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Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913.

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Ann
"Deutsche Frauenzeitung", siedelte
mit derselben noch im Herbst dessel-
ben Jahres nach Neuyork, von dort
nach Jersey City und später nach
Newark über, wo ihr Gatte auch eine
politische Zeitung gründete. Als ihre
Zeitung infolge ihrer Erkrankung
einging, kehrte sie nach Europa zu-
rück, lebte hier 1860-65 als Korre-
spondentin für große amerikanische
Blätter in der Schweiz u. kehrte 1865
nach Amerika zurück, wo sie zumeist
in Milwaukee lebte u. dort eine Pri-
vatschule für Mädchen leitete. Sie
starb daselbst nach schweren Leiden
am 25. November 1884.

S:

Damen-
Almanach f. d. Jahr 1842. - Oithono,
oder: Die Tempelweihe (Dr.), 1844.
- Produkte der roten Erde, 1846. -
Das Geisterhaus in Neuyork (R.),
1863.

Anno, Anton,

geb. am 19. März
1838 in Aachen als der Sohn eines
Theaterdieners, wurde nach beendig-
ter Schulzeit Blecharbeiter, doch zog
ihn das Theater so mächtig an, daß
er in Ermangelung einer passenden
Stelle 1856 das Amt seines verstor-
benen Vaters übernahm. Zwei Jahre
später wurde er Jnspizient am Stadt-
theater in Köln, und hier war es, wo
er unter L'Arronge debutierte und
man ihm kleinere Rollen übertrug,
die er zur allgemeinen Zufriedenheit
durchführte. Schon 1859 fand er als
jugendlicher Komiker Engagement am
Stadttheater in Elberfeld, spielte
darauf in Heidelberg, Pforzheim,
Offenbach, Kreuznach, 1862 am Stadt-
theater in Basel, 1863 in komischen
Gesangrollen an den vereinigten
Theatern in Plauen, Zwickau und
Glauchau, 1864 in Mainz u. Aachen,
1866 in Detmold, war von 1867-72
am Variete-Theater in Berlin be-
schäftigt, ging dann nach Köln, 1874
nach Breslau, 1875 nach Hamburg,
1876 an das Hoftheater in Peters-
burg, kam von hier 1880 als könig-
licher Hofschauspieler nach Dresden,
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Ans
war von 1881-84 als Gast Schau-
spieler an verschiedenen deutschen
Bühnen, vom Herbst 1884 ab Direk-
tor des Residenztheaters in Berlin u.
wurde im Sommer 1887 zum Direk-
tor des königlichen Schauspielhauses
ernannt. Am 1. Oktbr. 1889 trat er
von diesem Posten zurück, um sich als
artistischer und technischer Leiter des
Lessing-Theaters zunächst auf fünf
Jahre verpflichten zu lassen. Er starb
am 1. Dezbr. 1893.

S:

Meist einak-
tige Possen, Schwänke, dram. Kleinig-
keiten; z. B. Die Rückkehr am Weih-
nachtsabend, 1872. - Berliner in
Wien, 1872. - Eine Sommerwohnung
in Charlottenburg, 1877. - Schnapp-
hahn, Finke und Schraube, 1881. -
Familie Hörner, 1875. - Königsgre-
nadiere, 1870, 1903. - Jm Theater-
Bureau, 1877. - Des Lebens Wellen,
oder: Die Macht des Goldes, 1872.
- Ballettschule, 1870. - Das Herr-
gött'l hat's gebracht, 1875. - Die
beiden Reichenmüller, 1881.

*Annuske, Elise,

geb. am 31. Ok-
tober 1860 zu Kulm a. d. Weichsel als
die Tochter eines Gerichtsrats, erhielt
nach dem frühen Tode des letzteren
ihre Bildung auf der höheren Töch-
terschule u. dem Lehrerinnenseminar
in Elbing und absolvierte 1880 ihre
Prüfung als Lehrerin. Sie war dann
vier Jahre lang Gouvernante in Ost-
preußen, ging darauf zu ihrer wei-
teren Ausbildung nach Berlin und
übernahm 1886 eine Stelle als Leh-
rerin an der höheren Privatmädchen-
schule des Frl. Rütenick in Dessau.
Seit 1889 wirkt sie in gleicher Eigen-
schaft an der städtischen höheren Töch-
terschule in Bad Oeynhausen. Von
ihren vielen, in Zeitschriften unter
dem Pseudonym O. Gäander ver-
öffentlichten Novellen erschienen bis-
her gesammelt

S:

Weihnachts- und
Sommergeschichten, 1896. 2. A. u. d.
T.: Wenn das Herz jung ist! (Heitere
Geschn.), 1899.

Anschütz, Roderich,

Sohn des

*


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Ann
„Deutſche Frauenzeitung“, ſiedelte
mit derſelben noch im Herbſt desſel-
ben Jahres nach Neuyork, von dort
nach Jerſey City und ſpäter nach
Newark über, wo ihr Gatte auch eine
politiſche Zeitung gründete. Als ihre
Zeitung infolge ihrer Erkrankung
einging, kehrte ſie nach Europa zu-
rück, lebte hier 1860–65 als Korre-
ſpondentin für große amerikaniſche
Blätter in der Schweiz u. kehrte 1865
nach Amerika zurück, wo ſie zumeiſt
in Milwaukee lebte u. dort eine Pri-
vatſchule für Mädchen leitete. Sie
ſtarb daſelbſt nach ſchweren Leiden
am 25. November 1884.

S:

Damen-
Almanach f. d. Jahr 1842. – Oithono,
oder: Die Tempelweihe (Dr.), 1844.
– Produkte der roten Erde, 1846. –
Das Geiſterhaus in Neuyork (R.),
1863.

Anno, Anton,

geb. am 19. März
1838 in Aachen als der Sohn eines
Theaterdieners, wurde nach beendig-
ter Schulzeit Blecharbeiter, doch zog
ihn das Theater ſo mächtig an, daß
er in Ermangelung einer paſſenden
Stelle 1856 das Amt ſeines verſtor-
benen Vaters übernahm. Zwei Jahre
ſpäter wurde er Jnſpizient am Stadt-
theater in Köln, und hier war es, wo
er unter L’Arronge debutierte und
man ihm kleinere Rollen übertrug,
die er zur allgemeinen Zufriedenheit
durchführte. Schon 1859 fand er als
jugendlicher Komiker Engagement am
Stadttheater in Elberfeld, ſpielte
darauf in Heidelberg, Pforzheim,
Offenbach, Kreuznach, 1862 am Stadt-
theater in Baſel, 1863 in komiſchen
Geſangrollen an den vereinigten
Theatern in Plauen, Zwickau und
Glauchau, 1864 in Mainz u. Aachen,
1866 in Detmold, war von 1867–72
am Variété-Theater in Berlin be-
ſchäftigt, ging dann nach Köln, 1874
nach Breslau, 1875 nach Hamburg,
1876 an das Hoftheater in Peters-
burg, kam von hier 1880 als könig-
licher Hofſchauſpieler nach Dresden,
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Anſ
war von 1881–84 als Gaſt Schau-
ſpieler an verſchiedenen deutſchen
Bühnen, vom Herbſt 1884 ab Direk-
tor des Reſidenztheaters in Berlin u.
wurde im Sommer 1887 zum Direk-
tor des königlichen Schauſpielhauſes
ernannt. Am 1. Oktbr. 1889 trat er
von dieſem Poſten zurück, um ſich als
artiſtiſcher und techniſcher Leiter des
Leſſing-Theaters zunächſt auf fünf
Jahre verpflichten zu laſſen. Er ſtarb
am 1. Dezbr. 1893.

S:

Meiſt einak-
tige Poſſen, Schwänke, dram. Kleinig-
keiten; z. B. Die Rückkehr am Weih-
nachtsabend, 1872. – Berliner in
Wien, 1872. – Eine Sommerwohnung
in Charlottenburg, 1877. – Schnapp-
hahn, Finke und Schraube, 1881. –
Familie Hörner, 1875. – Königsgre-
nadiere, 1870, 1903. – Jm Theater-
Bureau, 1877. – Des Lebens Wellen,
oder: Die Macht des Goldes, 1872.
– Ballettſchule, 1870. – Das Herr-
gött’l hat’s gebracht, 1875. – Die
beiden Reichenmüller, 1881.

*Annuske, Eliſe,

geb. am 31. Ok-
tober 1860 zu Kulm a. d. Weichſel als
die Tochter eines Gerichtsrats, erhielt
nach dem frühen Tode des letzteren
ihre Bildung auf der höheren Töch-
terſchule u. dem Lehrerinnenſeminar
in Elbing und abſolvierte 1880 ihre
Prüfung als Lehrerin. Sie war dann
vier Jahre lang Gouvernante in Oſt-
preußen, ging darauf zu ihrer wei-
teren Ausbildung nach Berlin und
übernahm 1886 eine Stelle als Leh-
rerin an der höheren Privatmädchen-
ſchule des Frl. Rütenick in Deſſau.
Seit 1889 wirkt ſie in gleicher Eigen-
ſchaft an der ſtädtiſchen höheren Töch-
terſchule in Bad Oeynhauſen. Von
ihren vielen, in Zeitſchriften unter
dem Pſeudonym O. Gäander ver-
öffentlichten Novellen erſchienen bis-
her geſammelt

S:

Weihnachts- und
Sommergeſchichten, 1896. 2. A. u. d.
T.: Wenn das Herz jung iſt! (Heitere
Geſchn.), 1899.

Anſchütz, Roderich,

Sohn des

*
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[66/0070] Ann Anſ „Deutſche Frauenzeitung“, ſiedelte mit derſelben noch im Herbſt desſel- ben Jahres nach Neuyork, von dort nach Jerſey City und ſpäter nach Newark über, wo ihr Gatte auch eine politiſche Zeitung gründete. Als ihre Zeitung infolge ihrer Erkrankung einging, kehrte ſie nach Europa zu- rück, lebte hier 1860–65 als Korre- ſpondentin für große amerikaniſche Blätter in der Schweiz u. kehrte 1865 nach Amerika zurück, wo ſie zumeiſt in Milwaukee lebte u. dort eine Pri- vatſchule für Mädchen leitete. Sie ſtarb daſelbſt nach ſchweren Leiden am 25. November 1884. S: Damen- Almanach f. d. Jahr 1842. – Oithono, oder: Die Tempelweihe (Dr.), 1844. – Produkte der roten Erde, 1846. – Das Geiſterhaus in Neuyork (R.), 1863. Anno, Anton, geb. am 19. März 1838 in Aachen als der Sohn eines Theaterdieners, wurde nach beendig- ter Schulzeit Blecharbeiter, doch zog ihn das Theater ſo mächtig an, daß er in Ermangelung einer paſſenden Stelle 1856 das Amt ſeines verſtor- benen Vaters übernahm. Zwei Jahre ſpäter wurde er Jnſpizient am Stadt- theater in Köln, und hier war es, wo er unter L’Arronge debutierte und man ihm kleinere Rollen übertrug, die er zur allgemeinen Zufriedenheit durchführte. Schon 1859 fand er als jugendlicher Komiker Engagement am Stadttheater in Elberfeld, ſpielte darauf in Heidelberg, Pforzheim, Offenbach, Kreuznach, 1862 am Stadt- theater in Baſel, 1863 in komiſchen Geſangrollen an den vereinigten Theatern in Plauen, Zwickau und Glauchau, 1864 in Mainz u. Aachen, 1866 in Detmold, war von 1867–72 am Variété-Theater in Berlin be- ſchäftigt, ging dann nach Köln, 1874 nach Breslau, 1875 nach Hamburg, 1876 an das Hoftheater in Peters- burg, kam von hier 1880 als könig- licher Hofſchauſpieler nach Dresden, war von 1881–84 als Gaſt Schau- ſpieler an verſchiedenen deutſchen Bühnen, vom Herbſt 1884 ab Direk- tor des Reſidenztheaters in Berlin u. wurde im Sommer 1887 zum Direk- tor des königlichen Schauſpielhauſes ernannt. Am 1. Oktbr. 1889 trat er von dieſem Poſten zurück, um ſich als artiſtiſcher und techniſcher Leiter des Leſſing-Theaters zunächſt auf fünf Jahre verpflichten zu laſſen. Er ſtarb am 1. Dezbr. 1893. S: Meiſt einak- tige Poſſen, Schwänke, dram. Kleinig- keiten; z. B. Die Rückkehr am Weih- nachtsabend, 1872. – Berliner in Wien, 1872. – Eine Sommerwohnung in Charlottenburg, 1877. – Schnapp- hahn, Finke und Schraube, 1881. – Familie Hörner, 1875. – Königsgre- nadiere, 1870, 1903. – Jm Theater- Bureau, 1877. – Des Lebens Wellen, oder: Die Macht des Goldes, 1872. – Ballettſchule, 1870. – Das Herr- gött’l hat’s gebracht, 1875. – Die beiden Reichenmüller, 1881. *Annuske, Eliſe, geb. am 31. Ok- tober 1860 zu Kulm a. d. Weichſel als die Tochter eines Gerichtsrats, erhielt nach dem frühen Tode des letzteren ihre Bildung auf der höheren Töch- terſchule u. dem Lehrerinnenſeminar in Elbing und abſolvierte 1880 ihre Prüfung als Lehrerin. Sie war dann vier Jahre lang Gouvernante in Oſt- preußen, ging darauf zu ihrer wei- teren Ausbildung nach Berlin und übernahm 1886 eine Stelle als Leh- rerin an der höheren Privatmädchen- ſchule des Frl. Rütenick in Deſſau. Seit 1889 wirkt ſie in gleicher Eigen- ſchaft an der ſtädtiſchen höheren Töch- terſchule in Bad Oeynhauſen. Von ihren vielen, in Zeitſchriften unter dem Pſeudonym O. Gäander ver- öffentlichten Novellen erſchienen bis- her geſammelt S: Weihnachts- und Sommergeſchichten, 1896. 2. A. u. d. T.: Wenn das Herz jung iſt! (Heitere Geſchn.), 1899. Anſchütz, Roderich, Sohn des *

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Zitationshilfe: Brümmer, Franz: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bd. 1. 6. Aufl. Leipzig, 1913, S. 66. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/bruemmer_lexikon01_1913/70>, abgerufen am 18.03.2019.