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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Andreas, Alexander,

Pseud. für
Alexander Andreas Babendieck;
s. d.!

*Andreas-Salome, Lou,

pseud.
Henri Lou, wurde am 31. Januar
1861 in St. Petersburg als die Toch-
ter eines russischen Generals von
französischer Abstammung geboren,
studierte an der Universität Zürich
u. wandte sich dann nach Berlin, wo
sie sich 1887 mit dem Prof. Dr. Fried-
rich C. Andreas verheiratete. Sie
lebte bis 1903 in Schmargendorf bei
Berlin und von da ab in Göttingen,
wohin ihr Gatte als Professor der
Philosophie berufen worden war.

S:

Jm Kampf um Gott, 1885; ins
Holländische übers., 1886. - Henrik
Jbsens Frauengestalten (Psychologi-
sche Bilder nach seinen sechs Fami-
liendramen), 1892; ins Norwegische
übers., 1893. - Friedrich Nietzsche in
seinen Werken, 1894. - Ruth (E.),
1895. 4. A. 1904. - Aus fremder
Seele (Eine Spätherbstgesch.), 1896.
2. A. 1900. - Fenitschka. Eine Aus-
schweifung (2 En.), 1898. - Menschen-
kinder (10 Nn.), 1899. 2. A. 1902. -
Ma (Ein Porträt), 1901. 3. A. 1904.
- Jm Zwischenland (5 Gschn. a. dem
Seelenleben halbwüchsiger Mädchen),
1902.

*Andrejanoff, Viktor von,

pseud.
Livonius, der Sproß eines alten
russischen Adelsgeschlechts, wurde am
22. Juli 1857 zu Koslow im Gouver-
nement Tambow als der Sohn des
Generals Andreas A. geboren, kam
1861, als letzterer zum Chef der liv-
ländischen Gendarmerie ernannt wor-
den war, in die Ostseeprovinzen und
absolvierte das Gymnasium in Riga.
Jn Dorpat studierte er 1876-78
Nationalökonomie, in Jena kurze
Zeit (1878-79) Philosophie: ein Duell
machte seinem Studium dort ein Ende.
Zwischendurch unternahm er mit sei-
nen Eltern 1873-74 und 1878-79
größere Reisen durch Deutschland,
Österreich, Frankreich u. die Schweiz.
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Jn der Heimat kam er, da er sich zu
einem Brotstudium nicht entschließen
konnte, sondern nur literarischen Be-
strebungen leben mochte, mit seiner
Familie in argen Konflikt und auf-
reibende Kämpfe, die sogar soweit
führten, daß die Familie sich von ihm
lossagte und er, um dem drückendsten
Mangel zu entgehen, zur Fabrikation
von Zeitungsartikeln seine Zuflucht
nehmen mußte. Durch den Jnhalt
derselben, besonders auch durch seine
scharfen satirischen Gedichte verdarb
er es nicht nur mit der altbaltischen
Partei, sondern auch mit den natio-
nalrussischen Kreisen, bis er endlich
einsehen mußte, daß ein Schriftsteller
in den Ostseeprovinzen nicht von
einem Extrem ins andere fallen darf,
sondern irgendeiner großen Macht
oder einer zahlreichen Bevölkerungs-
gruppe dienen muß. Nach seiner Ver-
heiratung mit einer adeligen Kur-
länderin (1882) besserten sich seine
äußeren Verhältnisse wie auch seine
Beziehungen zu seiner Familie und er
entfaltete nun in Riga, wo er seinen
Wohnsitz nahm, eine rege literarische
Tätigkeit. Jm Jahre 1894 siedelte er
mit seiner Familie nach Berlin über,
starb hier aber schon am 1. Dezember
1895.

S:

Dichtungen, 1879. - Am
Kaisersitz (Sat. in V.), 1880. - Julian
der Abtrünnige (Gesänge), 1881. -
Dem Zar-Befreier! Ein Requiem,
1881. - Zum Licht! (Ge.), 1882. -
Frederic Chopin (Son.), 1884. - El-
fenbrautfahrt (M.), 1884. - Die Re-
ligion des Erbarmens u. d. Evange-
lium des Weltfriedens (mit e. Anh.
v. Ge.), 1888. - Ein Büchlein Lyrik
(Ge.), 1886. - Neue Weisen (Lr. und
Naturgedichte), 1890. - Beethoven
(Dn., a. d. Russischen des W. Tsche-
schichin übers.), 1892. - Unsere Thea-
ter, unser Publikum, unsere Kritik
(Freie Betrachtgn.), 1894. - Aus der
Stadt und vom Strande (Neue Ge.),
1894. - Weltgericht (D.), 1895. - Let-
tische Märchen, nacherzählt, 1896. -

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And
Andreas, Alexander,

Pſeud. für
Alexander Andreas Babendieck;
ſ. d.!

*Andreas-Salomé, Lou,

pſeud.
Henri Lou, wurde am 31. Januar
1861 in St. Petersburg als die Toch-
ter eines ruſſiſchen Generals von
franzöſiſcher Abſtammung geboren,
ſtudierte an der Univerſität Zürich
u. wandte ſich dann nach Berlin, wo
ſie ſich 1887 mit dem Prof. Dr. Fried-
rich C. Andreas verheiratete. Sie
lebte bis 1903 in Schmargendorf bei
Berlin und von da ab in Göttingen,
wohin ihr Gatte als Profeſſor der
Philoſophie berufen worden war.

S:

Jm Kampf um Gott, 1885; ins
Holländiſche überſ., 1886. – Henrik
Jbſens Frauengeſtalten (Pſychologi-
ſche Bilder nach ſeinen ſechs Fami-
liendramen), 1892; ins Norwegiſche
überſ., 1893. – Friedrich Nietzſche in
ſeinen Werken, 1894. – Ruth (E.),
1895. 4. A. 1904. – Aus fremder
Seele (Eine Spätherbſtgeſch.), 1896.
2. A. 1900. – Fenitſchka. Eine Aus-
ſchweifung (2 En.), 1898. – Menſchen-
kinder (10 Nn.), 1899. 2. A. 1902. –
Ma (Ein Porträt), 1901. 3. A. 1904.
– Jm Zwiſchenland (5 Gſchn. a. dem
Seelenleben halbwüchſiger Mädchen),
1902.

*Andrejanoff, Viktor von,

pſeud.
Livonius, der Sproß eines alten
ruſſiſchen Adelsgeſchlechts, wurde am
22. Juli 1857 zu Koslow im Gouver-
nement Tambow als der Sohn des
Generals Andreas A. geboren, kam
1861, als letzterer zum Chef der liv-
ländiſchen Gendarmerie ernannt wor-
den war, in die Oſtſeeprovinzen und
abſolvierte das Gymnaſium in Riga.
Jn Dorpat ſtudierte er 1876–78
Nationalökonomie, in Jena kurze
Zeit (1878–79) Philoſophie: ein Duell
machte ſeinem Studium dort ein Ende.
Zwiſchendurch unternahm er mit ſei-
nen Eltern 1873–74 und 1878–79
größere Reiſen durch Deutſchland,
Öſterreich, Frankreich u. die Schweiz.
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Jn der Heimat kam er, da er ſich zu
einem Brotſtudium nicht entſchließen
konnte, ſondern nur literariſchen Be-
ſtrebungen leben mochte, mit ſeiner
Familie in argen Konflikt und auf-
reibende Kämpfe, die ſogar ſoweit
führten, daß die Familie ſich von ihm
losſagte und er, um dem drückendſten
Mangel zu entgehen, zur Fabrikation
von Zeitungsartikeln ſeine Zuflucht
nehmen mußte. Durch den Jnhalt
derſelben, beſonders auch durch ſeine
ſcharfen ſatiriſchen Gedichte verdarb
er es nicht nur mit der altbaltiſchen
Partei, ſondern auch mit den natio-
nalruſſiſchen Kreiſen, bis er endlich
einſehen mußte, daß ein Schriftſteller
in den Oſtſeeprovinzen nicht von
einem Extrem ins andere fallen darf,
ſondern irgendeiner großen Macht
oder einer zahlreichen Bevölkerungs-
gruppe dienen muß. Nach ſeiner Ver-
heiratung mit einer adeligen Kur-
länderin (1882) beſſerten ſich ſeine
äußeren Verhältniſſe wie auch ſeine
Beziehungen zu ſeiner Familie und er
entfaltete nun in Riga, wo er ſeinen
Wohnſitz nahm, eine rege literariſche
Tätigkeit. Jm Jahre 1894 ſiedelte er
mit ſeiner Familie nach Berlin über,
ſtarb hier aber ſchon am 1. Dezember
1895.

S:

Dichtungen, 1879. – Am
Kaiſerſitz (Sat. in V.), 1880. – Julian
der Abtrünnige (Geſänge), 1881. –
Dem Zar-Befreier! Ein Requiem,
1881. – Zum Licht! (Ge.), 1882. –
Fréderic Chopin (Son.), 1884. – El-
fenbrautfahrt (M.), 1884. – Die Re-
ligion des Erbarmens u. d. Evange-
lium des Weltfriedens (mit e. Anh.
v. Ge.), 1888. – Ein Büchlein Lyrik
(Ge.), 1886. – Neue Weiſen (Lr. und
Naturgedichte), 1890. – Beethoven
(Dn., a. d. Ruſſiſchen des W. Tſche-
ſchichin überſ.), 1892. – Unſere Thea-
ter, unſer Publikum, unſere Kritik
(Freie Betrachtgn.), 1894. – Aus der
Stadt und vom Strande (Neue Ge.),
1894. – Weltgericht (D.), 1895. – Let-
tiſche Märchen, nacherzählt, 1896. –

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 62. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/66>, abgerufen am 21.03.2019.