 17 Jahren zur Bühne. Nach
12jähriger Tätigkeit als Schauspie-
ler in verschiedenen Gebieten Deutsch-
lands und Österreichs wurde er 1874
an Fr. Kierschners Stelle für das
Hofburgtheater gewonnen, verließ
dasselbe aber nach einem Jahre wie-
der, um hinfort als Rezitator, beson-
ders Anzengruberscher u. Ganghofer-
scher Volksstücke zu wirken. Jm Jahre
1886 übernahm er während der Som-
mermonate die artistische Leitung des
Kurhaustheaters in Göggingen bei
Augsburg und behielt dieselbe bis
1889 bei. Dann kehrte er nach Wien
zurück, ging 1890 als Vortragsmei-
ster an das Jnstitut der Frau Mayr-
Peyrimsky nach Graz, trat von dem-
selben 1891 zurück und erteilte nun
daselbst, wenn er von seinen Kunst-
reisen heimgekehrt war, selbständig
dramatischen Unterricht. Er starb am
22. März 1896 in Wien.

S:

Jn Stie-
lers Fußtapfen (Ge. in oberbayer.
Mdt.), 1887. - Dem Ahnl sei' Geist
(Bauernposse mit Ges. u. Tanz; mit
Dr. Rudolf Kuschar), 1894. 4. Aufl.
1906. - Die Gargscheite (Volksst., mit
R. Kuschar), 1894. - Der Kartl-Lump
(Volksst.), 1888.

Carsted, Rudolf Hermann,

pseud.
Rudolf Hermann, wurde am 12.
Novbr. 1840 zu Blindow bei Prenz-
lau geboren, besuchte das Gymnasium
in Prenzlau bis 1860 und trat dann
in das dort garnisonierende 64. Re-
giment ein, um sich der militärischen
Laufbahn zu widmen. Er machte die
Feldzüge von 1864 u. 1866 als Leut-
nant mit, während er 1870 durch ein
Kommando zum Berliner Kadetten-
korps verhindert war, nach Frank-
reich zu marschieren. Jm Jahre 1884
nahm er als Major den Abschied, und
lebt er nun literarischen und wissen-
schaftlichen Beschäftigungen in Ber-
lin.

S:

Die Braut von Alsen (Schsp.),
1888. - Straßburg (Hist. Dr.), 1888.
- Der Ritter von Rüdesheim (Schsp.),
1889.

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Car
Carstenn, Johann Wilhelm Theo-
dor,

* am 18. Jan. 1816 zu Wulffs-
hagener Hütten, wo sein Vater eine
Holländerei gepachtet hatte, wurde
nach seiner Konfirmation Unterlehrer
in Hamburg, bildete sich dann anderi-
halb Jahre lang bei dem Katecheten
Carstensen in Kiel weiter aus und
wurde Michaelis 1841 Lehrer in Elms-
horn, 1843 Distriktsschullehrer in
Neeritz bei Oldesloe, 1847 Lehrer in
Lütjenburg, 1862 Privatlehrer in
Ottensen und Ostern 1863 Lehrer in
Kiel. Jm Jahre 1882 trat er in den
Ruhestand. Bis 1880 war er Redak-
teur und Miteigentümer der in Kiel
erscheinenden humor.-satir. Wochen-
schrift "Eulenspiegel".

S:

Gedichte,
1840. - Jugend-Almanach für 1851
bis 1852.

*Carstens, Heinrich,

wurde am
20. Januar 1879 in Dahrenwurt bei
Lunden in Norderdithmarschen als
der Sohn des dortigen Lehrers ge-
boren. Die Liebe zur Natur, sowie
die Lektüre des "Quickborn" v. Klaus
Groth regten sein dichterisches Emp-
finden schon sehr frühzeitig an, und
soweit sein Beruf ihm Muße ließ, hat
er als Autodidakt durch eifriges Stu-
dium gewissenhaft an seiner Ausbil-
dung gearbeitet. Er lebt als Photo-
graph in Wesselburen (Holstein).

S:


Am Alltag vorbei ... (Ge.), 1905.

Carus, Paul,

* am 18. Juli 1852
in Jlsenburg am Harz, erhielt seine
Erziehung in Posen u. Stettin, wo-
hin sein Vater, ein Geistlicher, als
Konsistorialrat berufen worden war,
studierte in Tübingen, Greifswald
und Straßburg vorwiegend Philo-
sophie und klassische Philologie, da-
neben aber auch Psychologie und Na-
turwissenschaften und promovierte
1876 in Tübingen. Nachdem er sei-
ner Militärpflicht genügt u. in Halle
das Examen pro facultate docendi
abgelegt hatte, wurde er Lehrer in
Dresden, nahm aber 1881 seinen Ab-
schied, weil er wegen seiner religiös-

*


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Car
ging mit 17 Jahren zur Bühne. Nach
12jähriger Tätigkeit als Schauſpie-
ler in verſchiedenen Gebieten Deutſch-
lands und Öſterreichs wurde er 1874
an Fr. Kierſchners Stelle für das
Hofburgtheater gewonnen, verließ
dasſelbe aber nach einem Jahre wie-
der, um hinfort als Rezitator, beſon-
ders Anzengruberſcher u. Ganghofer-
ſcher Volksſtücke zu wirken. Jm Jahre
1886 übernahm er während der Som-
mermonate die artiſtiſche Leitung des
Kurhaustheaters in Göggingen bei
Augsburg und behielt dieſelbe bis
1889 bei. Dann kehrte er nach Wien
zurück, ging 1890 als Vortragsmei-
ſter an das Jnſtitut der Frau Mayr-
Peyrimsky nach Graz, trat von dem-
ſelben 1891 zurück und erteilte nun
daſelbſt, wenn er von ſeinen Kunſt-
reiſen heimgekehrt war, ſelbſtändig
dramatiſchen Unterricht. Er ſtarb am
22. März 1896 in Wien.

S:

Jn Stie-
lers Fußtapfen (Ge. in oberbayer.
Mdt.), 1887. – Dem Ahnl ſei’ Geiſt
(Bauernpoſſe mit Geſ. u. Tanz; mit
Dr. Rudolf Kuſchar), 1894. 4. Aufl.
1906. – Die Gargſcheite (Volksſt., mit
R. Kuſchar), 1894. – Der Kartl-Lump
(Volksſt.), 1888.

Carſted, Rudolf Hermann,

pſeud.
Rudolf Hermann, wurde am 12.
Novbr. 1840 zu Blindow bei Prenz-
lau geboren, beſuchte das Gymnaſium
in Prenzlau bis 1860 und trat dann
in das dort garniſonierende 64. Re-
giment ein, um ſich der militäriſchen
Laufbahn zu widmen. Er machte die
Feldzüge von 1864 u. 1866 als Leut-
nant mit, während er 1870 durch ein
Kommando zum Berliner Kadetten-
korps verhindert war, nach Frank-
reich zu marſchieren. Jm Jahre 1884
nahm er als Major den Abſchied, und
lebt er nun literariſchen und wiſſen-
ſchaftlichen Beſchäftigungen in Ber-
lin.

S:

Die Braut von Alſen (Schſp.),
1888. – Straßburg (Hiſt. Dr.), 1888.
– Der Ritter von Rüdesheim (Schſp.),
1889.

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Car
Carſtenn, Johann Wilhelm Theo-
dor,

* am 18. Jan. 1816 zu Wulffs-
hagener Hütten, wo ſein Vater eine
Holländerei gepachtet hatte, wurde
nach ſeiner Konfirmation Unterlehrer
in Hamburg, bildete ſich dann anderi-
halb Jahre lang bei dem Katecheten
Carſtenſen in Kiel weiter aus und
wurde Michaelis 1841 Lehrer in Elms-
horn, 1843 Diſtriktsſchullehrer in
Neeritz bei Oldesloe, 1847 Lehrer in
Lütjenburg, 1862 Privatlehrer in
Ottenſen und Oſtern 1863 Lehrer in
Kiel. Jm Jahre 1882 trat er in den
Ruheſtand. Bis 1880 war er Redak-
teur und Miteigentümer der in Kiel
erſcheinenden humor.-ſatir. Wochen-
ſchrift „Eulenſpiegel“.

S:

Gedichte,
1840. – Jugend-Almanach für 1851
bis 1852.

*Carſtens, Heinrich,

wurde am
20. Januar 1879 in Dahrenwurt bei
Lunden in Norderdithmarſchen als
der Sohn des dortigen Lehrers ge-
boren. Die Liebe zur Natur, ſowie
die Lektüre des „Quickborn“ v. Klaus
Groth regten ſein dichteriſches Emp-
finden ſchon ſehr frühzeitig an, und
ſoweit ſein Beruf ihm Muße ließ, hat
er als Autodidakt durch eifriges Stu-
dium gewiſſenhaft an ſeiner Ausbil-
dung gearbeitet. Er lebt als Photo-
graph in Weſſelburen (Holſtein).

S:


Am Alltag vorbei ... (Ge.), 1905.

Carus, Paul,

* am 18. Juli 1852
in Jlſenburg am Harz, erhielt ſeine
Erziehung in Poſen u. Stettin, wo-
hin ſein Vater, ein Geiſtlicher, als
Konſiſtorialrat berufen worden war,
ſtudierte in Tübingen, Greifswald
und Straßburg vorwiegend Philo-
ſophie und klaſſiſche Philologie, da-
neben aber auch Pſychologie und Na-
turwiſſenſchaften und promovierte
1876 in Tübingen. Nachdem er ſei-
ner Militärpflicht genügt u. in Halle
das Examen pro facultate docendi
abgelegt hatte, wurde er Lehrer in
Dresden, nahm aber 1881 ſeinen Ab-
ſchied, weil er wegen ſeiner religiös-

*
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[411/0415] Car Car ging mit 17 Jahren zur Bühne. Nach 12jähriger Tätigkeit als Schauſpie- ler in verſchiedenen Gebieten Deutſch- lands und Öſterreichs wurde er 1874 an Fr. Kierſchners Stelle für das Hofburgtheater gewonnen, verließ dasſelbe aber nach einem Jahre wie- der, um hinfort als Rezitator, beſon- ders Anzengruberſcher u. Ganghofer- ſcher Volksſtücke zu wirken. Jm Jahre 1886 übernahm er während der Som- mermonate die artiſtiſche Leitung des Kurhaustheaters in Göggingen bei Augsburg und behielt dieſelbe bis 1889 bei. Dann kehrte er nach Wien zurück, ging 1890 als Vortragsmei- ſter an das Jnſtitut der Frau Mayr- Peyrimsky nach Graz, trat von dem- ſelben 1891 zurück und erteilte nun daſelbſt, wenn er von ſeinen Kunſt- reiſen heimgekehrt war, ſelbſtändig dramatiſchen Unterricht. Er ſtarb am 22. März 1896 in Wien. S: Jn Stie- lers Fußtapfen (Ge. in oberbayer. Mdt.), 1887. – Dem Ahnl ſei’ Geiſt (Bauernpoſſe mit Geſ. u. Tanz; mit Dr. Rudolf Kuſchar), 1894. 4. Aufl. 1906. – Die Gargſcheite (Volksſt., mit R. Kuſchar), 1894. – Der Kartl-Lump (Volksſt.), 1888. Carſted, Rudolf Hermann, pſeud. Rudolf Hermann, wurde am 12. Novbr. 1840 zu Blindow bei Prenz- lau geboren, beſuchte das Gymnaſium in Prenzlau bis 1860 und trat dann in das dort garniſonierende 64. Re- giment ein, um ſich der militäriſchen Laufbahn zu widmen. Er machte die Feldzüge von 1864 u. 1866 als Leut- nant mit, während er 1870 durch ein Kommando zum Berliner Kadetten- korps verhindert war, nach Frank- reich zu marſchieren. Jm Jahre 1884 nahm er als Major den Abſchied, und lebt er nun literariſchen und wiſſen- ſchaftlichen Beſchäftigungen in Ber- lin. S: Die Braut von Alſen (Schſp.), 1888. – Straßburg (Hiſt. Dr.), 1888. – Der Ritter von Rüdesheim (Schſp.), 1889. Carſtenn, Johann Wilhelm Theo- dor, * am 18. Jan. 1816 zu Wulffs- hagener Hütten, wo ſein Vater eine Holländerei gepachtet hatte, wurde nach ſeiner Konfirmation Unterlehrer in Hamburg, bildete ſich dann anderi- halb Jahre lang bei dem Katecheten Carſtenſen in Kiel weiter aus und wurde Michaelis 1841 Lehrer in Elms- horn, 1843 Diſtriktsſchullehrer in Neeritz bei Oldesloe, 1847 Lehrer in Lütjenburg, 1862 Privatlehrer in Ottenſen und Oſtern 1863 Lehrer in Kiel. Jm Jahre 1882 trat er in den Ruheſtand. Bis 1880 war er Redak- teur und Miteigentümer der in Kiel erſcheinenden humor.-ſatir. Wochen- ſchrift „Eulenſpiegel“. S: Gedichte, 1840. – Jugend-Almanach für 1851 bis 1852. *Carſtens, Heinrich, wurde am 20. Januar 1879 in Dahrenwurt bei Lunden in Norderdithmarſchen als der Sohn des dortigen Lehrers ge- boren. Die Liebe zur Natur, ſowie die Lektüre des „Quickborn“ v. Klaus Groth regten ſein dichteriſches Emp- finden ſchon ſehr frühzeitig an, und ſoweit ſein Beruf ihm Muße ließ, hat er als Autodidakt durch eifriges Stu- dium gewiſſenhaft an ſeiner Ausbil- dung gearbeitet. Er lebt als Photo- graph in Weſſelburen (Holſtein). S: Am Alltag vorbei ... (Ge.), 1905. Carus, Paul, * am 18. Juli 1852 in Jlſenburg am Harz, erhielt ſeine Erziehung in Poſen u. Stettin, wo- hin ſein Vater, ein Geiſtlicher, als Konſiſtorialrat berufen worden war, ſtudierte in Tübingen, Greifswald und Straßburg vorwiegend Philo- ſophie und klaſſiſche Philologie, da- neben aber auch Pſychologie und Na- turwiſſenſchaften und promovierte 1876 in Tübingen. Nachdem er ſei- ner Militärpflicht genügt u. in Halle das Examen pro facultate docendi abgelegt hatte, wurde er Lehrer in Dresden, nahm aber 1881 ſeinen Ab- ſchied, weil er wegen ſeiner religiös- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 411. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/415>, abgerufen am 23.03.2019.