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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Ake
durch, deren Schrecknisse einen nach-
haltigen ungünstigen Einfluß auf
seine Gesundheit ausübten. Nach
einem vorübergehenden Aufenthalte
in Graz entschloß er sich 1897, nach
Wien zu übersiedeln. Hier fand er
reiche Anregung u. Anerkennung sei-
nes Schaffens, doch hatte seine Ge-
sundheit unter dem hastenden Treiben
der Großstadt sehr zu leiden. Es ging
mit derselben immer mehr bergab,
das milde Klima von Meran u. Görz
brachte keine Besserung, und am 25.
Novbr. 1902 verschied er in Laibach
in den Armen seiner Mutter, die ihn
unermüdlich gepflegt hatte.

S:

Nacht-
falter (Lyr. Ge.), 1890. - A greimt's
Graff'l (Mundartliche Ge.), 1890. -
Auf hamlichen Wegen (Mundartliche
Prosa), 1891. - Mit Gott und sich
allein (Ernste Gedanken in Ge.), 1891.
- Schmeidograd (Sg. in V.), 1894. -
Skizzen aus dem Süden, 1897. - Lie-
der eines Junggesellen, 1897. - Mein
Strauß (Ge.), 1897. - Ausgewählte
Dichtungen (enthält auch die dram.
D.: Die Toteninsel), 1905.

*Akermann-Haßlacher, Bertha,


Tochter des Oberlehrers Joseph Haß-
lacher, wurde am 5. Dezbr. 1840 zu
Wolfegg in Württemberg geboren,
besuchte die Schule ihrer Heimat, von
1853-56 die höhere Töchterschule
des schweizerischen Frauenklosters
Wurmsbach am Züricher See u. ver-
heiratete sich 1868 mit dem Bade-
inspektor u. Chirurgen Akermann in
Bad Berg bei Stuttgart, der ihr im
März 1895 durch den Tod wieder ent-
rissen wurde. Jm Herbst 1873 hatte
sie die Bekanntschaft mit dem Schrift-
steller Grafen Stanislaus Gra-
bowsky (s. d.) gemacht, und seiner
Anregung folgend, versuchte sie sich
auf schriftstellerischem Gebiete.

S:


Der Traum des Landwehrmannes
(Festsp.), 1875 (Manuskr.). - Die
Waldkönigin (Lrsp.), 1876. - Die
Braut des Rebellen (R. a. d. Jtal.),
1879. - Rächet euch nicht (Schsp.),
[Spaltenumbruch]

Aku
1881. - Jm Jrrenhause begraben (R.),
2. A. 1890.

*Akunian, Jlse, geb. Levien,


pseud. Jlse Frapan und Jlse
Frapan-Akunian, entstammt
einer aus Frankreich geflüchteten hu-
genottischen Familie und wurde am
3. Febr. 1852 im Hamburg geboren.
Sie widmete sich dem Berufe einer
Lehrerin und wirkte als solche eine
Zeitlang am Paulsen-Stift in Ham-
burg, einer Art gehobener Volks-
schule. Hier hat sich sicher ihr liebe-
volles Verständnis für das Volks-
leben und die Fähigkeit, sein feinstes
und tiefstes Wesen aufzuspüren, aus-
gebildet. Jm Jahre 1883 begab sich
Jlse nach Stuttgart zu Friedrich Vi-
scher, dem großen Ästhetiker, dessen
Vorlesungen über Literatur am dor-
tigen Polytechnikum auch den Frauen
geöffnet waren. Vier Jahre, bis zum
Tode Vischers, blieb sie hier u. trat zu
ihrem Lehrer in ein intimes Freund-
schaftsverhältnis; ihre später veröf-
fentlichten "Vischer-Erinnerungen"
(1889) zeugen von der Liebe u. dem
feinen Verständnis, womit sie das
Porträt des großen Meisters zeichnet.
Nach Vischers Tode (1887) begab sich
Jlse nach München, dann zurück nach
Hamburg und 1892 nach Zürich, wo
sie sich an der Universität dem Stu-
dium ihres Lieblingsfaches, den Na-
turwissenschaften, widmete. Hier ver-
heiratete sie sich 1898 mit dem aus
seinem Vaterlande geflüchteten Ar-
menier Akunian, mit dem sie einige
Zeit auch in Hamburg (1903) und im
Kaukasus (1905) lebte u. dann ihren
dauernden Aufenthalt in Genf nahm.
Jm Jahre 1908 von einer unheil-
baren Krankheit (Magenkrebs) befal-
len, bestimmte sie ihre Freund in Emma
Mandelbaum, eine Malerin, mit der
sie seit längerer Zeit zusammen lebte,
sie zu erschießen. Das tat die Freun-
din am Morgen des 2. Dezbr. 1908
und schied dann hinterher gleichfalls
freiwillig aus dem Leben.

S:

Ham-

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Ake
durch, deren Schreckniſſe einen nach-
haltigen ungünſtigen Einfluß auf
ſeine Geſundheit ausübten. Nach
einem vorübergehenden Aufenthalte
in Graz entſchloß er ſich 1897, nach
Wien zu überſiedeln. Hier fand er
reiche Anregung u. Anerkennung ſei-
nes Schaffens, doch hatte ſeine Ge-
ſundheit unter dem haſtenden Treiben
der Großſtadt ſehr zu leiden. Es ging
mit derſelben immer mehr bergab,
das milde Klima von Meran u. Görz
brachte keine Beſſerung, und am 25.
Novbr. 1902 verſchied er in Laibach
in den Armen ſeiner Mutter, die ihn
unermüdlich gepflegt hatte.

S:

Nacht-
falter (Lyr. Ge.), 1890. – A greimt’s
Graff’l (Mundartliche Ge.), 1890. –
Auf hamlichen Wegen (Mundartliche
Proſa), 1891. – Mit Gott und ſich
allein (Ernſte Gedanken in Ge.), 1891.
– Schmeidograd (Sg. in V.), 1894. –
Skizzen aus dem Süden, 1897. – Lie-
der eines Junggeſellen, 1897. – Mein
Strauß (Ge.), 1897. – Ausgewählte
Dichtungen (enthält auch die dram.
D.: Die Toteninſel), 1905.

*Akermann-Haßlacher, Bertha,


Tochter des Oberlehrers Joſeph Haß-
lacher, wurde am 5. Dezbr. 1840 zu
Wolfegg in Württemberg geboren,
beſuchte die Schule ihrer Heimat, von
1853–56 die höhere Töchterſchule
des ſchweizeriſchen Frauenkloſters
Wurmsbach am Züricher See u. ver-
heiratete ſich 1868 mit dem Bade-
inſpektor u. Chirurgen Akermann in
Bad Berg bei Stuttgart, der ihr im
März 1895 durch den Tod wieder ent-
riſſen wurde. Jm Herbſt 1873 hatte
ſie die Bekanntſchaft mit dem Schrift-
ſteller Grafen Stanislaus Gra-
bowsky (ſ. d.) gemacht, und ſeiner
Anregung folgend, verſuchte ſie ſich
auf ſchriftſtelleriſchem Gebiete.

S:


Der Traum des Landwehrmannes
(Feſtſp.), 1875 (Manuſkr.). – Die
Waldkönigin (Lrſp.), 1876. – Die
Braut des Rebellen (R. a. d. Jtal.),
1879. – Rächet euch nicht (Schſp.),
[Spaltenumbruch]

Aku
1881. – Jm Jrrenhauſe begraben (R.),
2. A. 1890.

*Akunian, Jlſe, geb. Levien,


pſeud. Jlſe Frapan und Jlſe
Frapan-Akunian, entſtammt
einer aus Frankreich geflüchteten hu-
genottiſchen Familie und wurde am
3. Febr. 1852 im Hamburg geboren.
Sie widmete ſich dem Berufe einer
Lehrerin und wirkte als ſolche eine
Zeitlang am Paulſen-Stift in Ham-
burg, einer Art gehobener Volks-
ſchule. Hier hat ſich ſicher ihr liebe-
volles Verſtändnis für das Volks-
leben und die Fähigkeit, ſein feinſtes
und tiefſtes Weſen aufzuſpüren, aus-
gebildet. Jm Jahre 1883 begab ſich
Jlſe nach Stuttgart zu Friedrich Vi-
ſcher, dem großen Äſthetiker, deſſen
Vorleſungen über Literatur am dor-
tigen Polytechnikum auch den Frauen
geöffnet waren. Vier Jahre, bis zum
Tode Viſchers, blieb ſie hier u. trat zu
ihrem Lehrer in ein intimes Freund-
ſchaftsverhältnis; ihre ſpäter veröf-
fentlichten „Viſcher-Erinnerungen“
(1889) zeugen von der Liebe u. dem
feinen Verſtändnis, womit ſie das
Porträt des großen Meiſters zeichnet.
Nach Viſchers Tode (1887) begab ſich
Jlſe nach München, dann zurück nach
Hamburg und 1892 nach Zürich, wo
ſie ſich an der Univerſität dem Stu-
dium ihres Lieblingsfaches, den Na-
turwiſſenſchaften, widmete. Hier ver-
heiratete ſie ſich 1898 mit dem aus
ſeinem Vaterlande geflüchteten Ar-
menier Akunian, mit dem ſie einige
Zeit auch in Hamburg (1903) und im
Kaukaſus (1905) lebte u. dann ihren
dauernden Aufenthalt in Genf nahm.
Jm Jahre 1908 von einer unheil-
baren Krankheit (Magenkrebs) befal-
len, beſtimmte ſie ihre Freund in Emma
Mandelbaum, eine Malerin, mit der
ſie ſeit längerer Zeit zuſammen lebte,
ſie zu erſchießen. Das tat die Freun-
din am Morgen des 2. Dezbr. 1908
und ſchied dann hinterher gleichfalls
freiwillig aus dem Leben.

S:

Ham-

*
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[39/0043] Ake Aku durch, deren Schreckniſſe einen nach- haltigen ungünſtigen Einfluß auf ſeine Geſundheit ausübten. Nach einem vorübergehenden Aufenthalte in Graz entſchloß er ſich 1897, nach Wien zu überſiedeln. Hier fand er reiche Anregung u. Anerkennung ſei- nes Schaffens, doch hatte ſeine Ge- ſundheit unter dem haſtenden Treiben der Großſtadt ſehr zu leiden. Es ging mit derſelben immer mehr bergab, das milde Klima von Meran u. Görz brachte keine Beſſerung, und am 25. Novbr. 1902 verſchied er in Laibach in den Armen ſeiner Mutter, die ihn unermüdlich gepflegt hatte. S: Nacht- falter (Lyr. Ge.), 1890. – A greimt’s Graff’l (Mundartliche Ge.), 1890. – Auf hamlichen Wegen (Mundartliche Proſa), 1891. – Mit Gott und ſich allein (Ernſte Gedanken in Ge.), 1891. – Schmeidograd (Sg. in V.), 1894. – Skizzen aus dem Süden, 1897. – Lie- der eines Junggeſellen, 1897. – Mein Strauß (Ge.), 1897. – Ausgewählte Dichtungen (enthält auch die dram. D.: Die Toteninſel), 1905. *Akermann-Haßlacher, Bertha, Tochter des Oberlehrers Joſeph Haß- lacher, wurde am 5. Dezbr. 1840 zu Wolfegg in Württemberg geboren, beſuchte die Schule ihrer Heimat, von 1853–56 die höhere Töchterſchule des ſchweizeriſchen Frauenkloſters Wurmsbach am Züricher See u. ver- heiratete ſich 1868 mit dem Bade- inſpektor u. Chirurgen Akermann in Bad Berg bei Stuttgart, der ihr im März 1895 durch den Tod wieder ent- riſſen wurde. Jm Herbſt 1873 hatte ſie die Bekanntſchaft mit dem Schrift- ſteller Grafen Stanislaus Gra- bowsky (ſ. d.) gemacht, und ſeiner Anregung folgend, verſuchte ſie ſich auf ſchriftſtelleriſchem Gebiete. S: Der Traum des Landwehrmannes (Feſtſp.), 1875 (Manuſkr.). – Die Waldkönigin (Lrſp.), 1876. – Die Braut des Rebellen (R. a. d. Jtal.), 1879. – Rächet euch nicht (Schſp.), 1881. – Jm Jrrenhauſe begraben (R.), 2. A. 1890. *Akunian, Jlſe, geb. Levien, pſeud. Jlſe Frapan und Jlſe Frapan-Akunian, entſtammt einer aus Frankreich geflüchteten hu- genottiſchen Familie und wurde am 3. Febr. 1852 im Hamburg geboren. Sie widmete ſich dem Berufe einer Lehrerin und wirkte als ſolche eine Zeitlang am Paulſen-Stift in Ham- burg, einer Art gehobener Volks- ſchule. Hier hat ſich ſicher ihr liebe- volles Verſtändnis für das Volks- leben und die Fähigkeit, ſein feinſtes und tiefſtes Weſen aufzuſpüren, aus- gebildet. Jm Jahre 1883 begab ſich Jlſe nach Stuttgart zu Friedrich Vi- ſcher, dem großen Äſthetiker, deſſen Vorleſungen über Literatur am dor- tigen Polytechnikum auch den Frauen geöffnet waren. Vier Jahre, bis zum Tode Viſchers, blieb ſie hier u. trat zu ihrem Lehrer in ein intimes Freund- ſchaftsverhältnis; ihre ſpäter veröf- fentlichten „Viſcher-Erinnerungen“ (1889) zeugen von der Liebe u. dem feinen Verſtändnis, womit ſie das Porträt des großen Meiſters zeichnet. Nach Viſchers Tode (1887) begab ſich Jlſe nach München, dann zurück nach Hamburg und 1892 nach Zürich, wo ſie ſich an der Univerſität dem Stu- dium ihres Lieblingsfaches, den Na- turwiſſenſchaften, widmete. Hier ver- heiratete ſie ſich 1898 mit dem aus ſeinem Vaterlande geflüchteten Ar- menier Akunian, mit dem ſie einige Zeit auch in Hamburg (1903) und im Kaukaſus (1905) lebte u. dann ihren dauernden Aufenthalt in Genf nahm. Jm Jahre 1908 von einer unheil- baren Krankheit (Magenkrebs) befal- len, beſtimmte ſie ihre Freund in Emma Mandelbaum, eine Malerin, mit der ſie ſeit längerer Zeit zuſammen lebte, ſie zu erſchießen. Das tat die Freun- din am Morgen des 2. Dezbr. 1908 und ſchied dann hinterher gleichfalls freiwillig aus dem Leben. S: Ham- *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 39. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/43>, abgerufen am 19.03.2019.