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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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eines Dichters, der am 9. März 1873
in Altkirch im Elsaß geboren wurde.
Er trat sehr früh als Schriftsteller
auf und schreibt hauptsächlich Novel-
len und Skizzen und Prosadichtungen
in archaistischer Sprache. 1894 betei-
ligte er sich in Hamburg an der Her-
ausgabe der Halbmonatsschrift "Der
Zuschauer", und seit 1895 hat er sei-
nen Wohnsitz in Dresden. Reisen
nach Tirol und Jtalien bieten ihm
den Stoff zu Reiseschilderungen und
zu kritischen Arbeiten über den Berg-
sport, während er 1906 in Holland
weilte, um Studien über die Lebens-
geschichte Spinozas zu machen.

S:


Das altertümliche Gasthaus, 1892. -
Jch, der Träumer, 1896.

*Altmann, Karl Friedrich

Ju-
lius,
wurde am 1. März 1814 zu
Potsdam geboren, wo sein Vater
Regierungsbeamter war. Als dieser
1825 starb, siedelte die Mutter nach
Berlin über. Hier besuchte der Sohn
das Gymnasium zum grauen Kloster,
studierte von 1834-38 Philosophie u.
ging, nachdem er sich 1838 den Dok-
torgrad erworben, als Erzieher des
Sohnes des Generals von Staal nach
Moskau, wo er bis zum Jahre 1843
weilte. Nachdem er große Reisen im
Jnnern Rußlands, namentlich durch
Estland und Finnland gemacht, und
Bekanntschaft mit den ersten Gelehr-
ten und Künstlern des Landes ange-
knüpft hatte, kehrte er nach Deutsch-
land zurück und ließ sich zunächst in
Berlin nieder, wo Humboldt u. Varn-
hagen von Ense bis an ihr Ende ihm
mit ihrem Rat treu zur Seite stan-
den. Zeitweise lebte er dann auf
Schloß Fürstenstein, wo er das Ar-
chiv des Fürsten von Pleß ordnete, in
Frankfurt a. M., wo er das "Frank-
furter Museum" herausgab, in Duis-
burg, wo er die "Rhein- und Ruhr-
zeitung" redigierte, in der Schweiz
und an anderen Orten, kehrte aber
immer wieder nach Berlin zurück, um
früher Begonnenes zu vollenden. Mit
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Beginn des Jahres 1872 siedelte er
nach seiner Vaterstadt Potsdam über,
wo er am 10. Juni 1873 +.

S:

Lie-
der aus der Ferne, 3 Bdchn., 1845. -
Gnomen, 4 Hefte (Jnhalt: Distichen.
- Hexameter. - Jamben. - Gnomen
in malaiischer Form), 1848. - Runen
finnischer Volkspoesie, 1856. - Die
Wüstenharfe (Arabische Volkslieder),
1856. 2. A. als: Spiegelbilder der
Sahara, 1861. - Alkoran der Liebe.
(Aus d. Persischen.) 1861. - Die Ba-
lalaika. Russische Volkslieder, 1863.
- Des Horaz Dichtkunst, 1867. - Aus
einem Dichterleben (Ge.); II, 1870.

*Altmann, Wilhelm,

geb. am 23.
März 1864 in Lemberg, kam schon im
folgenden Jahre mit seinen Eltern
nach Wien, besuchte hier mehrere
Gymnasien, maturierte in Hernals
und studierte darauf an der Wiener
Universität Medizin. Früh auf eigene
Füße gestellt, erwarb er sich als Stu-
dent fast ausschließlich durch literari-
sche Arbeiten seinen Unterhalt. Neben
seiner ärztlichen Praxis, die er erst in
Wien, dann in Weidlingen bei Wien
u. seit 1904 in Baden bei Wien aus-
übt, redigiert er seit 1894 Witzblätter
und belletristische Zeitschriften, vor-
nehmlich die "Pschütt-Karikaturen".
Jm Jahre 1900 erwarb er sich die
Würde eines Dr. med.

S:

Allerlei
und noch etwas (Humor. Ge.), 1894.
- Bunter Kram (Gereimtes und Un-
gereimtes), 1896. - Venus emanci-
pata
(Satir. Ge.), 1896. - Fin de
siecle
(9 sat. Ge.), 1897. - Verliebte
Geschichten (Sk. u. En.), 1900. - Das
Märchen vom Weibe (Sat.), 1900.

Altmüller, Karl,

wurde am 1.
Jan. 1833 zu Hersfeld in Hessen ge-
boren, erhielt seine Vorbildung auf
dem Gymnasium zu Kassel u. studierte
dann in Marburg, Berlin und Mün-
chen die Rechte. Daneben trieb er mit
Vorliebe literarische u. philosophische
Studien. Jn den Jahren 1859 und
1860 gab er in Kassel die Wochen-
schrift "Der Telegraph" heraus, die

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Alt
eines Dichters, der am 9. März 1873
in Altkirch im Elſaß geboren wurde.
Er trat ſehr früh als Schriftſteller
auf und ſchreibt hauptſächlich Novel-
len und Skizzen und Proſadichtungen
in archaiſtiſcher Sprache. 1894 betei-
ligte er ſich in Hamburg an der Her-
ausgabe der Halbmonatsſchrift „Der
Zuſchauer“, und ſeit 1895 hat er ſei-
nen Wohnſitz in Dresden. Reiſen
nach Tirol und Jtalien bieten ihm
den Stoff zu Reiſeſchilderungen und
zu kritiſchen Arbeiten über den Berg-
ſport, während er 1906 in Holland
weilte, um Studien über die Lebens-
geſchichte Spinozas zu machen.

S:


Das altertümliche Gaſthaus, 1892. –
Jch, der Träumer, 1896.

*Altmann, Karl Friedrich

Ju-
lius,
wurde am 1. März 1814 zu
Potsdam geboren, wo ſein Vater
Regierungsbeamter war. Als dieſer
1825 ſtarb, ſiedelte die Mutter nach
Berlin über. Hier beſuchte der Sohn
das Gymnaſium zum grauen Kloſter,
ſtudierte von 1834–38 Philoſophie u.
ging, nachdem er ſich 1838 den Dok-
torgrad erworben, als Erzieher des
Sohnes des Generals von Staal nach
Moskau, wo er bis zum Jahre 1843
weilte. Nachdem er große Reiſen im
Jnnern Rußlands, namentlich durch
Eſtland und Finnland gemacht, und
Bekanntſchaft mit den erſten Gelehr-
ten und Künſtlern des Landes ange-
knüpft hatte, kehrte er nach Deutſch-
land zurück und ließ ſich zunächſt in
Berlin nieder, wo Humboldt u. Varn-
hagen von Enſe bis an ihr Ende ihm
mit ihrem Rat treu zur Seite ſtan-
den. Zeitweiſe lebte er dann auf
Schloß Fürſtenſtein, wo er das Ar-
chiv des Fürſten von Pleß ordnete, in
Frankfurt a. M., wo er das „Frank-
furter Muſeum“ herausgab, in Duis-
burg, wo er die „Rhein- und Ruhr-
zeitung“ redigierte, in der Schweiz
und an anderen Orten, kehrte aber
immer wieder nach Berlin zurück, um
früher Begonnenes zu vollenden. Mit
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Alt
Beginn des Jahres 1872 ſiedelte er
nach ſeiner Vaterſtadt Potsdam über,
wo er am 10. Juni 1873 †.

S:

Lie-
der aus der Ferne, 3 Bdchn., 1845. –
Gnomen, 4 Hefte (Jnhalt: Diſtichen.
– Hexameter. – Jamben. – Gnomen
in malaiiſcher Form), 1848. – Runen
finniſcher Volkspoeſie, 1856. – Die
Wüſtenharfe (Arabiſche Volkslieder),
1856. 2. A. als: Spiegelbilder der
Sahara, 1861. – Alkoran der Liebe.
(Aus d. Perſiſchen.) 1861. – Die Ba-
lalaika. Ruſſiſche Volkslieder, 1863.
– Des Horaz Dichtkunſt, 1867. – Aus
einem Dichterleben (Ge.); II, 1870.

*Altmann, Wilhelm,

geb. am 23.
März 1864 in Lemberg, kam ſchon im
folgenden Jahre mit ſeinen Eltern
nach Wien, beſuchte hier mehrere
Gymnaſien, maturierte in Hernals
und ſtudierte darauf an der Wiener
Univerſität Medizin. Früh auf eigene
Füße geſtellt, erwarb er ſich als Stu-
dent faſt ausſchließlich durch literari-
ſche Arbeiten ſeinen Unterhalt. Neben
ſeiner ärztlichen Praxis, die er erſt in
Wien, dann in Weidlingen bei Wien
u. ſeit 1904 in Baden bei Wien aus-
übt, redigiert er ſeit 1894 Witzblätter
und belletriſtiſche Zeitſchriften, vor-
nehmlich die „Pſchütt-Karikaturen“.
Jm Jahre 1900 erwarb er ſich die
Würde eines Dr. med.

S:

Allerlei
und noch etwas (Humor. Ge.), 1894.
– Bunter Kram (Gereimtes und Un-
gereimtes), 1896. – Venus emanci-
pata
(Satir. Ge.), 1896. – Fin de
siècle
(9 ſat. Ge.), 1897. – Verliebte
Geſchichten (Sk. u. En.), 1900. – Das
Märchen vom Weibe (Sat.), 1900.

Altmüller, Karl,

wurde am 1.
Jan. 1833 zu Hersfeld in Heſſen ge-
boren, erhielt ſeine Vorbildung auf
dem Gymnaſium zu Kaſſel u. ſtudierte
dann in Marburg, Berlin und Mün-
chen die Rechte. Daneben trieb er mit
Vorliebe literariſche u. philoſophiſche
Studien. Jn den Jahren 1859 und
1860 gab er in Kaſſel die Wochen-
ſchrift „Der Telegraph“ heraus, die

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[54/0058] Alt Alt eines Dichters, der am 9. März 1873 in Altkirch im Elſaß geboren wurde. Er trat ſehr früh als Schriftſteller auf und ſchreibt hauptſächlich Novel- len und Skizzen und Proſadichtungen in archaiſtiſcher Sprache. 1894 betei- ligte er ſich in Hamburg an der Her- ausgabe der Halbmonatsſchrift „Der Zuſchauer“, und ſeit 1895 hat er ſei- nen Wohnſitz in Dresden. Reiſen nach Tirol und Jtalien bieten ihm den Stoff zu Reiſeſchilderungen und zu kritiſchen Arbeiten über den Berg- ſport, während er 1906 in Holland weilte, um Studien über die Lebens- geſchichte Spinozas zu machen. S: Das altertümliche Gaſthaus, 1892. – Jch, der Träumer, 1896. *Altmann, Karl Friedrich Ju- lius, wurde am 1. März 1814 zu Potsdam geboren, wo ſein Vater Regierungsbeamter war. Als dieſer 1825 ſtarb, ſiedelte die Mutter nach Berlin über. Hier beſuchte der Sohn das Gymnaſium zum grauen Kloſter, ſtudierte von 1834–38 Philoſophie u. ging, nachdem er ſich 1838 den Dok- torgrad erworben, als Erzieher des Sohnes des Generals von Staal nach Moskau, wo er bis zum Jahre 1843 weilte. Nachdem er große Reiſen im Jnnern Rußlands, namentlich durch Eſtland und Finnland gemacht, und Bekanntſchaft mit den erſten Gelehr- ten und Künſtlern des Landes ange- knüpft hatte, kehrte er nach Deutſch- land zurück und ließ ſich zunächſt in Berlin nieder, wo Humboldt u. Varn- hagen von Enſe bis an ihr Ende ihm mit ihrem Rat treu zur Seite ſtan- den. Zeitweiſe lebte er dann auf Schloß Fürſtenſtein, wo er das Ar- chiv des Fürſten von Pleß ordnete, in Frankfurt a. M., wo er das „Frank- furter Muſeum“ herausgab, in Duis- burg, wo er die „Rhein- und Ruhr- zeitung“ redigierte, in der Schweiz und an anderen Orten, kehrte aber immer wieder nach Berlin zurück, um früher Begonnenes zu vollenden. Mit Beginn des Jahres 1872 ſiedelte er nach ſeiner Vaterſtadt Potsdam über, wo er am 10. Juni 1873 †. S: Lie- der aus der Ferne, 3 Bdchn., 1845. – Gnomen, 4 Hefte (Jnhalt: Diſtichen. – Hexameter. – Jamben. – Gnomen in malaiiſcher Form), 1848. – Runen finniſcher Volkspoeſie, 1856. – Die Wüſtenharfe (Arabiſche Volkslieder), 1856. 2. A. als: Spiegelbilder der Sahara, 1861. – Alkoran der Liebe. (Aus d. Perſiſchen.) 1861. – Die Ba- lalaika. Ruſſiſche Volkslieder, 1863. – Des Horaz Dichtkunſt, 1867. – Aus einem Dichterleben (Ge.); II, 1870. *Altmann, Wilhelm, geb. am 23. März 1864 in Lemberg, kam ſchon im folgenden Jahre mit ſeinen Eltern nach Wien, beſuchte hier mehrere Gymnaſien, maturierte in Hernals und ſtudierte darauf an der Wiener Univerſität Medizin. Früh auf eigene Füße geſtellt, erwarb er ſich als Stu- dent faſt ausſchließlich durch literari- ſche Arbeiten ſeinen Unterhalt. Neben ſeiner ärztlichen Praxis, die er erſt in Wien, dann in Weidlingen bei Wien u. ſeit 1904 in Baden bei Wien aus- übt, redigiert er ſeit 1894 Witzblätter und belletriſtiſche Zeitſchriften, vor- nehmlich die „Pſchütt-Karikaturen“. Jm Jahre 1900 erwarb er ſich die Würde eines Dr. med. S: Allerlei und noch etwas (Humor. Ge.), 1894. – Bunter Kram (Gereimtes und Un- gereimtes), 1896. – Venus emanci- pata (Satir. Ge.), 1896. – Fin de siècle (9 ſat. Ge.), 1897. – Verliebte Geſchichten (Sk. u. En.), 1900. – Das Märchen vom Weibe (Sat.), 1900. Altmüller, Karl, wurde am 1. Jan. 1833 zu Hersfeld in Heſſen ge- boren, erhielt ſeine Vorbildung auf dem Gymnaſium zu Kaſſel u. ſtudierte dann in Marburg, Berlin und Mün- chen die Rechte. Daneben trieb er mit Vorliebe literariſche u. philoſophiſche Studien. Jn den Jahren 1859 und 1860 gab er in Kaſſel die Wochen- ſchrift „Der Telegraph“ heraus, die *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 54. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/58>, abgerufen am 25.03.2019.