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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Später ging er nach Wien, wo er als
Zeitungsredakteur tätig war, sich
auch 1872 die Würde eines Dr. phil.
erwarb. Schließlich kehrte er nach
Berlin zurück und trat hier, wenn
auch nicht mehr praktisch, dem Tur-
nen wieder nahe: er hielt Vorträge
über die verschiedensten Zweige des
Turnens und war auch als Schrift-
steller auf diesem Gebiete tätig. Er
starb in Berlin nach kurzer Krankheit
am 30. April 1893.

S:

Der blinde
Tänzer (R.), 1870. - Sonnenberg
(R.), 1874. - Des Königs Hifthorn
(Schsp.), 1882. - Aus dem Westen
unseres Vaterlandes (3 En.), 1891.

*Anhäuser, Wilhelm,

geb. am
11. Novbr. 1841 zu Trier, besuchte
seit 1851 das dortige Gymnasium u.
studierte seit 1859 in Bonn, Heidel-
berg u. Berlin die Rechte. Nachdem
er bis zum Jahre 1868 die drei juri-
stischen Prüfungen absolviert, wurde
er als Landgerichtsassessor in Trier
beschäftigt, 1871 zum Richter, 1878
zum Landgerichtsrat ernannt, als
solcher im Herbst 1879 an das Land-
gericht Kleve versetzt und im Herbst
1882 an dasjenige zu Trier zurück-
berufen. Jm Jahre 1886 wurde er
zum Oberlandesgerichtsrat in Köln
und 1899 zum Senatspräsidenten da-
selbst ernannt. Am 1. Juli 1905 trat
er in den Ruhestand.

S:

Tarquin
der Stolze (Dr.), 1877. - Nora (Dr.),
1879. - Gedichte, 1882. - Fredegunde
(Trsp.), 1890. - Corfiz Ulfeld (Trsp.),
1884. -- A. starb Mitte Oktbr. 1911.

*Anhuth, Klara,

geb. am 3. Jan.
1856 zu Danzig als die Tochter des
verstorbenen Buchhändlers Th. An-
hut, lebt noch jetzt daselbst und leitet
seit 1876 mit Erfolg eine Leihbiblio-
thek. Jhre Arbeiten, welche ein guter
Humor durchzieht, fanden in vielen
Blättern willkommene Aufnahme.

S:

Lustige Geschichten, 1898. - Wie
ich Radfahrerin wurde und anderes,
1901. - Aus Rübezahls Reich, 1905.

Annas, Wilhelm Ernst,

pseud.
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Ann
E. Hockland-Rheinländer,
wurde am 19. April 1859 in Ratingen
(Rheinland) geboren, besuchte später
die Schule in Speldorf bei Mülheim
a. d. Ruhr, danach die Bürgerschule
in letztgenannter Stadt, die Präpa-
randenanstalt in Götterswickerhamm
bei Wesel und das Lehrerseminar in
Mörs. Seit dem Herbst 1880 war er
als Lehrer in Neviges im Bergischen
tätig, seit 1888 in Tönisheide bei
Neviges, seit 1892 in Vennickel bei
Krefeld und seit 1897 in Bliersheim
bei Friemersheim a. Rhein.

S:

Van
de Waterkant bit an de Alpenwand.
Die Dialektdichter der Gegenwart
(Anthol., herausg.), 1885. - Familie
Klappspohn op der Vergnügungsrijs,
1888. - Vor Roßbach (Patr. Festsp.),
1902.

Anneke, Mathilde

Franziska,
geb. Giesler, wurde am 3. April
1817 in Blankenstein a. d. Ruhr als
das Kind einer angesehenen katholi-
schen Familie geboren. Mit 19 Jah-
ren an einen Herrn von Tabouil-
lot
verheiratet, wurde diese Ehe
schon nach Jahresfrist gerichtlich ge-
schieden. Jetzt verwertete die junge
Frau ihre vielseitige Bildung zur
Schriftstellerei; sie redigierte unter
andern das "Westfälische Jahrbuch",
an dem Freiligrath u. Levin Schücking
mitwirkten. Von der revolutionären
Strömung ergriffen, heiratete sie im
Juni 1847 den vormaligen preuß.
Artillerieoffizier Fritz Anneke und
gründete während dessen politischer
Gefangenschaft (1848) die "Neue
Kölnische Zeitung", die bald gericht-
lich unterdrückt ward und auch ein
gleiches Schicksal erfuhr, als sie in
eine "Frauenzeitung" umgewandelt
ward. Dann folgte sie ihrem Gatten
in den Kampf nach Baden und der
Pfalz, ging nach Unterdrückung des
Aufstandes erst nach Frankreich und
der Schweiz und noch in demselben
Jahre (1849) nach Amerika. Hier
gründete sie in Milwaukee 1852 die

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Anh
Später ging er nach Wien, wo er als
Zeitungsredakteur tätig war, ſich
auch 1872 die Würde eines Dr. phil.
erwarb. Schließlich kehrte er nach
Berlin zurück und trat hier, wenn
auch nicht mehr praktiſch, dem Tur-
nen wieder nahe: er hielt Vorträge
über die verſchiedenſten Zweige des
Turnens und war auch als Schrift-
ſteller auf dieſem Gebiete tätig. Er
ſtarb in Berlin nach kurzer Krankheit
am 30. April 1893.

S:

Der blinde
Tänzer (R.), 1870. – Sonnenberg
(R.), 1874. – Des Königs Hifthorn
(Schſp.), 1882. – Aus dem Weſten
unſeres Vaterlandes (3 En.), 1891.

*Anhäuſer, Wilhelm,

geb. am
11. Novbr. 1841 zu Trier, beſuchte
ſeit 1851 das dortige Gymnaſium u.
ſtudierte ſeit 1859 in Bonn, Heidel-
berg u. Berlin die Rechte. Nachdem
er bis zum Jahre 1868 die drei juri-
ſtiſchen Prüfungen abſolviert, wurde
er als Landgerichtsaſſeſſor in Trier
beſchäftigt, 1871 zum Richter, 1878
zum Landgerichtsrat ernannt, als
ſolcher im Herbſt 1879 an das Land-
gericht Kleve verſetzt und im Herbſt
1882 an dasjenige zu Trier zurück-
berufen. Jm Jahre 1886 wurde er
zum Oberlandesgerichtsrat in Köln
und 1899 zum Senatspräſidenten da-
ſelbſt ernannt. Am 1. Juli 1905 trat
er in den Ruheſtand.

S:

Tarquin
der Stolze (Dr.), 1877. – Nora (Dr.),
1879. – Gedichte, 1882. – Fredegunde
(Trſp.), 1890. – Corfiz Ulfeld (Trſp.),
1884. — A. ſtarb Mitte Oktbr. 1911.

*Anhuth, Klara,

geb. am 3. Jan.
1856 zu Danzig als die Tochter des
verſtorbenen Buchhändlers Th. An-
hut, lebt noch jetzt daſelbſt und leitet
ſeit 1876 mit Erfolg eine Leihbiblio-
thek. Jhre Arbeiten, welche ein guter
Humor durchzieht, fanden in vielen
Blättern willkommene Aufnahme.

S:

Luſtige Geſchichten, 1898. – Wie
ich Radfahrerin wurde und anderes,
1901. – Aus Rübezahls Reich, 1905.

Annas, Wilhelm Ernſt,

pſeud.
[Spaltenumbruch]

Ann
E. Hockland-Rheinländer,
wurde am 19. April 1859 in Ratingen
(Rheinland) geboren, beſuchte ſpäter
die Schule in Speldorf bei Mülheim
a. d. Ruhr, danach die Bürgerſchule
in letztgenannter Stadt, die Präpa-
randenanſtalt in Götterswickerhamm
bei Weſel und das Lehrerſeminar in
Mörs. Seit dem Herbſt 1880 war er
als Lehrer in Neviges im Bergiſchen
tätig, ſeit 1888 in Tönisheide bei
Neviges, ſeit 1892 in Vennickel bei
Krefeld und ſeit 1897 in Bliersheim
bei Friemersheim a. Rhein.

S:

Van
de Waterkant bit an de Alpenwand.
Die Dialektdichter der Gegenwart
(Anthol., herausg.), 1885. – Familie
Klappſpohn op der Vergnügungsrijs,
1888. – Vor Roßbach (Patr. Feſtſp.),
1902.

Anneke, Mathilde

Franziska,
geb. Giesler, wurde am 3. April
1817 in Blankenſtein a. d. Ruhr als
das Kind einer angeſehenen katholi-
ſchen Familie geboren. Mit 19 Jah-
ren an einen Herrn von Tabouil-
lot
verheiratet, wurde dieſe Ehe
ſchon nach Jahresfriſt gerichtlich ge-
ſchieden. Jetzt verwertete die junge
Frau ihre vielſeitige Bildung zur
Schriftſtellerei; ſie redigierte unter
andern das „Weſtfäliſche Jahrbuch“,
an dem Freiligrath u. Levin Schücking
mitwirkten. Von der revolutionären
Strömung ergriffen, heiratete ſie im
Juni 1847 den vormaligen preuß.
Artillerieoffizier Fritz Anneke und
gründete während deſſen politiſcher
Gefangenſchaft (1848) die „Neue
Kölniſche Zeitung“, die bald gericht-
lich unterdrückt ward und auch ein
gleiches Schickſal erfuhr, als ſie in
eine „Frauenzeitung“ umgewandelt
ward. Dann folgte ſie ihrem Gatten
in den Kampf nach Baden und der
Pfalz, ging nach Unterdrückung des
Aufſtandes erſt nach Frankreich und
der Schweiz und noch in demſelben
Jahre (1849) nach Amerika. Hier
gründete ſie in Milwaukee 1852 die

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[65/0069] Anh Ann Später ging er nach Wien, wo er als Zeitungsredakteur tätig war, ſich auch 1872 die Würde eines Dr. phil. erwarb. Schließlich kehrte er nach Berlin zurück und trat hier, wenn auch nicht mehr praktiſch, dem Tur- nen wieder nahe: er hielt Vorträge über die verſchiedenſten Zweige des Turnens und war auch als Schrift- ſteller auf dieſem Gebiete tätig. Er ſtarb in Berlin nach kurzer Krankheit am 30. April 1893. S: Der blinde Tänzer (R.), 1870. – Sonnenberg (R.), 1874. – Des Königs Hifthorn (Schſp.), 1882. – Aus dem Weſten unſeres Vaterlandes (3 En.), 1891. *Anhäuſer, Wilhelm, geb. am 11. Novbr. 1841 zu Trier, beſuchte ſeit 1851 das dortige Gymnaſium u. ſtudierte ſeit 1859 in Bonn, Heidel- berg u. Berlin die Rechte. Nachdem er bis zum Jahre 1868 die drei juri- ſtiſchen Prüfungen abſolviert, wurde er als Landgerichtsaſſeſſor in Trier beſchäftigt, 1871 zum Richter, 1878 zum Landgerichtsrat ernannt, als ſolcher im Herbſt 1879 an das Land- gericht Kleve verſetzt und im Herbſt 1882 an dasjenige zu Trier zurück- berufen. Jm Jahre 1886 wurde er zum Oberlandesgerichtsrat in Köln und 1899 zum Senatspräſidenten da- ſelbſt ernannt. Am 1. Juli 1905 trat er in den Ruheſtand. S: Tarquin der Stolze (Dr.), 1877. – Nora (Dr.), 1879. – Gedichte, 1882. – Fredegunde (Trſp.), 1890. – Corfiz Ulfeld (Trſp.), 1884. — A. ſtarb Mitte Oktbr. 1911. *Anhuth, Klara, geb. am 3. Jan. 1856 zu Danzig als die Tochter des verſtorbenen Buchhändlers Th. An- hut, lebt noch jetzt daſelbſt und leitet ſeit 1876 mit Erfolg eine Leihbiblio- thek. Jhre Arbeiten, welche ein guter Humor durchzieht, fanden in vielen Blättern willkommene Aufnahme. S: Luſtige Geſchichten, 1898. – Wie ich Radfahrerin wurde und anderes, 1901. – Aus Rübezahls Reich, 1905. Annas, Wilhelm Ernſt, pſeud. E. Hockland-Rheinländer, wurde am 19. April 1859 in Ratingen (Rheinland) geboren, beſuchte ſpäter die Schule in Speldorf bei Mülheim a. d. Ruhr, danach die Bürgerſchule in letztgenannter Stadt, die Präpa- randenanſtalt in Götterswickerhamm bei Weſel und das Lehrerſeminar in Mörs. Seit dem Herbſt 1880 war er als Lehrer in Neviges im Bergiſchen tätig, ſeit 1888 in Tönisheide bei Neviges, ſeit 1892 in Vennickel bei Krefeld und ſeit 1897 in Bliersheim bei Friemersheim a. Rhein. S: Van de Waterkant bit an de Alpenwand. Die Dialektdichter der Gegenwart (Anthol., herausg.), 1885. – Familie Klappſpohn op der Vergnügungsrijs, 1888. – Vor Roßbach (Patr. Feſtſp.), 1902. Anneke, Mathilde Franziska, geb. Giesler, wurde am 3. April 1817 in Blankenſtein a. d. Ruhr als das Kind einer angeſehenen katholi- ſchen Familie geboren. Mit 19 Jah- ren an einen Herrn von Tabouil- lot verheiratet, wurde dieſe Ehe ſchon nach Jahresfriſt gerichtlich ge- ſchieden. Jetzt verwertete die junge Frau ihre vielſeitige Bildung zur Schriftſtellerei; ſie redigierte unter andern das „Weſtfäliſche Jahrbuch“, an dem Freiligrath u. Levin Schücking mitwirkten. Von der revolutionären Strömung ergriffen, heiratete ſie im Juni 1847 den vormaligen preuß. Artillerieoffizier Fritz Anneke und gründete während deſſen politiſcher Gefangenſchaft (1848) die „Neue Kölniſche Zeitung“, die bald gericht- lich unterdrückt ward und auch ein gleiches Schickſal erfuhr, als ſie in eine „Frauenzeitung“ umgewandelt ward. Dann folgte ſie ihrem Gatten in den Kampf nach Baden und der Pfalz, ging nach Unterdrückung des Aufſtandes erſt nach Frankreich und der Schweiz und noch in demſelben Jahre (1849) nach Amerika. Hier gründete ſie in Milwaukee 1852 die * 5

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 65. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/69>, abgerufen am 22.03.2019.